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Eiurkcku«g<» gebühr

für Stadt- und La»d» kreis Hanau 10 ^ Me 4gespaltme Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 4

Im Reklamenthei!

die Zeile 20 ^, fil Auswärts 30 ^.

. Amtliches «Argan Mr Sksöt- rmö Lanökrers Hanau.

is ^ Erscheint täglich mit AnSnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Rr. 154 Mittwoch den 5. Juli

1899

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 47.

Amtliches.

^anö&ret# ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes. 1

In Kefselstadt ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die angeordnete Orts- und Gemarkungssperre aufgehoben worden. j

Hanan am 5. Juli 1899

Der Königliche Landrath.

V. 6888 v. Schenck.

Unter den Schafen und dem Rindvieh in Lichenroth (Kreis Gelnhausen) ist die Maul- und Klauenseuche ausge-^ brochen. i

In Hailer (Kreis Gelnhausen) ist die Rothlaufseuche erloschen.

Hanau am 3. Juli 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 6761/6701 v. Schenck.

Dienflnachrichtcu aus dem Kreise.

Gefunden: Eine silberne Schießmedaille mit dem Bild- niß Kaiser Friedrich. Ein goldener Manschettcnknopf. Ein silbernes Portemonnaie von Drahtgeflecht mit Inhalt. Ein^ kleines grünliches Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Eine Dienstauszeichnung III. Klasse. Ein Portemonnaie mit etwas Geld; Empfangnahme bei dem Herrn Bürgermeister zu Ost­heim. Ein brauner Spazierstock mit kleinem Griff; Empfang- uahme bei dem Herrn Bürgermeister zu Mittelbuchen.

Hanau am 5. Ju'i 1899.

Preußischer Landtag

Herrenhaus. (Sitzung vom 4. Juli.)

Das Haus erledigt Nechnunassachen. Bei Posten ^Ober- rcchnungtkammcr" bespricht Graf Mirbach das vor vierzehn Tagen vorgekommene starke Weichen der Staatspapiere, welches er mit der Emission der neuen sächsischen Rente in Verbindung bringt, und fordert die Staatsregierung auf, gegen derartige Vorkommnisse Vor­kehrungen zu treffen. Staatsminister Dr. v Miguel erklärt, es sei bedenklich, in der Landesvertretung Preußens Finanzgebahrungen eines anderen Bundesstaates zu kritisiren. Es habe ihn gefreut, daß die preußischen Konsols, während die sächsische Rente zu 81 auf den Markt gebracht wurde, sehr wenig erschüttert worden seien. Der Rückgang der Papiere erkläre sich einfach daher, daß man in Deutsch­

land weniger daran gewöhnt ist, Kapitalien in Staatspapieren an- zulegen. Redner hofft, daß man «uch in Deutschland demnächst zu ähnlichen glücklichen Zuständen kommen werde wie in England, wo die Staatsschuld in völlig festen Händen, in Stiftungen angelegt ist, so daß ein Kursrückgang die Inhaber der Staatspapiere gar sticht kümmere. In Deutschland komme jetzt noch hinzu, daß viele deutsche Kapitalien in auswärtigen Anleihen angelegt seien. Er zweifle nicht daran, daß die Erscheinung nur eine vorübergehende sei. Das Haus trat ohne Debatte den Anträgen der Matrikelkommission bei, wonach unter Anderen Fürst Blücher gegenwärtig nicht befugt ist, sein Recht auf Sitz und Stimme im Hause auszuüben und nahm den Gesetzentwurf, betreffend die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältuisse von in staatlichen Betrieben befindlichen Arbeitern an. Hierzu führt Staatsminister Dr von Miguel aus: Zu den wichtigsten Aufgaben gehöre,das Wohnungs­bedürfniß der Arbeiter zu steigern, da diese erfahrungsgemäß am meisten an der Wohnung sparen. Bei dem in veränderter Fassung vom Abgeordnetenhaus- zurückgelangten Gesetzentwurf, betreffend die Schutzmaßregeln im Quellgebiet der linksseitigen Zuflüsse der Oder in der Provinz Schlesien wurde § 7 entgegen dem Kommisstonsbe- schluß auf den Antrag Manteuffel in der ursprünglichen Fassung des Herrenhauses wieder hergestellt. Infolge dessen geht die Vorlage nochmals an das Abgeordnetenhaus zurück. Hierauf bewilligte das Haus den Nachtragsetat von 400,000 Mark nach den Beschlüsse» des Abgeordnetenhauses und nahm den Gesetzentwurf, betreffend die Er­gänzung der Gesetze über die Vertheilung der öffentlichen Lasten bei Grnndstückstheilungen und Gründung neuer Ansiedlungen an und üb erwies die Petition der Gleiwitzer Kaufleute um Einführung einer Umsatzsteuer bei der gesetzlichen Regelung der Steuerverhältnisse der Großbazare der Regierung als Material. Nächste Sitzung morgen: Charsrettagsvorlage, Antrag Mirbach, betreffend den Gesetzentwurf zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses,

Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 4. Juli.)

Tagesordnung: Kleinere Vorlagen. Petitionen. Das Haus

nimmt nach nochmaliger Abstimmung einstimmig den Entwurf über

die freiwillige Gerichtsbarkeit in dritter Lesung an, desgleichen nach s ^" ^: ^ H ^ $ l /?.WW/ ^-r unwesentlicher Debatte die dritte Berathung des Entwurfs der @e= ^Utttrweijen infolge .eichliche» Regens befriedigend. Auch

bührenordmmg für Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher. Hierauf geht das Haus zur Berathung von Petitionen über, von denen 50 auf der Tagesordnung stehen. Es sind Petitionen, meist persönlichen Interesses, nach den Anträgen der Kommission. Die Petition un Gehaltserhöhung der Bergwerksbeamten am Deistcr wird auf Antrag Sattler zur Erwägung überwiesen. Die Kommission beantragte Tagesordnung. Die Petition des Eisenbahnbetriebsinspektors! Michaelis-Magdeburg um Anrechnung der diätarischen Dienstzeit auf das Besoldungsalter wird auf Antrag Böttinger zur Berücksichtigung anstatt zur Erwägung überwiesen. Nachdem noch eine weitere An­zahl Petitionen erledigt ist, beschließt das Haus, sich zu vertagen. Abg. Heeremann (Ztr.) bittet den Präsidenten, angesichts der Nothwendigkeit einer längeren Ruhe für die Abgeordneten, die nächste Sitzung nicht vor dem 14 August anzusetzen. Der Präsident stimmt ihm zu und erbittet und erhält die Ermächtigung, die Tagesordnung festzusetzen. Schluß gegen 2 Uhr. Die erste Sitzung soll nicht gleich für wichtige Vorlagen verwendet werden.

Tagesscha«.

Von der Friedenskonferenz.

Die Ablehnung des russischen Antrages, betreffend die Festsitzung des Effelt'Mestandes der Armeen für fünf Jahre, seitens der ersten Kommission der Haager Konferenz erfolgte unter dim Ausdruck lebhaftesten Bedauerns, woran sich eine Ovation für den Kaiser Nikolaus II. knüpfte. Der schwe­dische Bevollmächtigt fand allseits Zustimmung, als er er­klärte, daß die Nothwendigkeit, den russischen Antrag abzu- lernen, von sämmtlichen Delegirten peinlich empfunden werde. M m brauche so fügte Ba on Bildt hinzu die Hoff­nung nicht aufzugeben, daß dieser Ant:az in einer späteren Konferenz von einem günstigeren Erfolge begleitet sein und die Ideen des hochherzigen, edlen Kaisers von Rußland schließlich durchdringen werden. Diese Kundgebung wurde von den Mitgliedern der ersten Kommission mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Saatenstand und Getreidehandel in Rußland.

Odessa, 24. Juni. Der Saatenstand hat sich im All- gemeinen nicht gebessert, da nur unbedeutende Niederschläge stattgefunden haben. In Süd-Beffarabim, in der Umgegend von Odessa, Nikolajew und Cherson, am unteren Theil des Dnjepr, wird eine vollständige Mißernte in Getreide befürch­tet; Regen kann nur noch zu einer späteren kleinen Heu­ernte, sowie allenfalls zum Mais- und Kartoffelertrag ver­helfen. Ja Kischinew hat es in den letzten Tagen geregnet, sodaß das Viehfutter billiger, das Vieh theurer und die Ernte- Hoffnungen belebter geworden sind. AuS Taurien, mit Aus­nahme des zentralen Theils der Halbinsel Krim,^ treffen uns günstige Nachrichten ein; in den zentralen Kreisen der Krim stehen Sommersaaten, Gerste und Hafer zwar schlecht, aber

im nördlichen Theile des Gouvernements Cherson, sowie im Gouvernement Jekaterinoslaw haben sich die Saaten besser gehalten, sodaß man wenigstens eine schwache Mittelernte er­wartet. Leinsaat steht überall schlecht. Ja den Weinbergen, die übrigens nicht schlecht stehen, ist eine Menge Käfer und Jns.kten ausgetreten. Auf dem Lande bei den Produzenten befinden sich noch alte Vorräthe an Weizen; sonstige Vor- räthe fast garnicht. In den Magazinen Odessas sind die B.stände gering und werden von den Spekulanten im Hin­blick aus das Steigen der Preise zurückgehalten.

Export darniederliegt, sind die Frachten sehr billig, bereits auf 5 sh. für die englische Tonne gefallen, sie sonst 810 sh. betrugen.

Da der Sie sind während

Die Phttippinenfrage.

Ja täglich zunehmendem Maße beherrscht die Philippinen- frage die innere und äußere Politik, sowie die öffentliche

FertMetsn.

Das Geld unserer neuen Inseln.

Ueker dieses aktuelle Thema plaudert derBerl. L.-A." wie folgt:

Nachdem daS spanisch-deutsche Abkommen über die Ab­tretung der Palaos-, Marianen- und Caroliuen-Juseln seitens der vertragschließenden Mächte ratifizirt worden ist, dürften die zu ernennenden neuen deutschen Beamten schon im nächsten Monat ihre Ausreise auf den Schauplatz ihrer zukünftigen Thätigkeit antreten. Wahrscheinlich wird Herr A. Hahl, bis vor Kurzem Kaiserlicher Landeshauptmann in Deutsch Neu- Guinea, mit dem Amtssitze in Herbertshöhe, welcher seit mehreren Monaten in Berlin weilt, mit der Leitung der Geschäfte auf Pouape, der bisherige Sekretär bei der LandeS- Hauptmannschaft in Jaluit, Herr Serff, mit der Leitung der Geschäfte auf Aap betraut werden, während für die Ladroven Herr Assessor Fritze mit dem Amtssitze auf Scypan in Aus­sicht genommen sein soll.

Vergleicht man die Wichtigkeit der drei neu erworbenen Archipele unter einander, so ist zweifellos die Mariaveugruppe me am wenigsten werthvolle. Hierauf kommt als zweite im Werthe die Palaosgruppe, während die Central-Carolinen das Hauptwerthstück darstellen. In Ziffern gesprochen, durften annähernd die Marianen vier, die Palaos-Jnseln mit Je^3 fi"d die eigentlichen Carolinen mit acht Millionen d^ Reichsbilanz einzustellen sein.

Wenn die sorglosen Insulaner, die sich sammt und jonbetä durch eine gute Dosis von Neugierde auszeichnen, an vre neuen Herren Beamten die Frage richten;Auf welche Sffietfe fame? die Inseln in Euren Besitz?" wird eS bei den eigenthum.ichen Verhältnissen und Begriffen von Geld, welche

die I tsulaner haben, sehr schwer sein, eine sie aufklärende Antwort zu finden. Unsere harmlosen und in den Tag hinein lebenden Schutzbrüder aus Map kennen eigentliche Nahrungssorgen meist ebenso wenig wie die Pa'aos-Jnsulaner. Während wir Deutschen des Geldes nicht entbehren können, wenn wir Korn, Mehl od.r Gartenfrüchte für die Bedürfnisse der Haushaltung ankaufen wollen, kennt der Aaper so etwas nicht, denn jeder einzelne Mann ist Selbstprodnzent, und man braucht der Natur nicht besonders zu schmeicheln, um Nahrungsmittel in Hülle und Fülle zu erhallen. Aber die Verlegenheiten beginnen sofort, wenn der $ per eine Frau heirathen, wenn er eine Familie mit eigenem Hause begründen oder Gemeindemitglied mit vollen staatsbürgerlichen Rechten werden will. Diese drei Würden lassen sich nur durch Geld, und wäre es auch nur ein solches, das aus Steinen besteht, erkaufen. In Aap heißt es nicht:Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles«, sondern:Am Golde hängt, nach Steinen drängt doch alles, auch wir Armen." Auf Dtp kennt man keine Goldgräber oder Goldsucher, wohl aber wird jeder Erwachsene, sobald er mannbar wird und einen Speer handhaben kann, zum Steinbrecher. So kann man dort wohl von steinreichen Leuten re en. Das Aapsche Geld- system ist ein ungemein kompliziries. Als größtes Werthstück unter dem Geld gilt derGau", das sind aus alten Zeiten stammende Wirbelknochenscheiben von drei Millimeter Dicke und ein Zentimeter Durchmesser, die in der Mitte durchlocht und auf Stränge aufgezogen sind. Dieses Geld stammt gleich den Muschelscheiben der alten Chamorros, der Urein­wohner der Marianen, aus Sepin oder Seypan, dem zu er­richtenden veudeulschen Regierungssitz für die Ladronen. Der Gau" ist nicht nur das älteste, sondern auch das am meisten geschätzte Geld, welches im hohen Norden und weit weg im Osten in den Königsgräbern von Nanmatal noch häufig gefunden wird und Zeugniß dafür ablegt, daß die

ganze Carolinengruppe einschließlich der Marianen echno graphisch aufs innigste unter einander verwandt ist.

Die nächste G-ldgattuug von Wichtigkeit ist dasPalan", das aus kreisförmigen, in der Mitte durchlöcherten Stücken eines Arragonit (einer Art von Sprudelstein) besteht, welcher auf den Kalkfelsen im Süden der Palaosgruppe gefunden wird. Der Werth des Palan richtet sich nach der Weite seines größten Durchmeffers.

Außer den genannten beiden G.ldsorten des Gau und des Palan gibt es noch eine dritte Sorte, bestehend aus Perl- mutterschalen, welcheAar" hnßt und gewiffermaßen als Kleingeld" für die Frauenwelt dient. Die Schalen werden auf der äußeren Seite abgeschliffen, dann wird nahe dem Schloßrande ein Loch gebohrt, und so präparirt werden die einzelnen Schalen auf Fäden gereiht. Die Drpschen Perl- schalen sind sehr kl-in und dienen als Scheidemünze für kleine Zahlungen.

Damit sind aber die versch'edeuen Geldsorten noch lange nicht erschöpft.

Man zahlt auf der Palaosgruppe auch noch mitAudouth", Geld, welches wiederum in drei Gruppen zerfällt. Die erste Gruppe umfaßt Geldstücke, deren Material eine undurch­sichtige, verglaste und mufchelbrüchige Beschaffenheit aufweist, ähnlich dem Porzellanjaspis oder sonst durchgebrannten Erden. Dadurch unterscheidet man gelbes Geld (Barak) und rothes (Bunan). Die zweite Gruppe umfaßt künstliche Perlen, die dritte Gläser, und zwar theils durchsichtige und theils un­durchsichtige. Die Nuancirung dieser Geldsorten, die bald aus kurzen, bald aus langen, bald aus kugelrunden, bald auS prismatischen Stücken bestehen, die in allen Farben deS Regen­bogens schillern, gestreift, punktirt oder marmorirt, ist unend­lich mannigfaltig.

ES liegt auf der Hand, daß der Fremde oder Neu- eingewanderte, der in Dtp größere Posten von Geld will