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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sr. 149
Donnerstag den 29. Juni
1899.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Wegen der seitens der Freie« Deutschen Ruder-Vereinigung in Frankfurt a/M. auf dem Main bei Offenbach zwischen der Fecheuheimer Laie und der Fähre Offmbach abzuhaltenden Regatta wird diese Stromstrecke, insoweit sie zum Regierungsbezirke Cassel gehört, am 2. Juli b. Js-, von 3 bis 7 Uhr nachmittags, für den Schiffs- und Floßverkehr gesperrt.
Cafsel den 27. Juni 1899.
Der Regierungs-Prästdent.
I. A.: Frhr. Schenk zu SchweinSberg.
^anö&rei^ ^andU.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In Berkersheim (Kreis Frankfurt) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau am 26. Juni 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 6563 v. Schenck.
Bei einem dem Landwirth Konrad Köhler in Bruch- köbel gefallenen Schweine ist die Rothlaufseuche festgestellt und infolgedessen die Gehöftssperre ««geordnet worden. Hanau am 28. Juni 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 6610 v. Schenck.
Dienfinachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Auf der Bergerstraße zu Niederdorfelden ein goldenes Medaillon mit Photographie; Empfangnahme bei Philipp Wiegand daselbst. Ein lederner Futterb:utel mit Hafer; Empfangnahme bei Wirth Keller zu Ostheim. Eine Quittungskarte Nr. 1 für ten Tagelöhner Heinrich Aumüller zu Amorbach.
SL^HM^srS ^anau.
BeksMtmachungeu des Oberbörgermeisteramtes.^
Am Freitag den 30. Juni 1899, nachmittags von 5Vä Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau den 27. Juni 1899.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Dr. Gebeschus. 9984
Ja jüngster Zeit sind für die Amerikaner sehr ungünstige Nachrichten von Manila gekommen. Es haben sowohl im Osten der Stadt als auch im Süden größere Gefechte statt- gefunde«, welche, allen Berichten zufolge, zu Ungunsten der Amerikaner ausgelaufen sind. Wir geben daher unseren Lesern beistehend eine Karte, aus wilcher hervorgeht, welches Gebiet von den Amerikanern jetzt nach moratelangen Kämpfen überhaupt nur behauptet wird. Dieses Gebiet ist i« unserer Zeichnung durch Schrasfirung der Fläche deutlich hervorgehoben, die Stellungen der Philippiner (vergl. Zeichenerklärung unten links) durch schwarzgettzeilte Rechtecke.
FertilLetstt.
Die Frau auf den Carolinen.
Uebereifrige Vorkämpfer der Framubrwegung vergleichen nicht selten die Etellung selbst der deutsch!n Frau mit der eines Lastthieres, ohne wohl die Trogweite ihrer Worte zu bedelken. Eine Bezeichnung dieser Art verdient dagegen die Frau thatsächlich bei den meisten barbarischen Völkerschaften anderer Zonen. Unwürlig ist die Stelling der Freu bereits beiden meisten Orientalen, die doch eine immerhin noch hohe Kulturstellrng cinnehmen, geradezu tragisch erscheint sie indeß nementlich bet den gänzlich urkultivnten Völkerschaften Afrikas und Australiens. Rechte irgend welcher Art sind ihr nicht gegeben, die schwersten Arbeiten sind ihr ausschließliches Erbtheil. Ihr brutaler Gebieter übt seine Macht in der rücksichtslosesten Weise aus, Leben und Tod seiner — Frau genannten — Sklavin ruhen völlig in seiner Hand.
Um wie viel freundlicher muthet es uns da an, wenn wir unsere Blicke nach unseren neuen Besitzungen in der Südsee lenken. Wir können zwar auch hier nur mit dem Maßstab messen, den man an nur wenig kultivirte Völkerschaften zu legen pflegt, aber von di.sem Gesichtspunkte aus kann man sagen, daß die Stellung der Frau auf den Carolinen eine Verhältniß« äßig sehr hohe ist. Zwar lebe« auch die heidnischen Caroliner in Polygamie, und die Zahl der Frauen' wird nur durch die Mittel des Einzelnen beschränkt, ferner sind Ehescheidungen leicht und häufig, aber dennoch ist daS Verhältniß der beiden Ehegatten zu einander ein inniges, und die Ehre der Frau steht in hohem Ansehen. Es verstößt durchaus gegen die gute Sitte, wenn ein Ehemann seine Frau schlägt oder öffentlich mit Worten be
leidigt. Andererseits kann man einem Ehemanne kaum eine größere Schmach anthun, als wenn man in beleidigenden Ausdrücken von seiner Frau spricht, ja, es ist nicht einmal schicklich, öffentlich den Namen der Frau eines Anderen zu nennen. Thatsächliche Beleidigungen von Ehefrauen werden auf den Palaosinseln mit besonders hohen Strafen belegt. Ist die beleidigte Frau von hohem Adel, so ist die Strafe sogar gleich der auf die Tödtung eines Menschen aus- gesetzten.
Avf einigen Palaosinseln besteht die merkwürdig?, aber für die dortige hohe Stellung des weiblichen Geschlechtes bezeichnende Sitte einer Frauenregierung neben der der Männer. In Korror steht eine Frau an der Spitze der niederen Häuptlinge. Mit diesen zusammen sorgt sie für Ordnung unter den Frauen, wie sie auch die Gerichtsbarkeit über dic- - stlben ausült, ohne daß die Männer ein Einspruchsrecht besäßen. Welch eine Perspektive für unsere beglisterten Fraum- rechtler l Frauen nur von Frauen abgeurtheilt I Selbst eigene Klubglmeinschaftcu besitzen die Frauen auf den Palaos, Kiöbbergöll, auch Kaldebckel genannt, und das Recht der Erhebung von Steuern LV Tanzsesten macht ihnen k:in Mann streitig. Auf ein bewies 6 ausgeprägtes Selbstgefühl ist wohl auch der Umstand szurLckzuführen, daß kein Mann sich dem Badeplatze der Frauen nähern darf.
Wie unter einem so heißen Himmel begreiflich, ist die Kleidung auch deS weiblichen Geschlechts auf den Carolinen eine nur dürftige. Ueberall üblich ist ein tief herabhäugender Schurz a-i- Blättern, auf einigen Inseln sind auch Mäntel aus Matte und Gürtel beliebt, welch letzter- mit Kokos- schalenscheiben und Muschelstücken recht zierlich besetzt sind. Auf d-r Jr-s-l Kusaie ist man auf die eigenartige Idee verfallen, an der Hinterseite der vorerwähnten Schurze ein Matterklfsen anzubringen, das drr Trägerin beim Hirkauern als transportables Stühlchen dient. DaS Haar wird in!
Die Lage der Amerikaner auf Manila.
Im Norden reicht das Machtgebtet der Amerikaner nur bis Malolos, dem ehemaligen Hauptquartier des Jusurgenten- führers Aguinaldo, eS erstreckt sich parallel der Küste der Bucht von Manila, da von der letzteren aus durch Mitwirkung der amerikanischen Kriegsschiffe die Operationen der Landtruppen unterstützt werden köaneu. Im Osten reicht daS Gebiet nur bis Cainta nördlich der Laguna de Bay, auf welch letzterer sowie auf dem von der Laguna nach Manila führenden Pasig-Fluffe die Amerikmer ebenfalls vermittelst ihrer Kriegsschiffe die Operationen ai Land- unterstützen konnten. Im Süden reicht das Macht-
der Regel lang getragen uns gern mit Federn, Blumen und Kränzen geschmückt. Auch sind Haarkämme, Hals- und Armbänder sehr beliebt, und zur Vervollständigung b:8 Zierats dient Ohrschmuck aus allem nur denkoaren Material.
Der einfache Haushalt verursacht der Carolinerin wenig Kopfzerbrechen. Neben dem Wek-y von Zeugen, dem Flechten von Matten und Körben nim N^gentltch nur noch das Kochen ihre Zeit in Anspruch, und auch dieses Geschäft wird ihr auf den Palaosinseln noch von den Männern abgenommen. Dagegen ist das Suchen der eßbaren Seethiere, Muscheln rc., überall Sache der Frauen. Eine geradezu benundernswerthe Liebe wird d°n Kindern entgegen- gebracht.
So bietet im Großen und Ganzen das Frauenleben auf den Carolinen viele anmuthige Züge. Man kaun nach dem Vorstehenden fast sagen, daß die Frau auf jenen fernen Inseln eine Stellung einnimmt, welche man unter Naturvölkern nahezu als ideal bezeichnen kann. Daß die Frau dort aber eine fast dominirende Stellung einnehnen konnte, ist sicherlich eins der am meisten ins Gewicht fallenden Zengniffe für den guten Charakter jenes glücklich n Völkchens, daS bisher fern d-m war, was wir Kultur nennen.
Die Erdbeere.
Von Konrad Mönch.
(Nachdruck verbotm.)
Im Garten wi: im Walde zu Hause, von der Natur willig gespendet und zugleich durch Treiben aas das Mannigfachste zu variireu und zu v rebeln, beschstden in ihrem Austreten und ihrrr Ersch-tnung, aber ausgezeichnet durch die köstliche Lieblichkeit ihre) DufteS und die würzige Frisch: