Erstes Blatt.
®»imemeittl.
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Amtliches Organ für Stadt- unS LanSkreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Kr. 139
Samstag den 17. Juni
EinrückungS» gebühr
für Stadt- und Land» kreis Hanau 10 ^ Ht ^gespaltene Garmond« zeile oder deren Raum,
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, fit Auswärts 30 ^.
1899
Amtliches.
Bekanntmachung.
Am 1. Juli wird in dem zum Landbestellbezirke der Kaiser- lichen Postagentur in Bruchköbel gehörigen Orte Mittelblechen eine Postlülfsstellr eröffnet, leren Verwaltung dem Landwuth Philipp Müller übertragen ist.
Cossel, 10. Juni 1899.
Kaiserliche Ober-Postdireklion.
Frank.
cSanÖ^r^t^ ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In Lieblos (Kreis Gelnhausen) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen
Hanau am 15. Juni 1899.
Bekanntmachung.
Die Erueuernng von Fußböden in den städtischen Schulgebäuden soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen bei dem Unterzeichneten Amte — Rathhaus, Zimmer Nr. 23 — werktäglich in der Zeit von 10 bis 12^2 Uhr vormittags, für Interessenten zur Einsicht auf.
Angebote sind längstens bis zu dem auf Samstag den 24. Juni d. Js., vormittags 11 Uhr, im Zimmer Nr. 24 des Rathhanses angesetzten Eröffnungstermine verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen ein- zureichen, woselbst auch die Eröffnung derselben in Gegen-
7) Ersatzleistungen für gewährte Krankenunterstützungen .
8) Zmückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder .
9) Kapitalanlagen .
10) Verwaltungsausgaben a) persönliche b) sächliche
11) Sonstige Ausgaben
5,043.52
117.80
6,753.89
9,914.36
2,924.76
545.29
Summa der Ausgaben 114,195.21
Abschluß.
Summa der Einnahmen .
Summa der Ausgaben
. 117,180.78
. 114195.21
V. 6086
Der Königliche Landrath, v. Schenck.
wart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Hanau den 15. Juni 1899.
Stadtbauamt I.
I. V.: Kroegel.
9314
Ergibt einen baaren Kassenbestand am 31./12. 98 von . * . . . ‘2,965.57
II. We^mö'genscrusnoeis.
Das Gesammtvermögen der Kasse setzt sich wie folgt zusammen ;
Zur Belohnung landwirthschaftlicher Dienstboten hat der Kreistag des Landkreises Hanau auch für das Jahr 1899 den Betrag von 100 Mk. zur Verfügung gestellt.
Bei Vertheilung dieses Betrages können nur solche Dienstboten berücksichtigt werden, welche mindestens 25 Jahre in ein und demselben landwirthschaft lichen Betriebe treu gedient und in den letzten fünf Jahren eine Belohnung ans Kreismitteln nicht erhalten haben.
Etwaige Anträge um Gewährung einer Belohnung sind mir unter Vorlage des Dienstbuches und eines vom Arbeitgeber ausgestellten Führungszeugnisses alsbald durch den Ortsvorstand einzureichen.
Hanau am 14. Juni 1899.
Der Königliche Landrath.
Rechnungsabschluß
der Oitskrankenlasse für den Landkreis
1)
Baarer 1898
Hanau pro 1898.
I Kasfenvechnung.
a) Einnahmen
Kassenbestand am 1. Januar
I Aktiva.
a) der Baarbestand am Schluß- des Rechnungsjahres 1898 .
b) in Werthprpieren, Sparkassenbüchern
Summa
II. Passiva.
Mk.
2,985.57
36,842.84
39,828.41
A. 2218
v. Schenck.
^ta^t&rew ^anau.
BekarmtAachrmgen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Hundesteuerliste für 1899 liegt vom 19 d. Mts. ab zwei Wochen laug im Zimmer Nr. 14 des Rathhanses
während der Dienststunden öffentlich auS. Hanau am 14. Juni 1899.
Der Magistrat.
Bode.
9401
2) Zinsen von Kapitalien
3) Eintrittsgelder .
4) Beiträge .
5) Ersatzleistungen für gewährte Kranken - Unterstützungen .
6) Ersatzleistungen von Berufsgenossin- schaftm, Unternehmern und Versicherungs- anstal-ea.....
7) Zurückgezogene Kopitalien.
8) Sonstige Einnahmen
Summa der Einnahmen
b) Ausgaben.
1) Für ärztliche Behandlung .
2) Für Arznei und sonstige Heilmittel
3) Krankengelder a) an Mitglieder .
b) an Angehörige derselö
4) Unterstützung an Wöchnerinnen .
5) Sterbegelder....
6) Kur- und Verpflegungskosten an Kranken anstalten ....
Mk.
299.23
1,523.50
2 865.20
97,852.13
Nichts.
Hiernach beträgt der Ueberschuß der Aktiva
Nach dem vorjährigen Abschluß betrug der Ueberschuß der Aktiva .
Mithin Verwögensabnahme
39,828.40
43,738.18
3,909.77
In Gemäßheit des § 64, letzter Absatz der Statuten, ! wird vorstehender Rechnungsabschluß hiermit zur öffentlichen
780.97 Kenntniß gebracht.
196.28
13,350.—'9335
313.47 ——
Hanau den 12. Juni 1899.
Der Vorstand
der Ortekrankenkafie für den Landkreis Hanau. A. Pfosch.
ii7,no.78 Die Kämpfe auf den Philippinen.
Die Amerikaner haben wieder einmal die Tapferkeit und 18,654.58 ungemeine Kühnheit der Filipinos am eigenen Leibe zu 11,34127 spüren bekommen. Mit knapper Noth sind sie in dem Ge- 43,395.77 fecht vom 13. d. Mts., das in unmittelbarer Nähe von 1,142.46 Manila, also ihrem eigentlichen Hauptquartier, stattfand, 1,371.83 einer fürchterlichen Niederlage entronnen. Hätten sie nicht 1,450.— die Geschütze der im Hafen liegenden Kriegsschiffe wirksam ' unterstützt, dann würden die Filipinos höchstwahrscheinlich sich 11,539.68 der Hauptstadt ihres Landes bemächtigt haben.
Fertillstsn
Eine deutsche Insel im Nordpilarmeere.
Von Cito Leonhardt.
Nachdruck verrottn
Wenn diese Zeilen dem Leser zu Gesichte kommen, weht in der düsteren Zone des höchsten Nordens vielleicht schon die schwarz weiß-rothe Flagge über der jüngsten unscheinbaren, doch nicht unwichtigen Erwerbung des deutschen Reiches. Eine
Expedition ist entsandt worden, um die kleine, etwa 68 qkm umfassende, zwischen Hemmerfest und Spitzbergen annähernd halbwegs gelegene Bären-Jnsel auf ihren Werth als Stützpunkt für die Entwickelung der deutschen Polarfischerei zu untersuchen und sie im Falle eines befriedigenden Ergebnisses in Besitz zu nehmen. Es ist nicht das erste Mal, daß der Unternehmungsgeist der europäischen Völker bis zu diesem einsamen und an sich wenig lockenden Eilande vordringt. Nachdem der berühmte Holländer Barents auf seiner dritten und letzten Reise am 8. Juni 1596 die Insel entdeckt und ihr zu Ehren eines 12 Fuß langen Bären, den er hier erlegte, den Namen Bären-Jnsel gegeben hatte, fand sich im Anfänge des 17. Jahrhunderts der Engländer Stefan Bennet, der im Interesse des Handels die arktischen Gegenden bereiste, hier ein und leitete eine Aera kommerzieller Unternehmung-n ein, deren Basis die Jagd auf die reiche Thierwelt der Insel war. Denn damals lebten die Bögel in solcher Menge auf Bären-Eiland, daß die Sonne verdunkelt wurde, wenn sie aufflogen, und sie war ferner das Rendezvous gewaltiger Walroßheerden. Auf sie richtete sich die Jagd besonders, und wie gewinnbringend sie gewesen ist, 'erhellt wohl allein schon aus der Thatsache, daß einmal im Jahre 1608 binnen weniger als sieben Stunden 900 bis 1000 Walrosse erlegt wurden.
An diesem Geschäfte beteiligten sich die verschiedensten Na-> norwegischen Küste, wo die Fischer von einem Honen; 1609 aber nahm die englische Moscovy oder Russia ^rafM«-^ rp^n iir.t,r bit^n rtmMrihw Cou pany förmlich Besitz von der Insel, die nun mit einmal ein arktisches Handelszentrum geworden war. Es dauerte indeß damit nicht lange. Bald trat die Walfischjagd in den Vordergrund und damit erhielt Spitzbergen eine entscheidende Bedeutung, bis die Wale in diesen Gegenden fast ganz aus- gerottet waren und das bescheidenere Walroß wieder der Aufmerksamkeit der Jäger und Händler gewürdigt ward. Dieser Fall trat in unserem Jahrhundert ein. Norweger und Russen betrieben seit 1820 auf und bei der Bärru-Jnsel wieder den Walroßfang, verfuhren aber dabei so schonungslos, daß sie diese Erwerbsquelle bald sich selbst verschüttet hatten. Denn sie mordeten planlos drauf los, nicht um die getödteten Thiere zn nutzen, sondern nur eben um sie zu morden; Walrofie und Bären, Füchse und Vögel. — nichts wurde geschont, ungeheure Kadavermcssen häuften sich auf, als deren Reste mächtige Knochenhaufen übrig blieben. Bald war das Unvermeidliche tingetreten; etwa
seit 1827 meidet das Walroß die Insel. Aber ein neuer Betrieb machte sie dennoch wieder wichtig; die norwegischen Fischer begannen in ihrer Umgebung, das Meer auszubeuten und es fand sich in der That, daß daS Nord- meer reiche Schätze bot. Hier lebt eine Hai-Art, die die Norweger Haakjerring nennen, aus deren Leber man ohne Knochen den vortrefflichen „blanken Thran" gewinnt; h-er finden sich Schellfische, Marulke, Heiligbutten, und von der letzteren Art hat ein Schiffer der schwedischen Expedition von 1864 einmal in kurzer Zeit mit der Handschnur über 30 große Exemplare aufgezogen, von denen keines unter »/. Pfund, die größten aber über 36 Pfund wogen. Der Dorsch endlich, der bekanrtlich eine der Haup^quellen des nationalen Wohlstandes Norwegens bildet, kommt hier anscheinend in solchen Masten vor, wie an jenen Stellen der
Dorschberg"
(TorSkbjerg) reden. Unter diesen Umständen ist der Gedanke, hier einen Stützpunkt für die deutsche Nordpolar- Fischerei zu hegrüud-n, wohl als berechtigt und aussichtsvoll
Die heutige Kummer umfaßt außer dem Uttterhaltungsblatt 14 Seiten.
zu bezeichnen.
Ist die Bären-Jnsel nun geschichtlich insofern interessant, als die menschliche auri sacra fames auch nach ihren entlegenen Schätzen schon seit Jahrhunderten die Hand ausgestreckt und ihr unheilvolles Werk auch hier geübt hat, so bietet sie auch in anderer Hinsicht unerwartet viel Merkwürdigkeiten. Hierin gehört zunächst ihr Klima, das allem Anscheine nach ein für diese Breiten auffallend mildes ist. Das Ergebniß der Beobachtungen von norwegischen Walroß-Jägern, die 1824—26 hier zweimal überwinterten, ist dies, daß das Klima bis in den Februar hinein so milde blieb, daß in dem genannten Monat man noch im Freien arbeiten konnte, während die Weihnachtszeit sogar Regen gebracht hatte. Und das in der Breite der Melville-Jnsel, wo das Quecksilber fünf Monate im Jahre gefroren ist 1 Erst im März — die Sonne war inzwischen schon wieder erschienen — nahm die Kälte zu, im April erreichte sie ihr Moximum. Um diese Zeit begann die See stark zu dampfen und fror zu. Nachdem im Juni und Juli viel Treibeis erschienen war, war das Meer etwa um die Mitte Juli schon wieder ganz offen und das Wetter war bereits klar und mild. Auch der für die Bären-Jnsel charakteristische Mangel an Schueebergen und Gletschern, die Existenz von Quellen und manchen, der Flora deS höchsten Nordens fremden Pflanzen sind Zeichen des milderen Klimas. Der Umstand, daß hier der Golfstrom noch seine Wirkungen äußert, dürste hierzu mit beitragen; gerade an dieser Stelle trifft er mit dem Polarstrom zusammen und die Folge ist, daß die Insel während längerer Zeit oft von Nebel und undurchdringlichen Wolkenmaffen umgeben ist, die besonders