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Nummer koste»

Amtliches Organ für Sksöt- unö Lsnökreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 136

Mittwoch den 14 Juni

EinrückungS» gebühr

für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ Mt 4gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Im Reklammcheil die Zeile 20 ^ f», Auswärts 30 ^.

1899

Dicnpnachnchtcn aus dem Kreise.

Gefunden: 1 Rosenkranz, 1 grauer geri et regen- schirm, 1 schwarze Tasche mit 2,02 Mk. Inhalt, 1 schwarzer Damm-Regenschirm, 1 grauer Damenmantel. Am 13. d. Mts. im Lamboywald: 1 Schlüssel, 1 grünes Portewo nate mit 70 Pfg., 1 Fahrradschraubenschlüssel, 1 grüner Shlips mit Nadel (ein Hufeisen darstellend), 1 goldene Damenutzr mit Kette, 1 schwarzer Umhang, 1 Paar braune Glc cähand- schuhe, 1 weißes Kinderhäubchev.

Verloren: Am 13. d. Mts. im Lamboywald: 1 silberne Herrenuhr nebst &tte mit einen Glücksschwein, 1 golb. Damenuhr mit Doublßkette gez. J. Kv 1 brauner Spazierstock mit Hirschhorngriss, gez. E M, 1 Damen- pouea onnaie mit 4 Mk. Inhalt, 1 ftlb. Herrenuhr mit Goldrand, gez. R. K, 1 schwarzes Portemonnaie mit 5,50 Mk., 1 schwarzer Umhang mit weißer Spitze, IPonemom aie mit der AusschriftHerkules" mit 12 Mk. Inhalt, 1 silb. Zylinderuhr nebst Kette.

Hanau am 14 Juni 1899.

Lagesschau.

Der Reichstag

erledigte am 12. d. M. den Rest des Nachtrags Etats. Eine längere Debatte entspann sich bei der Forderung, das Gehalt für einen neuen Vortragenden Rath beim Reichsamt des Innern zu bewilligen. Demselben sollen die auf dem Gebiete der Arbeiter-Fürsorge liegenden Aufgaben zugewiesen werden. Nbg. Hoch (Soz.) führte bei dieser Gelegenheit Beschwerde

darüber, daß die Regierung den Bauarbeiter-Kougrest nicht auf der Grundlage der Beschlüsse zweiter Lesung in F aze . - ~

durch einen Vertreter habe besuchen lassen. Staatssekretär gestellt wäre. Gestern fa--d die Generaldebatte zunächst statt., fation brächte der Aog. o. Ltaudy zum Aus druck. Er Graf von Posadowsky betonte, daß nicht Mangel an Sie zeigte, daß die schroffen Gegensätze, die im Beginn der'"^"^ ^""* *« " «'**

sachlichem Interesse hierfür maßgebend gewesen sei. Die Bau- Verhandlungen heroortraten, auf dieser ßinie in erfreulichem arbeitet könnten es doch aber einer Retchs-Äehörde unmöglich! Maße ihre Ausgleichung gefunden haben. Der Staats-

zumuthen, daß sie sich aus einem Kongreß vertreün läßt^sekretär Graf Posadowsky war geschäftlich abberufen und.^^ .»»-,--»^ » dessen Versammlunas Lokal mit revolutiorären Abzeichen ge- wurde in der Debatte durch den Miuisterialnrektor von Regrerung werde auch ferner die wertere Ausgestaltung des schmückt ist. Der Staatssekretär wies alsdann den Vorwurf Woedtke vertreten. Der einzige Widerspruch gegen das ®,,fap8 nnh ^'" ^^

der Parteilichkeit gegenüber den Arbeitern zurück. Im An- Gesetz kam von d-n Welf-n, oeren Redner, Freiherr». . ,

schluß an den sogenannten Streik-Erlaß sei ausdrücklich an Schele-Wunstorf, die Debatte begann. Namens der.v-rtreter schloß mit einem Dank an daS Haus für die Mit- sämmtliche verbündeten Regierungen die Bitte gerichtet worden, konservativen Partei rahm der Nbg. v. Loebell das arbeit an bem ruhevollen Werke und für dessen Förderung wenn Streiks von irgend welcher Bedeutung oder Arbeiter-! Wort. Er äußerte sich über die Stellung, welche die Partei durch das ZmückstellkN nnzelmr Wunsche. Heute findet Aussperrungen vorkommen, über die Ursachen der Arbeiter-^in den beiden prinzipiell wichtigsten Punkten, dem Ausgleich die Lpezrarberathung Des GefetzeS stat..

Kämpfe nicht nur den Gewerbe-Inspektor, sondern auch mög- der Lasten und den Rentenstellen, nunmehr einnimmr. Ob- i «« äm»«*»^*

lichst vertrauenswürdige Arbeiter zu hören, um ganz objektiv wohl sie den von der Regierung acc ptnten Ausgleich nicht? . , .

zu ermitteln, welches eigentlich die wirthschastlich berechtigten: für ganz ausreichend hält, will sie sich ihm auf die V-rent- schiedener Gegner unterlegen. Im Verlauf der Berathung oder unberechtigten Urfachen jener Arbeiter-Ausstände und Hortung der Regierung hin anschließen. Auch in Bezug auf einer Jnterp llation des Socialisten Baillant wurde das Mi- Arbeiter-Aussperrungen waren. Der Abg. S t a d t h a g e n die Rentenstellen ist sie von den Beschlüssen der zweiten nisterium Dupuy durch eine über 148 Stimmen Mehrheit (Soz.) eiaina sich darauf in heftigen Ausfällen gegen den Lesung nicht befriedigt, doch will sie auch in diesem Punkte verfügende Koaalion gegnerischer Parteien Sozialisien, Staatssekretär, wodurch er sich einen Orbnimgsrüf zuzog. Ge Bedenken zurucksiellen, sofern die bezügliTe Bestimmung Fortschrittler und Natiöralisten g-stürck. Nach Schluß

feniUetan.

Geschichtliche Verkehrswege im Spessart.

A!S die Römer nach Germania kamen, fanden sie im Be­reich des ehemaligen oberrheinischen Liefse-s noch bedeutende Sümpfe und Wasserarme des Rheines, Neckars und MaimS vor, welch Letztere von ihnen und den daselbst wohnenden deutschen Volksstämmen als Wasserstraßen benutzt wurden.

Von den zahlreichen ehemaligen Nebenarmen des Mains, welche heutzutage versumpfte Moor- und Torfgründe bieten, ist vor allen einer hervorzuheben, der von Oberuburg durch b.n Bachgau und den Dreieichenhain nach Ketsterbach führte. Er bildete die direkteste Verbiuduvg tes Spessart- und Taunus- gebi-tes. Ein zweiter kleiner Arm ging von Niltheim imch bin jetzigen Schönbusch bei Asche ffenbmg nach dem Römer- kastell Stockstadt. RechtS deS gegenwärtig-n Strombettes führte ein Bogen von Kleinostheim über Häuserackerhof nach Dettinzen, ein zweiter von der Einmündung der Kahl nach Großauhetm; bei diesen beiden Mainbelten erinnern die Funde ausgehöhlter Eichenstämme, die alS Fahrzeuge dicuten, sowie Bezeichnungen wieSchiffweg" undSchifflache an die einstige Verwendung derselben alS Wasserstraßen.

Die römischen Lautstraßen waren, wo Terrainschwierigkeiten vicht er Gegenständen, geradlinig, mit festem Steinunlerbau. Sie gingen von Kastell zu Kastell, in unserem Gebiete von Mainz «ach Taunus, Mainthal und Odenwald. Zwei Hauptstraßen bildeten die ursprüngliche Grenzlinie, den ersten Limes. Die eine führte vom Neckar durch den Odenwald über Schlosser», Hesstlbach, HainhauS, Würzberg, Eulbach, Lützel- bach auf derHohen Straße" oberhalb Ctfenbach zur Miltev- berg-Treursurt-Obernburger Thalstraße, von Oberuburg nach Riedernberg, Slockstadt, Seligenstadt, Steiuheim, um bei

Staatssekretär Graf von Posadowsky erklärte unter großem Beifall der Konservativen und Nrtionalliberalen noch­mals, daßein Vertreter des Kaisers und der verbündeten Regierungen dort nicht Platz nehmen kann, wo die Embleme des Republikanismus wehen." Der neue vortragende Rath wurde bewilligt, ebenso ohne wesentliche Debatte eine Reihe weherer Tuet. Es folgte alsdann die zweite Bera-Hang des Entwurfs eines Hypothekenbank-Gesetzes. Abg. Büfing (nil.) beantragte mit Rücksicht auf die Geschäfts-Lage des Hauses die en dioe-Annahme der Vorlage. Die Vorlage wurde darauf nach den Beschlüssen der Kommission ohne weitere Debatte angenommen.

In seiner gestrigen Sitzung nahm der Reichstag das Gesetz wegen der Zuwendungen aus dem Juvaliden- f o n d s in dritter Berathung an; desgleichen durch en bloc- Abstimmung das Hypotheken bankgesetz. An das Letztere knüpfte sich noch eine längere Debatte, in der von der Linken wie von der Rechten unter Verzicht auf Abände­rungsanträge Wünsche für die Zukunft ausgesprochen wurden. Eine gewisse Reserve der konservuliom Pa tei gegenüber den Vorschlägen des Entwurfs gründete sich aus die Annahme, auf liberaler Seite werde das Gesetz als erster Schritt zur Mündelsicherheit der Hypothekenpfandbriefe betrachtet, es wurde indeß ein Widerspruch gegen die Annahme des Entwurfs daraus nicht hergeleitet. Zur dritten Lesung des Juvalidenversicherungsgesetzes, in die das Haus hiernach eintrat, liegen Abä. derungTanträze in großer Zahl, namentlich vom Seltenm und der sozialdemokratsichen Partei, vor, ohne daß dadurch die Annahme des Gesetzes wesentlich

Der Staats-

Hanau an die Weitnautsche Lme-sHatzc anzuschließen. Diese führte von Hanau in ger aber Richtung nach Friedberg. Erst unter Tr-jan und Hadrian wer 6er Grenzwall weiter nach Osten geschoben, südlich von Miltenberg in der Richtung Mtiteuberg-Walldürn Osterburken, nördlich von Hanau und Frielberg um die Heilquellen von Nauheim in der Richtung Grüningen - Arnsberg - Marköbel, Großkrotzenburg und demgemäß ward auch daS Straßennetz von Kastell zu Kastell etweihrt.

Die im Spessartgebiete wohnenden Celten und Germanen hatten im Gegenlatze zu den Römern keine festen Straßen mit Stejvbvbu, sondern diese waren kunstlos angelegt und suchten deshalb festen, dürre» Boden über die felsigen Wasser­scheiden der Flüsse, wovon leicht das Wasser alfließen kör nte. Sie zogrn, rechts und links von Gräben begleitet, weist ein sam über die Rücken der Berge und hießen daherhohe Straßen" undRennsteige". Wegen deS auf ihnen beför betten Weines und Salzes führten sie auch den Namen Welnstraßen",Salz- oder Sälzerwege". In der Ge­markung Somborn hat sich der AusdruckSälzerküppel" bis auf den heutigen Tag erhalten.

Diese Wege waren aber nicht nur Handels-, sondern auch Heerrsstraßev, auf welchen ganze Volkssiärme mit Weib urd Kind und Troß dahinzogen; sie waren meist so breit, daß zwei Wageurrihen sich auf denselben nebeneinander bequem fortbewegen konnten.

Im Spessart haben wir zwei solcher uralter Völkerstraßen: die Birkenhainerstraße und den Esels weg. Die Wichtigere ist die Birkenhainerstraße. Sie zieht von Frankfurt über Hanau, durch die Bulau und daS Fm- gericht auf die Höhe nach dem Birkenhain, wovon sie den Namen hat, von da auf der Wasserscheide von Kahl und Kinzig nach Flörsdach, Lohrhaupten, zur HermannSkappe oder dem Schanzenkops, der bayrischen Schanze über das

dahin verstanden werde, daß die Land es centralbehör- deu über die Errichtung von Rentenstellen völlig frei zu entscheiden haben und nicht vom Reiche aus dazu an gehalten werden können. Der konser­vativ: Redner betonte zum Schluß mit Wärme dir außer­ordentlich segensreich! Wirkung der Jnvaliieaversicherung für die arbeitenden Klasse» und, in der gegenwärtigen Erweite­rung, für den Mittelstand. Die vom Vorredner gewünschte Zusicherung gab der Ministerialdirektor o. Woedtke dahin, daß die Einrichtung von R.nteustellen drn Landlscentral- behörden völlig übetlaft n bleiben werde. Man dürfe der Ueberzeugung sein, daß auch ohne bereite Einwirkung der Reichkgewalt Renten?elleu dort errichtet werden würden, wo sie nützlich seien. Die Durch ührung des Gesetzes werd: auch in dieser Beziehung eine durchaus loyale sein. Die Bereit­willigkeit der nationalliberalen Partei, trotz einiger Bedenken, wie namentlich gegen die freiwillige Versicherung, die Beschlüsse zweiter Lesung za acciptiren, erklärte der Abg. Möller. Der Abg. Molkenbuhr gab die Erklärung ab, daß die Sozialdemokratin auch im Falle der Ab­lehnung ihrer Anträge für das Gesetz stimmen werden, weil die Verbrsserungen, die eS biete, nach ihrer Meinung überwiegen. Der Abg. Hitze sah darin einenFortschritt im Entwickelungsprozeß der Sozialdemokratie", aber im größeren Rechte war zweifellos der Avg. Molkenbuhr, der seine Partei gegen den V.rdacht der Mauserung entschieden verwahrte. Die Negation ist einfach nicht mehr angängig, nachdem der Nutzen der Gesetze den Arbeitern handgreiflich gefühlt wird. Eine etwas abweisendere Haltuvg, als der Abg. v. Loebell, gegenüber dem Grundgedanken der Organi-

veranlaßte dadurch den Ministerialdirekor v. Woedtke zum

Schluß noch einmal das Wort zu nehmen und zu betonen, daß die Annahme des Gesetzes die Arbeit an der Verbesserung

der Organisation nicht zum Stillstand bringen werde; die

' Regierung werde auch ferner die weitere Ausgestaltung des ; Gesetzes und die organische Verbir dung mit den anderen l Versicherungsgesetzen im Auge behalten. Der Regierungs-

Die Ministerikrists in Frankreich.

Das Kabinkt Dupuy ist am Montag einem Ansturm ver-

BrücktNkceuz, Einstedel, die Prozeller Kuppe und den Zoll- berg hinab nach Gemünden. Hier kommt sie wieder ins Mainthal, führt nach Würzburg, dann über Rottendorf in der Richtung nach Nürnberg.

Die Birkenhainerstraße überschreitet bei Neuwi thshanS im Großauheimer Gemeindewald den römischen Grenzwall; in der Nähe dieser Stelle hatten die Römer ein Sperrfort errichtet.

Nach der großen Schlacht bei Kahl im Jahre 213 nach Christus verfolgte Carccalla auf der BirkenZainerstraße die besiegten Alemanen, welche sich in die Ringwälle (jetzt sog. alte Burgen") des Vorsp ssarts bei Wasserlos, Schöllkrippeu, Bieder, Kassel und Wirtheim zurückgezogen hatten, bis inS Sinuthal. Hier war er eingeschlossen worden und mußte sich mit Gold loskaufen. Feldzüge der Römer, sowie Züge der Völkerwanderung haben sich zweifellos vielfach auf der Birkenhainerstraße bewegt.

Die deutschen Kaiser benützten die Straße häufig, um zu ihren Palatin Karlsburg und Salzburg zu gelangen, die Grafen von Hanau und Rieneck, wie bis Mainzer Kur­fürsten zur Ausübung der Jagd im Spessa t.

Als Friedrich Barbarossa im Jahre 1184 von dem großen Feste d-r Wehrhaftmachung seiner Söhne in seinen Palast nach Gelnhausen zurückkehrte, gericth er auf d r Birkeuhainer- straße am Altenmarkskopf in den Hinterhalt seiner welfischen Feinde, und er wäre umgekommen, wenn nicht die Bauern der hohen Mark Wilmundsheim vor dem Berge ihn befreit hätten. Bekanntlich datirt das Freigericht von dieser That seine freiheitlichen Gerechtsamen. Die Sage erzählt weiter vom Ueberfalle Barbarossas, daß derselbe in der Nähe der Quelle deSrothen Baches" stattgefunden und daß dieser Bach von der Menge des geflossenen Blutes seinen Namen erhalten habe. (Ober- und Niedcrrodeubach). Ganz in der Nähe des RochbacheS liegt dasHäuser Gut" (heute