10 Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrückungS- gebühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ I* ^gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil
die Zeile 20 ^, fit Auswärts 30 ^.
M. 143
Donnerstag den 22. Juni
1899.
Amtliches.
^attö&rew ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
zu Grunde liegenden Satz der staatlich veranlagten Gewerbe- appelliren an die Phantasie. Ich werde eS nie t machen, wiedaS Milchmädchen in der Fabel von La Fontaine (Heiterkeit), ich werde keine Lustschlösser vor Ihnen aufführen und gar keine 1 Schönfärberei treiben. Ich »erde daS heute so wenig thun wie vor IVi Jahren, als ich in diesem hohen Hause die Än-
steuer richten, sind unzulässig.
Jn Klein Welzheim (Kreis Offenbach) ist die Maul-j und Klauenseuche und in Sommerkahl (Kreis Alzenau) die 9634
Hanan den 22. Juni 1899.
Die Handelskammer.
Canthal.
Der Sekretär: Steller.
Schweineseuche ausgebrochen.
Hanau am 19. Juni 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 6288/9 v. Schenck.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 21. Juni.)
Am Tisch des Bundesraths: Graf v. Posadowsky, v. Bü-
nahme des mit China über Kiautschou und Shantung abgeschlossenen Vertrages empfahl. Beide Verträge, der Vertrag mit China wie der Vertrag mit Spanien, sind Marksteine auf demselben Wege und Glieder einer Kette. In beiden
In Langenselbold ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln ausgehoben worden.
Hanau am 22. Juni 1899.
Der Königliche Landrath.
v. Schenck.
Fällen sind wir ruhig, nüchtern und besonnen »«gegangen. Auf Grund ruhiger und sachlicher Prüfung der Verhältnisse low, Frhr. v. Thielmann, Frhr. v. Richthofen und Kom-; sind wir zu der Annahme berechtigt, daß unser neuer Besitz missare. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung, iauch in wüthschaftlicher Beziehung ein werthvoller ist (Nana! Eingegangen ist die Vorlage, betreffend tie Vertagung!links). Das die Spanier aus diesen Inseln nichts gemacht des Reichstages bis zum 14. November, die auf die!haben, ist noch kein Beweis für ihre wirthschaftliche Werth- Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen gesetzt werden l losigkeit. Ich möchte der spanischen Verwaltung ex post soll. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Fortsetzung i nicht zu nahe treten. Ich glaube aber doch, sagen zu können, der 3. Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Han- daß die Schuld für die jetzige Werthlosigkeit der Inseln wohl
SitsrHMV'st# ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Firma I. C. Jäger & I. M. Rumpf hier hat auf ihrem Grundstück am sogenannten alte« Auheimer Weg, Karte V. Nr. 17, acht Arbeiterwohnhäuser errichtet und beabsichtigt, ferner zwei weitere Wohnhäuser zu erbauen.
Es wird dies gemäß § 4 des Gesetzes vom 11. Juni 1890, „betr. Gründung neuer Ansiedelungen", zur öffentlichen Kenntniß gebracht mit dem Hinzufügen, daß Einwendungen gegen die Ausführung innerhalb 2 Wochen von heute an bei der Königl. Polizeidireklion dahier erhoben werden
belsbeziehungen zum Britischen Reiche. Die weniger an den Inseln liegt als an der bisherigen Ver-
Kommission ^Berichterstatter Abz. Möller-Duisburg) beau- waltung; insbesondere konnte die Jaluitgesellschaft un'et ......... spanischer Verwaltung nicht zum Plantagenbau übergehea
tragt, dem Entwurf unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung die Genehmigung zu ertheilen. — An Stelle des verhinderten Abg. Möller erstattet Abg. Speck den Bericht und ersucht das Haus, dem Antrag der Kommission Folge zu geben. — Auf eine Frage des Abg. Broemel (stets. Vgg.) erklärt Staatssekretär Gras Posadowski), daß die Vollmacht des Bundesraths nicht nur formell, sondern auch materiell durch die von ihm bei der ersten Berathung abgegebenen Erklärungen festgelegt sei. — Der Gesetzentwurf wird darauf mit großer Mehrheit angenommen,
aus Gründen, die mit der Eigenart der spanischen Administration zusammenhängen. Sie konnte ihre Geschäfte kaum behaupten, geschweige denn erweitern. Unter deutscher Herrschaft wird die Jaluitgesellschaft sofort mit dem Plantazenbau beginnen. Durch eine verständige, sachgemäße Entwickelung der beträchtlichen Hülsskräst; dieser Inseln wird sich ihre wirthschaftliche Bedeutung heben lassen, und dieselben werden zu einem wirthschastlich ergiebigeren Besitz werden können. Deutsche- Fleiß und deutscher Unternehmungsgeist werden von jetzt ab dort unter ganz andern und weit günftig-ren Be»
können.
Hanau am 20. Juni 1899.
Der Magistrat.
I. V.: Bode.
9624
Bekanntmachung.
Die Erneuerung von Futzhöden in den städtischen Schulgebäuden soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.
Die Verdingungsnnterlagen liegen bei dem unterzeichneten Amte — Rathhaus, Zimmer Nr. 23 — werktäglich in der Zeit von 10 bis 12^2 Uhr vormittags, für Interessenten zur
dasselbe geschieht in der Gesammtabstimmung. — Es folgts .
die erste'und eventl. zweite Berathung des Gesetzentwurfs,j bingungen Vorgehen können als bisher, und die zweifellos vorhandenen kaufmännischen und kommerziellen Chancen besser
betreffend die Feststellung eines zweiten Nachtragsrtats für das Reich und die Schutzgebiete, und des dazu gehörigen An- leihegesetzes. Präsident Graf Ballestrem schlägt vor, die erste und eventl. zweite Berathung der Vereinbarung über die Handelsbeziehungen zwischen dem Reiche und Spanien damit zu verbinden. Das Haus schließt sich dem Vorschläge an.
Staatssekretär von Bülow: Ich habe die Ehre, der Beschlußfassung dieses hohen Hauses das Abkommen zu unterbreiten, das wir mit Spanien über die Abtretung der Karolinen-, Marionen- und Palaos - Inseln abgeschlossen haben. Durch diese Erwerbung wird zunächst unser Besitz in der Südsee vervollständigt. Wie ein Blick auf die Karte zeigt, bildeten unsere Schutzgebiete im Großen Ocean bisher einen flachen Halbkreis, eine langgestreckte und unzusammenhängende Linie; durch die Karolinen und Marianen wird der Kreis geschloffen. Die Marianen im Norden,
Einsicht auf.
Angebote sind längstens bis zu dem auf Samstag den
Nr. Ä^des Nathhauses «^gesetzten Eröffnungstermine! die Palaos-^ uns^cars^
verschlossen und mit eutivrechender Aufschrift versehen ein- Kaiser ^>tl§eim§.anb und ter Bismarckarchipee im ^a. en zureichen, woselbst auch die Eröffnung derselben in Gegen- bilden nunmehr ein zusammenhängendes^ wart der etwa erschienenen Bieter erfolgt.
Hanau den 15. Juni 1899.
Stadtbauamt I.
Inseln aus spanischem Besitz i.r den Besitz einer anderen Macht als Deutschland über gegangen wären, so würde dadurch unser Schutzgebiet in der Südsee zerrissen und aurcin-
ausnützen können, als heute. Man kann so vorsichtig sein, wie ich zu sein glaube, und doch der Ansicht zuneigen, daß ein Besitz nicht immer nach seinem augenblicklichen Werth, sondern auch nach den Konjunktiven zu toxiren ist, die er in der Zukunft bringen kann. (Sehr richtig!) Es hat schon mancher ein ganz gutes Geschäft gemacht, der ein Terrain gekauft hat, das im Augenblick nicht besonders ergiebig war und vielleicht auch eine Zeit lang unergiebig blieb, das aber, sobald sich der Verkehr ihm zuwandte, seinen Ertrag vervielfachte. Unser Besitz liegt an eirec Straße, welcher Handel und Verkehr sich mehr und mehr zuwenden werden. Indem ich mich im Urbrigen beziehen darf auf meine Denkschrift, die ich dem hohen Hause unterbreitet habe, möchte ich nur darauf Hinweisen, daß alle Inseln sich in vorzüglichem Maße für den P antsgenban eignen, schon wegen ihres großen Wasser- reichthums. Die größeren Inseln sind mit vortrefflichen Holzbeständen bedeckt. Auf allen Inseln gedeiht die Kokospalme, die das Kopra liefert, den hauptsächlichsten Handelsartikel dieser Zonen. Das Klima der Inseln ist verhältniß- mäßig gesund. Auf den Palaoe- und Marianen-Jnseln liegen die Verhältnisse ähnlich, wie auf den Karolinen. Auch sie versprechen eine ergiebige wirthschaftliche Ausbeute. Von besonderer Wichtigkeit ist, daß unsere neuerworbenen Inseln vorzügliche Häfen und Ankerplätze erhatten. Es ist das für uns von um so größerer Bedeutung, als es an solchen Häfen auf den Maischallinseln vollständig fehlt. Dir Marschallinseln besitzen keinen einzigen Hafen, der sich für eine sichere Marinestation eignen würde. Zwischen Neu Guinea und dem Bismarckarchipel einerseits, China und Japan andererseits besitzen wir jetzt keimn einzigen guten Hafen. Dagegen fin« den sich auf den größeren Karolinen, auf Ponape und Kusaie,
9314 ander gesprengr, in seiner Entwicklung gehemmt und minder- t werthig geworden sein. Gerade im Hinblick auf die Nach- ! bacschast der Karolinen einerseits zu den Marschallinseln, 4*4 ! andererseits zu Neu Guinea, war deren Erwerbung, wie Sie
wissen, seit lange in Aussicht genommen. Vom Standpunkte
Auf Grund der Vorschrift in § 31 Abs. 1 des Gesetzes unserer allgemeinen politischen Interessen in der Südsee ist über die Errichtung der Handelskammern vom 24. Februar! die j tzt erreichte Erweiterung unserer Machtsphäre nützlich 1870/19. August 1897 hat die Handelskammer beschlossen,' und nothwendig, die Lage der neu erworbenen Inseln eine zur Beschaffung ihres Aufwandes für das Rechnungsjahr besonders günstige. Wir können uns der Hcstuuug hrngeben, 1899/1900 zehn Prozent der Gewerbesteuer von den bei-i daß durch unsern neuen Besitz auch unser a't r Besitz ge- tragspflichtigen Firmen ihres Bezirkes zu erheben. ! fördert, entwick-lnngssähiger und ergiebiger werden wirb.
Denjenigen Gemeinden, in welchen beitragspflichtige Dazu kommt, daß sich ass den Karolinen ert langem deutsche Firmen ihren Sitz haben, werden die von der Handelskammer Handelsniederlassungen befinden. Deutsche vandelsteutt auf Grund der Gewerbesteuerlisten festgestellten Heb-listm! hatten seit Jahren Handelsbeziehungen augeknupft zu den überwiesen, soweit die Handelskammer die Beiträge nicht selbst Eingeborenen der Inseln und Lort Faltoreren gegründet. Es einzieht. Die Gemeinden haben nach § 28 des bezeichneten waren die deutschen Häuser aus den Karolmen, die unter Gesetzes die Erhebung der Handelskammerbeiträge gegen eine! Hinweis auf die vorliegenden deutschen HandelSiLterkssrn im Vergütung von höchstens drei vom Hundert der eiugezogeuen im Jahre 1885 bu: erste
Beiträge zu bewirken und die eingezogenen Summen durch und Verkehr aus diesen^nseln negt noch heute m d.n Handen
Vermittelung der Königlichen Kreislassen an die Handels- der deutschen JalmttGesellschaft, die Rationen auf aßen Mir.
' besitzt. Der deutsche Kaufmann steht dort nach wie vor
Die Handelskammerbeiträge sind öffentliche Lasten. Rück- in erster Rtthe. Wenn diese Inseln bet ^m
9 @*^ bie H«°,i°iu»g zu H-ud-M-mm-r- » Z.'kuust uuftns ®*M^ »’* ^“
beitränen sind innerhalb tweier Wochen nach der ^ahlungs- > sondern es wären auch in wirthschaftlicher Beziehung Kemre. die Fchter zu v.rmeisen, auffoiLmig bei dn Handelskammer anzubringen, die darüber! vernichtet worden, die der. Entwickelung fähig sind M !^^ ^ ich mich auf meine zweite Denk-
bescktt-Lt ^fr lLinsvruck bat Line aufschiebenve Wirkung, sage: Kerm-, die der Entwtckiluog fähig sind. Es ist Nicht Organisation der -JSsein oars lq Wily aus meine zivrile jycnr Eirssprüche, welche sich g7gen" den dem Handelskammerbeitrag meine Art, in politischen und wirchschaftlichen Fragen z« fönst beziehen. Dieselben waren unter spanischer Herrschast
I. V.: Kr o egel.
lammet abzuführen.
abgaben eingezogen
mehrere vortreffliche Häfen. Auch auf den Marianen und PalaoS-Jnseln fehlt es nicht an solchen. Die Marianen können sich mit der Zeit zu Stützpunkten für den Schiffsverkehr zwischen Südostasien und Centralamerika entwickeln, wie wir überhaupt durch unsere neuen Erwerbungen wichtige maritime und wirthschaftliche Stat onen gewinuen auf dem Wege von Kaiser Wtlhelmsland nach Kiautschon. Die Bevölkerung unserer neuen Inseln wird uns als gutartig, anstellig und geschickt beschrieben. Jedenfalls sind unsere Handelsleute immer gut mit diesen Eingeborenen ausgekommen. Wir werden in humaner Weise mit diesem bildsamen Menschen- m-trrial umgehen. Wir werden bei voller Aufrechterhaltung unserer Autorität aber doch nicht vergeffen, daß wir es mit Menschen zu thun haben, und einzedmk bleiben der Pflichten, die unS unsere höhere Kultur und der . Wir werden »ersuchen,
die dort früher zu Auf- Hinsichtltch der künftigen