Amtliches Organ für Htaöt- unö LanSkrers Hanau.
Erscheint täglich mit Aysnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sinrückuxg».
gebühr
für Stadt- und Sorte Tret« Hanau 10 ^ Mt IgespaUme Garmond» zeile oder deren Raum, für Auswärtg 15 ^
Im RcklamenthrU die Zeile 20 4 M
Auswärts 30 ^.
Donnerstag den 20. Juli
1899
Amtlich«».
L«»nökveis ^anou.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In Zöget heim (Kreis Offenlach) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöft- und Gemarkungs- sperre angeordnet worden.
Hanau am 17. Juli 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 7311 v. Schenck.
^taMrew ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Gemäß 8 7 Absatz 2 des NachtragS-Statuts für Verwaltung und Verwendung der durch Ablösung an Stelle der der Altstadt Hanau zugestandenen Berechtigungen getretenen Ablösungskapitalien, sowie der Entschädigung für den Martini- Wein, find von der Stadtverordnetenversammlung folgende Herren zu Mitgliedern tc. der Deputation für die Althanauer Berechtigungen gewählt worden:
a) als Mitglieder:
Bijouteriefabrikont Gustav Korff,
„ Heinrich Deines,
„ Jean Nicolay,
Fabrikant Dr. Ernst Fues;
b) als Stellvei treter:
Kousmann Gottfried Brög,
Metzgermeister Heinrich Strack.
Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann nach § 29 Absatz 2 der Stadteordnurg vom 4. August 1897 von jedem stimmberechtigten Bürger innerhalb zweier Wochen bei uns Einspruch erhoben werden.
Hanau den 17. Juli 1899.
Der Magistrat.
Bode. 11144
Ticnstnachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Cigarrenetuis mit Monogramm 8. B. und 2 C'gcrren. E'n Pfandschein Nr. 8182. Ein Nrloubs- paß für den Rekrut Johann Andreas Ludwig Karl Lctz. Eine Fahirodnummerplatte Nr. 0. 1229.
Verloren: Ein Spazierstock mit silbernem Griff mit Monogramm E. G. Eine goldene Breche. Ein Damen- knopfstiefel.
Hanau am 20. Juli 1899.
Fonittetsn.
Pariser Modcbrief.
Von Blanche Thiviers.
(Nachdruck verboten.)
Der glückliche Moment der Ferien ist He rar gekommen, Groß und Klein athmet auf, und die Familien sind auf dem Sprunge, der heißen, dumpfen Pariser Atmosphäre zu entfliehen. Zwei Monate Freiheit, dem College, dem Lycee und drm Kloster entronnen, der strengen Oberaufsicht, welcher die Pariser Jugend mehr als die anderer Nationen ausgeliefert ist, — denn entweder sind Papa und Mama sehr mondain, und finden keine Zeit, sich um ihre Sprößlinge zu kümmern, oder sie sind sehr arbeitsam, und müssen den Instituten die Sorge sür die Erziehung ihrer Nachkommenschaft anvertrauen. Nur in den Ferien lebt dir Jugend in der Familie, natürlich fern von Paris, entweder am Meeresstrand, oder in Gebirge, oder in einem der kleinen Nester unweit von Paris, wie sie dessen Umgebung so zahlreich aufweist. Das neunzehnte Jahrhundert hat den Sport zu solcher Blüthe gebracht, daß der Sport- Garderobe für die Reisesaison besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muß; eS wird mehr Gewicht arf dieselbe gelegt, als auf die andere Toilette, immer aber zeigt sich das Raffinement der Pariserin bei deren Zusammenstellung. In erster Linie sind es da wieder die Kinder, He zweckentsprechend ausgerüstet werden müssen, denn die zwei Movate Ferien sind ganz der körperlichen Ausbildung gewidmet uib kleine Schiffer, Fischer, Bicyclisten, Jäger und Tennisspieler bevölkern He französische Schweiz und die Meeresküste. Bei den Kleinen genügt der blaue oder weiße Leinenanzug mit dem Abzeichen
Tagesschau
Ein Amerikaner über Deutschlands ausländische Interessen.
Das amerikanische Staats tepartemert veröffentlichte vor Kurzem einen Bericht des Konsuls in Chemnitz, Monagher, über „Deutschlands ausländische Interessen". Der Bericht legt von dem Respekt Zeugniß ab, den der deutsche Fleiß dem amerikanischen Konsul eingi flößt hat. In dem Bericht heißt es: „Bisher haben nur wen'ge etwas wie eine genaue Vorstellung von Deutschlands Interessen im Rrslar.de gehabt. Nicht nur die Hafenstadt!', sondern auch Städte im Zulande haben Millionen in ausländischen Unternehmungen angelegt. Der deutsche Einfluß ist nicht immer in Niederlassungen am stärksten, welche unter der Kontrolle des Ruches stehen. In Senegambiev, an der Goldküste, in Scnsibar und Mozambique, in Australien, Samoa, den Marschallinseln, Tahiti, Sumatra und Süd- und Centralamerika gibt es mächtige Handelsorganisationen, welche dem Reiche Hilfe leisten. Von Wladiwostok bis nach Singopore, auf dem asiatischen Festlande und auf den produktivsten Inseln der Welt ist der Einfluß deutschen Geldes und Gewerbefleißes fühlbar. In Central- Amerika und Westindien steckn Millionen deutschen Geldes in Plantagen. In Guatemala, Honduras, Mexiko, der dominikanischen Republik, Kuba, Porteriko, Trinidad, Venezuela, Brasilien u. s. w. spült deutsches Kapital eine sehr bedeute! de Rolle des Helfers bei der Entwickelung der Ackerbau- und mitunter arch der Manufaktur- und Handelsinteressen. — Des Reiches Kapital in Eisenbahnen der Vereinigen Staaten wild auf 180 000 000 Toll, veranschlagt. In Amerika haben Deutsche sich der Manufakturwaarer-Judustrie zuge- wandl. Sie haben deutsches Geld dazu verwandt, Brauereien, Hutsabriken, Spinnereien, Webereien und Papiermühlen, Gerbereien, Seifensiedereien, Kerzeusabriken, Färbereien, Mineralwcsser-Anstalten, Eisengießereien, Maschinen-Werk- stättcn, Tyrau üfakriken u. s. w. zu errichten. Stile von diesen Fabriken bedienen sich deutscher Maschinen und nicht wenige unter ihren deutscher Arbeitskräfte. Die Liebig- Gesellschaft, die chilenischen Salpitergruben, die chilenischen und pe-uanischen Erzgruben, viele von den Berggruben Südafrikas u. s. w. werden zrm g'tßm Zheile von deutschem Gelde und deutscher Arbeit kontrollirt. Zweihundert ver- schiedine Arten von ausländischen Bonds und Papieren werden an den Berliner, Hamburger und Frankfurter Wölfen quotirt".
Jtalicnisck e Kolonisation in Argentinien.
Die argentinische Republik hat Ricciotti Garibaldi enorme 86rbertten gegen fast gar keim Zahlung zur Derfü-'ung g-- stellt, damit sich jährlich 100,000 italienische Familien an-
des bitriffenden Sportes, in Aermel oder Plastron hinein- gestickt, dazu die passende Kcpsbedeckung; bei der Damenwelt ist das Epsitkostüm schon komplizirt r, Phantasie, Mode und Geschm, ck werden mit dem Nützlichkeitsprirzip vereinigt, und bilden marchmal ein ganz glückliches Ganz-s. Zum Tennis, Golf und Crequetspiel werden heuer ausschlüßlich weiße Leinerkleider mit kochrothen Steppnähten getragen. Der bis zum Knöchel reichende Rock ist ganz plissirt, die lose Hemdblouse öffnet sich voran über ein roth und weiß gestreiftes Trikot, hat einen mäßig großen Matrosenkragm, der voran mit einem hochrothen Schifferknoten schließt. Der Hals wird frei getragen, die Aermel sind ziemlich schmal, jedoch dem Schritt der Herrenhemden folgend, beim Handgelenk in ein Bündchen zusammengesoße. Weiße, niedere Lederschnürstiefeln und naturfarbene Strümpfe vervollstäntigen das Kostüm. Als Kopfbedeckung gilt die weiße Leimnmütze, oder der Canolür aus rothkarrirtem Zephir mit einem weißen Seidenband um die voran niedere, rückwärts etwas höhere Kappe, als modegerecht. Die nächste Gruppe der Sportliebhaberinren oder Amateurinnen — wie man hier sagt — zählt die Bicyclistin zu ihren Vertreü rinnen. Dieselbe folgt ihrem Gemahl durch die staubigsten Straßen, aber sie verschmäht auch andere männliche Begleitung nicht, wenn les affaires den Svohwiltwer zurückhaltrn. Sie spottet dir Eisenbahn, der Wagen, ja selbst der Luftballons, ihr gehört die Erde, deren Ausdehnung sie nicht schreckt, nur ein Unfall mit der Pneumatik kann ihr die gute Laune Derlei bin. Ihr Sportkostüm ist aus taubengrauer Serge, mit getheiltem Rocke und bis zum Knie reichenden PautalonS aus demselben Strffe. Die weiße, in Falten gelegte Leinenhemdblouse, wird von einem grau und weiß gestreiften Ripsgüriel festgehalten. Umschlagkragen aus dem Stoff der Blouse, dazu eine graue Foulardkraoatte mit großen Hoch- rothcn Tupfen. Der llnne Canotirr aus rothem Bast wird
siedeln sollen, die sofort naturalisirt werden. Es wird bestätigt, daß die Fonds zu dem Unternehmen vom Prinzen Odescalchi und vom Fürsten von Tolornia, Ersterer Senator, Letzterer Deputüter, hergegeben worden sind. Man glaubt jedoch, daß die it lienische Regierung in der Angelegenh it noch ein Wort müreden wird, da die Emigranten ihre Nationalität aufgeben sollen. Die wahre Ursache zu Gari- büldis Projekt lüge, wie er selbst zugegeben habe, in dem Wunsche, machtvoll nach Italien zu ückzukehren, um mit Hülfe des Vatikans die italienische Monarchie zu stürzen und eine Republik, mit dem Papst als Protektor, zu begründen. Sein Bruder, General Menotti Garibaldi, und sein Schwager Canzio haben sich aus diesem Grunde mit ihm entzweit.
Demission des deutschfeindlichen Oberrichters Chambers.
Oberlichter Chambers in Apia demi sionirte am 4. Juli und schiffte sich am 14. Juli nach Amerika ein. Das Ober- richteromt fällt bis zur Neubesetzung des Postens vertragsmäßig dem Präsidenten des Gemeinderathes, dem Deutschen Dr. Solf, zu.
Aufstand in Tibet.
Einem Telegramm aus Shanghai zufolge soll ein nicht unbedeutender Aufstand in Paon im östlichen Tibet, ungefähr 30 Meilen von der Grenze Kansus, ausgebrochen sein. Die Christian and Missionary Alliance wmde angegriffen. Der Aufstand wird der feindseligen Haltung der chinesischen Beamten zugeschrieben.
Politischs und NnpoMifche Nachricht-«.
(»Depeschen-Bureau »Herold).
Berlin, 19. Juli. Aus Athen wird der „Vosstschen Zeitung geschrieben: B.t Besprechung der freundschaftlichen und herzlichen Beziehungen, welche sich wieder zwischen der griechischen Krcuprinzen-Familie und der Kaiser Familie an- gekuLpst haben, berichtet die Zeitung „Asty", daß bereits bei den vorjährigen Besuchen des Kronprinzen Konstantin in Deutschland der Kaiser diesem sein Bild geschenkt habe, unter das er eigenhändig eine griechische Niederschrift gesetzt hatte, welche in deutsch übersetzt heißt: Nur einer soll Herrscher, einer nur König sein.
Berlin, 19. Juli. Nach einer Meldung aus Geeste- münde ist heute in den dortigen Hrfeu das französische Kriegsschiff „Ibis" eingelaufen.
Berlin, 19. Juli. Dem „Lokal Anzeiger" zufolge ist der Unfall der Kaiserin durchaus nicht ernster Natur, jedoch ist die Hose Patientin vorläufig gezwungen, das Zimmer zu hüten und leidet ziemlich heftige Schmerzen, da der Fnß angeschwollen ist.
mit demselbeu Band, welches als Gürtelbard verwindet wird, g-schmückt. Ein kurzes Bolero aus grauer Serge mit rothem Atlas gtfüttert, wird zusammengtschnallt auf der Maschine mitgenommen, welche voran eine Vorrichtung zeigt, in welcher ein kleiner Wasserbehälter aus Metall steckt, in welchem ein Blumenstrauß sich befindet — Hortensien gewöhnlich — die Modkblume par excellence der mondainen Französin. Für bin Spätherbst ist daS Jagdkostüm vorbereitet, und zwar der halblange Reck aus drapsarbenem, englische, melirtem Tuch, die Hüften eng umspannend, aber nach unten zu sich stark erweiternd. Dazu eine Weste aus weißen Leinen, zweireihig mit tiefem Ausschnitt, welcher ein weißes Batistchemisett freiläßt. Bolerojäckch!N aus dem Stoff des Rockes, mit smaragdgrünen Revers und Manschltten, über welch' erstere ein schmaler Lingerükccgm in der Weise fällt, daß nur ein finge breiter Rand des Revers sichtbar wird. Hoher Stehkragen mit ä. jour Saum und grüne Foulardkraoatte umschließen den Hals, ein grüner weicher Peluchehut mit großem Gemsbart geschmückt, gilt als sportgerecht. Eine besonders geschockte K>and erfordert die Anfertigung des Reitkleides, wenn es auch nicht mehr mit langer Schleppe wie einst getragen werden muß. Die neueste Mode schreibt epheugrünes Tuch ror, fußfreim Rock, ganz avprssen^cs Jacket mit abgerundeten Vordertbetlln und grünen Sammtrevers und kleinen Schöß- chen. Gestärktes Leinen Hemd mit Kragen und Manschett n, sowie eine weiße Batistkravatte. Der Hut aus grünem Filz „forme melon“ genannt, zeigt zu beiden Seiten sehr auf- gebogcue Ränder. Hand chnhe aus Hundeleder in Kupferfarbe. Für die Fischerin findet sich auch mit fischrlichen Flüssen gesegnete G-genden. Dieser Sport verlangt ein gestreiftes Flcn llkostüm, mit sehr kurzem Rock und Pluderhosen aus demselben Stoff. Der zurück^eschlagene Kragen läßt den Hals stet und schließt mit einer Handmasche. Großer Glockenhut aus gelbem Stroh und Tyroler Handschuhe.