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Amtkichss Argan für Htaöt- unö LanöKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Rl. 127

Freitag des 2. Juni

18OT

Amtliches iMaM&rew ^anau. BekMntMachmlgen des Oberbürgermeisteramtes. Ordnung

betreffend die Erhebung einer Kanalbetriebsgebühr im Bezirke der Stadt Hanau.

Auf Grund des § 4 des Kommuralabgabengesetzes vom 14. Juli 1893, der Beschlüsfr des Magistrats vom 13. Jan rar 1899 u^ ^v Stadtoet ordn eten-Bersammlung 13. Februar vom 25. Februar 1899 wird für den Bezirk der Stadt Hanau folgende Gebühren-Ordnung erlassen.

8 1.

Der Anschluß an die städtischen Sttaßeusie'e verpflicht-t zur Entrichtung einer jährlichen auf Grund einer Veranlagung (Einschätzung) festgesetzten Kanalbelriebsgeüühr nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen.

8 2.

Gebührenpflichtig sind alle Wohnungen, Schreibstuben, Läden und Gefchäftsräume, welche in einem an die städtischen Siraßrnstele angeschlossenen Gebäude vorhanden sind.

8 3.

Die Kanalbetriebsg lühr wird nach dem Miet».- bezw. Nutzungswerth des an geflossenen Grundstücks festgesetzt und

beträgt jährlich:

a) für Wohurngen mit einem jährlichen Miethwerth von

mehr alS 144 Mk. bis einschließlich 360 Mk. 1 % ^ugxen M dem Wassernd vierteljährlich erhoben werden und Bogen urter Vmbchalt der nothwendigen nähern Begründn^ des Miethwerthes, ; ^war für das e sie und zweite Vierteljahr des Rechnungsjahres ln stusircht geMt worden. den meisten Fallen wrro es

12 u ' - ö v ;ff um Schaden Hanseln, dli nur als mittelbare Folgen les

> Krieges zu betrachten sind (Einbußen, Mehrausgaben, ver- j ursacht durch Verdecken der Waare, erhöhte Prämien, i Frachten rc.) Nach den herrschenden völkerrechtlichen Grund- , fftzen ist eine Ersatzpflicht für mittelbaren Schaden nicht vor- --Handen oder nur in Ausnahmefällen zur Anerkennung zu s dringen. Aber arch bei unmittelbaren Schäden sind Rekla-

des Miethwerthes, !___ .

b) für Wohnungen mit einem jährlichen Miethwerth von ig99 zufammm.

"^ "^ Qßn ^^ 1l/o 0/n ^"^ Mi-tüm^tli-s HMau den 29. Mai 1899.

mehr als 360 Mk. I1 /s °/o des Miethwerthes,

c) für Schreibstuben, Läden und Gefchäftsräume 1 % des jährlichen Miethwerihes,

d) für Wohnungen und Geschäftsräume (einschließlich Schreibstuben und Läden) mit einem jährlichen Mielh- wcrth von über 144 Mk. bis einschließlich 360 Mk.

1 °/o, mit einem jährlichen Miethwerth von ü)er 360

MtÄ EST i, «;"»»'.-- 1V- ^^T «^- ÄS« w »« Schaden durch R qaW-nm -d-7--, Die Gebühr wird M nach oben M eole 10 M «»-f,^^^ f«*^ "W* ^ll»

ut o i ^UN1 psrNNarre von oer yrer uvgeiie.cr.. r(»t etne SLadenscrsatz-Pflrcht nrcht anerfennt, wo es sich - Har.au am 2. Juni 1899. w

gerundet. ,

Wohnungen, deren jährlicher Miethwerth nicht mehr als 144 Mk. beträgt, find von der Kanalbetriebsgebühr best eit.

i gleichgiltig ob einheimische oder fremde, gleicherweise treffende

Die Herren Vertreter ier Ostskrankeirkaffe für dea Land- Benachthetligungen ober um Schäden handelt, die durch kreis Hanau we-den hierdurch zu der auf i innere Wirren, wie den Aufstand der Tagalen, h-rsorgcrufen

Die KanalöetrieLsgebühr" ist in vierteljährlichen Theilbe- ' Freitag dert 9. Zrmi d. Js., sind. Man kann sich hiernach leicht denken, wir wenig Re-

trägen im Voraus zu zahlen und zwar auch dann, wenn He' nachmittags 5 Uhr, kiamstronen vom Völkerrechts-Ztandpankte aus ganz ein-

Wohnung im Laufe des betrkffmlen Kalendervierteljahres von in das Löwengartchen, Vorstadt Nr. 1 hier anberaumten Ge- wandsfrei sein werden und bet wie vielen dagegen die Reichs- dem Zahlungspflichtigen ausgegeben wird. neralversawmlung ergeleust eingelale-r. regierunz nur Gründe der Billigkeit wird geltend machen können.

Feirilletsir.

Welche Bederitimg hat die neue deutsche Südpolar-Expedition?

Ein Interview des Leiters derselben, Professors Drygalski von A. v. Bergen.

(Nachdruck verbsieu.-

Die deutsche Sülpolar Expedition ist gesichert. Als Leiter derselben ist der Berliner P:of ssor Dr. Euch von Drygalski ausersehen wordrn. Plvfesfoc ö. Diyzalskt hat sich schon durch «eine Forschungsreisen nach Grönland, welche er in den Jahren 1891 bis 93 im Aufirrge der Berliner Gesellschaft für Erdkunde mit kaiserlicher Unterstützung ausführte, bekannt gemacht. Sem großes W^rk über diese Forschungsreise brächte ihm in neuester Zeit die Ernennung zum Ehrenmitgliede der kgl. Geographischen. Gesellschaft in Kopenhagen ein. Diese Abzeichnung wurde hiermit zum ersten M 4e einem deutschen Forscher zu cheil. Es reizte mich, den zukünftigen Setter der Sülpolar-ExpeUtion persönlich um wichtige Einzelheiten zu befragen. Ich traf ftn in seiner bescheidenen Wohuung, Kar sürstenstraßs 40, und er empfing mich sehr zuvorkommend.

Ich war erstaunt über das j rgen liche Aussehen des neu« ernannten Professors. Erich v. D-yMki ist im Jahre 1865 in Königsberg in Pr.. gelor-n, zähit also 33 Jahre, steht aber jünger auS. Die hohe, breite Gestalt mit der kräftig gewölbten Brust läßt ihn für seine kühne Fahrt auch körper- lich g-eignet erscheinen. Der Forscher ist baS Bild eines echten Deutschen mit blondem, dichten Haupthaar und leichtem Vollbart. Aus mriue Frage bestätigte Herr v. Drygalski mir, laß die Expedition völlig gesichert sei, daß das betreff.«be Sch ff schon gebaut werde. Anfangs August 1901 soll die Fahrt beginnen.

Die Vmpfl chtu g zur Entrichtung der Kanalbetriebsgebühr liegt dem Inhaber (Eigenthümer, Miether, Nutznießer u s. w.) der betreffenden gebührenpflichtigen Grundstücke oder Räume ob und tritt mit dem Ablauf des Kalendervieiteljahres ein, in weltfern das betreffende Grandstück an das Straßensiel angeschlossen ist. Eine Abgangsstellung der KanalbetriebSge- bähr wegen Leersiehens eines g bührenpflichtigen Grundstücks oder Raumes findet nicht statt.

8 6

Die Karalketriebsgebühr unterliegt gemäß 8 90 des K. A. G. vom 14. Juli 1893 der Beitreibung im Ver- waltungs-Zwangsverfahren nach Maßgabe der Verordnung vom 7. September 1879. (&. S. S. 591.)

8 7.

Gegen die Veranlagung der Kanalbetriebsgebühr ist binnen einer Ausschlußsrist von 2 Wochen von Behändigung der Benachrichtigung en die Beschwerde an den Magistrat zulässig. Gegen den Beschluß des Steteren findet die Klage im Ver­waltung?- Strei,verfahren statt.

8 8,

Die vorstehende Ordnung tritt am 1. April 1899 in Kraft.

Hanau den 31. März 1899.

Der Magistrat.

Vorstehende Ordnung betreffenb die Erhebung einer Ka­nalbetriebsgebühr im Bezirke der Statt Hanau wird mit dem

. Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß He Ge-

Der' Magistrat. P an n o t.

Ditustnachrichten aus dem Kreise

Schreckt Sie nicht daS Schicksal Andrees?" fragte ich.

Warum? Eine Expedition zu Schiff ist lange nicht so gefährlich wie eine Ballonfahrt. Ich fürchte und sehe the lebendd ohinde Gefahren."

Und die Käste?"

Wird uns nichts fahr« 1 Dagegen schützt Me Reibung. Uebrigens darf ich annehmen, daß die Kälte doch geringer ist als z. B. am Nordpol. Auch fehlen am Südpol die Eis­pressungen, die am Nortpol oft den Schiff n gefährlich werden. Dos Eis am Sülpol schiebt sich nicht so fest zu­sammen, e3 ist nicht so hart. Auch dürfte die Temperatur mit ke-jenigin in Sibirien nicht zu vergleichen sein. Am Südpol ist auch mehr Wasser, als am Nordpol! Unb das 2B4f er flirr, a ist bekanntlich ausgeglichener, im Sommrr weniger warm, im Winter weniger kalt. Selbstverpändlich schützt man sich ia j-ser Beziehung, so gut man kann. Das Schrff wird genau nach meinen Angaben gebaut. Die Form wird anders fein wie dir von Nansens Fram. Bezüglich der Stärke und der Eimichiung der Krjäte wird eine Ueberein stiwmuvg herrschen. Die GSße des Schiffes muß so sein, daß Kohlenvorrath unb Pioviant für 30 Persaven auf 3 Jahre mitgenommen w rden küvn n Der Koj-n für die Ge l-hsten und Offiziere, elf an der Zähst liegen um die gemein­same Kajüte. Das hat sich sehr bewährt st'

Wie groß wird im Ganzen die Bemannung sein?"

Gerau dreißig Persoven! Sechs Gelehrte, fünf Offi­ziere und neunzehn Mann Befatzung. Auch werden wir vierzig Hunde mitnehmru für geplante Schlitterpartien.

Wie lange soll dir Expedition dauern?"

Zwei Jahre sind in Aussicht genommen. Die Abreise soll Anfangs August 1901 und die Rückkehr im Juli 1903 stattfinden."

Macht Ihnen die Verproviantirung keine Sorge?"

Tagesordnung:

1. Abnahme der Jahresrechning p-o 1898.

2. Wahl eines aus 3 Mitgliedern bestehenden Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres.

3. Ergänzung des Vorstandes.

4. Ant-ag auf Ausscheidung größerer Betriebe aus der Ottskraulenkasse.

5. Anträge aus der Versammlung.

Hanau am 1. Juni 1899.

Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau.

Pfosch. 8533

Deutsche Schadensersatz Ansprüche aus den Philippinen und Samoa.

Auf den Philippinen während des spanisch-amerikanischen Krieges und auf Samoa während der dortigen Wirren sind deutsche Kaufleute uud Pflrnzer zu erheblichem Schaden ge­kommen. Einzelne Blätter haben die deutsche Regierung er­wählt, möglichst nachdrücklich in Washington und London zu Gunsten der geschädigten Landsleute vorzugehen, und man hat sogar schon eine gewisse Ungeduld darüber verrathen, daß die Angelegenheit noch nicht erledigt ist. Dabei wird die wirkliche Sach- und Rechtslage mitunter vollständig verkannt.

Was zunächst die Philippinen betrifft, so sind bis j tzt der Krieg dort dauert auch noch fort dem Auswärtigen Amt nur einzelne Schadensersatz-Forderungen genau ange­

meldet, im Uebiigen aber Reklamationen in Bausch und

matisven nur dann leicht durchzuführen,

wenn die Krieg-

: nur um allgemeinen, die Bewohner des Kriegsschauplatzes,

Nicht im Geringsten! Es wird alles reichlich beschafft werden! Vor allen Dingen Fett und Gemüse1"

Und welches Fett wählen Sie?"

Hauptsächlich Butter!*

Wird sich dieselbe so lange halten?"

Gut vrrlöihrt in Büchsen gewiß!"

Und Fleisch? Lebend-3 Vieh können T ie doch nicht mitmhmm?"

Der Forscher lachte vergnügt!Ist auch nicht nothwen­dig! Fleisch und Fische finden wir auch am Südpol."

Fische, das glaube ich! Nach den gemachten Erfah­rungen soll das Thierleben in hn kalten Meeren ein überaus reiches sein. Aber Fleisch, wo wollen Sie das herholen?"

Robben, Seehunde gibt <3 übe all. Die schmecken in der Eisrezion ganz vorzüglich!"

Ist der Thrangeschmack nicht so schlimm?"

Im frischen Zustande gar nicht, nur bei altem Fleisch." Welches ist der Zweck der Expedition?"

Ein sehr bedeutender und v elfacher. Die Erforschung des unbekannten Südpolargebietes und die Festlegung dort oorhanbin r Länder ist die letzte große nautische Aufgabe, welche die Erde stellt. Es ist das erste Mal, daß eine Ueber« Winterung am Sätpol durchgeführt werden soll. Gelingt u-rs unsere Aufgabe, so wür-w sich Deutschlands Ansehen zur See in demselben Maße heben, wie daS Zeitalter der großen Entdeckungen daS Ansehea der daran Stthcilig'en Nationen gehoben hat. Vom pslargebistr wissen wir h u'e roch nicht einmal, ob dort ein Kontinent existirt, oder ob nur Inselgruppen das Eism-er füllen. Hauptzw ck ist eS für uns festes Land zu gewinnen, um dort die wiffenschv.st!ichkn Unter­suchungen zu beginnen."

Haben Sie Anhalts Punkte aus früheren Forschungen?" Leider nein! Von der physischen Beschaffenheit des süd­lichen Pols kennen wir noch nicht die nothwendigste geogra»