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gebühr
für Stadt- und Last» trete Hanau 10 ^ t* ^gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 4 ffa
Auswärts 30 ^.
Amtliches Organ für Sta^f- unS Lanökrers Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. !MB^irlmiHHIMIItlliiaaBa8a^T'l'1IM«»nl*i^ll roW»<»l>«mi^ II—■■»«<.« u rw—.^jamnm*»..*«.«»^ , .-.«*—,.«..-...■_..■.., ..
Nr. 166
Mittwoch den 19. Juli
1899
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 49
Dienstiiachiichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Trauring, gez. Emilie Knöll, 18. August 1895. Ein Messer. Am 15. d. Mts. in der Etein- Heimerstraße ein Biehmarkiloos Nr. 9182, welches am 12. d. Mts. mit dem 101. Gewinn gezogen ist.
Mark, also zusammen über 350 000 Mk. Im Berichtsjahre wurden unterstützt 193 Pfarrerfamilien mit 16 535 Mark und 446 Lehrerfamtlien mit 27128 Mk.; es wurden also im Ganzen an 639 Pfarrer und Lehrer Unterstützungen in Höhe von 43 663 Mk. vertheilt. Seit dem Bestehen der Lutlersuftung sind an Unterstützungen über 500 000 Mk. gewährt worden. Dem Kapitalfonds des Zentralvereins sind im Jahre 1898 von Seiner Majestät dem Kaiser und König 500 Mk. als Geschenk überwiesen worden. In der Besetzung des Zeniral-Vorstandes sind, wir der Bericht weiter
jetzt von dieser Strafe bedroht. Die Veränderung an dem Strafgesetze wurde am 25. Februar d. J. vom schwedischen Reichs: age angenommen, in der ersten Kammer einstimmig ohne förmliche Debatte, in der zweiten mit 108 gegen 83 Stimmen.
mc mittheilt, folgende Veränderungen eingetreten; Justizrath Verloren; Ein goldener Kneifer, MkN^ Belohnung Hzxnschke-Berlin ist gestorben; Ober-Bürgermeister a. D.
abzugeben. Ein Portemonnaie mit ca. 35 M. Inhalt. Ein
Zehnmarkstück. Eine Schießmedaille, auf der einen Seite das Bildviß Kaiser Wilhelms, auf der anderen Seite ein Monogramm F. R. Gk, 1. Bat., 2. Pr<is Gefr. Ruth.
Zug es logen: Eine Brieftaube.
Hanau am 19. Juli 1899.
Tagesschau.
Deutsche Lutherftiftung.
Zelle-Berlin hat das Amt als Stellvertreter des Vorsitzenden niederge'e^t, eine Neuwahl ist noch nicht erfolgt; neu cinge- treten ist der Vorsitzende des Haupivereins für den Regierungsbezirk Cassel, Konsistonal-Präsident von Alter bockum. Im Ganzen befielt der Zentral-Vorstand zur Zeit aus 32 Mitgliedern.
Zwischen Deutschland und Guatemala
besteht gegennärt'g ein Streitfall, bei dem es sich um Geld- ansprüche deutscher Staatsangehörigen handelt. Kürzlich ist nämlich in Guatemala ein Gesetz erlassen worden, demzufolge
Die Osnabrück«? Kriegertage.
Osnabrück, 17. Juli.
Prinz Friedrich Heinrich von Preußen ist am Montag in der Frühe von Osnabrück nach Norderney abgereist. Der Vertreter des Kaisers hat den günstigsten Eindruck von den unvergeßlichen Festtagen mitzensmmen, wie er selbst sagte, und auch bei der hiesigen Bevölkerung durch sein schlichtes, freurüliches Wesen den besten Eindruck hinterlassen. Dem Bürgermeister Westerkamp wurde der Titel „Oberbürgermeister" verliehen.
Unter dem Vorsitz des Geheimen Kanzleiraths Stengel aus Berlin fand die Hauptversammlung der Bundessterbc- kasse statt, deren Stand ein ganz vorzüglicher ist; über 37,000 Personen sind mit einem Kapital von über 9 Mill. Mark versiche t. Im Jahre 1898 wurden in 353 Fällen 77,600 Mark ausoezahlt.
Au den Kaiser wurde folgendes Telegramm abgesandt: „Der 28. Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes, in Ew. Majestät getreuer Stadt Osnabrück versammelt, gelobt Ew. Majestät aufs Neue unverbrüchliche Treue und steten Gehorsam. Unsere in mehr als 30,000 Vereinen vereinigt n VI4 Million Mitgli der geloben, deutsches N.tionalbewußt- sein, Liebe zu Kaiser und Reich im Volke allzeit zu pflegen,
Die unter dem Protektorat Snmr Mosistät des Kaisers
und Königs stehende Deutsche Lvfterstiftung, welche, am 30. s Regierungsschulden, die vor dem 8. Februar 1898 liegen, i und 31. Mai d. J. zu Soest ihre 14. Hauptversammlung in Zukunft nur noch in innern Bonds gezahlt werden abgehalten hat, besteht nach dem der Versammlung vom 30ß(tl Da nun der Kurs dieser innern Bonds etwa 75 Zentralvorstano erstattiten, nun mein gedruckt vortregkndcn^^^j unter Pari steht, würden die Gläubiger, die An- Bericht über das Johr 1898 M Zcü aus 20 Haup'v-r- fpt$$e guf die Regierung vor dem genannten Termin haben, einen und 192 Zwergm reinen. Bon . en litzteren emsMen (tKa h^s Viertel verlieren. Gegen diesen Versuch der Be- auf die Provinz Posen 19, auf die R-gierurgsbezrrke Meme- raubung haben der deutsche Gesandte und auch Vertreter an- burg und Erfurt 11, auf bin Regurungebezirk Magdeburg £etet Mochte Verwahrung eingelegt, doch zeigte die Regierung w—» ^r ^m« i«i uujci vtuijiyt» wu » ^r micvcneyicu, 11, auf das Großherzogthum Baden 25, auf Berlin und Den Guatemala zuerst kein Entgegerkommen. Neuerdings^an welche die Geschichte Osnabrück erinnert." Als Ort für die Provinz Brandenburg 3, aus die Provinz Pommern 12,: schärst sie den Forderungen der Gläubiger gerecht werden zu auf den Regierungsbezirk Wiesbaden 22, auf bte Rhein- j ^^llen. A- ^---^iu.-
Provinz 5, auf das rechtsrheinische Bcr>?rn 12, auf die ^^[{^ ^£r Kreuzer „Geyer", dem in einigen Blättern, an- bayerische Rheinpfalz 15, auf die Pronnz T^estsalen 2, aus f^£fKEIlb aber wohl verfrüht, eine Rolle in dieser Angklegen- die Provinz Schlesien 20, auf die Provinz Westpreußen 16, -uaed-'cht ist. auf die Prorinz Ostpreußen 4, auf die Thüringischen >
Staaten 6 und aus den Regierurgsbezirk Cassel 9. Neu' Das rchwed^che ArbLÜsw»l»igknschtrtz-Gcfctz gebildet haben sich im Bezirk des Hauptvereins für die Pro ist von König Oskar II. voll ogen worden. Es handelt sich, vinz Pommern der Zwtigverein Bublitz, im Bezirk dis^wie bei der deutsch-n Vorlage, um die Verschärfung des Haupivereins für die Provinz Schlesien der Zweieverein Strafgesetzes mit Bezug auf Zwang und Gewaltthätigkeiten Bolkenhain und im Bezirk dts Hai ptvere ns für den Re-s^ ^" ^-^-^y ;‘-......^^n^ "
gierungsbezirk Cassel die Zweigvereine Eschwege, Ziegenhain, Das bisherige Gesetz verfügte für diese Gewaltthätigkeiten .
Gelnkausen-Schluchtenn, Fulda, Hofgeismar, Fritzlar-Mel- Strofarbeit bis zu zwei Jahren, in den Fällen, wo die Trauer auf 14 Tage an. sungen, Schmalkalden, Hanau und Rinteln. In einzelnen' Handlungen nicht von selbst eine höhere Strafe nach flchj Berlitt/ 18. Juli. Der „Reichsanzeiger" publizirt chie Havptvereirs-Bezirkm sind außerdem Sawmelstellcn ror-'zogen. Das neue Gesitz verhängt diese Strafen auch bereits Verordnung, betreffend Beschränkung der Einfuhr aus Egypten Handen, die den Mitteln der Stiftung Beiträge zuführen. für den Versuch. Jeder versuchte Zwang zur Thrilnahme w-gm der Pestgefahr. Die Beschränkung erstreckt sich Der Zentralverein verfügt über ein Kapitalvermögen von an einer Arbeits-Einstellung oder znr Hinderung der Arbeit auf Leibwäsche, alte und getragene Kleidungsstücke, gebrauchtes 245 000 Mk., die Harptvercine über ein solches von 105 000 beziehungsweise der Uebernahme arroebotener Arbeit wird Bettzeug u. f. w.
damit die Z-iten für unser deutsches Volk nicht wiederkehren
och yucecniugtii itr vyiuuuigei- yeietyi wtrutii jd j ben im Jahre 1902 stattstndenden Abgeordneteutag wurde An der west-amerikanischen Küste befindet sich äugen- «Düsseld or f gewählt. In Anerkennung ihrer hohen Ver- ~ dienste um den Deutschen Kriegerbuud wurden zu Ehrenmit-
gliedern desselben Oberpräsident v. Goßler (Westpreußen) und Generyl v. Dincklage-Campe (Verfasser des bekannten Buches „Wie wir unser Eisern' Kreuz erwarben") ernannt.
Politische und unpolitische Nachrichten
Strafgesetzes mit Bezug euf Zwang und Gewaltthätigkeiten (»Depeschen-Bureau »Herold).
i gegen Arbeitswillige von ihren ausständischkn Genossin.; Berlin, 18. Juli. Der königliche Hof legte gestern für
den verstorbenen Großfürsten-Thronfolger von Rußland die
Feuilleton.
Der Tod der Königin Luise,
den 19. Juli 1810.
die die
Welch sonniger Glanz schwebte über den Tagen, als liebreizende Prinzessin Lui'e von Mccklknburg-St.elttz, Brcut les ritterlHen Kror Prinzen Frietrich Wilhelm von Preußen, ihren Einzug in Berlin hielt, begrüßt von dem stürmischen Jubel der von der Anmuth der Fürstin bezaukerten Berliner; als sie dann dem Gatten sich vermählt und ols des junge, überglückliche Paar überall Freude'pendele und erntete. Freilich standm schon kam«ls im Westen drohende Wetterwolken ; die französische Rcpnblik bedrohte und störte den Frieden Europas ; die Rhcin-Feldzüge halten nicht die erhofften glänzenden Erfolge.
Und toch schienen für Preußen gute Tage zu kommen, als noch Friedrich Wilhilms II. Tode der Kronprinz als Friedrich Wilhelm III. den Thron bestieg, ihm zur Seite die allgeliebte holde Königin; solch ein Herrscherpear mußte za glücklich sein und glück ich machen. Ja, u rt dem schlichten, traulichen Familienleben teS KönigspoareS zog ein neuer Geist ein in Hofhaltung und Staats-Verwaltung; in ruhigen Zeiten hätten KönigshauS und Vaterland sich wohl einer fortschreitenden gedeihlichen Entwicklung erfreuen mögen. Doch Gott hatte es anders beschlossen. In des tiefste Dunkel der Leidensnacht wurde Pnufen versenkt, um sich dann erst, geläutert durch Buße und innere Einkehr, durch Gebet und rastlose Arbeit wieder emporzurcffen.
Wie froh noch der Sommer des Ungluckejahres 1806 für die Königin im Bade Pynuont! Und nun der Aus bruch des verhängnißvollen KriegeS, die furchtbaren Reeder lagen, der Znsammcnbruch teS Heeres und les Steates, die Franzosen
das Land überstuthend, die Flucht der königlichen Familie bis in den äußersten Nordosten des Staates, auf grundlosen Wegen, in rauher Jahreszeit, aus gesetzt allen Unbitden eines strengen Winters; dazu die Sorge um die zarten Kinder, das tiefe Weh, die Seekerqual beim Unglück des Landes, der maßlose, rohe Uebermuth des Siegers, kaum ein Heff- nungsstern strahiend in der tiefen, durkeln Nacht des Unglücks: wahrlich, ein ststes Gottvertraucn, eine fromme Ergebung in dm Willen des Allmächtigen gehörte dazu, in solchem Leid nicht zu verzagen. Unsäglich trauriges Weihnacht« f^st in Königsberg, die Königin üauk am heftig!» Fieber, im kalten Januar nach Memel, im Sommer nach T lsit, dazwischtn nichts als Sorxe, Schmerz nnd Angst. Auch eine Zusammenkunft mit dem ihr tief verhaßt!» Kaiser Napoleon sollte der schwer giprüften Königin richt erspart bleiben.
Die Gräfin Voß berichtet: „6. Juli 1807. Eire Viertel- stur de später kam Napoleon; ich empfing ihn mit der Grästn Tarenzitn am Frße dir Treppe. Er ist auffallend häsllch, ein d'ckes, aufgedunsenes, braunes Gesicht, dabei ist er korpu- littt, klein und ganz ohne Figur, seine großen, runden Augen rillen unheimlich umher, der Ausdruck seiner Züge ist Hä te, er sieht aus wie die Virkörperung deS Erfolges. Nur der Mund ist schon geschnitten, und auch die Zähne sind schön. Er v ar är ßerst höflich, sprach sehr lange Zlit allein m t der Kön'gin, und dann suhr er fort." — Bei tuser Unllrretung mar es, wo Napoleon die Königin fragte: „Wie konnten Sie Krieg mit mir anfangen?" — „Sire," entgegmte die hohe Frau, „dem Ruhme Fr edrichS war es erlaubt, uns über msere Kräfte zu 'äuschen, wenn andcrs wir uns getäuscht haben i"
Nun der entsthliche Frieden ron Tilsit, die Franzosen im ganzen Lande, hauftnd in Berlin und in den königlichen Sch öffern, die königliche Familie imm<r noch in Ostpreußen. Wie es d.m Körigcpaar ums Herz war, schildert die G äfin^
Boß: „Seit den drei Jahren, daß unsere armen, theaern Herr- schafttn durch diesen verabscheuenswürdigen Korsen das Unglaublichste leiden, ist mein Herz sehr kummervoll und gebeugt. Wenn nur noch eine Hoffnung, ein Lichtstrahl uns bliebe, daß es wieder anders werden kann; aber so lange dieser El.nde zum Verderben der Menschheit lebt, ist nichts für uns zu hoffen."
Endlich, kurz vor Weihnachten 1809, trafen die königlichen Herrschaften wieder in Berlin ein, mit inniger Freude und und mit rührenden Liebek-Bezeugungen von der Bevölkerung begrüßt. Und doch lag tiefe Webmuth über diesem sestlichen Empfance, zumal wenn das Königspaar der Wrihnachtstage vor 16 Jahren gedachte, tte so rosiges Glück zu verheißen schienen, Doch in der lieben Heimath schien Frohsinn und Zuversicht wieder aufzuleben, zumal überall im Vaterlande, im Staat, im Heer, im Volk sich frisches Leben und rührige Thatkraft regte, um zum baldigen Befreiungskämpfe gerüstet zu sein. Frohgemuth trat Ende Juni die Königin eine Be- srchsreise nach Strelitz an; toch nahe der Grenze, berichtet Gräfin Voß, überkam sie plötzlich eine räthselhafte Traurigkeit; allein sie faßte stch rasch wieder und es ging vorüber. In Hohenpieritz, wo die hohen Herrschaften weilten, er- krcnkte in den ersten Julita^en die Königin unter heftigem Fieber, und eine schwere Lugenentzündung rief alsbald die ernstesten Besorgnisse hervor. Mit unendlicher Geduld, mit Ergekung, ja mit jener engelgleichen Liebenswürdigkeit, wie sie nur ihr eigen, ertrug sie alle Leiden, doch heiß herbeisehnend den einzig geliebten Gatten. Endlich, am 19. Juli nachmittags kam der König, der bis dahin immer noch nicht das Schlimmste erfahren hatte.
„Die Königin", schreibt Gräfin Voß, hatte bereits den Tod aus die Stirne geschrieben. Und doch, wie empfing sie den Gatten! Mit welcher Freude umarmte und küfte sie ^ihn, und er weinte bitterlich. Sie wollte sogar immer noch