Erstes Blatt.
Einrückung». gebühr
für Stadt- und Land» kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmondzeile oder bereit Raum, für AuSwärt- 15 £-
Im Reklamentheil
die Zeile 20 ^, fk Luswärts 30 ^.
Amtliches Argan für $faöt- unS LanöKreis Baitau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
M. 122
Samstag den 27. Mai
1899.
Amtliches.
KtaSIKvsis ^onau. Bekanntmachung.
Auf Grund der allgemein ertheiUm töheren Ermächtigung wird hierdurch für Sonntag den 28. Mai und Eovrtag den 4. Juni d. Js. cire ve mehrte BeschöststunLs- zeit für olle Zweige des stehenden Handelsgewerbes in der Stadt Hanau und zwar bis 7 Uhr abends zug« lassen.
Während des Gottesdienstes und zwar in der Zeit von 91/* bis ll1/* Uhr roi mittags und von 2—3 Uhr nach- miltogs ist jedoch jede Art der Beschäftigung im Sinne des § 105 b der Reichs-Gewerbcordnung ausgeschlossen.
In Betreff des Off» Halters der Verkaufsbuden auf der hiesigen Frühjahrsmesse bleiben die seitherigen Bestimmungen unberührt, nur ist den Verkäufern von Verzehrvngsgegen- ständen (Konditorei- und Backwaaren, sow'e Obst u. A. m.) an den vorb; nannten Sonntagen in den für das Handrls- gewerbe freigegebenen Stunden ebenfalls das Feilhalteu gestattet.
Hanau am 25. Mai 1899.
P. 4638 Königliche Polizeidirektion.
v. Schenck.
(Xanößrct# ^anau,
Bekanntmachungeu des Königlichen Landrathsamtes.
An der evangelischen Volksschule in Langendiebach ist eine Lehrerstelle zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1200 Mk., der Einheitssatz der Alterszulagen 150 Mk. und die festgesetzte Miethsentschädigung 250 Mk.
Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen binnen 14 Tagen dem Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Herchenröder in Langendiebach einreichen.
Hanau am 25. Mai 1899.
Namens des Schulvorstandes
V. 5223 v. Schenck,
Königlicher Landrath.
Aus Stadt- und KaudSreis Hans«.
MHdrnck unserer Lokalarttkel nur mit Quellenangabe .Hau. ^pV gestattet.
Besmtenperssnal-Nschrichten.
Ersannt: der Pfarrer Heußser zn Schwabenlors zum Pfarrer zu Gensuvgn, der außerordentliche Pfarrer Ziegler zu Birstein zum Pfarrer zu Waldensberg, der Rrdbtskavdidat Neckhard zum Referendar,
FeuMsts«
Die EntwiSclung der Himmelskörper.
Die Leuchten leS Firmament-s, die ihr Licht zu uns senden, befinden sich in den verschiedensten Stadien der Entwicklung. Denn dar v.rschiedene Ausseh.n, die verschiedene Farbe der Sterne deutet auf eine verschiedene Temperatur, und diese wieder aus ein versch ebenes Alter hin. Die röth- lich schimmern!en Sterne sind die kältesten. Sie sind entweder noch in der Kindheit, oder schon im Greisenalter, kurz vor dem Erlöschen. Buch hier berühren sich die Gegensätze. Wie im menschlichen Sefen daS hohe Alter w eder so manches mit den ersten Jahre» gemein hat, so unterscheiden sich auch die ältesten Sterne für unsere Forschung nicht von den jüngste'.
Die gelben Sterne stellen ein anderes Stadium d.r Entwicklung dar. S e stehen in der Jünglingszeit oder aber rm Uebecgange vom Mam esalter zum Greisenthum. Die weißen oder blau strahlcnden Sterne befinden sich auf der Höhe ihres Daseins, im Zustande der größten H'tze. Die Sterre machen denselben Prozeß durch, wie etwa ein Eisenstab, den man in sta kes Feuer bringt. Zuerst dunkel, erhitzt er sich allmählig zur Rothgluth. Dann nimmt er eine hellere, gelbliche Färbung an und sendet schließlich, wenn er weißglühend geworden ist, die größte Lichtmenge aus. Entfernt man nun das Fmer, so erkaltet der Eisenstab, d'e Weißgluth verliert sich, wir erblicken ihn wieder in gelber, dann in rother Färbung und schließlich erscheint er wieder dunkel, wie zuvor.
Unsere Sonne zählt augenblicklich zu den gelben Sternen. Nach Helmholtz besitzt sie ihre jetzige Wärmestrahlung, also auch iyic jetzige Farbe seit erst zwanzig Millionen Jahren. ES ist anzunehmen, daß unser Centralgestirn sich uoch im
der kommissarische Gewerbeinsp-ktor Dr. Winkler zu Eschwege zum Gewerbeinspiklor taselbst.
Bestätigt: der auf die Dauer von 12 Jahren zum Bürgermeister ttr Stadt S chweinsberg wieder gewählte Bürgermeister August Stamm.
Entlassen: die GerichtZ - Affefforen Dr. Matthieu, Renner, Schmidmann, Dr. Rundnagel und der Gerichts-Referendar Berrus behuss UebertrittS und zwar des rc. Mctthieu in den Dienst deS auswärtigen Amtes, der rc. Renner und Schmidmann in die lamwirth- schastliche Verweltung, des Dr. Rundnagel in die Staats- Eisenbahnverwaltung und d<s BernuS in die allgemeine Staatsverwaltung.
Verliehen: dem Hauptlehrer Mühlhausen zu Wehl- Hriden der Kantortitel,
dem Dorr änenpächter, Oberamtmaun Heidt zu Schashof der Cta-aiter als Amtsraih,
dem Schutz«arn a. D. Stehling zu Hanau und dem Bürgermeister Cappeller zu Bortstzoußn das Allgemeine EhrevzcichiN in Gold,
dem Kirchenkastenmeister, Londwirth Puth zu Wachen- buchen das Allgemeine Ehrenzeichen.
Peusionirt: der Gerichtsschreiker, Sekretär Mühlbach bei dem Amtsgericht zu Cassel,
der Gerichtsdiemr Kamm bei dem Amtsgericht zu Bisch- hansen.
Gestorben: der Amtsgerichtsrath Theis zu Fulda.
* Personalien. Der Regiern.-gsbss ffor Dr. von Joedrn-Koutccpolski zu Hannover ist der Königlichen Regierung zu Cassel zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesea worden. — Der Regirrungseff-ffor v. Laer zu Cassel ist der Königlichen Regierung zu Hannover zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden.
* Kirchliches. Die letzte Nummer des „Sonutags- boten" bringt folgendes „Eingesardt" aus Hanau:
„Der unter „Eingesandt" in Nr. 20 des „Sonntagsboten" aufgenommene, die Hanauer kirchlichen Verhältnisse behandelnde Artikel hat in seiner ganzen Haltung, wie in den einzelnen Ausführungen berechtigten Widerspruch und Entrüstung hervor gerufen und veranlaßt uns zu folgenden Berichtigungen: 1) Die Marieukilchgemeinde, von jeher die größte der Stadt Hanau, besteht nicht — wie der Verfasser des Artikels seinen Bemerkungen voranzustellen sich gestaltet — meist aus Fabrikarbeitern, sondern in ihrer Mehrzahl aus alt eingesessenen bürgerlichen Familien, Kaufleuten, Fabrikanten, Handwerkern, denen sich zahlreich zugezogene höhere und niedere Beamte, sowie allerdings
Wachsthum befindet, daß ihr Schein also noch weißer werden wird.
In grauer Urmt b icete die Mskrie, die j tzt unser P'anet'nshstem als Sonne, Planeten, Monde, Meteore u. s. w. füllt, eine gleichmäßige Masse, eine ungeheure Kugel, die sich bis tre’t über die Neptunsbahn erstreckte. Einem Beob.rchter von einem ier benachbarten F xsterne wäre sie als ein nahem runder Nebelfleck erschiene«. Die Temperatur in diesir Nebel- maffe war ursprünglich von ter des We tmraumes, —273° C, nicht verschieden. Die Anziehung der Masse bewirkte zunächst eine Verdichtung im Centrum, dann ein weiteres Zusammenziehen — der Nebelfleck wurde ihm r. Die Rotation führte eine Abflachung und im geeigneten Momente die Lostrennung eines Ringes herbei. Dieser p'atzte an einer Stelle, d e in ihm vorhandene Matett; ballte sich zu einer Kugel zusammen: ein Plan et ist entsinnen. Gleichzeitig mit der Abnrhme des Durchmessers der Nebeln asse muß ab:r infolge der Verdichtung und deS Druckes der Massentheilchen aufeinander eire Temperatur-Erhöhung eingetreten s-in. Im weitem Verlanfe der Zusamuenziehung des N,b ls werden wnderholt Planeten g«bildet. Euer derselben ist unsere Erde, ein Pünktchen, ein winziges Pünktchen im unendlichen Raum:! Und nun der Mensch — der sich so gern als den He.rn der Welt betrachtet — was ist er auf diesem Pünk.chen? Richte deine Blicke auf den Himmel und bewundere der Sterne zahllos Heer! Sie alle sind Sonnen, von Planeten umgeben wie die unscrige! Von ihren Entfernungen, ihrer Größe kann sich der an irdische Maße gewohnte Geist keine Vorstellung machen. Und dann betrachte dich selbst — unt vergehe in Drmvth vor derUvend- lichkeit der Welt und ihres Schöpfers! Hn.
Aus aller Wett.
Dir Heirathschaneen der verschiedene« Berufe,
Ein schottischer Arzt hat kürzlich Studien darüber angestellt,
Die heutige Nummer umfaßt außer dem ttnterhaltrmgLdlatt 16 Seiten.
auch viele Arbeiterfamilien ange'chloss n haben. 2) Der Gemeindebestand von beiläufig 11000 Seelen reicht ja noch nicht an die Maffevgemeinden der großen Städte, doch stellt er allerdings an die geistige Versorgung durch die drei Pfarrer der Kirche große und dringliche Ansprüche. Das ersinnen und empfinden in erster Linie diese selber und sind sich darin der herzlichen Mitsorge aller treuen Gemeindeglieder bewußt. Uebrigens wird Niemand, der unsere Verhältnisse k-nnt unb der Wahrheit die Ehre gib:, das Zeugniß zurückhalten, daß in unserer Gemeinde nachweisbar und unleugbar von jeher ein ernstliches Bestreben bestanden und im Einvernehmen von Pfarrern' und Kirchen- ältesten sich bethätigt hat, den vorliegenden kirchrngemeind- lichen Bedürfnissen in jeder Weise, auch in den Wegen der inneren Mission, nrter Heranziehung und Mitwirkung jeder kirchlich gerichteten Misiiovsthätigkeit zu dienen. Am allerwenigsten entspricht es den thatsächlichen Verhältnissen, wenn der Artikelschreiber den von ihm behauplet-n kirchlichen Niedergang der Gemeinde mit einer angeblich vermißten bisherigen Unterstützung und Anerkennung des hiesigen evangelischen Vereins in ursächliche Beziehung sitzt. 3) Bezüglich d.r angeblichen Ausschreitungen von Konfirmanden an ihrem Einsegnungstage sei bemerkt, daß eine bezügliche rechtzeitige Mittheilung an betreffender Stelle mit herzlich m Dank begrüßt worden wäre. Es wäre dadurch möglich geworden, die nicht auf eigener Beobachtung beruhenden Angaben zu prüfen und erforderlichen Falls vor der Feier des heiligen Abendmahls einzugreifen. Jedenfalls aber erscheint es mehr als g-wazt, daraus, daß unter etlichen hundert Kindern einzelne den Tag nicht in würdiger Weise begangen harten, die Abnahme des christlichen Bewußtseins und kirchlichen Lebens der ganzen Gemeinde zu schlüß n. 4) Auch die Behauptung, es habe eine. große Anzahl der Konfirmirten an der Vorbereitung und ersten Abendmahlsfeier am Osterfest nicht Theil genommen, ist eine auf Hörensegen beruhende Unrichtigkeit oder Uebertreibung. Denn die 5 Kor fi mitten, die bei der Abend- mahlsfeier des Ostertages nicht zugegen waren, haben das Sakrament auf besonderen Wunsch der auswärts wohneu- dm Allein in ihren Heimathzemeinden empfangen oder waren durch Krankheit verhindert, an dem gemeinsamen Abendmahlsgange Theil zu nehmen. 5) Was über die Haltung des kleinen und großen Presbyteriums der Marim- und Johanniskirche in den bezüglichen Verhandlungen be- Hauplet wird, entspricht nicht der Wahrheit. Wir hoffen, daß das durch die Einrückung gegebene Aergerniß nur dazu diene, unsere angefochtenen Kirchengemeinden in ihren treuen Gliedern nur um so inniger zusammevzu- schli-ßen."
welcher männliche Beruf das meiste Glück in der Liebe hat. Dabei ist er zu folgerten überraschenden Resultaten gekommen; Richt die Tenöie stehen, wie man gewöhnlich glaubt, obenan in der Gunst der Frauen. Während noch 4(3 von 100 dem Reiz eines hohen C widerstehen können, fallen den Schauspielern der Lust'pielrollen 99 von 100 zu Füßen. Dagegen sind die Träger der Heldenrollen nur mit 20 Prozent verzeichnet. Gleich hinter den Lastspiellrollen kommen aber die Leutxants mit 90 Prozent, während die höher avancirten Offiziere merkwürdigerweise nur 5 Prozent auszuweisen haben. Es ist ferner erfreut-ch, zu hören, daß die Schreiber bei ihrer anstrengenden Thätigkeit Glück in der Liebe haben; sie erreichen denselben Prozentsatz, wie die Artisten, nämlich 80 Prozent. Dann kommen die Architekten und Journalisten mit 50 Prozent und die Dichter mit 30 Prozent. In 10 Fällen von 100 verliebt sich eine Frau in einen Arzt, Musiker oder Dramatiker. - ■ .
Heuschreckenplage. Die Heuschreckengefahr in Spanien ist io groß, daß die Regierung eine Prämie von 10 Cent aufgeworfen bat für j d:s Kilogramm gksammelter Heuschrecken. In den Straß-n sieht man Kinder und erwachfine Personen, die mit dem Einsammeln von Heuschrecken beschäfligt sind. Manche sammeln 40 bis 50 Kilogramm an einem Tage. Die Eisenbahnschienen in der P ovinz Asturien sind so bedeck', daß die Lokomotiven am Weiterfahren behindert sind. Der Kriegsminister hat gestern beschloffen, 10,000 Mann der Garnison Madrid nach den Piovinzen zu senden, um die Heuschrecken zu vernichten.
Aus Kunst und Leben.
Festspielhaus in Godesberg Für das Preis- ausschreiben zur Erlangung von Plänm für das Festspielhaus in Godesberg wurden von der Bürgerschaft 21000 M. gezeichnet.