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Amtliches Organ für $fa$f- unö LsnöKrels Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Rr. 174 «■——
Freitag den 28. Juli
1899
■—
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 51.
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Amtliches.
^anöUvei^ ^banau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtesi
fürchteten Schwarzflaggen zu schlagen, sie zu vertreiben und Vertretung der Jutereffen der Uitlanders zu gewähren, die, 1884 Bai-Nirch und Langson an der sogenannten chinesisch:«° wenn sie auch nach unserer Auffassung urvollkomme« ist, Mauer zu erobern. Allerdings wurde Nögrier im folgenden doch etwas Positives und Greifbares ist. Es ist doch offen- Jahre von einer chinesischen Uebermacht angegriffen und, nach- bar unmöglich, sich auf die Dauer gefallen zu lassen, daß dem er selbst v rmundet worden war, zum fluchtartigen Rück- freigeborene Engländer als Angehörige ein r niederen Raffe zuge aus Langson gezwungen. Diese Niederlage hatte indeß behandelt werden. Ich sehe, schloß dr Redner, die Lage seinem militärischen Renomwöe nicht geschadet, denn Nögrier nicht verzweifelt an, aber es wäre Thorheit, Frieden zu hatte mit der Okkupirung von Langson doch den Beweis er- verkünden, wo keiner ist.
BrW, baj e« rijti(j jei, bB an tie ^^ Präsident der »°m!«»anisch«n P-publik
ermordet?
In einem Gehöfte in Nidda (Kreis Büdingen) ist die zudringen und die Schwär,flaggen zu vertreiben. Er hat Schveiverothlausseuche ausgebrochen und Gehöstsperre ange-j damit die nachfolgende Olkupatwn ganz Tonkms vorbereitet.! ordnet worden. t Die Republik lohnte de Nezriers Dienste durch Ernennung r , . . - ~ ..,
In Klein-Welzheim (Kreis Offmbach) ist die Maul- zum Divisionsgeneral und zum Oberbefehlshaber des Kmps ^rla'.tet, der Präsident der dommskansichen
und Klauenseuche erloschen und die Gehöstsperre ausgehoben von Tonkin. Dom Jahre 1889 bis 1893 war Nözrier > Repu.d'.k, H-ureaux, et gestern Abend in Meer ermoldet worden. Korpskommandant in Nantes und Btsm ^on. Die letztere «? den Der Mörder soll ein.gewisser Ramon C.ceres sem.
Stellung als Befehlshaber der Truppen an der Ostgrenze ^ ^.^^^ ^c^ei ^s°^e :«««^epur. Der Dlzepraje^nt zeigt, laß man in Paris große Hcffnuug-n in die Fähig- d-e L^iung der ^la tsgeschafte übernommen. ^n Kap ketten und in die Erfahrungen des ehemaligen Heerführers in H^^-^u herrjcht völlige Ruhe.
Aus Kap HLilien, 26. Juli, meldet die „Agerce Havas" ;
worden.
Hanau am 26. Juli 1899.
V. 7585
Der Königliche Landrath, v. Schenck.
Tonkin sitzte. Nun hatte auch die französische Armee Ge-s gut Lage im Inneren Chinas
I Jenseit, G-mrai d- N^i-r k«« zu lern™. Sei b™ „ei,rt Hmpimmn P°IIi»g.r -inm s-lms,«!« Beitrag, j Manövern 189a bei Lang-es, als Kommandant einer gegen
Verloren: Am 15. d. Mts. ein Frauenknopfstiefel, i General JamoM opcrirenden Armee, legte ^e.jrier Serodie A
gegen Betonung abjugeben. Am 18. b. ®lt8. eineqio6er SMHjt.lt ab, »nb 1897 D^ubene .«Milch- S^ÄÄÄ^fiÄ gotbene Broch-, einen g^metterting barfleBenb. Am 26. gragen, wie sie Setmenbunj gi«b-r Ka»-ll,r!-«rp-r und von „ ."^ ^^ ?’ j£ ”»”'.:;,,„,,^
d. mts. ein braunes r°m.nv«rl.mo»nai- mit J»hM | mitraiieufen, q-löll »erben foHt.tr, war .8 Wler, ber di- fiÜÄ’Ä S^1««,.^ .toÄKÄ^ ^ 1«»«^ unb^Me ^ -B» bie tRegierrmg He 6«n 9. *? gSgÄjTW45^
8 6 8 r-G boB sie bre Aufnchch- mg d-r Disziplin im H-« d,„« Charakter an, * *
N-iIchirhund mit Haliiand mit i-d-m Opfer zu trtauf .n entsprossen ist. l Inll2* 61u
Meustuachlichtcu aus dem Kreise
Zur Lage im Inneren Chinss
Bei der Stadt Pitsieh in
Gefunden: Eine Scheere.
Zugelaufen: Am 27. d. Mts. ein großer schwarzer Pudel m. Geschl., mit Maulkoib. Am 27. d. Mts. ein schwarzer, gelb gi flectier Hund (Dogge) weibl. Geschl., mit Maulkorb. Am 27. d. Mts. ein graugelber Affenpinscher. Am 27. d. Mts. ein weißer, gelb gefleckter Spitz weibl. Geschl.
Hanau am 28. Juli 1899.
Tagesschau.
Der gematzregette französische General Nvgrier.
Ueber dm Lelunslauf Nögriers, der ihn zu einem Faktor sierrpUt mit dem die französische Repullik rechnen muß, berichten die Blätter: Als Soldatenkind 1839 in Belford geboren, köwpste Nögrier bereits 1859 in Algier und Rom. Im dcmsch-frarzösischln Kriege bei St. Privat verwundet, entwich er noch der Kapitulation von Mltz aus dem dortigen Hospital md tret als Major in die Nortarmee. Nachdem NeHricr im Jahre 1883 zum Brigadegeneral ernannt worden war, begab er sich noch Tonkin, wo es ihm gelang, die ge-
• • - f Kweitschau kam es zum ersten blutigen Zusammenstoß. Leutnant
Zur Trattsvaslfrage. ! Hunter war mit Absteckm der Distanzen beschäftigt, während
Aus London wird berichtet: Gestern Nachmittag bei ich selbst mit dem Haupttheil der Expedit on rechts von ihm
dem Lutlcheon der konservativen Partei hielt Balsour eine vorging. Leutnant Hunter hatte zwölf chinesische Soldaten Rebe, in ler er ausführte, die Transvoalfrage sei geeignet, außer sein» eigenen Leuten mit sich. Der chinesische Man- sowohl der britischen Regierung als der konservativen Partei darin, welcher für unsere Sicherheit mit seinem Kop^e hastete, Sorge zu bereiten. Es wäre ein Irrthum, die Angelegen- war bei mir. B^ld fanden wirunS von starken Eing borencn- heiten von Transvaal zu betrachten, als wären sie die eines Haufen umringt, die sich unserem Weiterziehen widersetzten isolirten Ctaatls. Wir müssen nicht nur die Klagen der und zwischen die beiden Abtheilungen schoben. Es war das Uitlanders in Erwägung ziehen, fordern auch die Reaktion durchaus nicht Pöbel, alle Klassen der Bevölkerung waren
derselben auf die britischen Kolonien. Gladstone ui d sein betheiligt und die hervorragendsten Einwohner führten diese
Kabinct würden Transvaal niemals die Unabtzängigke t Leute. Leutnant Hunter wurde bald völlig umzingelt und
witdergrg ben haben, wenn sie nicht geglaubt hätten, daß "geradezu gefangen genommen. Wir selbst werkten davon
die Republ-k der englischen und holländischen Rasse gleiche nichts, da wir genug mt den uns von allen Seiten be-
Rechte einräumen werde. Die Regierung von Transvaal drängenden Leuten zu thun hatten, die alle bewaffnet waren,
hat indi ssen nicht die Politik verfolgt, zu der sie sich 1880 ja eine dieser Abtheilungen führte sogar eine Kanone mit sich,
verpflichtete. Daher rühren alle gegenn artigen Schwierig-, Plötzlich traf ein Bote von Hunter ein, welcher um Hilfe
leiten. Wenn unsere unerdliche Geduld und alle Hülfs- rachsuchte, aber der Mandarin war trotz meiner Drohungen mittet der Diplometie sich unwirksam erweisen, um den nicht zu bewegen, zu Hunter zu gehen und diesen zu befreien Knoten zu lösen, nüssen andere Mittel erfunden werden. i und ich selbst konnte nichts thun, da wir nur drei Engländer Man hört fdoch, daß Trarsvaal bereit ist, eine direkte waren und m-ine 38 chinesische Soldaten natürlich nur dem
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Feuilletsn.
Zur Geschichte von Fcchcnhcim.
Bon C. Ziegler.
II.*)
Die Einführung der Reformation erfolgte ohne Widerstand von Seiten der Gemeinde im Jahre 1548 durch landesherrlichen Entschluß. Wie aus einer im Frankfurter Archiv btfindlichen Korrespondenz zwischen den Herren von Hanau und dem Bartholomäusstifte in Frankfurt, dem die Besitzung der Pfarrei pflichtmäßig oblag, hervorgeht, hatte letzteres mit der Bestellung eines lutherischen Pfarrers begreiflicherweise keine Eile. In einem Schreiben vom 16. April 1561 ersucht Philipp III. das Stift, nachdem er es schon „her Länge noch habe anzeigen, berichten und begehren lassen", seine „Unterthanen zu Fcchcnhcim mit einem gelehrten frommen Mann und Pfarrer, so bei ihnen restdiren und wohnen thut", „der augsburgischen Konfession verwandt", zu ersehen. Dekan und Kapitel antworten darauf unter dem 19. April, daß ihres Wissens der Glistliche treu seines Amtes walte, erweise sich, daß der Scholaster fälschlich lehre, so sollte er die Pfarrei nicht weiter versehen. Philipp erwidert darauf unter dem 26. April, daß der Pfarrer von Fcchenhkim nach der Angabe der Einwohner nicht nach der lutherischen Lehre und der Kirchenordnung gemäß lehre, und dütet, die Wahrheit zu ergründen, denselben am 7. Mai nach Hanau zur Examinirung zu senden. Am 3. Mai erfolgt darauf ein Gegenschreiben seitens des Stiftes; ebenso wird ein erneutes von Steinau datirtes Schreiben deS Grafen vom 23. Juni unter dem 27. Juni ablehnend be
*) I. in Nr. 162 u. Ztg.
antwortet. Nach dem Tode des Grafen Philipp wenden sich die Bormündtr deS jungen Philipp Ludwig I. unter bem 13. September 1563 erneut in dieser Angelegenheit an das Stift, erhalten aber unter dem 18. September den gleichen ablehnenden Bescheid mit dem Bemerken, daß die Fechen- heimer über siebenhundert Jahre mit ihrer kirchlichen Versorgung zufrieden gewesen. Durch eine auftretende Seuche, in welcher die Gemeinde eine Heimsuchung Gottes erblickte, wurde die geistliche Lage noch verschlimmert, so deß sich ^Zentgrafl Bürgermcister und ganze Gemeinde" unter dem 17. Dezember in einer Bittschrift an die hanauischcn Räthe und Befehlshaber wenden: „Dieweil wir ab.r ta dieser hohen Noth und gefährlichen Zeit keinen größeren Trost zu unserer armen Seelen Heil und Seligkeit und Wirkung des Glaubens, durch welchen wir allein vor Gott fromm und gerecht um des Verdienstes und Leidens Jesu Christi, Gottei Sohnes willen, Habm noch wissen, denn nur allein aus dem heiligen göttlichen Wort und den seligmachenden Sakramenten, mit welchen wir übel und sonderlich in dieser Trübsal vcrseh n werden, gelangt an Eure edlen, ehrenfesten, ehrwürdig n, hochgelahrtes, achtbaren, weisen Herren hanauische Räthe und Befehlshaber unsere gsnz unterthänige Bitte und demülhigcs Flehen, zu onschaffen und zu helfen, daß wir auch in un erer Gemeinde wie sonst alle andern unser gnädige Herrschaft Hanau Unterthsnen mit einem rechtschaffenen, gottessü chtigen und gelehrten Mann versehen werde, der uns das sreuden- rciche Evangelium rein, klar und lauter, vermöge der Augs- burgischcn christlichen Konfession verkündige und die heiligen Sakramente nach Ordnung und Befehl Christi, Gottes Sohres, unseres ErlöserS, reiche und ertheile, daraus wir dann den gnädigen Willen Gottes erkennen und unser ganzes Leben danach austellen mögen." Mit einem B gleit- schreiben, das darauf hinweist, daß die Gemeinde Fechenheim „durch Schickung deS allmächtigen GotteS mit der geschwinden
Krankheit, der jetzigen Sierbluft aach heiwgesucht und in dieser Noth ganz besonders eines Pfarrers bedürftig sei", geht das Gesuch am 20. Dezember an das Bartbolomäusstift, wird aber schon am 22. abzelehnt. Die Korrespondenz )±li ßt mit folgender Bemerkung von der Hand eines Slis.sherrn: „Im Jahre 1564 auf Sonntag nach Dreikönigstag, welcher ist gewesen an 9. Januar, haben die hauauischen Befehlshaber des minderjährigen Grafen und Herrn von Hanau die Pfarrei Fechenheim, wiewohl offen und vielmals dafür gestritten, mit Ausschließung unseres ordentlich berufenen Pfarrherrn und Darstellung eines andern, ordentlich vermeinten Seelsorgers, so der Angsburgifchen Konfession ketzerischer Sekte verwandten, angenommen .... Sehen zu, wie solches bei Gott, dem Allmächtigen verantworten . . . . " .
Kaum war der Pfarrer glücklich angestellt, so entspann sich ein Streit über den Ban eines Pfarrhauses, über dessen Ausgang uns die Akten leider im Stich lassen. Das Bartholo- mäussttst weigerte sich, den Bau ausführen zu lassen, weil man das alte Haus versteigert habe, nachdem man eS habe Dei faden lassen, während die Gemeinde behauptete, es sei nach den Krieg zerstört worden und habe nied-r^elezt werden müssen. Das seitherige katholische Gotteshaus wurde von der lutherischen G-mcinde nicht weiter benutzt; sie hielt ihre Gottesdienste in einem Privathause ab, bis sie im Jahre 1686 ein eigenes Kirchlein erbaute.
Eine reformirte Gemeinde entstand auch schon frühe; sie wurde geistlich bis zum Jahre 1719 von dem P'arrer in Rumpenheim versorgt, während die Lutherischen in Rumpen- Heim nach Fechenheim eingepfarrt waren. Die ältesten Nachrichten über die in Frch'nheim wirkenden reformirten Pfarrer reichen, wenn man die Rumpenheimer Akt-n zu Hülfe nimmt, zurück bis zum Jahre 1577, wo Georg Ammonins als Pfarrer zu Rumpenheim und Fechenheim genannt wird. Der