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Hanauer Anzeiger

17, Juni.

Frohe Stuvden wollen wir allen bereiten, die in unseren Mauern einziehen.

Die städtische Mbliothek

Bangertstraße 3, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.

Gesammtkataloge find zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 16 /6.

Sehr trocken ^

Beständig "

Schön 7KV ==

Veränderlich

Regen (Mnd)M

Diel Regen 740__M

Sturm=

730 M

710__M

Mainwasserwärme gestern Abend 15 Grad.

Marktbericht.

Hansa, 17. Juni. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 3036 Pfg., Erbsen 3038 Pfg., Linsen 4048 Pfg. daS Doppelliter; Geflügel; Tauben das Pärchen 7090 Pfg.; ein alter Hahn 1,40 bis 1,60 Mk.; ein junger Hahn 70 Pfg. bis 1 Mk.; ein Huhn 1,301,50 Mk.; eine Ente 2,10-3 Mk; eine Gaus 2,80-4 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25-30 Pfg., bessere Sorte 3540 Pfg., Aal 11,10 Mk., Hecht 1,10 bis 1,20 Mk., Bresem 60-70 Pfg., Barben 6070 Pfg., Barsch 5070 Pfg. Vs kg; Gemüse; Merrettig, die Stange 1015 Pfg.; Spargel, 100 Stück 2,502,80 Mk.; Blumenkohl das Stück 3050 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 5-6 Pfg.; Rettig, das Stück 5 6 Pfg.; Ober-Kohlrabi das Stück 810 Pfg.; Wirsing das Stück 2530 Pfg.; Weißkraut das Stück 30 35 Pfg.; Gurken, das Stück 2040 Pfg.; Gurken, zum Einmachen das Hundert 10 Mk.; gelbe Rüberr das Bund 1014 Pfg.; neue Erbsen, die Portion 20 - 25 Pfg.; n ur Bohnen, die Portion 30 bis 40 Pf^.; Spinat, die Portion 30-40 Pfg.; Kartoffel, 1215 Pfg. das Doppelliter; Obst; K rschru, das */s kg 4050 Pfg.; Erdbeeren, daS V» Liter 4550 Pfg.; Bepfel, das Pfund 30-35 Pfg.; Zitronen, daS Stück 8-10 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 1015 Pfg.; Paradtes- ävfel, das Stück 8-10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 90 Pfg. bis 1,05 Mk.; Käse, das Stück 45 Pfg.; Eier, daS Stück 68 Pfg.; Zwiebel, daS Doppelliter 22 bs 24 Pfg.; Welschkorn, das Doppelliter 24-26 Pfg.; Radieschen, das Bündel 3-5 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., L. Sorte 18 Psg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = kg; Stroh 1,80-2 Mk. und Heu 2,50 bis 3 Mk. 50 kg; Buchenholz, der Meter 10,75 Mk. Tannenholz, der Meter 8,50 Mark.

Aus der Provinz und den Nachbargebiete«.

Csfsel, 14. Juni. Am Dienstag starb hier an einem Herzleiden der Geheimrath Professor Dr. Wilhelm Ende- mann, 74 Jahre alt, Professor dr Rechte an der Universi- tät Bonn. Seit vier Jahren war er in den Ruhestand ge­treten und seit Oktober in seine alte Heimat) Cassel über- gestedelt. Er war neben Thöl und Goldschmidt einer der ersten Kenner und Förderer d.s Handelsrechtes. Er ist ferner ein hervorragendes Mitglied der Kommission für die Ausarbeitung der Civilprozeßordnung (1867 bis 1870) ge­wesen ; als Mitglied des Norddeutschen Bundestages und des RiichstageS (nationalliberal) war er ein eifriger Förderer für den einheitlichen Aufbau des Deutschen Reiches. Be­rühmt sind besonders im Auslande seine nationalöconomischen Arbeiten, zumal die Studien in der romanisch kanonistischen Wirthschaftslehre.

Csfsel, 16. Juni. Der hiesige Vorstand des Vereins für hessische Geschichte, der zugleich Vorstand des Zweigver­eins Cassel ist, hat den Beschluß gefaßt, die Mittel dieses Zweigvereins auf einige Jahre hinaus bereit zu stellen zur Ausarbeitung einer quellenmäßigen Darstellung der Geschichte des englisch-hessischen Subsidienvertrages vom Jahre 1776. Als Bearbeiter ist Herr Dr. Grotefend, Assistent an der Stind. LandeSbibliothek zu Cassel, gewonnen worden.

Msrsurg, 16. Juni. Die diesjährigen Marburger Ferienkurse mit Vorlesungen und Uebungen in deutscher, französischer und englischer Sprache finden im Gegensatz zu einem verbreiteten Gerücht in der Zeit vom 17. bis 29. Juli und vom 2. bis 15. August (eventuell auch noch vom 17. bis 31. August) statt. Vorlesungen halten die Herren Lic. Bauer, Prof. Brandi, Prof. Disse, Dr. Finck, Hermann, Prof. Natorp, Prof. Victor; Prof. Chabot, Dr. Doutrepont, Gruuy, Prof. Jouffret, Dr. P. Passy; Edwards, Dr. Heath, Prof. Herford, Prof. Moore Smith und Tilley. Uebungen veranstalten Herr Dr. Schellenberg, Herr Lektor Tilley. Mme Rausson und Frl. Klein. Ausführliche Pro­

gramme werden auf Verlangen von Oscar Ehrhardt's Urti- versttäts-Buchhandlung unentgeltlich versandt.

Hd. Bsd Kreuznsch, 16. Juni. PrinzessinHein- rich reiste heute Nrchmitta; 3 Uhr mit ihren Söhnen von Müuster am Stein nach Kiel ab.

Bolkswirthschaftliches.

Hessische Stsstssnlsihe. DrS hessische Finanz­ministerium hat eine vierprozentige Hessische Staats Anleihe, auf zehn Jahre unkündbar, im Betrage von 21V» Millionen Mark zum Karse von lOO1/» an ein Konsortium begeben, bestehend aus: Direktion der Serhandlungs-Sozietät, Drrm- städter Bank, Diskonto-Gesellschaft, den Bankhäusern Roth­schild, S. Bleich öder und Robert Wirschauer u. Co. Die Anl iße wird voraussichtlich in allernächster Zeit zur Emission gelangen.

3'/»ige Jsenburg-Birftein-Anleths. Die Fürstl. Jsenburgische Administration macht bekannt, daß die am 1. Juli 1898 fällig gewesenen Coupons obiger Anleihe von 1. Juli 1899 ab eingelöst werden.

Aus aller Welt.

Eine Höllenmaschine zur Bekämpfung der Mücken. Ein genialer Erfinder will der Mückenplage, unter welche viele Sommerfrischen leiden, ein rasches und sichrres Ende bereiten. Der Mann stellt: sich kürzlich in der Redaktion desN. W. T." vor und demonstrirte an einer Zeichnung seine Erfindung, eine förmliche Höll-nnaschtne zuc Vernichtung von Mücken, in zweierlei Ausführung. Die größere, eine Massenmordmaschine für den Mückenfeldzug im Gatten 20. bestimmt, ist ein niedlicher Handwagen, der zwischen den Rädern eine Heizvorrichtung hat. Auf dem Wagen ruht ein Kessel, mit Wasser und verschiedenen Pul- verchen gefüllt, deren Zusammensetzung das Gehümniß des Erfinders bildet. Seitwärts ragt aus dem Kessel ein Rohr hervor, dessen Ende die Form einer T smpete hat, deren bauchiger Wandung, wenn die Höllenmaschine im Gange ist und das Feuer unter dem Keff l brennt, Dünste ent­strömen, die nach der Behauptung des Etfinders, den sicheren Tod allen Jasekren brinaen. Für Zimmer- und Garten­veranden dient die zweite Ausführung oer Maschine, die einer kleinen Spirituskaffeemaschine ähnlich siezt, auch mit Spiritus geheizt wird und oben einen umgestülpten Trichter hat, aus welchem die Dünste emporsteigen. Der Erfinder, dem es mit der Sache völlig ernst ist, heißt Kempf und ist Galar-terie- waareudrechsler. Er versichert, daß die Dünste auS den von ihm erfundenen sechs Pulvermischungeu nur Mücken und allen ähnlichen Insekten Tob und Verderben bringen, für Menschen aber ganz unschädlich sind, jr 'sogar erfrischend wirken, weil sie die Luft reinigen. Vielleicht wagen einige Sommerfrischler den Versuch mit der Höllenmaschine.

Einen schsndeehaften Mord vollführte ein in Hückeswagen beschäftigter Wegearbeiter, der mit einem Kollege» in Streit lebte. Er wartete die Zeit ab, in der dieser sich am Wege zum Mittagsschlafe hingelegt hatte, alsdann zer­trümmerte er ihm mit einem schweren Hammer dm Schädel vollständig. Die Leiche ist gräßlich zugerichtet. Der Mörder entfloh, wurde aber in Rade vorm Wald ergriffen und ver­haftet.

Schiffsunglück.

Stettin, 16. Juni. Ein furchtbares Schiffzunglück er­eignete sich heute Nachmi tag 2 Uhr b 1 der Dampfer Anlage- stelle im Vororte Zülchow. Dort stieß der von Pölitz kom- neadr Dampfer Pölitz mit den von Stettin nach Golzow fahrenden Tourendampfer Blücher der Feuerloh'scheu Rhederei zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, daßBlüher" nach etwa 3 Minuten sa k mit sämmtlichen an Bord befind­lichen Passagieren, deren Zahl auf 40 angegeben wird. Der Dampfer Pölitz sowie mehrere zur Rettung herb sigeeilte Boote retteten etwa 20 bis 30 Personen, sodaß die Zahl der Er­trunkenen stch auf 10 bis 20 beläuft. Eine weitere aus­führliche Meldung besagt: Das Schiffsunglück beim Züll- chower Freistaden erfolgt: in der Weise, daß die beiden, etwa 100 Fuß langen DampferBlücher" undPölitz" zusammen- stießen. Der von Stettin kommendeBlücher" war im Be­griff fortzufahren, undPölitz", von Pölitz kommend, im Begriff anzulegen. Durch falsches Manövriren des letzteren rannte sein Steven mitschiffs denBlücher" an. Dieser sank nach einigen Minuten. Auf dem Schiffe befanden sich haupt­sächlich Kinder auS dm naheliegenden Ortschaften, die, aus dm Schulen in Stettin zurückkehrend, diesen Dampfer zur Heimfahrt benutzten. D^e Gesammtzahl der Passagiere wird auf einige Fünfzig ange eben, von denen der größere Theil gerettet sein )iH. Als verletzt ist bisher nur ein Passagier gemeldet worden, der sib ein Bein gebrochen hat und indaS Johanniter-Hospital in Züllchz» geschafft wurde. Von dem gesunkenen Schiffe ragt nur noch der Mast einige Fuß üb.r dem Wasser. Die Leichen sind bisher trotz aller Mühe noch nicht geborgen, doch werden die Bergungsarb'itev unausgesetzt betrieben und alle Anstalten getroffen, das Fahrzeug zu heb m, «m dir in dem Raum befindlichen Leichen zu bergen. Da sich die Vermißten auf verschiedene Ortschaften »ertheilen, war rs den Brhörden bisher nicht möglich, die genaue Zahl festzust llen.

AuSzüge auS dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.

Somborn. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Somborn auf den Namen deS Schnei­dermeisters Heinrich Dambruch (PeterS Sohu) zu Som- korn eingetragenen in der Gemarkung von Somborn belegk-

nen Grundstücke am 18. August 1899, vormittags 8 Uhr vor dem Königlichen Amtsgericht zu Meerholz versteigert werden.

Patent-Ertheilungen.

104 781. Verfahren zum Vereinigen der Rohre von Frhrradrahmeu ohne Löthung, Verkeilung oder Berschraubung; Zus. z. Pat. 97 730. S. Frank in Frankfurt a. M., vom 18. November 1898 ab. Kl. 63.

GebranchS-Muster-

Nr. 114 851. Zwischen Porzrllanring und Fassung lose eingesetzter Reflektor and Blech mit inneren Spiegelbelag auS gerippt-m Riflektorglas. Elektrizitäts-Gesellschaft Richter, Dr. Weil u. Co. in Frankfurt a. M., vom 17. April 1899 ab. E. 3225. Kl. 4.

Nr. 115 158. AuS e'nrm Stück Flacheisen hergestellter Jsslirrollenträgcr, dessen Längsenden dübelbildend umgebogen sind. August S ch a r f f e r in Frankfurt a. M., Moselstraße 46, vom 4 April 1899 ab. Sh. 9240. Kl. 21.

Nr. 115194. L:derabschärfmaschine mit in einer ver­stellbaren und herausnehmbaren Muff: gelagerter Messer- spindel. I. H. Co nnor in Frankfurt a. M., Holzhausen­straße 53, vom 24. April 1899 ab. C. 2341. Kl. 28.

Nr. 114 914. Vexi'.schloß für Portefeuilliwaaren aller Art, dessen Schlußriegel durch Drehen einer runden Scheibe sestgrstellt w rden kaun. Peter Schlesing er in Offenbach a. M, von 28. März 1899 ab. Sch. 9223. Kl. 33.

Nr. 115 142. An R ihmentheilen befindlicher Scheren- bügel, welcher kreisförmig flrch auseinander gezogen und aus­einander geklappt w rden kann. Alex rüder Halb erst adt in Offenbach a. M., vom 1. Februar 1899 ab. H. 11401. Kl. 33.

Nr. 114 989. Schaumschläger nach Art einrs Drillboh­rers mit auS Draht geformien Schlagflüzel». August Helm in Frankfurt a. M., Holzgraben 11, vom 29. März 1899 ab. H. 11 759. Kl. 34.

Nr. 115 486. Ac-iy^en-GastUtwickler für Klein-Betrieb mit aushängbarem, aus Draht gefertigt!« Carbia - Behälter. I. B. Schässer in Wiesbaden, Rheinstraße 21, vom 24. Apttl 1899 ab. Sch. 9342. Kl. 26.

Schiffsbericht.

Hsmhtttkg, 15. Juni. Der DampferScotla* 8oa der Hamburg - Amerika - Linie ist vorgestem in St. Thomas ktugetroffen.

Bremsn, 16. Juni. Der Dampfer des Norddeutschen AeydWittknberg" ist gestern in Port Said und der DampferKaiser Friedrich" vorgestern in New-Iork einge- trossen.

London, 15. Juni. Der Castle-DampferPembroke Eüstlr" ist auf der Ausreise vorgestern tu Kapstadt einge- troffen.

ReW'Uork, 13. Juni. Der DampferSouthwark" von derRed Star Linie" ist von Autwerpm gestern hier angekommen,

Für bett armen Abgebrannten Leinweber in Rüdigheim

gingen weiter bei uns ein;

Von Gustav Lieber.....Mk. 1.,

N. H. Philippsruhe Kcsselstadt 2., ee bt. N......... 3. , , Ungenannt....... 1., A. L. ....... . 5, , Ungenannt....... 1., Ungenannt...... 3., « G. G........ 1.-, V ........... 3.,

X.......... 100..

Weitere Gaben zur Weiterbeförderung nehmen wir gerne entgegen.

Redaktton desHsnsiter Anzeiger".

Drahtnachrichten desHan. Anz."

Berlin, 17. Juni. Der Kaiser ist gestern Ateub von Hannover kommend in Hamburg eingetroffen und nahm das Diner in der preußischen Gesandtschaft ein. Später unternahm der Kaiser eine Fahrt auf der Alster und reiste alsdann um 9^ Uhr nach Brunsbüttel ab.

Berlin, 17. Juni. DemKleinen Journal" zufolge soll zum Nachfolger des bisherigen Gouverneurs von Berlin, Graf von Wedel, der Chef des MilitärkabinetS General v s u Hahnke ausersehen sein und Letzterer durch den Komman­deur des kaiserlichen Haupt-Quartiers von Plessen ersetzt werden.

Berlin, 17. Juni. DerDeutschen Tageszeitung" wird die Meldung, daß Graf Dönhoff Friedrichstein für ein höheres StaatSamt ausersehcn sei, als unrichtig be­zeichnet.

Psris, 17. Juni. Nachdem es Poircarö nicht ge­lungen ist, sich mit den Radikalen zu verständigen, begab sich derselbe gestern Abend ins Elysee und legte den Auftrag zur Kabinetsbilduug in die Hände des Präsidenten Loubet zurück. Es treten nunmehr Delcaffö und Waldeck-Rousseau in den Vordergrund. Loubet wird heute zul ächst die Präsi­denten des Senats und der Kammer empfangen und später mit Brisson, Mäline, Ribot und anderen Personen konferiren.

Psris, 17. Juni. Der KreuzerSfax" mit Drey- fns an Bord wird am Montag auf den Azoren landen. Kapitän Coffinies erwartet dort neue Instruktionen.