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V^ausichl««. i,

Amtliches Argan für Htaöt- unö LauSKreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

St. 120

Donnerstag den 25. Mai

Amtliches.

^anO^ret^ ^banau

SiurükkuagS. gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ dir ^gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Im Reklamenrheil dir Zeile 20 ^, fii Auswärts 30 ^.

1899.

Reichsregierung aber hat bereits in der Kommission durch nach dem Lande eintreten wird, das Fehlen der Javali- i ihren V-rireter erklärt, daß siekeine Linie von dem Umfange ditäts-Versicherung für die ländlichen Arbeiter diesem er- , ^er Versicherungs-Pflicht zurückgehen werde." spritßlichen Rückfluffe entgegen wirken; dasselbe stellt sich unter

ds^llnntmachungen des Komgüchen a.andrathsamtes. l Diese entschiedene Erklärung muß mit lebhafter Freude solchem Gesichtspunkte geradezu als Beschränkung der Frei- Nachdem unter dem Rmdviehbestaud des Lorenz RuhBegrüß werden. Eine ganze Rerhe wichtiger Bedenken spricht ......

»tw b l n 6., Jotzannes S r l l 7., sowie des gegen die Befreiung der ländlichen Arbeiter von der Ver-, Lehrers ^u n g zu Salz (Kreis Lauterbach) die Maul- und sicherungs-Pflicht. Zunächst kommen Schwierigkeiten rein Klauenseuche festgestellt worden, ist GehöftSspure angeordnet technischer Art in Betracht. Was soll mit den bisherigen' worden. Beiträgen werden? Eine einfache Zurückzahlung ist nicht

_ Unter den Schafheerden der Gemeinden Fleschenbach und wohl angängig, da die Versicherten ihre Beiträge doch nur

i unter der festen Zusage und bestimmten Voraussicht künftigen;

Renten-Erwerbs entrichtet haben. Und wie läßt sich ferner in allen Fällen eine ausreichende Grenzbestimmung zwischen!

: Industrie und Landwüthschaft treff.-n? Die Landwirthschast, hat während der Neuzeit zahlreiche Nebenzweige hervorg-bracht, die alle mehr oder minder Wesens-Meikmale industrieller Be­triebsweise an sich tragen. Endlich findet zwischen Industrie Am Freitag den 26. Mai d. Js., nachmittags von und Landwirthschaft ein steter Austausch von Arbeitskräften 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädsi-r statt. Die Versicherungs-Pflicht würde daher bald ruhen, bald Rachhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des wirksam sein, was fraglos die ohnehin schon bestehenden «elverbegevichts statt, in welcher Partheien etwaige Sttei-, Schwierigkeiten des Klebe-Systems noch beträchtlich steigern tigkeitm, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen könnm. i

zügigkcit dar.

Die Reichs-Regierung hat daher mit ihrem Entschlüsse, unter allen Umständen an dem Versicherungs-Zwange der ländlichen Arbeiter festhalten zu wollen, ohne Zweifel das

Salz (Kreis Lauterbach) ist die Räude ausgebrochen.

Hanau am 24. Mai 1899.

V. 5160

Der Königliche Landrath, v. Schenck.

^taöt&rew ^banau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Richtige getroffen. Die Anerkennung aber, deren sich das Jnvalrditäts Gesetz schon jetzt bei der ländlichen Bevölkerung erfreut, wird noch erheblich wachsen, falls es gelingt, die Reformvorschläge der zur Berathung stehenden Novelle durch- zusetzen.

Tagesschau.

Evangelischer Arbeiter Bereinstag.

Der Gesammtvelband der Evangelischen Arbeiter-Vereine Dertschlauds mit seinen 359 Vereinen und 79,000 Mit­gliedern ist am Dienstag nach Pfingsten in Altona im Lokale

von Pabst zu seiner diesjährigen Versammlung zusammenge

! müßte. * treten. Die Betheiligung ist bereits recht zahlreich. In Kiel

Bei weitem wichtiger aber als derartige Bedenken ist die schließt sich au diese Versammlung sofort der Evangelisch- That ache, daß ein Erlöschen des Versicherungs Zwanges für' soziale Kongreß, der auch von Vertretern der Evangelischen 8121 die ländlichen Arbeiter diese selbst au s Nachhaltigste schäbigen | Arbeiter-Vcreii e besucht wird. Der Vorsitzende des Gcsammt- müßte. Sicherlich zutreffend bemerkte ein Mitglied der Kom- Verbandes Pfarrer Lie. Weber aus München-Gladbach legte Mission, daß das Invalidität- und Altersversicherungs-Gesetz dem Arbeitervereinstag eine kurze Darstellung der Geschichte

1 f < . ! gegenwärtig das populärste Gesetz auf dem Lande sei. Seine und des Standes der evangelischen Arbeitervereine vor. De-

' Det^£ra i vesteyeno W^hlthaten werden immer allgemein empfunden. Und wie' nach bestehen diese Vereine mit sozialem bezw. sozialpolitischem

md Knebel. 1 Wie Kr-°°U-n- [oCt= ti(ä ^^ Fall sein? auf 100 Invalide» Chanüler erst seit Pfingsten 1882, atä d-, damaliz- B-rg-

Hanau den 24. Mai 1899.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts. Dr. Gebes chus.

Ge f un den:

aus einer Kugel, Kettchen und Knebel, 1 silberne Kravatten-

nadel, eine Fliege darstellend mit 2 blauen Steinen, 1 Rolle

rot^ ^'psband bei A. W'lcke u. ^V; Krämers raße 12, Hinzen beziehen bereits 61,698 Personen der Land wirthschaft lischen Arbeiterverein stifteten. Der Gegensatz gegen die christ- liegen geblieben, Empfangnahme bafelbfi. Renten gemäß den Bestimmungen des Invalidität-^

verloren: 1 goldene Kr°vattenmdel, 2 silberne Altersversicherungs-Gesetzes. Diese Zahlen reden eine deut-

Paulofielchen mit blauem @uu>wt»anb. Wl-d-rbrivg-r ^Mch- beweisen am besten, welche Fülle von

lohnung. _ . Nutzen den ländlichen Arbeitern aus der Versicherungs-Pflicht

Zugelaufen: 1 grauer Rehpmscher w. Geschl.;

Empsongnahme bei Lavdwirih Georg Ph. Arnold zu Indessen nicht bloß die ländlichen Arbeiter würden

Grouau. infolge ihrer Befreiung vom Versicherungszwange schweren

Hanau am 25. Mar 1899. ' Schaden erleiden, sondern ebenso würde großer Schaden die

renten-Bezieher kommen 39 landwnthschaftliche, und im i wann Fischer u. Gen. in Gelsenkirchen den ersten evangc-

'S

lich-sozialeu Vereine römisch-katholischer Observanz war der

erste Anlaß zu der Gründung. Von Anfang an standen ihnen die evangelischen Geistlichen nahe. Im Jahre 1885 gab es bereits 25 Vereine mit 11,700 Mitgliedern, zwei Jahre später 44 mit 17,000 Mitgliedern, 1890 schon 95 Vereine mit 28,000 Mitgliedern. Im Jahre 1885 wurde derEvangelische Arbettelbote" als Verbandsorgan gegründet und Bergmann Fischer als Verbandsagent angestellt. Mit dem Jahre 1890 brach eine neue Periode der Ausbreitung

gesummte Landwirthschsft ergreifen und auch die Arbeitgeber , empfindlich treffen. Das schlimmste Uebel der Landwirth-

! schast ist zur Zeit die Leutenoth. Das Abströmen der den des Verbandes Pfarrer Weber, ai knüpfend namentlich

Bekanntlich war schon im Jahre 1889, als die In- ländlichen Arbeiter zur Sta t aber würde aus dem Um- an den niederschmetternden Erfolg der Reichstagswahlen. Es

validitäts- und Alters-Veisicherung geschaffen wurde, eine starke staube, daß die industrielle Arbeiterschaft allein die Vor-! entstand die Zusammenfassung der einzelnen Verbände als

Minderheit des Reichstages geneigt, die Landwirthschaft von der Versicherungs-Pflicht zu entbinden. Gleiche Wünsche sind auch bei der zur Zeit stattfindenden Berathung der Novelle zum JnvaliditätS-Gesctze wiederum geäußert worleu. Die

Landwirthschaft und Jnvaliditäts

Versicherung.

an, betrieben besonders durch den rührigen ersten Vorsitzen-

an den niederschmetternden Erfolg der Reichstagswahlen. Es

theile der Invalidität- und Alters Versicherung genösse, Gesammtverband. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, u. A. nur noch verstärkten Anreiz empfangen. In demselben die Bildung neuer Vereine zu fördern, die Presse in seinem Maße müßte ferner, wenn künftig einmal, wie mit ziem-; Sinne zu beeinfluss n, über Maßregeln zur Hebung der wirth­licher Sicherheit vorauszuseben ist, ein gewisser Rückfluß schaftlichen Lage und br religiös-sittliLen Haltung der Ar-

FerrMsts« Aus der Geschichte des deutschen Männergesangs.

Eine Skizze zum Kasseler Gesangs-Wettstreite 26.-29. Mai. Von Cyriak Fischer.

<N«chdru^ vcrCoten).

Der Chorgesang ist das Eine, allgemein mögliche Volks­leben im Reiche der höheren Kunst." Also hat der wackere schweizer Landsmann, hat Haus Georg Nägeli mit Recht gesagt, der zuerst bei uns die Eigenheit, die künstlerische Berechtigung und den großen Werth des Mänuerchorgesangs erkannt und ihn nach allen Zeiten hin mächtig gefördert hat. Vor ihm gab es auf diesem Gebiete der Musik nur Anfänge (Anfänge, auf die wir noch zu sprechen kommen werden); aber auch sie reichen über das 19. Jahrhundert nicht hinaus. So ist der deutsche Männergesang so recht eine Schöpfung unseres in künstlerischer Beziehung so viel gescholtenen Jahr­hunderts; diese Schöpfung, hervorgegangen aus dem Kerne des Volkslebens selbst, hat sich das ganze Volk erobert, ist ein köstliches Kleinod unserer heimischen Tonkunst und unseres ganzen Musiklebens geworden und hat den Ruhm des deutschen Liedes über die ganze Erde getragen. Wie zur Bekräftigung seiner Werke darf j-tzt der deutsche Männergesang, der Hundert­jährige, das Kind des Volkes, in der Sonne der Fürsten­gunst ein glänzendes Jubelfest begehen. Da mag es er­wünscht sein, sich seine Schicksale in kurzen Zügen zu ver­gegenwärtigen.

Wenn auch dcr Minne- und der spätere Meistergesang als die Vorläufer unserer Kunstgattung bezeichnet werden können, so haben sie doch mit dem volkstümlichen Männer- gesang als solchem noch wenig zu thun. Erst das 17. Jahr-

! Hunden zeigt uns ganz vereinzelte Gründungen von Mänrec- ! gesangvereinen. So findm wir zu Greiffenberg in Pommern seit 1673 eineGott singende Gesellschaft", zu Coswig in Anhalt den vielleicht bis in die Reformationszeit zurück­gehenden Adjucantenverein, die sich indes beide auf den geist­lichen Gesang beschiänkun. Auch die 1620 entstandene und noch heute florirende ehrwürdigeSinggesellschaft zum Antlitz in St. Gallen" ist in diesem Znsammtnhange zu n nnen. Der eigentliche rurgesang in unserem Sinne aber konnte in diesen Gestllschafttn gar nicht gezflegt werd-n, weil er noch nicht bestand. Denn als den Vater des vierstim­migen Männerliedes können wir erst Michael Heydu (1737 bis 1806), den Bruder Josef Haydn's, ansehen, der ge­legentlich, als er einmal für einige geistliche Freunde Terzette schrieb, den drei Stimmen noch eine vierte hinzufügte, und nun, nachdem er die dadurch erzielte Rundung und Vollen­dung der Harmonie e^k^nnt halte, an dieser neuen Kunst­form festhielt. Einige andere Meister haben neben ihm schon zeitig der Chorlitteratur werthvolle Beiträge geschenkt; im Ganzen aber fanden die neu entstehenden Vereinigungen zur Pflege des deutschen Männergesanges noch ein recht dürftiges Material vor.

Den denkwürdigen Anfang zu diesen Vereins grün düngen hat die aus dem Kunstgebicie sonst selten führende Stadt Berlin gemacht, und zwar knüpft sich die Entstehung der Berliner Liedertafel an den Namen von Goethe's bekanntem Freunde, an den kernigen Zelter. Ihr Geburtstag ist der 28. Dezember 1808, die Veranlassung ein Abschiedsessen, daS dem aus Berlin scheidenden Sänger Otto Grell feine Freunde gaben und wobei eine Anzahl Mitglieder der Sing akademie sich mit Gesängen betheiligten. Diese neu be­gründete Zelter'scheLiedertafel" (er hatte bei dem Worte an Artus' mythische Tafelrunde gedacht) trug aber einen ganz geschlosseuen Charakter. Die Zahl ihrer Mitglieder durfte

24 (später 30) nickt ülersteigen; die Theilnehmer mußten Dichter, Sänger od^r Ko-rponisten sein, und sie liefettm der Vereinigung selbst das Gesangsmaterial, dessen Kenntniß­nahme und Beurtheilung den Hauptgegenstand der Zusammen­künfte bildete. Auf diese Weise wurde zugleich der Mangel einer ausreichenden Chorlitteratur überwunden. Das war also noch ein gar bescheidener Anfang, der der heutigen stolzen Entwickelung wenig mehr ähnlich sieht; aber der Männergesang hatte damit doch jedenfalls zum ersten Male eine Stätte und Pflege gefunden, und seine markigen W.isen mögen gerade in jener schweren Zeit der Zwingherrschaft manch zagend Herz erbaut und erhoben haben. Goethe's prächtige Gesellschaftslieder, wieHerr Urian",General­beichte", das feierlich-schöneBundeslied", sowie auch Freude, schöner Götterfunken" bildeten die Lieblingsstücke der Liedertafel.

Bald fand sie Nachahmung. Zunächst folgte Frankfurt a. O., dann 1815 Leipzig. In Magdeburg entstand 1818, in Hamburg in den 20er Jahren, in Dessau 1821, in Königsberg 1824 eine Liedertafel. Und bald folgte auch die Befreiung aus den strengen und geschlossenen Formen. Nicht Dichter, Komponisten und Sänger nur durften es sein nein, Jeder, dem Gesang gegeben, mußte das Männerlied im Freundeschore pflegen. So sang schon das (Jahnsche) 3. Bataillon der Lützower im Chöre; so stiftete Bernhard Klein 1819 zu Berlin die jüngere Liedertafel, in der sich alle Gesangsfreudigen mit voller Begeisterung zusammen- fanden.

Diesem Fortschritt im Norden kam ein gleicher im Süden entgegen. Hier war es der bereits eingangs erwähnte H. G. Nägeli, der nicht allein pädagogisch und organisatorisch den Männerchorgesang förderte, sondern vor allem ein bisher noch unbeachtetes Moment darin in seiner vollen Bedeutung erkannte: seinen »olksthümlichen Charakter, feinen unermeß-