Geile 2
Hanauer Anzeiger
26. Mai-
Lehre von den Infektionserregern der Niederschlag von Keimen, den er zurückläßt, fällt früher in Eckardroih. Behufs ihrer Vermählung ging sie später nach der Tuberkulose. Er zeigt in scharfen Umrissen, wie eS Koch oder später dem Untergänge anheim. Die früher angenom-1 Westfalen zu ihrem Bräutigam, wohin die Aussteuer theils
gelangen ist, gewisse Bazillen, die mit bestimmten kulturellen i mene Ubiqusiät ist deshalb, wie besonders hörnet nachge- nnb morphologischen Eigenthümlichkeiten begabt find, alS die ‘ wiesen hat, nicht vorhanden, flügge und seine Schüler haben ursächlichen Erreger der Tuberkulose herauSzufiuden. Bei den Beweis der Verschleppung der Bazillen durch ausgehustete
dem jetzigen Stande der Dinge ist nicht mehr zu zweifeln,
daß der Tnberkel-BaztlluS die einzige unmittelbare Ursache für die verschiedenen Arten der menschlichen Tuberkulose dar- stellt, und ebenso wenig daran, daß die bei Säugethieren »or- kommende Tuberkulose, namentlich die sogenannte Perlsucht des Rindes, durch denselben Parasiten bedingt ist. AlS ein Haupteinwand ist gegen die Ksch'sche Lehre geltend gemacht worden, daß die Sputa von Tuberkulösen nicht immer Tuberkelbazillen enthalten. Dieser Einwand ist jedoch durchaus nicht stichhaltig und widerlegt sich ohne Weiteres durch die Erfahrung, daß die Bazillen außnhalb deS Körper» sehr rasch absterben. Anders verhält eS sich mit einem zweiten Einwand, demzufolge säurefeste (bei der Färbung) Bazillen auch in nicht tuberkulösen Organen gefunden werden. Jn- dessm sind diese säurefesten Bazillen nicht identisch mit den Tuberkelbazillen, sondern durch biologische und tinktorielle Eigenthümlichkeiten unschwer von ihnen zu unterscheiden. Am meisten Aehnlichkeit mit den menschlichen Tuberkelbazillen haben die Erreger der Geflügeltuberkulose, aber es hat sich der Nachweis der Identität beider Mikroorganismen nicht führen lassen. Unter den tuberkelähnlichen Bazillen erwähnte Redner besonders die von Möeller-Görbersdorf entdeckten TimotheebaMen und die Möellersche Bliudschleichen-Tuberkulose. Die Tuberkel -
bazifleu stud obligate Parasiten, daS heißt Parafiten, die außerhalb des menschlichen Körpers nicht gedeihen können. Nur auf künstlichen Nährböden vermögen sie sich zu entwickeln. Bei solchen Züchtungen erleiden sie vielfach morphologische VerSnderungeo. Auch verlieren ste außerhalb deS Körpers mehr oder weniger schnell ihre Virulenz. Es gibt daher allerdings Tuberkelbazillen, welche nicht virulent find und der Jnfekliouskraft entbehren; daraus aber Zweifel an der ursächlichen Bedeutung deS TuberkelbazilluS sür die Krankheit überhaupt herzuleitc«, ist ganz unberechtigt. Sehnliches findet sich bei vielen anderen pathozeuen Mikroorganismen und auch bei höheren Pflanzen. Auch sie können ihre Eigenschaften zum Theil verlieren, auch unter ihnen gibt es bei
der gleichen Art verschiedene Spezies, deren Eigenschaften von , 55 ohne Erfolg geimpft, 145 bereits im Geburtsjahr gr- einander abweichen. Die Mandelbäume briugen theils bittere,; impft, 150 auf Grund ärztlicher Zeugnisse zurückgestellt, 49
theils süße Mandeln hervor, ohne daß äußerlich makco- oder mikroskopisch irgend welche Differenzen an ihnen zu erkennen sind. Niemals ist eS ab-r gelungen, kuberkelähnliche Bazillen iu echte Tuberkelbazillen überzuführeu, und ebensowenig den Tuberkelbazillns außerhalb deS menschlichen KörperS längere Zeit virulent weiter zu züchten, sodaß eS ausgeschloffen er- scheiut, daß die Tuberkelbazillen auf saprophytischem Wege gedeihe». Ein solches Wachsthum ist nur eine Zusammenstellung von Kuriositäten, das zur wirklichen Klärung der Sache nichts beiträgt.
In glänzender, bilderreicher Rede spricht Herr Professor C. Fränkel-Hrlle über Art und Weise der
Uebertragung der Tuberkulose.
In den noch nicht 20 Jahren, die seit den Koch'schen Funden verflossen, ist eS zwar noch nicht gelungen, jedes Räthsel der Verbreitung und Fortpflanzung deS Uebels zu lösen. Die jüngste Vergangenheit hat aber viele Theile unseres Wissens ergäazt und berichtigt. In den entscheidenden Zügen sind die bet der Uebertragung maßgebenden Fragen schon jetzt gesichert. Das Eindringen d:r Tuberkelbazillen in den Körper dürfen wir als einen Kampf zwischen zwei feindliche« Mächten betrachten. Auf der einen Seite der Körper im Schatzkleide seiner natürlichen Abwehrkräfte, auf der anderen Seite seine winzigen Gegner mit ihrem unaufhörlichen Kleinkriege. Wo finden sich »an unsere Widersacher? Wo liegen ihre Verstecke und Schlupfwinkel, in denen ste Haufen? Auf welchen Pfaden nahen sie unS und durch welche Pforten erzwinge» ste sich den Eingang und erreichen so ihr Ziel? Aaßerhalb deS menschlichen oder thierischen Körpers gedeiht ret-Tuberkel- bazillns nicht. Die Quellen der Infektion entspringen daher ausschließlich in letzteren. Das Fleisch und die Milch perl- süchtiger Rinder, die Absonderungen tuberkulöser Häute und Schleimhäute, vor allem der Lungenauswurf der Schwindsüchtigen, bringen die Krankheitserreger in die Umgebung. Jeder Mensch und jedes Thier, in dessen Ausscheidung lebende Tuberkelbazillen Vorkommen, gibt zur Verbreitung des An- steckuvgsftoffeS Gelegenheit. Trotzdem muß sich besonders der Laie vor übertriebenen Befürchtungen unb mathlofec Verzagt- |eit hüten; denn nur dann bildet der Kranke eine Gefahr für die Gesunden, wenn der tuberkulöse Herd in offmer Verbindung mit der Außenwelt steht. Also z. B. nicht bei Tuberkulose des Bauchfelles, der Hirnhänte uud auch nicht bei der Lungentuberkulose, so lange es sich um den Anfang deS Leidens, die sogenannte geschlossene Form ohne Durchbruch in die gröberen oder feineren Verästelungen der Bronchien handelt. Auch dann ist die ruhige AuSathmungsluft der Phthisiker dauernd frei von Bazillen. Erst wenn der Inhalt der Höhlen durch Hustenstöze entleert wird, kommen Tuberkelbazillen in Gestalt feinster Tröpfchen und Bläschen in die Luft und damit in dichteren Massen auf beliebige feste Grgcnstäude, wie Taschentücher, Sprigefäße, Fußböden, Wände u. f. w. Trotzdem kann diese ausgestreute Drachrusaat uiht, wie bei Milzbrand oder Cholera, außerhalb deS Körpers in die Halme schießen, denn die Bakterien gehen schnell zu Grunde, die Fäulniß vernichtet ihre Lebensfähigkeit in sechs bis sieben Wochen; noch schneller schwindet die Virulenz; durch Austrocknung gehen die Bazillen in 6 bis 10 Monate» Zu Grunde. Schnell vernichtet sie daS Sonnenlicht. Tuber- telbazillrn finden sich nur in ber unmittelbaren Umgebung
Zeugen wissen darüber nichts bestimmtes auszusagen, deshalb erfolgt Freisprechung. — Billige Aussteuer. Die jetzige Ehefrau Grön von Eckardroth war früher, als fie noch ledig war, in einem Hotel in Soden als Dienstmädchen beschäftigt, sehr lästige M-nageriezeruch nur sehr wenig bemerkbar ist. Diese Stellung benutzte sie dazu, um sich zu ihrer bevor- Die Dressar der Löwen durch die drei sie vorführenden jungen stehenden Vermählung die Aussteuer auS dem Inventarium Mädchen ist eine vortreffliche und dabei ist daS Auftreten der deS Hotels zusammenzustehlen und so wanderten eine Menge Dompteusen ein so sicheres, daß bei den Zuschauern keinerlei ... ,------ ....................— —ö—a Gegenstände, vorzugsweise Wäsche und sonstige HauShaltungS- Angstgefühl aufzukomnen vermag. Bemerkt sei noch, daß sich
E^Ee», an deren Sohlen sie sich heften; verschwindet j stücke, wie Messer und Gabeln rc,, in den Besitz der Dienst- in einem Käfig auch mehrere, erst wenige Tage alte „Löwen- Erzeuger, so erlischt der Vulkan, der Quell versiegt, auch' magd, diese schickte sie dann ihrer Mutter, der Wittwe Scheich BabieS" befinden, welche insbesondere das Interesse der
und versprühte Tröpfchen gebracht, doch auch auf diesem Wege werden sie kaum weiter wie 1 bis V/i Meter vom Kranken hingelangen können, sodaß mit wachsender Entfernung die Zahl dieser verirrten Geschosse immer geringer wird. Es ist deshalb die Verbreitung der Tuberkelbazillen auf geeigneten Fahrzeuge», wie Eßgeschirren, Kleidungsstücken, Insekten, bie mit phthisischem AuSwu f besudelt sino, eine verhältnißmäßig geringe, da dabei immer nur minimale Mengen verschleppt werden können.
Darauf verliest der Herzog von Ratibor ein soeben von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser ringe - laufeneS Telegramm, wobei die Versammlung sich von ihren Sitzen erhebt:
Seiner Durchlaucht Herzog von Ratibor Berlin, Reichstag.
PotSdam den 25. Mai 1899.
Aufs angenehmste berührt durch den Huldizungsgraß deS KongreffeS zur Bekämpfung der Lu igentuberkalsse als Volkskrankheit ersuche Ich Sie, dem Kongreß Meinen Dank und Meine besten Wünsche für einen glücklichen und einen ersprießlichen Verlauf zu übermitteln. Möge eS der gemeinschaftlichen Arbeit ärztlicher Wissenschaft und menschen» freundlich er Nächstenliebe gelingen, der verheerenden Volksküche Einhalt zu gebieten und die schweren Schädigungen zu mildern, denen das deutsche Volk in seiner Gesammtheit, wie in seinen einzelnen Familien und Gliedern durch die Tuberkulose auSgesetzt ist.
Wilhelm I. R.
Aus Stadt- und Landkreis Hanan. tzrchdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe »Hau Stak" gestattet.
* Jmpfwesen. Im Landkreise Hanau waren im Jahre 1898 impspflichtig: 1591 Ersttmpflinge — einschl. der Restsa- ten aus früheren Jahrgängen — 855 Wiederimpfltuge,
— 2446 (2095 im Vorjahr). ES wurden 1977 mit und
find im Geschäftsjahr verstorben, 64 verzogen, 3 haben sich
der Impfung entzogen, 3 sind wegen Aufhörens deS Schulbesuchs nicht geimpft worden — 2446. In 3 Fällen wurden Strafen erkannt, weil die Kinder der Impfung entzogen würd«.
* «asetmenvergrötzeritng. In der Angelegenheit der projektirtrn Vergrößerung unserer Jafanterickaserne weilte gestern eine Kommission hier.
* Sterberasse des Bundes deutscher Gastwirthe. Die kürzlich verstorbenen Gastwirthe Joh. Ph. Meerbott in Hanau und Adam Fickert in Oberrodenbach, Ortsrechner- bezirk Hanau, waren Mitglieder der die Rechte einer jurtsti scheu Person besitzenden Sterbekasse deS Bandes Deutscher Gastwirthe (Sitz in Darmstadt) nab wurde infolge dessen an die Hinterbliebenen das so ansehnliche Stecbezels im Betrage von zusammen 2000 Mk. aufs Prompteste ausbezahlt. Sicherlich kann die Zugehörigkeit zu einem derartigen fürsorgenden Institute als ein Schutz und Segen für jede Familie brz-ich net werden. Wie wir vernehmen, hat diese, anf der sicheren wissenschaftlichen Grundlage beruhende Kasse jetzt mehr als 1 Million Mark für Sterbegelder an deutsche GastwirthS- samilien ausbezahlt, wodurch zweifellos viel Gutes gethan wurde. Das sicher angelegte Kasseavermögen beträgt cl 500 000 Mk., wohl der beste Beweis für die Sicherheit und das Gedeihen der Kasse. Mögen alle diesem schönen Institute noch fernstehenden Herren Gastwirthe mit ihren Frauen im eigenen Interesse wie in dem ihrer Angehörigen nicht zögern, demselben beizutreten, besonders wo die so werthvollen Vorzüge der Kasse dies so rathsam erscheinen lassen.
* Neue N-Hrb-Hu Durch eine wohlgelungme sportliche Veranstaltung eröffnete gestern Abend Herr OSwald Jankowsky feine an der „Schönen Aassicht" neu angelegte Fahrbahn, mit der zugleich ein Law»-Tennisplatz verbunden ist. Unter den Klängen der engagirten Musikkapelle entwickelte sich auf der reizend belegenen und praktisch angelegten Fahrbahn ein recht anziehendes sportliches Bild, das durch die elektrische Beleuchtung des Platzes durch zwei Bogenlampen ii seiner anmuthende» Mannigfaltigkeit wesentlich gehoben wurde. Zum Schlüsse begaben sich die Theil- nehmer der Einweihungsfeierlichkeit in daS Solchen der „Schönen Aussicht" und drehten sich noch geraume Zeit munter im Tanze.
** Strafkammer II. (Sitzung vom 25. Mai.) Vater und Sohn. Zwischen dem Maurer Stahl zu Oüerdsrfeldeu und seinem Vater besteht ein wenig erbauliches Verhältniß, daS zwischen den beiden zu noch weniger erbaulichen Szenen geführt hat. Gelegentlich soll der Sohn gegen seinen Vater schwere Drohungen ausgestoßen haben, infolge dessen er heute auf der Anklagebank fitzt wegen Vergehens; der Bedrohung mit dem Verbrechen des Todtfchlag». Der; Angeklagte leugnet, die Aeußerung gethan zu haben und die
von ihr selbst mitgenommen, theils von ihrer Mutter gekracht wurde. Dort wurden die Gegenstände, als man die Dieb
stähle in dem Hotel bemerkt und den Verdacht auf die ehemalige Dienstmagd geworfen hatte, bei einer Haussuchung entdeckt und mit Beschlag belegt. Die Tochter ist des Dieb- stahls und die Mutter der Hehlerei angeklagt und besonder» der Ersteren kommt ihre Unredlichkeit theuer zu stehen. I« Anbetracht deS groben VertrauensbruchS, den sie begangen, erkennt daS Gericht gegen die Tochter auf nenn Monate Gefängniß, die Mutter erhält wegen Begünstigung 2 Monate Gefängniß. — Schlechte Arbeit. Daß unter Umständen auch in schlecht gelieferter Arbeit und dafür eingeheimster guter Bezahlung ein Betrug gesunden werden kann, hat heute die Strafkammer in einer eigenartigen Betrugs- anklage als zweite Instanz entschieden, nachdem dies vorher schon vom Schöffengericht Langenselbold als erste Instanz geschehen war. Der Sachverhalt ist der folgende: Am 26. bezw. 29. September v. Js. wurden von der Wittwe Dietz bezw. dem Maurer und Landwirth Haas in Rückingen die Drescher Schneider, Raab und Klein zum Dreschen engagirt und sollten per Fuder gedroschene Frucht 4 Mk. erhalten. Diese Arbeit, für welche ihnen 11.90 bezw. 19 Mk. von den erwähnten Leuten auSgrzahlc worden waren, hatten sie so unordentlich auSgeführt, daß die Leute sie noch einmal vornehmen mußten. Es stellte sich beim Nachdreschen heraus, daß noch über ein Fünftel der Frucht in dem Stroh zurückgeblieben war, die Gebuade sprangen zum Theil wieder auf, zum Theil waren sie gar nicht aufgelöst gewesen. AlS bie Drescher fertig waren und ihr G.ld forderten, drängten sie hierbei zur größten Eile, damit nicht etwa ihre saubere Arbeit zuvor revidirt und entdeckt würde. Wie erwähnt, mußten die Geschädigten, um zu einem ordnungsgemäßen Ausdrusch ihres Getreides zu gelangen, dieselbe Arbeit noch einmal vornehmen lassm. Haas, der die meiste Zeit des Tages nicht zu Hanse war, erfuhr nachträglich, daß die Drescher mittags, wenn er so tgegangen, sich in der Tenne zum Schlafe nie verlegten, woraus sich dann nachher ihre schlechte Arbeit erklärte. Das Schöffengericht zu Langenselbold hatte Raab und Schneider zu je 14 Tagen Gefängniß, Klein, der genau wegen desselben V:rgehens kurz vorher bestraft wir, zu 5 Wochen Gefängniß v-rurtheilt und hatte in der Begründung ausgeführt, daß das Gebahren der Angeklagten alle Merkmale eines Betruges enthalte. Sie hätten in den Arbeitgebern durch Vorspiegelung der falschen Thatsache, das Getreide sei ordnungsgemäß ausgedroschm, einen Irrthum erregt und die Vermögensbeschädigung bestehe I darin, daß die Leute de« Lohn noch einmal zahlen mußten. Die drei Angeklagten legten hiergegen Berufung ein, Raab und Schneider zogen es jedoch vor, beim Termin durch Abwesenheit zu glänzen, weshalb ihre Berufung ohne Verhandlung verworfen wurde, Klein ist dagegen zum Termin erschienen. Sein Vertheidiger machte geltend, es sei doch sehr fraglich, ob dieses Delikt unter den Strafgesetzparagraphen falle und ob vielmehr die Sache nicht einen civilrechtlichen Anspruch bilde. Der Umstand, ob eine Arbeit ordentlich oder unordentlich auSgeführt sei, sei nicht eine Thatsache, sondern ein Urtheil und er beantrage, einen Sachverständigen darüber zu vernehmen. Die Berufung wurde von der Strafkammer verworfen, indem sth das Gericht den Grünren des ersten Richters anschloß. Unter dem Dreschen könne nur das vollständige A rsdreschsn der Frucht verstanden werden. Es blieben zwar immer Körner zurück und es müsse ein gewisser Spielraum gelassen werden, jedoch nicht gleich der fünfte Theil, wie hier. Der Angeklagte sei sich mit den andern seiner unredlichen Handlungsweise auch bewußt gewesen, was daraus hervorgehe, daß er mit dem Gelde sich so bald als möglich zu entfernen suchte. — Körperverletzung. Am 22. Jmuar v. J. saßen in einer Wirthschaft zu Unterstellberg der Bauer Leitschuh und noch andere Gäste. Einer hatte Wurst bestellt und lud die andern ein, mitzuesfen, als es aber ans Bezahlen ging, war ihm die Zeche etwlS zu hoch und die Theilnehmer an dem Essen sollten auch an dem Bezahlen theil nehmen. DieS wurde von einem derselben verweigert und deshalb kam es in der Wirthschaft schon zum Wortwechsel und nachher auf der Straße zu Thätlichkeiten. Der Bauer Leitschuh gecieth mit dem Hüttuer Friedrich aneinander, schlug ihm mit der Faust aufs Aaze, daß er zusammeustürzte und bearbeitete ihn dann bei der Fortsetzung deS WegeS noch mit zwei dicken Steinen, so daß der G.m ßhandelte ziemlich eine Woche arbeitsunfähig war. Das Schöffengericht hatte den Leitschuh zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, wogegen er Berufung einlegte. Dieselbe wird verworfen.
* Unfall. Nach uns von betheiligter Seite gewordener Mittheilung ist der Schuhmachw Hain nicht beim Abstieg vom Gießfaß, sondern auf dem Wege übersabren worden.
* Löwentheater der Geschwister Berg. Auf dem
Meßplatze ist das Löwentheater der sich eines wohlbegründeten RenommöS erfreuenden Familie Berg einzetroffm. Das Theater erfreute sich bisher überall des lebhaftesten Zuspruchs und auch in hiesiger Stadt wird es daran gewiß nicht fehlen. Eine Darmstädter Z'itanz schreibt: „Unter den ca. ein Dutzend Löwen befinden sich wirklich prächtige Exemplare und sind die Thiere sämmtlich sehr gut gepflegt. Es herrscht dort die peinlichste Sauberkeit, so daß der unvermeidliche, oft