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10

Amtliches Organ für Hkaöt- unö LanöKreis Tansu

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 175 Samstag den 29. Juli 1899

Gefunden: Ein schwarzer Damenstrumpf nebst fünf Stricknadeln, zwei Klingel schwarzes Garn und einige Stränge rothes Stickgarn. Ein kleines Kivdcrportemonnaie mit einem weißen unechten Ring mit Herzchen und einigen Pfennigen. Ein großes Herrenportemonnaie nebst einigen Pfennigen. Am 15. d. Mts. eine blaue Schülermütze mit weißem Silberband.

Zugeslogen: Ein grüner Wellenpopegei.

Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund (Bastard) mit weißer Brust, m. Geschl.

Hanau am 29. Juli 1899.

Kamerun, was Frankreich nicht hinderte, diese Gebiete in Reich S zu gewärtigen hat. Ein Zwist zwischen Deutsch- Besitz zu nehmen. Portugal und Deutschland trafen ein land unb Rußland wegen dieser Insel dürfte aber ausge- Abkommen bezüglich ter Territorien, die zwischen ihren Be schleffen sein, denn wie die ^Berl. Neuest. Nachr.^ mittheilen, sitzungen in West- und Ostafrika liegen und England okku- hat zwischen Berlin und PeterSburg ein amtlicher Mcivungs- pirte diese Länder. Dementsprechend würde drs Vorgehen ( " " " * " .....

Leruers selbst dann zu beurtheilen sein, wenn das Zaren­reich juridisch sein Interessengebiet nachweisen könnte. Politisch hat eS ein gewisses Interesse am Besitze der Bären- Jnsel. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß das Eiland eine Flsnkenstillung zu der neuen Position einnimmt, die Ruß-

austausch stattgefunden, welcher ergab, daß in den An­schauungen der maßgebenden Stellen hier uad an der Newa keinerlei Divergenz besteht.

Die Episode des Generals N4grier

hat ein Elkleckl'ches zur Steigerunz der ohnehin großen Er­

fand am Eismeer durch den neuen Kciegshafen Al-xan-' !'sH^^ drowsk sich geschoffen hat. Annektüt nun Rußland Mf ^.^ £^ Insel, so werden Privatrechte davon nicht betroffen Weder ff^s

Tagesschau

Die BLrtninfel

Nachricht n aus Tromsö zufolge traf dort am Nachmittag des 23. Juli der deutsche DampferTerschelling" von der Bäreninsel ein. Nach den Mitthttlungen der Besatzung war das russische PanzerschiffSwetlana" am 21. Juli an der Bäreninsel vor Anker gegangen; sein Befehlshaber stieg mit einem Theil seiner Mannschaft an das Land und protestirte gegen die Besitz-ahme der Insel durch den deutschen Kauf­mann Herrn Theodor Lerner. Die russische Flagge sollte

; sei ^H sein Wo.t einlöse« und die Armee von allen den ST unH.üm »tanua Ä»SffmTnS «><*>» li-ino, bereu treue nn» Ergrb-nj-ii gegenüber ^h,n Ai^ m^»K d-r R subtil aus irgmd mlch-n Gri»d« mdSchiig,-wordm

TS;, -^ »^ i T, 31 m ^ uTIL eS W' Da, E^-I ist ein gestylt«M unb hm nur ton

wbLMt6'' '' i^tni? 5/6-1 T,8^ gemauber untertiemnn luerbeti, bet sich feiner Sait fiter ML X ^-^ aT'rfrb^be'n II7X t" M -d-- M Mm gib». Big j St buben feine unb ^leiereten nannlgMi» Srt ninrbin dm U-i-rmh- ,>mimstraiiom Maßr<,<>» ihren Zw ck erfüllt, Seuerat be nuW^er S^ P hegm. ^ ^ mchr zum H^rn ber mto

[oll l Kaufmann [o.< eil. Dies war ch kanntliq Bis. tär{j^en Situativ", implicite also auch ber politischen. Die matt« eiaubenkternlnlS bejuglty kolonialer Entwicklung. $b, blr R-p.blik nuterstütze» i^n, gar niete «UtrSing« U"d to .tob ja auch °ns-,° elften tobn en entstauben»^ ^ contre.cPoeur mit sie m»V ben Sufang, aber nicht Das Skerch r-u- » « G-bi-t- erworbw, daß ber graset igi gie minister betrei nen W g-S

nun laraus sich mts-lt- »I-m-zr war der Ka°f«?nn -°-- überNicken »anen. Der iff-utlichen Mewurz fehl, -Ng-N- aufgeaangen, -«d daS Reich ist ,M gefolgt. Jetzt ist wi-t-r f4einli< der Srlabmfaben in dem SaburinO dir Pattei,

aufgehißt werden, wogegen wieder Herr Lerner Verwahrung einlegte. Als der ^Terschelling" abging, wollten die Russen sich in das Innere der Insel begeben, um mögliche Ueber-j nuyr aucy gen störten rym folgen $ A-enn vrc Hau;a vor zffxM^e L ben »u unteriodben drohen' bleibsel früherer russischer Besiedelungsversuche zu finden; vier- und fünfhundert Jahren ihren hoch im Norden aus,

was sie weiter gegen Herrn Lerner vornehmen wollten, schien sässigen Karste t n jeden Schutz gewählte, sollte daS heutige

bei dem Abgang des deutschen Schiffes von der Bäreninsel Deutschland nicht Gleiches vermögen? Wie di s in unserem

noch nicht sestzustehkn. Angesichts dieser Nachricht sind von Falle zu geschehen hätte? Der Reichskanzler meldet dem! besonderem Jntereffe die Bemerkungen, die der bekannte j Petersburg r Kubinet, daß Deutschland die Bärentnfel zu Rechtslehrer Professor Dr. Bornhak in einer Unterredung besitzen wünsche. Darar-f kann Rußland Einspruch erleben, v««^«»» ^¥w^»^^ ^^w «"w)«»«

Mit einem B-Uchterstatter des^^Berliner Lokalanzeigers" über aber es müßte diesen Einspruch begründen, und daS vermag Rundschrerbm, welches mr zum Gegenstände-mer Besprechung machen

die Ansprüche der Deutschen, der Norweger und Russen ge- men in Petersburg nicht. Als eine unfreundliche Handlung - ......

macht hat. Professor Bornhak führte aus: aber wäre es zu betrachten, wenn Rußland nach solchem

ferner hat ein völlig h e r r eu l o s e 8 L a n d besetzt.vorbereitenden Schritt- Deutschlands zur Besetzung der j Daran kann nicht der genugste Zweifel bestehen. Ebenso Insel die Okkupation nun schnell vollziehen de. Und es; steht unzweifelhaft fest, d^ß die Insel in juridischem Sinne! ist n cht anzunehmen, daß ter Zsr wegen eines Stückchen nicht zur Interessenspläre Ruß!aids gehört. Eine In- ^Polarlandes einer untteundlichen Hrndlurg uns gegenüber. tereffenfp^re muß zwischen zwei Mächten ausdrücklich fest- sich werde zeihen lass n." gelegt werden, womit aber über das Land selbst keinerlei *

Besitztitel erworben sind. Ferner sind einem Dritten gegen­über derartige Abmachungen nicht bindend. Hätten z. B. in diesem Falle Rußland und Norwegen ihre Jnterrffen- , gebiete algekreutt, so hätte diese Abmachung für Deutsch- posten" mittheilt, an Lerner ein T legramm geschickt, worin land keinen Belang. So einign sich Deutschland und er mittheilt, daß Lerner, im Falle von seiner Seite Macht-liches von 100°/. abgezogen Encrlsnd über ihre Jntereffengebiete im Hinterland von anwendung erfolgt, tiiner'ei Schutz von Seiten des DeutschenMehrgehalt über 95"/o wird nicht berechnet.

d-rHandel voraufgeschritten und warum sollte das Reich ^ ^ immer weiter rL tiefer ^ 7 «nb ba^ u^t auch gen Normen ihm folgen? Wenn btejanfa vor ß &£n unt£tiod6m droben

aber wäre es zu betrachten, wenn Rußland nach solchem

Deutschlands zur Btsttzung ders

Aus Berlin wird berichtet: Der deutsche Reichskanzler

Hat am Diensta',

Neuerungen im Salpeterhandel.

Von M. Marcker-Halle a. S.

Die Hamburger Salpeter-Importeure erlassen nachstehendes

Hamburg den 15. Mai 1899.

P. P.

Nachdem die Schlutznota, nach welcher wir in Hamburg handeln, geändert ist, machen wir Ihnen die Anzeige, daß wir derselben entsprechend unsere Abschlüsse, welche Lieferung nach dem 31. Mai a. c. betreffen, von heute an auch nur mit der folgenden Klausel machen werden:

.Für den Gehalt der Waare ist die in Hamburg übliche .Differenz-Analyse maßgebend und gilt die Durchschnitts-Anal^e

derjenigen Jmportladung, und. falls per Dampfer eingeführt, der­jenigen Parthie, aus welcher der Salp ter geliefert ist. Weist diese Analyse weniger als 95% Salpeter inkl. Perchlorat auf,

wird berichtet; Der deutsche Reichskanzlerdiese Analyse weniger als 95% Salpeter inkl. Perchlorat auf, wie die in Christiana erscheinendeAsten- i »so ist der Mindergehalt pro rata mit/»fiel zu vergüten; sollte an Urtier ein T leoromm worin' .j-doch der Gehalt an Perchlorat^ %% üb-rst-ig-n, so wird solcher

, Ueberschuß über %% ebenso wie Salz, Feuchtigkeit und UnlöS-

Ferröttetsn

Die Verwendung desVollsliedes" in größeren Tonschöpfnngcn.

Von W. Br.

Wenn wir neuerdings die mustkalischrn bezw. die gesang­lichen Fachzettungen etwas genauer studieren, so merken wir einen bedeutenden Umschwung zu Gunsten des Volksgesanges. Seitdem nämlich Kaiser Wilhelm II. im Mai d. I. auf dem Gesangswettstreit zu Caffel goldene Worte im Interesse des VolkSgesanges gesprochen hat, ist schon gar manche Arbeit aus berufener Feoer geflossm, um im Sinne der kaiserlichen Worte anregend und belebend auf volksgesanglichem Gebiete zu wirken; auch ist unsere Gesangeslitteratur durch den einen und andern im Volkston gehaltenen Chor schon bereichert worden. Die Freunde unseres schlichte« Volksgesang s mehren sich und hoffentlich ist die Zeit nicht mehr fern, wo er Gemeingut unserer ganzen Nation geworden ist!

Doch nicht zu alle« Zeiten genoß er, trotz btr hohen Bedeutung, die Gnnft des großen Pablikums. ES bedurfte stets der Anregung und hingeb-nden Arbeit, den einsamen Liedern Anerkennung zu verschaffen. Jeder Anhänger wahrer und echter Volkspoeste weiß daher den Männern Dank, die ihr jederzeit mit warmer Sympathie begegnen und die schmucklosen Blüthen zur Entfaltung zu bringen bemüht sind.

gönnt n. Sie haben ihm nicht nur Zuneigung vnd Liebe b:- wiesen, sondern auch mit dazu beigettagen, deß der Popularität ihrer Werke der Sinn für Volkspoesie und Bottsgesang im Volke rege blieb und daß die einfachen Weisen, die in gemüthvoller Einfachheit und Natürlichkeit innige Gemüthßtiefe wachrufen, unserm ganzen Volksleben zu Gute komme« konnten.

Schon am Ende des vorigen Jahrhunderts lieh man ben Volksweise« ein aufmerksames Ohr. Zu Anfang dieses Jahrhunderts war es Karl Maria v. Weber, der sie seinen Werken einfügte. Wer kennt nicht dieJubelouverture" mit ihrer mächtigen Instrumentation mit dem packenden Schluß dem Webrr die bekannte Volksmelodie;Heil dir im Sieger- kranz" unterlegte! Schon in der Turandot-Ouverture machte Weber den Versuch, eine chinesische Volksmelodie einzvsühren und erzielte damit einen beachtenswerthen Erfolg. Auch in anderen Opern hat er Volksmelodien in geschickter Weise verwendet. Wohl in keiner anderen Ton schöpf««z ist das Volkstred so trefflich angewandt als in der Oper:Martha" v. Flotow. Die bekannte VolkSmelodie:Die letzte Rose" übt ihre treffliche Wirkung aus und hat wesentlich mit dazu beigetragen, dieses Werk populär zu machen.

In dem Dränge, Volksmelodien in größeren Werken zu verwenden, ging man sogar soweit, Choräle einzufüzen. DaS beste Beispiel hierfür bietet u«s Miy rbeer in seinen Hugenotten", in denen er den glaubensfreudigen Choral: Eine feste Burg ist unser Gott" gleichsam alS Motiv ver­wendet.

Manche Komponisten haben sich zur Aufgabe gemacht, ihren Werken einen religiösen Hintergrund durch Einfügen bekannter Choralmelodien zu geben. Wir erinnern hier an

Neben diesen Männern, die ihre Kräfte produktiv oder reproduktiv ausschließlich dem Volkszesang widmen, gebührt insbesondere auch noch den Meistern Hochachtung und An­erkennung, die dem Volksliede in Ouvertüren, Opern, Oratorien und anderen größeren Werken ein Plätzchen ______ .

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhattungsblatt 14 Seiten.

Patriotismus zu pflegen und haben darum entsprechende Dolktz" gelänge darin verwendet.

Seitdem man in unserer Zeit »'eher dem Einfachen und Schönen sich zuwmdet und der Sinn fürs Romantische in den Vordergrund tritt, ist auch dem Volksliede wieder mehr Beachtung geschenkt worden und eS wird in Opern und sonstigen We ken neuerdings mit Erfolg eingefügt. Einen trefflichen Beweis hierfür er ringt uns die Märchenoper Hänsel un^ Gretel" von Hamperdink. In geschickt r Weise find vom Komponisten herrliche Volksmelodien eing flochten. Man kann wohl sagen, daß die einfachen Volkslieder wohl mit der Grund find, daß diese Oper so außerordentlich populär gewo-den ist und beim Publikum günstige Aufnahme gefunden hat. In der von K. Goldmark komponirten MärchenoperHeimchen am Herd" ist daS Vol'slied:So viel Stern am Himmel stehen" verwendet. Auch in der Instrumentation des einen oder anderen Werkes findet man Anklänge an bekannte Volkkmelotten.

In dem Max Bruch'schen herrlichen Tonwerk:Das Lied^ von der Glocke", das auch hier mit großem Beifall seitens deS Oratorieuvereins aufgeführt wurde, sind in der vortrefflichen Begleitung in sanft auf steigeren arpeggirten Akkorden zu dem Terz tt:Holder Friede, süße Eiutracht" an zwei Stellen die ersten Takte des bekannten Weihnachts­liedes :St lle Nacht" eingeftreut An dieser Stelle die all­bekannten Klänge jenes alten Weihnachtsliedes zu vernehmen, macht auf den Hörer einen tüfen und erhebenden Eindruck.

So könnten wir noch eine Zahl anderer Werke anführen, in denen Volksweisen Aufnahme gefunden haben. Doch es mag genüge«, an einigen Beispielen gezeigt zu haben, nie sich das Volkslied in seiner alles durchdringenden Kraft den Weg in die Herzen jener Meister und von da in vokale und

denEoavgelimanu" v. Kienzl.

Untere Meister hatten daS Bedürfniß patriotische Opern _ zu schaffen, um die nationale Begeisterung zu heben und bin > instrumentale Werke gebahnt hat.