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für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
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Amtliches Grgan für Staöl- unö Lsnökrsis Hansu
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Im Reklammtheil die Zeile 20 ^, fix Auswärts 30 ^.
St. 135
Montag den 12. Juni
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1899.
Amtliches.
^taM^ew ^anau,
^Gothein und Wetekamp nach längerer Debatte gegen die Stettin, 11. Juni. Heute Nachmittag 58/* nhr ver- !Stimmen der Freisinnigen beanstandet uns beschlossen, über sank im hnsigen Hafen der Schleppdampfer Erich/ welcher verschiedene Unregelmäßigkeiten (GeldauSzahlungen im Wahl- im Begriffe war, dem englischen Star Hülfe zu leisten. Er b ® lokal) Beweis zu erheben. - Die Wahlen der Abgg. Ring/erhielt einen Stoß in die Müte und sank sofort. Kapitän
7,A Fetisch, Werdtck, Henning und Jebsen werden für gültig er- und Boolsmann konnten sich solange über Wüster halten, bis
A - Es folgen Petitionen. Bei der Berathung der sie gerettet wurden. Der Maschinist hatte dagegen keine Zeit
betreffend Aushebung d-S Kommunalsteuervorrechts mehr, aus dem Maichinenraume herauszukommen. Er versank 9 ^ 1 ber Beamten und Geistlichen, sowie Volksschullehrer, die als mitsammt dem Schiff in die Tiefe. Das Schiff wird später
übelsten wurde, wird eine Resolution auge- gehoben werden.
vo^mm, welche die Regierung «ufforbert, dem Landtage thun-! Wien, 11. Juri. Der überwiegende Theil der Blätter !tid^ in ber nächsten Session einen die Regelung der Kom- beurtheilt die Vrrftändigung mit Ungarn in pessimistischer ^""» Einer anserwenen ^^g^ue!Pflicht der unmittelbaren und mittelbaren Staats- Weise. Die „Neue Freie Riefle* befürchtet, daß dieser Aus- NernnnrMKiyRNK. _ ----- beamten im Sinne des Paragraph 41 des Kommunalabgaben- gleich wahrscheinlich Oesterreich die Lebensfähizkeit seiner Ver-
■ gesetzes vom 14. Juli 1893 bezweckenden Gesetzentwurf fassung vollständig kosten werde. Das Blatt hofft jedoch, daß l vorzulegen. — DaS Haus erledigte sodann eine Reihe die politischen Verhältnisse in Europa Ungarn schließlich Petitwven. ; doch veranlassen würde, sich Oesterreich wieder anzu-
Nächste Sitz'ng: Donnerstag 11 Uhr. Tagesordnung: schließen.
Wien, 11. Juni. Der überwiegende Theil der Blätter
Hanan am 12 Juni 1899.
Königliche Polizei Direktion.
P. 5137.
V Schenck
l-
Kanalvorlage. Schluß 41/! Uhr.
Paris, 11. Juni. Angesichts der Thatsache, daß die ; Behörden für den heutigen Renntag zum Schutze des
Gefunden: 1 schwarzer Damen-Sonnenschirm,
1 blaue Knabenmütze, 1 Portemonnaie (Ziehbtu el) mit! viunvmitu «n wy««« ^i“v‘ «vi«™ ™™ »>»»"
einigen Pfennigen und einem kleinen Messer, 1 Hundemarke PoM^sHS gemacht haben, ist vorauSzusehen, daß ein ernster Versuch einer
(Depeschen-Bureau „Herold").
Präsidenten der Republik ungefähr 100,000 Mann mobil
Nr. 659/99.
Zugelaufen: 1 junger schwarzer Spitzhund mit weißer Brust m. Geschl.
Hanau am 12. Juni 1899.
feindlichen Demonstration gegen Loubet nicht gemacht werden
Preußischer Landtag
> Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 10. Juni.)
Berlin, 10. Jani. Unter dem Befehl des Kaisers wird. Zu befürchten sind nur Reibereien, da Rochefort un- exerzirte heute Vormittag die gesammte Garde-Kavallerie i gefähr 4 bis 500 Eckensteher und ähnliche Gestalten gedungen auf dem Tempe-Hofer Felde. Von Linien-Kavalleric-Rezi- haben soll, um Kundgebungen und Unruhen hervorzurufen. meutern waren zu diesen Cxerzitien die 6. Kürassiere aus i Paris, 11. Juni. B<im herrlichen Sommerwetter ist Brandenburg und das 3. Husaren-Regiment aus Rathenow das heutige Rennen, wie vorauszusehen war, ohne jeden Herangezogen. Auch die Kaiserin mit dem Kronprinzen vonbedeutenden Zwischenfall verlaufen. DieNationa- Schweden wohnten den militärischen Uebungen bei. ! lifien, Antisemiten und Royalistln hielten sich dem LosungS-
Berlin, 10. Juni. Graf von Hohmau, Flügel-Adju- Wort ihrer Blätter nachkommend, fern. Die 100,000 Mann
Das Haus erledigte ohne Debatte einige Rechnungssachen —-...... —. — —, —- o ----------,-----------, ■ -------,---------
und berieth sodann in dritter Lesung den Gesetzentwurf, Se- trat und Kommandeur des Gardc-Kürassier-Regiments, wurde Trupp-n, Polizei und Gendarmen, welche aufgeboten waren, treffend die ärztlichen Ehrengerichte. — Abg. Hen/nach dem heutigen Brigade-Exerziren vom Kaiser zum Kom- brauchten nicht einzuschreiten. Der ganze Zug vom Elysee ning (kons.) will die Möglichkeit ausgeschlossen wissen, daß mandeur des Regiments Garde du Korps ernannt. ,bis zum Rennplatz war ein Triumphzug für den Präsidenten auf Grund des Gesetzes gegen die homöopathischen Aerzte. Berlin, 10. Juni. Dem „Lokalanzeiger" wird aus Loubet. Begeisterte Huldigungen wurden ihm von einer be- vorgegangen wird. — Geh. Rath Förster bezeichnet die'Kairo mitgecheilt, es sei unwahr, daß der Zigeuner-Primas geisterten Menschenmenge, die den Weg besetzt hielt, ausge- Befürchtung des Vorredners für ur begründet. — Abg. Rigo in Glypten an ier Pest gestorben sei. sbracht. Hochrufe auf die Republik und Lonb.t ertönten aus
Arendt (sreik.) erklärt, der Havptmaneel des Gesetzes sei,! Berlin, 10. Juni. Die Steinsetzer-Innung' tausend und abertausend Kehlen. Nur in der Nähe des Sees daß den Ehrengerichten die Besugniß zur Ausschließung aus'hat heute Mittag dem Gewerbegericht ein Schreiben zugehen im Boulonguer Wäldchen wurden zwei Personen verhaftet, dem ärztlichen Stande nicht zusteht. — Geh. Rath Förster lassen, in w.lchem sie den vom Einigungsamt des Gewerbe- Auch Madame Loubet, welche nicht bei ihrem Gatten, sondern erwidert, hierin liege allerdings ein Mangel, aber man könne' gerichts vorgesch agenen Vergleich ablehnt. Die Innung er-; in einem zweiten Wagen Platz genommen hatte, wurden doch nicht das Recht der freien Berufswahl angreifen. —; klärte, daß sie in dem Vergleich nur eine Bewilligung der ’ Huldigungen dargebracht. Nachdem Loubet und sein Gefolge Adg. Langerhans (freist) spricht nochmals geaea die Vor- Forderung der Gesellen erkenne. Demzufolge haben die in der Loge Platz genommen, erlogen minutenlang die Rufe: lüge. — Abg. Jmw alle (Centr.) vertheidigt sie. — In Steinsetzer heute den Streik fortgesetzt und es befanden sich Es lebe die Republik, es lebe Loubet. Loabet dankte fort- der Einzelberathung werden die Paragraphen 1 und 2 un-! Mittags nach Schätzung der Lohnkommission etwa 400 Mann während bis die Rennen ihren Anfang nahmen. Dies.lben verändert angenommen. — Der Rest des Gesetzes wird nach im Ausftande. — Das Gewerb/gericht wird am Mittwoch' sind in der gewöhnlichen Weise verlaufen.
Ablehnung einiger Anträge, sowie das Gesetz im Ganzen an-! zusammentreten, um in dieser Angelegenheit einen Schieds-: Paris, 11. Juni. In Regierungskreisen befürchtet man, genommen. — Sodann finden Wahlprüfungen statt, spruch zu fällen. -daß die Anti-Republikaner für die nächsten Tage Ueber-
Die Wahl der Abgq. Veltheim, Jomer, Palli und Barthold, Cettinje, 10. Juni. Minister Matarovicr ist wegen r a s ch u n g e n vorbereiten. Man glaubt, daß es sich um wird für gültig erklärt, die Wahl der Abgg. Schmiedler/einer Anleihe nach Rom gereist. Kundgebungen vor dem Elyfee handeln wird. Um solche zu
FsttMet-br
Die Frauen der schwarzen Berge.
Kürzlich wurde ausführlich über den bevorstehenden Glaubenswechsel der Prinzessin Jutta berichtet, die demnächst dem Thronfolger Daniels von Montenegro in dessen Heimath „hinter den schwarzen Berg-n" folgen wird. Die deutsche Prinzessin, ausgewachsen und erzogen in deutscher Art, wird in ihrer neuen Heimath ganz neue, ihr bisher gewiß roll kommen fremde Verhältnisse sorfinden. Ein eigenartiges, dem Deutschen völlig unbekanntes Milieu ist es, das das Wesen der Czernagoren ausmacht, — es haftet ihm noch der Duft ursprünglicher Poesie, warmer Romantik an. Denn gerade der Montenegriner nimmt in der groß-slavischen Welt eine exceptionelle Stellung ein; man kann ihn ebenso wenig dem Großrussen unter ordnen, wie irgend einem anderen slavischen Volke, den Serben oder Ruthenen etwa, gleichstellen. Der einzige Stamm, mit dem die montenegrinische Frau hier und da einige Berührungspunkte ausweist, wäre höchstens ihre „hervetska sestra*, die kroatische Schwester, die der »czernagorska sestra" nachzueisern sich bestrebt.
Für gewöhnlich pflegt man zu hören, der Montenegriner sei durchaus kriegerisch und abenteuerlustig veranlagt, er liebe ks, in den Bergen und tiefen Schluchten seines romantischen Vaterlandes zu Hausen, um von hier kühne Ausfälle in fremdes Gebiet zu machen; demgemäß sei auch die Stellung der Frau eine untergeordnete und nichts weniger als glückliche.
Dies ist aber ganz unrichtig! Wohl ist im Charakter des Montenegriners ein scharfer Zug für das Kühne, Muthvelle und Wild-Abenteuerliche ausgeprägt, in keinem Falle aber in dem Maß-, daß darunter das Familienleben und die Stellung
der Frau leiden würde. Man darf doa vor allem das Eine nicht vergessen, daß der Montenegriner ein „Gorale", ein Bergbewohner ist, und daß es somit schon aus atavistischen Gründen in seinem Wesen liegt, die heimathlichen Berge zu lieben und sich zu ihnen hingezogen zu fühlen. Weiß er ja ganz gut, daß er nur diesen Bergen die Unabhängigkeit seines Landes verdankt; — sie sind ein natürlicher Wall, der ihn von der Außenwelt absperrt und den feindlichen Eindringlingen ein energisches Halt gebietet. Und der Montenegriner ist wie jeder „Gorale" freiheitsliebend; die persönliche Uu- gebundenheit geht ihm über Alles, er muß sich frei bewegen können, die ganze Welt — und die ist ihm sein enges Vaterland im wahrsten Sinne deS Wortes — muß ihm offen stehen. Das südslavische Temperament läßt sich nie und nimmer verleugnen.
Wohl übt dies seinen Einfluß auf die Stellung und das Leben der Frau aus. Keineswegs aber in schlechtem Sinne; denn im Grunde genommen sind die Montenegriner ein Ackerbau treibendes Volk, das ein wahrhaft patriarchalisches Leben führt. Dies spiegelt sich am deutlichster, in dem Verhältniß zwischen Fürst und Volk wieder. — Fürst Nikolaus pflegt mit feinem Volke persönlichen Verkehr, er kennt jeden Einzelnen in Cettinje und gilt in seinem Reiche bloß als erster „Hospodar", der unablässig bemüht ist, sein Volk mit der abendländlichen Kultur vertraut zu machen. So hat er aus eigenen Mitteln ein Theater in Cettinje errichten lassen, so schrieb er selbst für dieses Theater Stücke, und so schickt er auf seine Kosten junge Leute ins Ausland, damit sie dort sich den Studien widmen sollen. Doch das beste und ent schieden auch sympathischste Bild deS montenegrinischen Volks- lebrns bietet die montenegrinische Frau.
Auf den ersten Blick könnte man sie für eine Italienerin halten, deren frohe, lebhafte Beweglichkeit sie theilt und der sie auch äußerlich sehr stark ähnelt. Der slavische TypuS
läßt sich aber in keinem Fülle verleugnen, und er kommt übest all dort zum Durchbruch, wo die Frau aus sich heraustri? nnd sich in den Vordergrund stellt. DieS ist stets der Fall, wenn es sich um Angelegenheiten der Familie handelt. Die Montenegrinerin wird von frühester Kindheit an schon danach erzogen, das HauS und die Familie als ihre ureigenste Domäne anzusehen; hier schaltet und waltet sie nach eigenem Willen, dem sich auch der Gatte unterordnet, sie ist absolute Herrin, der in nichts widersprochen wird. Dafür steht sie dem Atiß-nleben vollkommen fern und nimmt keinerlei Antheil an Politik und ähnlichen Fragen, die die Männer beschäftigen.
Der Ehrgeiz der Montenegrinerin liegt darin, dem Manne immer zu gefallen, für den sie sich stets in ihrer malerischen Art schmückt. Das montenegrinische National- kostüm bietet ihr hierfür reichliche Gelegenheit. Bald ist es ein buntes Tuch, bald sind es farbige Perlen oder rothe Korallen, bald eine duftende, lebende Blume im schwarzblauen Haar, wodurch sie ihre Reize zu heben sucht. Besonderes Gewicht wird auf den Schmuck gelegt, mit dem sie sich sehr reich überladet. Diademe, Armspangen, Behänge mit orientalischen Münzen und kleine«, silbernen Zieraten, große Ohrringe und Fingerringe bilden ihren Stolz. Zu vielen Familien gibt es manches Schmuckstück, das sich von Mutter auf Töchter vererbt und so manchem hochadeligen Familien- schmuck an die Seite gestellt werden könnte, — es bildet die« bei den Frauen fast ein Heiligthum, wie bei den Männern etwa ein schöner Dolch mit kostbarem Griff oder eine theure Flinte mit eingelegter Arbeit. Der Montenegriner hat für derlei schöne Waffen ein vorzügliche« Verständniß, er könnte hierin ein Araber sein!
Die Erziehung der Kinder liegt vollständig der Frau ob. So lange der Knabe nicht die untere Schule verläßt, bleibt er mit den übrigen Geschwistern bei der Mutter, die ihre