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SinrückungS.

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für Stadt- und Land» kreis Hanau 10 ^ He 4gespaltme Garmond­zeile oder deren Raum,

Betreffenben yostaufschla-.

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Amtliches Argan für Htsöi- unö Lanö Kreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Im Rcklammtheil die Seile 20 * fit Auswärts 30 *

Nr. 147

Dienstag den 27. Juni

1899,

AwtNchrs.

^faöWrei^ ^anait.

Sitzung der Stadtverordneten-

Versammlung am Donnerstag den 29. Juni 1899, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.

Tagesordnung:

1. Betrifft Bauerlaubniß für bauliche Veränderungen Verwaltungsgebäudes des städt. Gaswerks.

2. Neupflasterung d s Fahrbammes der Krämerstraße.

des

18. Betr. Ueberlassung der Belege in d e Wohnung der betr. Stadtverordneten zur Prüfung der Jahresrechnung.

19. Rechnung der Stadtkossr Abth. I sowie Rechnung der Asservaten und Vorschüsse zur Feststellung der Rechnung und Entlastung des Rechnungsführers.

20. Erhöhung des Beitrags für den Centralverein für He­bung der deutschen Fluß- und Kanalschifffahrt.

21. Einladung zur X. Versammlung des Hessischen Städte- tag's.

22. Einladung zum Sparkassentag in Fulda.

23. Errichtung fliegender Kanten bei der städtischen Spar­kasse.

24. Ermäßigung der von der freireligiösen Gemeinde für Bc-

43.

44.

45.

Verlegung der Gas- und Wasserleitung in Gartenstraße, Maulbeerallee und Straße Nr. 17.

Zulagen au technische Beamte der Gas- und Wasser­werke.

Tarif für die Schau- und die Ausstellung eines Befur> scheineS bezüglich des nicht im städtischen Schlachthose ausgeschlachtete:, frischen Fleisches.

46. Verpachtung einer Grabenparzelle an Dr. Ambrosius.

47. Spezialbewilligung von 2467,62 Mk. auS Tit. XII, 3 pro 1898/99. Zetchenakademie. Schulgelrbei- hülfen.

25.

3. Festsetzung des ruhegehaltberechtigten Dienstalters eines Kanzlisten.

4. Uebertragung des nicht verwendeten Betrages auf 1899 von den auf Tit. II. C. sür 1898/99 bewilligten 1000 M. für telephonische Verbindung der Aemter.

5. Nachbewilligung von M. 48,33 auf Tit. II. C. 6 für 1898/99 für elektrische Beleuchtung im Rrthhause.

26.

27.

Nutzung des Schloßsaales zu zahlenden Gebühren.

Endgültige Anstellung eines Bareaugehülsen beim Siel­bauamt.

Revision des Ortsstatuts, betr. die Anlegung, Ver­änderung und Bebauung von Straßen und Plätzen. Gerichtliches Einschreiten in einer Armenpflegesache.

28. Wahl der Mitglieder zur Alth mauer-Deputatios (1 Mit­glied der Stadtverordnetenversammlung und 4 M't- glieder aus der Bürgerschaft nebst 2 Stellvertretern.)

48.

49.

Nachbewilligung von Etatsüberschreitungen pro 1898/99;

. in Höhe von Mk. 9393 auf Tit. V 15 betr. Latrinen- gruben-Entleerung gegen Mk. 7578,81 Mehreinnahme auf Tit. V 14 1898/99.

. auf E.-O. II 2 Mk. 24,86.

aus E-O. II6 d Mk. 7,35.

III1 Mk. 3.

50. bei der Schlachthoskasse mit zus. Mk. 325,32.

51. bei der Begräbnißkasse mit zus. Mk. 107,25.

52. bei der gewerblichen Fortbildungsschule mitzus. Mk. 3502,89 gegen Mk. 1500 Tehaltsersparniß.

53. bei der Kleinkinderschule mit zus. Mk. 121,25.

54. in den Titeln I, II, U, V und VIII pro 1898/99 mit zus. Mk. 8536.

55. von Mk. 13876 47 auf Tit. XI1 b, Branntweinver­gütung, gegen Mk. 13385,01 Mehreinnahme.

56. von Mk. 445,18 auf Tit. VIII 2, Spez.-Et. B (Höhere Mädchenschule bezw. Stodtschulinspektion).

57. von Mk. 358,13 beim Gaswerk.

58. von Mk. 1261,f5 beim Wasserwerk.

Einführung des 2. NachtregS zum Normal-Etat vom

6. Nachbewilligung von M. 265 auf Tit. II. U. 3 für> 29. U^«^^ vc= a. ^m-u» äum »viuiu^u wm

j 4. Mai 1892, betreffend die Besoldungen der Lehrer und

7. Uebertragung des auf Tit. VI. B. 4 b. pro 1898/99' L " c"'t" " - -^ ^- »^ * '

1899 TruckhersKllung von Zinsscheinen.

nachbewilligten Verlags von M. 1300 für Reparatur der Wilhelmsbrücke auf 1899.

8. Verkauf des Grundstücks aus L. 201 zu 288/189 rc.

1 qm für M. 20.

9. Vertausch des Grundstücks A. 66/18, 202 qm gegen ein 79 qm großes Grundstück.

10. Entwurf zur Fleischstmerordnung.

Leier der höheren staatlichen Unterrichtsanstalten bei der

30.

Hiesigen Oberrcalfchule.

Bewilligung von 275 M. zur Abhaltung der nassen Feuerprobe im Stadt-Theater.

i 31. Bewilligung von Umzngskofteu für Oberlehrer Dr.

i Müller.

: 32.

11. Nachbewilligung von M. 1350 auf VII. F. Tit. I. A. 15 34. für 1899 Gehalt für eine Lehrerin der Mädchen-?

32. Desgleichen für Oberlehr r Hsusel.

j 33. Bewilligung von Reisekosten für denselben.

"' Uebertragung der Derar lagung der Kanalbetriebsgebühren

Volksschule (Ersatz für Lehrer Lohfink).

12 Nachbewilligung von M. 450 auf VII. B. Tit. I. 4 für 1899 zur Besoldung eines Oberlehrers der höheren Mädchenschule.

35.

auf die Wassergelk-Veranlagungs-Kommission.

Bewilligung eines jährlich laufenden Beitrages von 30 M. an den Ceutralansschl ß zur Förderung der Volks­und Jugendspiele in Deutschland.

13. Nachbewilligung von M. 138,33 auf VII. C. Tit. I. 15,37. für 1899 zur Besoldung eines Lehrers der Knaben-!

Mittelschule. 88.

14. Nachbewilligung von M. 400 auf XL 3 für 1899 Vergütung für das Halten von Fasselvieh.

15. Geländebereitstellung zur Gebäudeerrichtung für Klein- 39.

i 36. Besetzung einer Polizeisergeanten stelle.

Vermiethung eines Gartengrundstücks an die Firma Glöckler.

Endgültige Zustimmung zu dem neu ausgestellten Tarif für die bei den Messen zur Erhebung kommenden Stand-

Um 4Vi Uhr:

Sitzung des RechnungsprüfungsauSschuffeS,

dazu Punkte 18 und 19 vorstehender Tagesordnung.

Hanau, 26. Juni 1899.

Der Stadtverordueten-Vorsteher.

Canthal.

kiuderschule und Kinderkrippe.

16. Verkauf des Grundstücks E. 142/17 45 qm für M. 1000. 40.

17. Nachbewilligung von M. 8000 auf E. O. Tit. II. 7.

für 1899 zwecks Beseitigung des alten Kanals Gerber- 41.

gelber. | Verloren: Ein Militärpaß, ein Zeugniß, ein Kranken-

Gewährung eines Mankogeldes an den Gelderheber Thoms' kassenbuch und eine Jnvaliditätskarte, sämmtlich auf den Namen des Wasserwerks. Nikolaus Vehl aus Schlächtern. Ein kleines verfiltertes

Umwandlung einer Abend- in eine Richtlaterne an der Federmesser in Dolchform.

Gesunden: Eine Schnupftabaksdose. Zwei Bücher für

Kiuzigbrücke.

graben-Stadtgraben.

42.

Aufstellung zweier Richtlaternen in der Akademiestraße. Max Sommer.

franau am 27. Juni 1899.

Beschaffnva von Waffermefsern.

LettENstHtt»

Ausflug des Hauauer Geschichtsvcreins auf die Burg Stcckclbng.

Von Viktor Hertel.

I.

In sprühendem Strichregen sammelte sich am Sonntag Morgen den 25. Juni auf dem Bahnhöfe zu Schlüchtern die zahlreiche Schaar der Theilnehmer an einem Ausflüge, den der Hanauer Geschichtsverein vtranstaltet hatte mit dem End­zweck, der Geburtsstätte Ulrichs von Hütten, der Burg Steckel- berg bei Vollmerz einen Besuch abzustatten. Schon vor länger.. Zeit in AuSsicht genommen, hatte der Plan unter den Mstgliedern des Vereins willige Aufnahme gefunden und freudige Betheiligung geweckt. Eine stattliche Zahl ihrer Damen, sowie mancher Gäste von nah und fern waren der Einladung deS VereinS gefolgt und auf mehreren Stationen hatte der Zug unterwegs von Hanau aus noch Theilnehmer ausgenommen, die, herzlich begrüßt, die muthige schaar ver­größerten, welche es gewagt, dem wetterdrohenden Himmel zn trotzen.

Empfangen von einem auswärtigen Mitgliede des Ge- schiiätsvereins, Herrn Lehrer Kauffmann in Schlüchtern, der mit Geschick die nöthigen Anordnungen für die Beförderung "'tröffe' und in umsichtigster Weise mit Hrr.n Heus ohn von Hanau, der vorher alle Vorbereitungen an Ort und Stelle geordnet, die Abfahrt der auf etwa 50 Köpfe ange- wuchsc en Reisegesellschaft leitete, waren Damen und Herren rasch auf den vorhandenen Wagen und Wägelchen unter­gebracht, He sich nun, ein ansehnlicher Zug in lang gedehnter Reihe, flott in Bewegung setzten.Der Himmel macht ein miß­

vergnügt Gesicht, als wollt' er sagen; regn' ich oder nicht!" sagt Conr. Ferd. Meyer. Bedenkliche Gesichter sahen empor nach den grauen Wolken doch vorwärts gings in raschem Tempo bergab, entlang den in frischestem Grün erprangenden Hängen, dem freundlich inmitten eines herrlichen Thales gelegenen Schlüchtern zu, vorbei an dem einladend winkendengoldenen Stern" und freundlich begrüßt von den neugierig drein- schauenden Einwohnern, die in Fenster und Thüren dem rorübereilenden Zug nachschauten. War doch schon bekannt, daß, wie vor 12 Jahren der Geschichtsverein zu Cassel der Geburtsstätte Huttens einen Besuch obgestattet, heute der Hanauer Verein durch seine Fahrt ba^m dem Tage eine ge­wisse Fistreihe verleihen werde. Wie im Fluge geht es da­hin durch die sich schon jetzt aufhellenden prächtigen Fluren hinter Schlüchtern, an Herholz und seinem hochragenden Kreuze auf dem Kirchhofe rechts vorbei. Das schöne Thal dehnt sich jetzt aus in seiner ganzen Breite und läßt verlangend unsere Blicke nach vorne schweifen, wo sich im Nebel noch, doch schon deutlich erkennbar, unter den dicht bewaldeten Berghöhe« ein einzelner stumpfer Kegel unterscheidet, der jenc.^ vorge lagert ist und auf dessen Scheitel in matten Umrissen ein emporragendes Mauerwerk sichtbar wird. Weit drüben rechts, der Richturg der Fohrt entgegen gesucht, fließt die Kinzig, die hinter dem langgezogenen Rücken des Kinzigberges ihre Quellen verbirgt und unter seinem Schutze inS breite Thal hervorbricht; links zeigt sich auf entfernter Höhe der in sreierLagehervortretende Berg Braudenstein, Schloß und Ort des gleichen Namens tragend. Die Fahrt geht weiter unter einer sich fortdauernd mehr zurück- ziehenden Schicht der bedrohlichen Regenwolken, die einen schwachen Nebelschleier um die den Charakter der Rhön schon deutlich kennzeichnenden bewaldeten Bergkuppen hüllen, voll­merz ist erreicht der kleine Bahnhof des Ortes, der übrigens den nächsten Ausgangspunkt nach der Burg Steckel- berg bildet, bleibt links auf flacher Berglehne sichtbar und rascher

nur bewegt sich j tzt der lang ausgedehnte Zug der in immer weiterer Entfernung einander folgenden Wagen. Da sperrt ein hoher Damm der Bahn die Straße, die jetzt im engeren Thal den Höhen links und rechts auf beiden Seite» näher kommt und hinter ihm werden einige Thurmspitzen sichtbar mit schloßartig erscheinenden schlanken Dächern darunter. Die Durchfahrt des hohen Bahndammes ist erreicht, der daS Dahinterliegeude dem suchenden Auge noch verbarg und ein Ausruf der Bewunderung bin« so überraschend ist das prächtige Bild, das sich darbietet kommt aus Aller Munde. Nur wenige Schritte noch und die Wagen sind am Ziel und halten. Wir sind wie in einem Wunderreiche. Der erste Gesang der Gemeinde des Dörfchens Ramholz er­klingt auS der Kirche vor uns, die den Scheitelpunkt eines etwa dreieckigen Platzes bildet, von dem aus sich die raffelnden Gefährte jetzt langsam auf die weiterführende Dorfstraße entfernt haben es herrscht eine fast andächtige Stille ringS umher von rechts herüber grüßt ein in Blatt und Laubwerk halb verborgenes Gebäude im freundlichen Charakter deS Cottsgestils einladend über die Einzäuung des Gartens herüber neben der gegenüberstehenden Kirche lockt das geöffnete Gitter zum Ein­tritt in einen herrlich grünenden Park. DaS dahinter liegende Schloß gewährt, in seinem älteren Bestandtheil trefflich er­halten, von Epheu halb umrankt, einen noch etwas mittel- alterlichin Anblick. In unmittelbarem Anbau vielgestaltiger Art, der sich, im rechten Winkel an das alte Schloß gelehnt, zeigen sich die reichsten Formen der Renaissauce in Verbindung mit der späteren Gothik und man erblickt von der Garten­seite her die sich zu einer hochaufstrebenden mit figürlichem Schmucke deS Roccoco versehenen Terrasse gegenüber erhebt, das fürstlich eingerichtete neue Schloß Ramholz, dessen reicher Be­sitzer mit dem Aufwande vornehmen Kunstgeschmackes einen Land­sitz zu schaffen gewußt, der seines Gleichen in Deutschland sucht. Rings um die herrliche Schöpfung deS Schlosses wandelnd