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Amtliches Organ für Hisöl» unö LanöKreis Hanau.
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M. 126
Donnerstag den 1. Juni
1899.
Hierzu
Amtliche Beilage" Nr. 40. ^^^
f egen die an dem Angriffe aus Belck beteiligten Verbrecher ; w ffen dahin aus, daß der Umstand, daß das Bordereau
Amtliches, ^an^^rei# ^anau. Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
. Esterhazy zuzuschreiben sei, unleugbar eine neue Thatsache
Dresden, 31. Mai. Hier sind heute 4000 Maurer b (be, von der die Richter des Kriegsgerichts von 1894 nichts nach vorcusgcgangener Versammlung in einen Lohn-Aus- wußten. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen beklagt stand drgetreten. Die Zimmerer halten heute Abend eine,her Bcrichterstatter die gegen das Heer und die Richterschaft Versammlung ab, in welcher ebenfalls der Generalstreik pro- klamirt werden soll.
Kiel, 31. Mai. Der technische Direktor der Krupp'scheu
In Heldenbergkn (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Germania-Waft, Hagen, glitt bei Besichtigung der für den Klaueuscuche (umgebrochen und Gehöf.ssperre angeordnet^tapellauf des Panzersch ff-3 Ersatz König Wilhelm Herge- Wordtv. , richteten Taufkanzel beim Be triren der frisch gestrichenen
In Obertshausen (Kreis Offenbach) ist diese Seuche er- '. Umfassung aus und stürzte herab. Er brach das Rückgrat und tosten, war Jojort todt. — Der Maschinenbauer Kranich wurde bei
Hanau den 30. Mai 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 5414/5415 v. Schenck.
der Montage durch einen herabstürzenden Fahrstuhl gelobtet. Wien, 31. Mai. Der „Pol. Korresp." geht von kompe-
SLckHM^erS ^anatt,
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes«
Bekanntmachung.
Die diesjährige Heu- und G-ummeternte auf den in Dörnigheimer Gemarkung am Wasserthurm liegenden, der Stadt Hanau gehörenden Wiesenflächen soll
Montag den 5. Juni 1899,
nachmittags ^4 Uhr, an Ort und Stelle, unter den vor der Verstcigernwg bekannt
terter französischer Seite eine Mitiheilung zu, welche kategorisch die Blätter Meldung dementirt, daß der französische Delegirte mit Hintergedanken zur Friedenskonferenz gekommen sei, um die Verhandlungen zu hemmen und womöglich defi- ritioe Resultate zu erschweren. Frankreich habe die ehrliche Absicht zur Erzielung friedlicher Beschlüsse müzuwirken.
Wien, 31. Mai. Szell und Graf Thun wurd-n heute Vormittag vom Kaiser in anderthalbsündiger Audienz empfangen. Der Kaiser gab den Wunsch zu erkennen, daß eine Ausgleichs-Basis gefunden werde. Infolgedessen verblieben die ungarischen Minister heute noch in Wien und werden nachmittags mit den österreichi chen Ministern konfe-
erhobenen Angriffe und erklärt, die Ehre der Armee stehe über diesen Angriffen; sie erfordere aber n;^t, daß der Unschuldige auf der Teufelsinsel festgehalten werde.
Die Fälschungen Henrys und du Paty de Clams.
Ballot-Beaup e führte am Schlüsse seines Berichtes aus, die Fälschung Henrys, so verbrecherisch diesilbe auch sein möge, könne nicht als das für die Revision nothwendige neue Fakmm angesehen werden. Sie datire aus dem Jahre 1896 und habe auf vas Urtheil im Jahre 1894 kein n Einfluß gehabt. Betreffs der übrigen Fälschungen sei kein Beweis vorhanden, daß dieselben von Henry oder da Paty de Clam h-rrührev. Für die Machenschaften, welche du Pcty de Clam angezettelt, sei dieser allein verantwortlich. Die Behauptung Esterhazys bezüglich der Umtriebe des Gereralstabcs verdiene k inerlei Glauben, sie sei ein Racheakt.
Das Bordereau, die Grundlage für die Revision.
Die einzige Grundlage für die Revision, erklärte Ballot-
gegtbenen Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Hanau den 31. Mai 1899.
Wasserwerks Direktion-
. riren. All: Gerüchte von einer Minister-Krisis sind uns
1 begründet.
: Kairo, 31. Mai. Bei den ins Spital übersührten Kranken wurde die Pest fonftotirt. Die R g'erung wies
Bearprö des weiteren, sei das Bordereau. Er habe die feste Ueberzeugung, daß es nicht von Drcyfus, sondern von Esterhazy geschrieben sei. Dieses Faktum schließt die Schuld Dreysus aus; denn Niemand würde begreifen können, daß Esterhazy der Urheber des Bordereaus sei, und Dr.ysus die in dem Bordereau angeführten Dokumente geliefert habe. Ballot-Beauprö schließt tief bewegt mit den Worten: Die von mir beantragte Lösung würde in einer
gewöhnlichen Affaire Niemanden überrasch n, aber die Leiven-
Gefunden:
, i ----- ------behufs eneraischcr Bekämpfung der Pest 500,000 Frarcs an. gewohnUchen Aflawe yctemanben überrag n, aber dre Lerden-
nfiten aus dem Kreise. Die beiden Doktoren Ritter und Rogcr sind zu" den Pest- ichasteu, welche der Prozeß hervorgerusen hat, haben die Frage 1 fZläto. ^e, 2 gelbe "“"” M -".--„d-uu «greift ’ ^ - “ “^ “ ^ “ - *"* «™—•
entstellt, und es scheint fast, daß man dem Gericht zumuthet,
- - -. _________ in seiner Entscheidung sich für oder gegen die Armee auszu-
±Ä Ä ÄS Der Prozch Drcyfus vor dem Kaffatt-nsh-f. i sprechen. Nun dmv, auf Ehre und Gewissen, ich würde ^'r^'^? Auf htr Sfrnüp nnn > meine heiligsten Pflichten verletzen, wenn ich nicht laut
wollene Pferdedecken, ,
1 Geldstück, 1 braune Kmderwagcndccke, auf ber Straße von
Oberissigheim nach Bruchköbel eine Luftpumpe und ein - - ,
Schraubenschlüssel für Radfahnr; Empfangrahme bei dem dem Kasiatlonshof hegen folgende
Ueber den bisherigen Verlauf ds Driyfus Prozcsses vor
Herrn Bürgermeister zu Oberissigheim.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 23 Mk., 1 desgl. mit 2,68 Mk.
Hanau am 1. Juni 1899.
Ballol-Beaupre setzte im Verlaufe i einer heutigen Aus- führnnflen auseinander, daß jämart iche Schriftstücke der Gr-
klären würde, daß in dem Bordereau die Thatsache für Revision sei! * (Bravorufe im Auditorium.)
Manau begründet feine Anträge.
Nach Ballot-Beaup:s ergreift Manau das Wort,
seine Anträge zu begründen. Er erhebt Einspruch gegen
er- die
um die die
PolMsche und ««politische Nachrichten
(Depeschen-Bureau «Herold').
heimaknn anzweifelbar seien und kein Hinderniß für die Re- s „ „ _ , , ,r , „„..
Vision bildeten. Er erläutert mit juristischen Gründen, tie i Beschuldigung der Parteilichkeit, betont seine Liebe für Erörterung müsse sich einzig und allein mit der Handschrist Armee, deren Interesse es sei, sich der Verrä'her zu ent- und dem Papier, welche das Bordereau ausweise, befassen, ledig n; das Bordereau bilde die Hauptfrage des Prozesses. Ballol-Beauprs erklärt, er sei wegen der Aehnlichkeit des Pz- Manau schildert daraus den Thatbestand ähnlich, wie Ballot-
Beaupre.
Hierauf wird die Verhandlung unterbrochen. In den Wandelgängen wurden uä'zrend der Unterbrechung die Erklärung und die Schlußfolgerungen Ballot-Beaup es lebhaft besprochen. Unter bin Mitgliedern der Patriotenliga er egte es Bez.ürzung, daß Ballot-Beaup; 6 das Bordereau Esterhazy zuschrieb.
Nach Wiederausuchme der Sitzung legt Manau dar,
Berlin, 31. Mai. Erzherzog Franz Ferdinand von pi^rs im Bordereau mit der zweier auf sehr feinem Papier Oesterreich stattete heute vorüber Parade den hier accredi-fgeschriebenen Briefe, als deren Verfasser sich Esterhazy bekannt tirün Botschastern sowie dem Staatssekretär von Bülow^habe, zu der Ucherzmgurg gelangt, daß Esterhazy das Bor- Besuche ab/ i bertau geschrieben habe. Ballot Beanp^s spricht sich zum
Berlin,'31. Mai. Nach der gestrigen Vorstellung im ^Schluß für die R-viston mit Verweisung an ein neues KriegS- Operntzause geleitete der Kaiser den Erzherzog Franz Fer-igericht aus. dinand nach dem Hotel Bristol. Heute Vormittag fand im f Lustgarten zu Potsdam im Beisein des Kaiserpaarrs unb, . --
zahlreicher Fürstlichkeiten die Parade über die Garnison Pots- die Revision geltend gemacht werden könnten, erklärt Ballot- -^ — -.......- - —.....^.....— — —o„r 7—-7-
bam unb später' große Paradetafel im Stadtschlosse statt. Beavp.6, man könnte sagen durch die Widersprüche in den und nicht aus dem April oder Mai, wie man anfänglich Um 2 Uhr reiste das Kaiserpaar nach Kiel ab. ' Gutachten der Sachverständigen könne das ergangen« Urtheil annahm. Das neue Datum bilde unstreitig ein neues Fak-
Berlin. 31 Mai Der Großherzog und die Groß- nicht erschüttert werden, und die technische Prüfung der ver-^tum, durch das noch überdies weitere neue Thatsachen ge- Herwain von Baden sind heute Vorürittag in Kiel ein- schiedencn Punkte des Bordereaus spreche für die Schuld schaffen würden. Marau bezeichnet die Expertise Bertillons getrost n Drcyfus'. Auch bewiesen die Zweifel über das Aktenstück' als unbegreiflich, bespricht die übrigen Gutachten und führt
Berli« 31 Mai Wie aus Schwerin gemeldet wird, „cette Canaille de D.“ und die Ungesetzlichkeit des Vor-tauf Grund derselben aus, daß das Bordereau von Esterhazy hat sich die älteste Tochter des Erbgroßherzogs von Mecklen-Gehens du Paty de Clams keineswegs, daß Dnyfns unschul-herrühre. Es sei höchst sellsam, daß der Generalstab Ester- burg Sstelitz kimeifin Elisabeth in London mit dem dig sei. Ferner werde Dreysus durch das Geheimaktenstück hazy schützte. Manau besprecht sodann die verdachtrge Hal- Grafen Cametel verlobt D^ wird im Juni t belastet. Ballot-Beaup; 6 unterzieht hierauf .den Zwischen fall- tung Esterhazys und meint, die Cxpertise vom Jahre 1897
stattsinden tPaleologue einer längeren Elörterung, erwägt die Möglich-i sei sihlerhüst gewesen und habe dre Richter tm ^ahre 1897
Mai Staatssekretär Bülow hat sich nach' keit, daß die Lebrun-Rerault von Dr.y'us gemachten Ge-Ebenso täuschen können, wie sie die Richter im Jahre 1894
Kiel bea den StaatS,elretar urow ya- frey mfeien, und daß man als Beweggründegetäuscht habe. Um 5 Uhr wird die Sitzung ohne Zwischen-
‘ ' oi Mai Vrinr Mar von Baden, dessen des Verrathes den Ehrgeiz und den großen Aufwand Drey- fall aufgehoben.
Ste^vo ä d'cs Garde-Kürassier Regiments neulich! ins ansehen könne, und bespricht den vom Gencralprokmalor j Am 31. morgens send die Fortsetzung ssitt. Manau
ÄSK'S« B-kwÄlich «*N» »k*i V»«E.P. hinauf »M bk ©^^8, Wefonbm 'hm »nd
der Prinz im August d. Zs. in Petersburg. . Nach Ablauf1 «n^kr^n.
Gründe gegen die Revision.
In seinen Ausführungen über die Gründe, welche gegen
daß das Bordcreau in Wirklichkeit aus dem August herrühre
iOCU^p. e, MlUlL ;unmc fU^H l«l4J Vit ^V^i |.pi,uu^ in vni mmv »h^v um» v^m» U|)UI vvh »wm; ww- MIUII hh|whjih^ Gutachten der Sachverständigen könne das ergänze«« Urtheil annahm. Das neue Datum bilde unstreitig ein neues Fak-
Marau bezeichnet die Expertise Bertillons
Drcyfus'. Auch bewiesen die Zweifel über das Aktenstück als unbegreiflich, bespricht die übrigen Gutachten und führt n i Auf (Sritnh hprfpTfun nita 9Rnrhprrmt nun siFftprhAin
Am 31. morgens fand die Fortsetzung sütt. Manau
unterbrechen.
Hemy, seien nach der Ansicht des Kassationshofes nicht an- zweiselbar. Manau bespricht dann die angeblichen Geständ-
h.a i , \’t , nä/ , ' ;• 1 ^6nt-nfdt wieder Der Schreiber des Bordereaus. ^zweiselbar. Manau bespricht dann die angeblichen Gefländ-
beabsichtigt er ferne m. . f h h 3 - Wiederau^ahme der Sitzung geht Ballot-Beaup-.ö wisse des Driysus und nennt sie eine Legende. Sie konnten
»S 31 Mai Wi- der Krenzzeitung" aus Rom zur Erörterung der Frage über, ob der Kassatim shof das nicht vorhanden sein. Drcyfus habe unausgesetzt seine
H r K«sandten Urtheil des Kriegsgerichts vom Jahre 1804 zu kaffiren habe. Un chuld belheuert und noch im Anblick der Truppen Manau
s chmbm w,rd ± .J L« SteSx d-tzi» »Us, 4 bie ans°b«-° «Uht, daß feine Prüfung d-r b«i Schmente, auf weid»,
Ämie^ 'b^'/S^ Wen u- Gchi!d»iff- D<!,!«s' g-s-°Sb-r Sebtun: Menoult tein Sinber. C-m.,»°- p« von her «ammerlnMm «nä stütz,- um bie
SflJsÄ ?Ä LffAfi hSX XIII auf nid für bie Revision bilden, da sie in keiner Weise festgestellt Verurtheilung des Drcyfus zu rechtfertigen, ergeben habe,
russtsch-vallkanischin Bezrehungen dadurch, daß wo LUI. aus nrv i»r , bordereau keine Beweiskraft habe, daß zwei Stücke g-fälscht, das dritte aber nicht auf Dr.yfus bet griebengfonfereng nicht vertreten ist, in teme. W ö f / B i a,,Sg'bändiatw Dokumente berüalick sei. (Lebhafte Bewegung.) Manau kritisict scharf
»X 31. mai. B-u d-m M«. %w- -W*.^ 2MiÄ?Ä
reisenden Dr. Belck liegen aus Wan in Armen reu Nach- überzeugt, richten vor, daß am 1. Juni die gerichtliche Verhandlung geschrieben habe,
L nur Koni ktmen über die etwa ausgehänsigten Dokumente bezüglich sei. (Lebhafte Bewegung.) Manau kritisict scharf ...... - . A a<- . cn*«-. co-----* — c.r c - n kia .re»^.>:f4infldH hit Mai«s «tth (nnt • ^Wir glauben an
daß Esterhazy das Bord er easuidie Anklagen Cuignets"; ferner erklärt Manau, daß das - ' und spricht sich auf Pflicht und Ge-- Telegramm Panizzardis vom Jahre 1894, welches die Un-