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Amtliches Grgan für Stadt- unö LsnSkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Kr. 168

Freitag den 21. Juli

Dienstnachrichtcu aus dem Kreise

Linrücksxg». gebühr

für Stadt- und Laich» tote Hanau 10 ^ Hi ^gespaltene Garmond« zeile oder deren Raum,

Jm Reklamentheil die Zeile 20 st»

LuswärtS 30 ^

1899

i nimmt an, daß es schwerwirginte Gründe politischer Natur fetten am Senkelbach 3000 überschritten haben. Rufe wie: , . , ! genesen sein müssen, die den Kaiser veranlaßt haben, seine in »u «m jwwhhu, um, mveu«, wuucn mi

Verloren: Am 16. d. Mts. im Karserhof ein Ferer- ^i: Form bestimmt gegebene Zusage wieder zurückzuziehen denselben sprechen!" ertönten. Die eingetroffene Schvtzmanu- wehrgürtel. , !und mit seiner Vertretung den Prinzen Friedrich Heinrich zu schüft (20 Mann) konnte gegen die erregte Menge nicht daS

Gesunden: Am 19. d. M^s. ein Monnerrcck mrt darrn betrauen. Seit Friedrich Wilhelm IV. hat keis preußischer C '~ " -------

Raus mit den Italienern, wir, die Arbeiter, wollen mit

befindlicher Mütze (in der Kinzig aufgefischt). _____o ..... _________

Zugeflogen: Am 19. d. Mts. eine Brieftaube, Silber-; statt hatte Außerordmiliches vor. ring am Fuße mit Stempelnummer 136, auf den Flügeln ~ -

ein Stempel mit der Inschrift;Julius Stöckel, Frankfurt a/M., Dreikönigsstraße".

Zugelaufen: Am 17. du Mts. ein junger weißer Pudel m. Geschlechts; Empsangnahme bei Herrn Gerichts­vollzieher a. D. Städter, Windecken.

Hanau am 21. Juli 1899.

, ^»»»". Seit Friedrich Wilhelm. IV. hat keis preußischer Geringste ausrichten, weshalb telephonisch Militär rrquirirt ' König und kein Kaiser in Dortmunds Mauern geweilt. Die wurde. Inzwischen wurde bis zum Eintreffen des Militärs ° Sie beschloß, die Fest- ein Schlauch an einen Hydranten angeschraubt und ergiebige straßen aufs reichste auszustatten, carz besondere Ehrungen Wassermassen unter die Menge geschleudert. Im Laufschritt waren eusgedacht, die gesammte Archttektenfchaft der Stadt Zrasen 70 Mann Infanterie und einem Leutnaut an dem war von der Behörde gewonnen worden, damit die Aus- j Sammelorte um 9 Uhr ein. Der Tambour schlug den Wirbel, worauf der Bezirkeamtmann Herr Schleifer die Auf-

waren ausgedacht, die gesammte Ärchüektenfchaft der Stadt

fchmückung der Straßen in künstlerischer Weise einheitlich ge­

Tagrsfchau.

Bei dem Kaisermanöver

des 15. Armeekorps wird dem genarvten Korps eine

schehe. Seit vielen Tagen schon war alles in eifriger Thätig­keit. Maler, Anstreicher und Baugeschäfte, Sänger-, Krieger- md Orchester vereine, staatliche vnd ftäitij^e Behörden, kurz, alles war Tag rnd Nacht bemüht, den Dortmunder Kaiser­tagen ein würdiges äußeres Gepräge zu geben. Schadhafte Straßen wurden aufgenssen und reugepflastert, alte Barocken verschwanden, zweifelhafte Winkel wurden in Ordnung ge-

ruhrartikel verlas. Die Polizei, welche inzwischen auf 50 Mann verstärkt war, zog blank und nahm insgesammt 12 Verhaftungen vor. Von den Angesammelten wurden einige Steinwürfe gegen die Polizei gerichtet. Das Militär wurde mitHurrah" empfangen. Allmählich gelang es, die auf­geregte Menge zu zerstreuen; dennoch dauerte es bis halb 12 Uhr nachts, bis der Platz vollständig gesäubert war.

bracht. Auch das Essen- und Stahlwerk Union, das der Die ausgerückten 70 Mann Infanterie verblieben bis heute

Kaiser ncch der Feier am Dortmunder Hafen besichtigen Morgen 6 Uhr in der Fabrik. Auf der Hauptwache waren wollte, traf die umfassendsttn Vorkehrungen zu einen würdigen' 60 Mann mit einem Leutnant untergebracht und in der Empfang des Monarchen. Die Union erbaute in Eile eine C^evaulegerkaserne eine Eskadron in Bereitschaft gestellt, besondere Auestellungthalle und davor ein prunkvolles Em- Heute Abend werden neuerdings Ausschreitungen befürchtet.

Kavallcriedivision B zugetheilt, welche während der ganzen Menöverzeit in die Ereignisse mit eingreisen wird. Die Division ist zusanmergesetzt aus dem 1. Hannoverschen Dragoner-Regiment Nr. 9, dem Königsulanm- Regiment (1. Hanncverjches) Nr. 13, dem 1. Bübischen Leib-Dragorer- Regiment Nr. 20, dem 2. Badischen Dragoner-Regiment beiden Gesangvereine, die beim Casseler Wettstreit gesungen! Nr. 21, dem Westfälischen Dragoner-Regiment Nr. 7, dem i hatten und jetzt nach dem Dortmunder Hafenfest auf Wunsch! Schlerwig-Holsteinischen Dragoner-Regiu ent Nr. 13, dem! des Kaisers in Villa Hügel ihm eine Serenade bringen sollten. Ulanen-Regiment Großherzog Friedrich von Baden (RheinischcO Das ganze bergige Land rüstete sich, den Kaiser an der Nr. 7, ferner vom Feldartillerie - Regiment (1. Rheinisches) Müngstcner Brücke und bei der Rrmscheider Thülsperre sesi- Nr. 8 die reitende Abtheilung und eine Pionier - Abtheilung lich zu begrüßen. Auch der Kaiser besuch in Lothringen! vom 14. Armeekorps. Die genannten Regimenter müssen*'*' °^"^"» ^ .«».a.«r»A «.4^««».« j»^^ '

pfangszelt. In Essen probten schon seit einigen Tagen die

Heute Abend werden neuerdings Ausschreitungen befürchtet.

Die nöthiges Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Morgen Abends finden im Wittelsbacher Hofe und im blauen Bock

Protestversammlungen statt, in welchen Stellung Bauunternehmer und ihr Verhalten während des streiks genommen wird.

Augsburg, 20. Juli. Dir Exzedenten

gegen die Maurer-

bei den

zumeist den Marsch von ihnn Garnisonen bis nach Straß­burg in Tagei Märschen zu Pferde zurücklegen, die Pioniere ausgeschlossen.

Die Absage des Kaiserbesriches in Westfalen.

Auf die Nachricht von der Absage des Kaiserbesuches in Dortmund und Solingen haben die dortigen städtischen Be­hörden beschlossen, beim Hosmarschallamt anzufragen, ob der Besuch des Kaisers vielleicht um die Mitte August möglich sein würde. In düsem Fall würde die Feier der Eröffnung des Tortmund-Ems-Kanals bis dahin verschoben werden und dann das Programm seinem ganzen Inhalte nach zur Aus­führung kommen, andernfalls würde man vor die Frage ge­stellt werden, das Programm der Feier erheblich einzuschränk-n, vielleicht auch dazu überzugehen, die Einweihungefeier des Hafens als ein rein städtisches Fest zu begehen. Der Ein­druck, den die Kunde von der Absage des Kaisers aus die Kreise der Dortmunder Bevölkerung gemacht hat, ist, wie von dort berichtet wird, der einer allgemeinen Bestürzung. Man

wird, entgegen den ursprünglich getroffenen Reifedisposttionen,

algekürzt werden. Der Monarch wird zwar am 18. August der Feier beiwohnen, welche zur Enthüllung des Denkmals d-s 1. und 3. Garde: egiments z. F. auf dem Schlachtfelde von St. Privat statt findet, dagegen wird er bei der für Ende August angesetzten großen Belagerungeübung in der Nähe der Gentringer Höhen nicht zregegen sei. Aus diesem Grunde

Tumulten in Augsburg find zum großen Theil junge Burschen von 14 bis 17 Jahren, die in jener Stadtgegeud besonders häufig zu finden sind und sich auch in rühmen Zeiten durch ihr rohes Gebühren, durch Belästigung von Passanten rc. oft genug bemerkbar machen. Es ist die Annahn e nicht von der Hand zu weisen, d-ß den Tumulten ein gewisser Plan zu Grunde liegt, was sich schon aus ihrer Wiederholung ergibt.

L -. . , , . . - . Für einen vorgefaßten Plan spricht ferner, daß auch aus

unterbleibt auch sem der Stadt Die-enhofen zuze^ ^ren Stockwerken und von den Dächern der Häuser

Atbeiterunruhen in Augsburg. ; herunter auf die Schutzleute und selbst auf das Militär Au g s bur g, 18. Juli. Gestern Abend kam es an der! zahlreiche Steinwürfe gerichtet wurden. Dock scheinen die Senkelbachspinnerei zu einem groß-n Menschenauflaufe. Gegen s Wurfgeschosse schon vorher zusammengetragen worien zu sein. 6 Uhr hatten sich ungefähr 10 streikende Maurer am Senkel-; Den WirthschaftsgartenZur Wertachbrücke" mußte die Polizei bach eingefunden, um die an den Bauarbeiten der Spinnerei' förmlich stürmen, da aus ihm ein ununterbrochener Stein- bsschäftigten Italiener, welche vor einigen Tagen hier einge-1 hagil auf die Beamten niederging. Außer _ von Steinen troffen waren, zur Acheitsmeiurlegung zu bewegen. Aus machten die Exzedenten vielfach von Todtschlägern und der Arbeit kommende Fabrik- und sonstige Arbeiter blieben s Mtssern Gebrauch. Das Militär war auch gestern noch bei den Streikposten stehen vnd erfuhren deren Absicht. Die! zurückhaltend und machte von den Waffen keinen direkten Zahl der Umstehenden wurde immer größer, die Situation! Gebrauch obgleich es das Bajonet aufgepfllanzt hatte und eine gespannte. Gegen ^9 Uhr mochte die Zaöl dir Per-: mit scharfen Patronen versehen war. Um 10 Uhr richtrte

^mitteten

Eine kulturgeschichtliche Skizze von Otto Härtel.

(Nachdruck verboten.)

Das Wasser herrscht über alle anderen Elemente", sagt der alte Pltrius; und' zu keiner Zeit wird man geneigter sein, die Wahrheit dieses Wortes anzuerkennen, als in den heißen Sommersonnentagen, wo jeder, der nicht an den Mecresstrand eilen kann, wenigstens in den kühlen Fluthen deS heimathlichen Sees oder Flusses Erquickung sucht.Es lächelt der See, er ladet zum Bade." Die größten Freuden des Menschen sind doch immer die einfachsten und natür­lichsten, und so gehören auch die Freuden des Wassers zu den uralten Genüssen der Menschheit, obwohl sie im Ver­laufe ihrer Geschichte mannigfach- und zum Theil kultur­geschichtlich sehr interessante Schicksale erlebt haben. Es gibt wohl kein einziges an der See wohnhaftes Naturvolk, das sich nicht durch die Schwimmkunst zum Herren über die unsicheren Wogen und im Bade die See dem Genusse dienstbar gemacht hätte; statt vieler Beispiele sei hier nur an die in der letzten Zeit so viel genannten Samoaner erinnert, die sich durch lange" und regelmäßige Uebung eine selbst die schwimm- kundigen Europäer oft verblüffende Sicherheit in dem nassen Elemente erworben haben. Das leichte Boot kippt um, der Fremde sieht besorgt den gefährlichen Vorfall, aber schon tauchen die braunen Männer und Frauen lachend, prustend und spritz'nd an einer anderen Stelle der See auf. Aber auch bei den Kulturvölkern finden wir die Freuden und Künste des Wassers, das Baden und Schwimmen, schon in den ' ältesten Zeiten bekannt und geübt. Die ägyptischen Priester badeten sich nach Herodes zweimal jeden Tag kalt und zweimal jede Nacht; Moses wurde von der Königs-

todter gefunden, als sie mit ihren Dienerinnen zum Bade ging; bei den Hebräern gehörte ba$ Bad zu den religiösen Verpflichtungen, und die Bäder der Susann« und Bathseba haben ja eine gewisse geschichtliche Berühmtheit erlangt, die sich selbst in zahlreichen Werken der alten und neuen Kunst spiegelt. Eine hohe Ausbildung des Bade- und Schwimm- wescns finden wir aber zuerst bei den Griechen.

Auch bei ihnen, und besonders bei ten Jnselgricchen, ist die Badefreude und Schwimmkunst alt. Odysseus, in seiner glücklichen Fahrt durch den zürnenden Poseidon unterbrochen, rettet sich durch Schwimmen zur Insel der Phäaken und Leander hat der Sage nach den Hellespont durchschwommen, um zu seiner Hero zu gelangen, ein Stücklein, das ihm doch ohne die Lockung einer Hero Lord Byron am 3. Juli 1810 in 70 Minuten nachmachte. Bei Homer stehen

Ju den Züten des echten, starken alten RömerthumS, als der Luxus am Tiber noch wenig bekannt und verachtet war,

da gehörte das stählende kalte Bad und die Kunst des Schwimmens zu den männlichen Genüssen und Künsten. Im gelblichen Tiber wurde gebadet, das weibische Warmbad wurde verachtet und noch vom Scipio Afrikanus in seinem Heere verboten. Cato lehrte seinen Sohndem Strudel und den sturmerregten Wellen zu trotzen"; die heroische Cloelia mit ihren Gefährtinnen entrann, durch den Tiber schwimmend, Porsennas Gefangenschaft und Horatius Cocles verttaute sich, nachdem er die Brücke gegen die Feinde vertheidigt hatte, gleichfalls den Wellen an. Auch als man statt des Tibers besseres Wasser zum Baden benutzte und öffentliche Bäder anlegte, blieben die Berbättnisse zunächst noch sehr einfach, und in dem Badebassin in der Nähe des MarsfeldeS tum­melten sich Ritter, Sklaven, Marketender und Pferde zugleich. Erst allmählich drang mit der griechischen Sitte das warme Bad in Rom ein; zuerst legten die Wohlhabenden in ihren Wein sich solche Bäder an, später wurden Freibäder für die Armen und Sklaven begründet, deren man unter Kaiser Antonin nicht weniger als 800 zählte. Jene berühmten, mit

noch die warmen Bäder im Vordergründe, die man u. a. den von fern kommenden Gästen gleich nach ihrer Ankunft zu bieten pflegte. Aber später stiegen die kalten Bäder in der Beliebtheit; Pythagoras und seine Schule begünstigten sie sehr und charakterisirten einen ungebildeten Menschen als einen solchen, dernicht buchstabiren und schwimmen" körne...............-,- ......o - -

Daß in Sparta die Bäder im Eurotas allgemein; Sitte höchstem Kunstsinn und ellem Raffinement gebauten Thermen waren, ist bekannt; weder die Frauen noch die Kinder, seiest der Kaiserzeit aber, deren Errichtung Hans Brerdicke in die neugeborenen, waren davon ausgeschloff-n. An den seiner trefflichen Monographie über du Gescylchte der Schwimm- Küsten und auf den Inseln des ägäischen Meeres entfaltete kuust eingehend geschildert hat, sind bern-S Zeugen de-., Ver­sich allmählich die Schwimmkunst zu hoher Blüthe. In falles, wie sie denn auch bald Stätten der Sillenlostgkeit

Hermione fanden regelmäßig große Wettschwimmfeste statt, winden. Sie stellen allerdings geschichtlich die ^ujfe Skyllias von Skione soll bei Artemiston zwei Meilen des Bades als (wenn man lo sagen darf) gesellschaftliche

größtentheils unter Wasser zurückgelegt haben, um von den Einrichtung dar, insofern im Bade der bessere A-yeil der Bc- Persern zu den hellenischen Brüdern zu gelangen. Die Delier völkerung regelmäßig zusammen kam; nur die modernen

und die Leute von Anthedon waren gefeiert als treffliche Seebäder zeigen in dieser Hinsicht verwandte Züge und An-

Schwimmer sätze. Auch hinsichtlich der raffinirten Ausbildung der Bade-

Von den Römern hat Plinius gesagt, sechs Jahrhunderte technik ist die römische Thermenzeit unerreicht. DaS THermeu- Habe Rom keines anderen Arztes bedurft, als des Bades, bad war den Römern dermaßen Bedürfniß geworden,