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Sinrückung». gebühr
für Stadt- und 2<u* lreis Hanau 10 ^ Me 4gespaltmk Garmondzeile oder derm Raum, für Auswärts 15 4
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Amtliches Grgsn fiir Hiaöl- unö Lanökreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Jm Reklammtheil dir Seite 20 ^, fit Auswärts 30 ^.
Nr. 163
Samstag den 15. Juli
1899
Amtliches.
.^taöt^@i0 ^anau.
„Gneisenau" ist zur Zeit nach dem Anlaufen von Bergen! Berlin, 14. Juli. Der „Reichsauzeizer" veröffentlicht
auf dem Wege nach Island, „Charlotte" wird nach acht-!die Ernennung des bisherigen Gesandten in Mexiko, des
j tägigem Aufenthalt in Petersburg am 18. nach Stavanger Freiherrn von Ketteler zum Gesandten in Peking.
Behufs Neupflasterung wird die Krämerstraß- zwischen in See gehen, „Moltke" hat am 13. Plymouth verlassm! Berlin, 14. Juli. Der „Norddeutschen Allgemeinen
Hammer- und Franksurterstraße,vom 17. d. Mts. auf die und steuert gen L ssabon, „Stosch" ist am 11 ir Ports-iZe trug" zufolge erhielt der spanisch: Minister-Prästdent
mouth angekommen und wird am 20. nach Vigo weiter- i Silvela das Großkreuz zum Rothen Adlerorden, der frühere nA ™* ko^fotA»« cä«?.» —" spanische Minister Herzog Almodooar bei Rio den Rothen Adl-rorden erster Klaffe.
Dauer der nächsten vier Wochen für den Fuhrverkehr gesperrt. Hanau am 13. Juli 1899.
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Königliche Polizeidirektion. v. Schenck.
dampfen, während „N-xe" sich nach demselben Hafen von
Bekanntmachung.
Sonntag den 16. Juli' d. J., gelegentlich der
Haupt-
Übung der hiesigen freiwilligen Feuerwehr aus dem Paradeplatze und den angrenzenden Straßen, werden für die Zeit von 3 bis 5 Uhr nachmittags ge-perrt:
1) Für jeden Verkehr r
Die Straße längs der gelben Mauer, der Bangert, sowie der Paradeplatz westlich von dem gepflasterten Uebirgang ab.
2) Für den Ftthrverkehr:
Die Bangertstraße, Marktstraße und Schirnstraße.
Die Metzgerstraße und die Straße längs der Infanterie- kaserne nach der Nordstraße bleiben für den Fuhrverkehr frei.
Hanau am 10. Juli 1899.
Dorehmouth aus am 27. auf den Weg machen wird. Der kleine, von Samoa zurückgerufeue Kreuzer „Falke" ist am 12. in Sydney angekommen. Das Kanonenboot „Wolf" wird, nachdem es in der Luderitzbucht am 4. Juli eingetrc ffen ist, dort lä gere Zeit bleiben und erst in August nach Swakopmund weitergehen.
Spanisch-französische Berbrüderungs- kttndgebungen.
Kiel, 14. Juli. Zu einer Flotteu-Demonstrsiion im Hafen von Guatemala ist der in Westamerika ftLtionirte Kreuzer „Geier" beauftragt worden.
BschttM, 14 Juli. Auf der Zeche Recklinghausen I ist das Flötz Sonnenschein eingestürzt, wodurch eine Anzahl Bergleute abgefchnitten wurden. Bis nachmittags wurden 9
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Königliche Polizeidirektion, v. Schenck.
Verletzte geborgen. Die Ursache des Erdsturzes ist in einer , —.......a-,^------Erderschütstrnng zu suchen. Infolge derselben stürzten zahl-
gegenwärtig in den spanischen Hafenplätzm abstattet, hat zu reiche Schornsteine ein und viele Häuser erlitten Riffe und einer Reihe begeisterter spanisch französischer Derbrüderungs-Sp.ünge.
kundgebungen geführt. Die französischen Marinemannschasten! Aöln, 14. Juli. Die „Kölnische Zeitung" schreibt zu erfreuen sich bet dem spannen Kommando sowie seitens derber russischen Bmrthe'lung der Vorgänge in Bergen: Die dortigen Bevölkerung einer überaus herzlichen Aufnahme, und Russische Avffaffuns sei im Allgemeinen verständig. In der Ton, m welchem^ von der berverseit gen Presse über diese manchen russischen Bemtheilungen der deutsch-französischen Be- Vorgange benchtet wrcd, sticht in sehr bemerkenswerther Weise ziehvngen spüre man etwas wie Besmgniß, daß Rußlands gegen dre ku?le Reserve ab, woran im Fruhphr der Besuch Werth in ben Augen der Welt durch einen Ausgleich zwischen des englischen Kanalgeschwavers von der öffentlichen Meinung Deutschland und Frankreich leiden könne. Falls aber enge Spaniens zur Kenntniß genommen wurde. ~ •' ...... - ---- -
Der Besuch, den das französische Evolutionsgeschwader
^andUrcißi ^banau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Beziehungen zwischen beiden Staaten möglich werden sollten, würde ein solcher Bund nur vollkommen segensreich wirken
ksnr en, wenn Rußland hinzntrete. Das werde weder in Deutschland noch in Frankreich jemals vergessen werden
PolMschK und Nrrys Mische Nachrichterr
Mit Bezug auf die Vorschriften in den §§ 4 und 6 der Berlin, 14. Juli. Die „Hobenzollern" ist mit ‘^a'h^ ^^^^" ^M Ulb^ett ^^^a Alles beim Allerhöchsten Verordnung vom 25. Mai 1887, betr. die Ein- b?m Begleitschiffe in der l tz-en Nacht in Molre ange- «^en bl ib-n.
richtung einer ärztlichen Stander Vertretung, mache ich hier- kommen. Wien, 14. Juli. ^n Hietzing fand heute Mittag ein
durch bekannt, daß eine Liste der nach dieser Ordnung wahl-^ Berlin, 14 Juli Mt der Argel-aenheit des Ge- Zasammenjtoß zwischen einem Dampfstraßenbahn-Wacen und berechtigten Aerzte des Regierungsbezirks Caffel vom 16. Heimen Ob erschulratbes Schiller in Gießen ^em vollbesetzten Feuerwehrwagen statt, wobei ein mitfahren - bis einschließlich 29. d. Mts. in dem Büreau des schreibt die „Post":' Wenn wir auch dabei bleiben müssen,'der Feuerwehrmann tödtlich, mehrere andere leichter verletzt hiesigen Lanbrathsamtes wahrend den Geschäftsstunden an daß die Art, wie Schiller feste Beschwerde, die ja nicht un- wurden.
Wochentagen zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt wird, begründet zu sein scheint, in die Orff-utlichkeit getragen hat,! Paris, 14. Juli. Die hiesigen Blätter fahren fort, Einwendungen gegen die Liste sind unter Beifügung der er^ &£üuflimbtt werden muß, wenn wir auch in seinem Vorgehen' von der bevorsteheuden Reise Kaiser Wilhelms nach der forderlichen Bescheinigungen bis zum 14. August d. Js. bei ....... — - ----- ' - ~ — ------—--------------- "
dem Vorstände der Aerztekamm^r in Caffel anzubringen.
Paris, 14. Juli. Die hiesigen Blätter fahren fort,
Hanau am 12. Juli 1899.
Der Königliche Land rath.
V. 7158
v. S ch e n ck.
Tagesschau.
Die Zöglinge unserer Marine
einen bedauerlichen Mangel an Disziplin erkennen, so wollen französischen Küste zu erzählen und behaupten, während deS wir doch wünschen, daß der Gegensatz zwischen ibm und der ! Pariser Auferthalts des kürzlich von hier al'gereisten Fürsten Reüierung sich nicht zu einem Gegensatz der Universität und Hohenlohe seien die nothwendigen Pourparlers geführt wor- der Lehrerschaft gegen das Ministerium zwpitz-. Die Miß den. Diese Nachrichten sind sammt und sonders erfunden, stände, welche Schiller in seinem dritten Aufsatz angedeutet, Fürst Hohenlohe hat seinen Zahnarzt konsultirt, aber keine sind so bebaihnb, d.ß eine Abtzülfe dringend erforderlich er- politisch: Persönlichkeit empfangen. Der einzige diplomatische scheint. Die Sache, für welche Schilt r kämpft, ist gut und i Empfang war der des hier weilenden Grafen GoluchowSky.
züchtig. Hoffen wir, daß dem unerquicklichen Streit, der! Paris, 14. Juli. Bis zu den ersten Nachmittags-
finden jetzt an Bord der Seekadetten- und Schiffsjungen- fitzt die Gemüther in dem Großherzogthum erregt hält, eine stundm ist das Nationalfest ohne besondere Störung ver- Schulschiffe reiche Gelegenheit, etwas von der Welt zu sehen, zurrütene Beistrün« findet. lanfev. In Sitte fand b-i ?er Revue eire kleine Demon-
FeMAstsn
FranzösisHer Brief.
Von unserem Spezialkorrespondenten.
(Nachdruck verboten) Paris, 8. Juli.
Der Besuch des deutschen Kaisers an Bord des französischen Schulschiffes zu Bergen. — Die Rnsichten der Presse: Petit Journal und Figaro. — Der Stillstand des französischen Ueberseehaudels. — Eine Liga zur Hebung der Rhederei.
Das Ereigniß des Tages in der ouswärtigen Politik ist der Besuch des deutschen Kaisers an Bord des französischen Schulschiffes „Jphigenie" zu Bergen. In der inneren Politik hält immer noch die Affäre Dreyfus und waS mit ihr zu- sammenhäugt, die öffentliche Aufmerksamkeit gefangen. Der neue Beweis seines Wunsches, mit dem westlichen Nachbar in Frieden und Freundschaft zu leben, den Wilhelm II. fitzt in Bergen gegeben hat, findet die Franzosen, wie dies bei den vohergegangtnen wiederholte« ähnlichen Schritten des deutschen Kaisers der Fall gewesen ist, etwas rothlos und unsicher. Sie wissen nicht, was sie sagen und wie sie sich zu dufir Haltung ihres „Feindes" stellen sollen. Bei weitem die Mehrzahl der Pariser Blätter begnügt sich damit, die zwischen dem deutschen Kaiser und dem Präsidenten der französischen Republik gewechselt!« Depeschen wiederzugeben, ohne sie von
einem Commentar zu begleiten.
Die einzigen Zeitungen, die nicht vorsichtig um den heißen Brei herumgchen, sind biS jetzt der „Figaro" und das „Petit Journal". Dieses letztere Blatt ist die verbreitetste Zeitung in Frankreich und vielleicht auch der ganzen WAt. Deß sie, wie sie sich selbst rühmt, vier Millionen Leser hat, mag zwar
übertrieben sein, ab^r sicher ist, daß man das Petit Jomnal nicht nur in dem Kämwerchen eines j-den Pariser Türschließers, sondern von einem Zipfel Frankreichs bis zum andern in jedem Gast- und Wirthshause antrifft. Das Blatt ist mit ungemeiner Geschicklichkeit für den größten Haufen zu- rechtgerrachr und schmeichelt in jeder Hinsicht den Vorurteilen und Instinkten der unwissenden Menge. Wenn man daher auch oft genug beim Lesen seiner Leitartikel zu einem mitleidigen Schütteln d:s Kopfes oder zu einem verächtlichen Lächeln neigt, so muß man doch bedenkin, daß das „Petit Journal" eine wirkliche Macht im Lande ist und als der getreue Ausdrrck der in dem ungeheueren Kreise der kleinen Bourgeoisie und des Bauernstandes herrschenden Meinungen beachtet werden muß.
Diese Leute wissen nichts vom Auslande: mau hat ihnen in der Schule gesagt, das „Petit Jorirnal" wiederholt ihnen diele Lehre täglich, daß die Franzosen die tüchtigsten, klügsten, fleißigsten und vollkommensten Menschen der Erde sind, und daß sie infolge besten vom Ant lande nicht das Geringste lernen können. Sie verachten also das Ausland, wenn sie es nicht hassen, m d verlassen sich auf dir Führung, welche ihnen die Leitartikel des „Petit Journal" zukommen lösten. Die Leute, welche diese Leitartikel schreiben, sind entweder ebenso unwisfind wie ihre Leser, oder sie kennen ihr Interesse zu gut, um den ewig Blinden die Fackel des Lichtes leihen zu wollen. Es ist viel vorteilhafter für sie, wenn das Volk in seiner Unwissenheit erhalten wird und die pe! streu Kaumgießereien des „Petit Journal" für den Ausfluß höchster StaatsweiSheit nimmt.
Selbstverständlich schiebt das „Petit Journal" iem i _ . . ...
deutschen Kaisir die entsetzlichsten Beweggründe unter. Kaiser „Whist" zeichnende diplomatische Mitarbeiter deS „Figaro
Wilhelm beabsichtigt gauz einfach, auf friedlichem Wege ganz schreibt heute wörtlich: ^
Frankreich dem deutschen Reiche tinzuverleibm. Er macht I ‘_
kein Gchümniß daraus, sondern hat schon hundertmal in und zu Paris auf kolonialem Gebiet wäre sehr zu wünschen,
Die heutige Nummer umfaßt außer dem UnterhaltungSblatt 14 Seiten.
Gegenwart von Franzosen gesagt; „Ich bewundere Frankreich und wäre glücklich, ein solches Land zu regieren. Mein Ideal wäre, meine Zeit zwischen beiden Dölk.ru zu theilen. Ich bin bereit dazu: sechs Monate in Paris, sechs Monate in Berlin."
Man muß lauge in Frankreich gelebt haben, um in einem solchen Blödsinn nicht einen lächerlichen Scherz, sondern eine per sink Insinuation zu sehen, an deren buchstäbliche Wahrheit Millionen hierzulande glauben. Carlyle hat das schöne Wort gefunden, wonach eS unmöglich ist, die Dummheit der Menschheit zu überschätzen. Wenn irgendwo, so wird dieS Wort bei den Lesern deS „Petit Journal" und der Zeitungen ähnlichen KaliberS zur Wahrheit. Fand doch sogar die jedes Maß übersteigende B.hauptung Roch-forts, der deutsche Kaiser hake sich ganz einfach 4 Millionen Franken vom Sultan zahlen lassen, für seine Unterstützung der türkischen gegen die griechische Politik, bei tausend und abertausend Franzosen festen und auch heute noch unerschütterlichen Glauben.
Das „Petit Journal" erblickt also in dem Besuche der „Jphigenk" und in der Depesche des Kaisers eine Beleidigung Frankreichs und knüpft da-an eine Reihe von ebenso einfältigen wie heimtückischen und lügnerischen Bemerkungen, die man am besten mit Achselzucken rorübergehen läßt. Ganz anders stellt sich der „F'ga o", das Organ der wohlhabenden Bourgeoisie und der Plutokratie der dritten Republik zu dem Vorfall. Diese Zeitung zeichnet sich seit langer Zeit durch ihre unparteiische und wohlwollende Haltung gegen Deutschland und Deutschlands Kaiser aus, und eS kann daher nicht
Wender nehme«, wenn daS Blatt auch diese Gelegenheit ergreift, um einige freundliche Worte zu sprechen. Der mit ----- . - . . • - — — - ■ - -’■
Ein Emverstäntn ß zwischen den Regierungen zu Berlin
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