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für Stadt- und ßoi* kreis Hanau 10 ^ M» 4gespaltene Garmond« zeile oder beten Raum,
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Amtliches Organ für Htsöt- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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SluSwärtS 30 ^.
Rr. 150
Freitag den 30. Juni
1899.
Amtliches ^anö^ret^ J^anau.
^Bekanntmachungen des Königlichen LandrathsamteS.
Die amtliche Ausgabe der ^Jahresberichte drr Königlich Preußischen Regierungs- und Gewerberäthe und Bergbehörden für 1898* Wird in der Reichsdruckerei in Berlin in den nächsten Tagen fertiggestellt werden. Die Direktion der Reichsdruckerei hat sich verpflichtet, die bis spätestens zum 3. Juli d. Js. unmittelbar bei ihr im Voraus bestellten Exemplare des zum ersten Male bei ihr gedruckten Werkes, Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden zu einem Vorzugspreise abzulassen, der gegenüber dem früheren, Behörden gewährten Vorzugspreise noch um 2 Pfg. für jeden Druckbogen (16 Seiten) niedriger ist. Für Buchbinderarbeiten einschließlich des bedruckten Umschlags werden in allen Fällen außerdem 30 Pfg. bet einem brochirten, 60 Pfg. bei einem kar- tonirten und 1 Mk. bei einem in Ganzleinen gebundenen Exemplare mit Gold- und Schwarzdruck, wie bisher, berechnet werden. Die Kosten für Verpackung und Absendurg trägt die Reichsdruckerri, die Portokosten der Sendungen müssen die Besteller übernehmen.
Der besonders niedrige Vorzugspreis kann aber nur bei rechtzeitigem Eingang der Bestellungen bei der Direktion der Reichsdruckerei in Berlin, Oranienstraße Nr. 91 — spätestens am 3. Juli d. Js. — gewährt werden.
Nicht rechtzeitig eingehende Brfüllungen von Behörden werden, wenn etwas anderes im Bestellschreiben nicht ausdrücklich gesagt wird, dem R. v. Deckerschen Verlage, G. Schenk, Jerusalem erstr. Nr. 56 in Berlin, der den buch- händlerischen Vertrieb des Werkes übernommen hat, zur Erledigung über wiesen werden. Für die Ausführung solcher Bestellungen, wie aller später von Behörden ohne Vermittelung eines Zwischenhändlers m mittelbar an den bezeichneten Verlag gerichteten Bestellungen ist für jedes Exemplar des Werkes neben den Buchbinder- und etwaiger Portokosten ein Nettopreis zu zahlen, der um 3 Pfg. für jeden Druckbogen höher ist, als der für rechtzeitig vorausbefüllte Exemplare.
Der Laderpreis des Werkes, der bei Besttlluugen Privater und für alle Exemplare za zahlen ist, die nicht unmittelbar von der Reichsdruckerei oder dem Verlage, sondern im Wege des Buchhandels bezogen werden, ist für jeden Druckbogen um 4 Pfg. höher als der Nettopreis und somit um 7 Pfg. höher als der Vorzugspreis.
Bei einem anzunehmenden Umfange des Werkes von etwa 60 Druckbogen wäre für ein brochirtes Exemplar der
a) Vorzugspreis . . . 5,10 Mk.
b) Nettopreis . ... 6,90 „
c) Ladenpreis .... 9,30 „
Die Jahresberichte werden auch diesmal mancherlei Mittheilungen über die praktische Handhabung der Arbeiterschutz- gesetzgebung und beachtcnswerihe, durch Beschreibungen und Skizzen näher erläuterte Vorschläge über Unfallverhütung oder Bekämpfung gewerblicher Krankheiten, sowie auch für weitere Kreise interessante Mittheilungen aus dem Gebiete der Ar- beiter-Wohlfahrtseinrichtungen enthalten. Den Behörden und Interessenten kann die Anschaffung des Werkes nur empfohlen werden.
Hanau am 27. Juni 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 9598 v. Schenck.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Eine schwarzseidene sammtgestreiste Damen- schürze; gegen Belohnung abzugeben. Eine Broche.
Zugelaufen: Ein junger schwarzer Pinscherhund mit 4 weißen Pfoten.
Gesunden: Eine Serviette, gez. C. G. Vier Schulbücher und ein Reißzeug für Hermann Schermuly. Ein brauner Kinderstrohhut mit gestreiftem Band. Ein weißer Kinderstrohhut mit blauem Band. Ein Kinderschuh. Eine schwarze Trikotjacke. Ein Gebund kleine Schlüssel (4 Stück).
Hanau am 30. Juni 1899.
Taglöhner Friedrich Neidhardt II., Georg Karl Reuter und Schneider Peter Volz von Langenselbeld sind zu Nachtwächtern der Gemeinde Langmselbold bestellt und verpflichtet worden.
Hanau am 27. Juni 1899. V. 6478
T K g s s s ch K U.
Neue Lärmszenen in der belgischen Kammer.
Vom gestrigen Tage liegt folgender Stimmungsbericht aus Brüffel vor: Der Ministerpräsident wird wegen des gestrigen Einschreitens der Gendarmerie interpellirt. Er nimmt die Interpellation an. Die Diskussion wird systematisch von den Sozialisten durch beleidigende Aeußerungen gegen van der Peereboom unterbrochen, dem sie vorwerfen, das gestrige Blutvergießen verschnldet zu haben. Der Minister erklärt, sein einziger Gedanke sei, dem Lande zu dienen. Das konservative Land flehe auf seiner Seite. Sein Wahlgesetz habe einen trankaktionellen Charakter. ES würde billig sein, ihn anzuhören, damit man die Absichten der Regierung kennen lerne. (Der Minister wird fortwährend von den Sozialiften unterbrochen.) Jeder andere Gesetzentwurf würde in gleicher Weise Mampft werden. Auf den Grund der Interpellation eingch nd, führt er aus, es fd unmöglich, schon jtzt genaue Einzelangaben über die gestrigen Unruhen zu machen. Jedenfalls wurden keine Gewaltmaßregeln an- gewendct, b-vor nicht zum Auseinandergehen aufgefordert worden sei. Erst nachdem sie in äußerst heftiger Weise angegriffen und verwundet wu den, haben die Vertheidiger der Ordnung die Wessen gebrauckt. Es sei Pflicht der Behörden, dafür zu sorgen, daß die Ordnung geachtet werde. Die Regierung werde ihre Pflicht thun. Der Deputirte Vandervelve bekämpft die Ausführungen des Ministers. Er erklä t, die Sozialisten würden ihre Obstruktion fortsetzen und sich an den König wenden. Sie würden das Volk auffordern, sich zu vertheidigen. Die Regierung sei für Unruhen verantwortlich. Furnemont tutf die Gendarmen der Trunkenheit au. Lorand (liberal) verlangt die Vertagung der Wahlrecht? var- lage. Wenn die Regierung nicht nachgeke, würden die Unruhen in der Kammer und auf dea Straßen fortdauern. Smeets (sozial) fragt au, ob man heute Abend wieder in der neutralen Zone morden werde? (Großer Tumult.) Furnemont bringt eine Tagesordnung ein, worin die Regierung getadelt wird, da ihre Gesetzesvorlage die Ursache von Unruhen sei. Die Tagesordnung wird mit 87 gegen 31 Stimmen ab gelehnt. Der Präsident schlägt vor, zur Be- rethung des Eisenbahnbudgets Überzugehen. (Rufe links; Nein! Hierauf beginnt der Lärm von Neuem. Die Pult- deckel werden in Bewegung gesetzt. Es wird gepfiffen und geblasen. Schlüßlich wird dir Sitzung von dem Präsidenten unterbrechen.) Nach Wiederaufnahme derselben erklärt Destree (Soz.), er wolle Mittheilung machen über die Zwischenfälle, die sich während der Unterbrechung der Sitzung draußen zu- getragen hätten. Als er auf den Platz vor das Kammer- palais getreten sei, habe ihn ein Gendarm mit einem Säbelhieb angegriffen. Er habe von dem Vorgesetzten Offizier den Namen des Gendarm n verlangt. Der Offizier habe spöttisch gelächelt und ihn gehen geheißen. Destree fordert von der Regierung die Bestrafung des Gendarmerieleutnanls. (Großer Lärm. Der Sozialist Cavrot stürzte mit geballter Faust auf den Ministerpräsidenten zu und ruft: Elender! Großer Lärm.) Die Sitzung wird unter Singen und Pfeifen der Sozialiften aufgehoben.
Sie Erstürmung von Titung.
Ueber die kürz'ich gemeldeten Unruhen in unserem ost- asiatischen Pachtgebiet wird halbamtlich Folgendes mitgecheilt: Vor einigen Tagen wurde dem Gouvernement Kiartschou mitgetheilt, daß in Kaumi, einem an der zukünftigen Bahn Kiautschou (Stadt) Weihs gelegenen Flecken, den mit den Vorarbeiten zum Bahnbau beauftragten Deutschen mit Gewaltthätigkeiten und groben Ausschreitungen begegnet wurde. Der Ort Kaumi liegt innerhalb der Zone, durch die deutsche Truppen das Durchzugsrecht haben, und in der vertragsmäßig ohne deutsche Zustimmung chinesischerseits keine besonderen Maßnahmen getroffen werden dürfen. Eine sofort zur Behebung obiger Schwierigkeiten nach Kaumi entsandte deutsche Kompagnie fand ein südlich von Kaumi belegenes Dorf Titung mit Wällen umgeben und durch Geschütze und etwa 300 bewaffnete Chinesen vertheidigt, von denen die deutsche Truppe Feuer erhielt. Das Dorf wurde gestürmt, neun Chinesen blieben dabei todt. Da auch andere in der Nähe gelegene Dörfer sich in ähnlichem Vertheidigungszustand befanden, sandte der Gouv.-rueur von Kiautschou Verstärkungen ab. Neueren Nachrichten zufolge haben die Chinesen den Widerstand aufgegeben. Kaumi ist besetzt. Es ist zu hoff-n, daß ohne weiteres Blutvergießen die völlige Ruhe wieder hergesiellt wird und die Vorarbeiten zum Bahnbau ihren stetigen Fortgang nehmen.
Aus Stadt- rmd Landkreis Hanau. Sechdruck unserer Lokalartikel nur mit Ouelleuan^sbe »Hau Sing." gestattet.
Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 29. Juni 1899.
Anwesend sind die Herren: Canthal, Vorsitzender; Bailly, Bier, Brüaing, Eberhard, Fritz, Glaser, Heraeus, Hock, Hoffmann, Jost,Juug, Kehl, Koch, Körner, Sucht, Müller, Ohl, Rosde, Roth, Schroeler, Dchwabe, Seitz, Steinheuer, Doltz, Weber, Wörner; vom Magistrat Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
Seitens des Magistrats ist beabsichtigt, wegen Ueber- schreitung der Baulinien bei dem Aufbau auf das Verwaltungsgebäude des Gaswerks, dessen Räumlichkeiten für den jetzigen Umfang der Geschäfte unzureichend geworden find, den Dispens beim Bezirksausschuß nachzusuchen. Obwohl nun die betr. Baufraze nach dem Ankauf der Hochreuther- schen Grundstücke in ein anderes Stadium gerückt ist, da Theile der angekauften Fabrikgebäude sowohl für Werkmeister- wohnung als auch für Bureau- oder Lagerräume Verwendung finden können, wird von der Finanzkommission doch beantragt, die Zustimmung zur Einholung des Dispenses zn geben, da damit die Zustimmung zu dem Bau selbst in keiner Weise in Frage kommt und es sich um eine Frage von prinzipieller Bedeutung für den Oberbürgermeister handelt. Wird zugestimmt.
Aus den im Jahre 1898/99 bkw'lligten Mk. 20,000 zur Anschaffung von Pflastersteinen sollen Mk. 13,144 für Steinmaterial und von den in den Etat 1899 eingestellten Mk. 15,000 für Neupflasterung von Straßen sollen Mk. 7456 für Arbeitslöhne bet der Neupflasterung des Fahrdammes der Krsmrrflraße von der Herrenstraße bis an den Marktplatz zur Verfügung gestellt werden. Die Trottoirs sollen bleiben wie sie sind, nur an der nördlichen Seite der Krämerstraße zwischen Herren- und Franksurterstraße soll unter Verwendung alten Pflastermaterials der Krämerstraße ein erhöhtes Trottoir angelegt werden. Sowohl bezüglich der in die T ottoirs vor- springenden Treppen als auch bezüglich der Ausbesserung des Fahrdammes der Altstädter Hofpitalstraße und der Anlegung erhöhter Trottoirs sollen weitere Vorschläge der Baukommission ab^ewartet werden. Wird genehmigt.
Als Beginn des ruhegehaltsberechtigten Dienstalters des neuangestkllten Kanzlisten Müller beim städtischen Gaswerk ist der 9. Juni 1890 festgesetzt, wozu Genehmigung ertheilt wird, ebenso der Uebertragung des nicht verwendeten Betrages für telephonische Verbindung der städtischen Aemter.
Für Bel-uchtung und dazu gehörige Einrichtungen im Rathhause sind Mk. 800 vorgesehen und davon bereits angewiesen Mk. 671.86, sodaß noch Mk. 12814 verfügbar bleiben. Die Rathhausuhr ist auch mit elektrischer Beleuchtung versehen worden und vom Elektrizitätswerk hierfür über verbrauchten Strom und Wattzählermiethe eine Rechnung von Mk. 177.47 eingegangen, wodurch eine Nachverwilligung von Mk. 49.33 erforderlich ist. — Nach einem Bericht des Stadtbauraths ist es auch fraglich, ob die in dem Etat für 1899 ausgeworfenen Mk. 1000 für Beleuchtung der Ge- schäftsrärtme reifen werden, wenn in ca. 2 Wintermonaten Mk. 172.47 an Strom allein für die Uhr erforderlich sind. (Letzteres war zum Theil auch durch eine übermäßige Beleuchtung der Uhr herbeig-führt worden.) Der beantragten Nachverwilligung wird zugestimmt unter gleichzeitiger Annahme eines Antrages der Finanzkommission, den Magistrat zu ersuchen, neben Ersparniß an Strom durch geringere und zweckentsprechendere Leuchtkraft, die Aufstellung eines ermäß'gten Tarifs für Stromverbrauch durch die Stadtverwaltung in die Wege zu leiten, sodaß Etatsüberschreitungen vermieden werden.
Für die Anfertigung neuer ZinSscheinbogen für die SW/oige Anleihe der Stadt Hanau vom 1. Oktober 1889 ist ein Betrog von Mk. 265 erforderlich, welcher bewilligt wird.
Der pro 1898/99 nachbewilligte Verlag von Mk. 1300 für Reparatur der Wilhelmsbrücke, welcher noch nicht verwendet ist, soll auf das Rechnungsjahr 1899 übertragen werden, wozu Genehmigung erfolgt.
Herr Kaufmann Bernhard Reich, Mainkanal Nr. 12, hat die an sein Grundstück grenzende Besitzung des Herrn Waltz käuflich erworben und beabsichtigt, um eine richtige Baufluchtlinie zu erhalten, das in letztere Besitzung einschneidende Stück Straßen gllände mit 204 qm von der Stadt zu erwerben, auf dem früher ein außer Betrieb gesetzter Krähn gestanden hat. Die an die Reich'sche Besitzung angebaute Treppe sowie Halle und ein Gärtchen, welche in die nunmehr beabsichtigte Baulinie einschneiden, möchte nun pp. Reich mit in Tausch geben gegen eine gleich große Fläche des Eingangs erwähnten Terrains, bittet aber gleichzeitig, die Freitreppe, welche sich