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Amtliches Organ für Sisöl- unS LanSkreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
M. 119
Mittwoch den 24. Mai
EinrückungS- gebühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum,
Jm Reklamcnrhcil die Zeile 20 ^, fit Äu8roürt$ 30 ^.
1899
Amtliches.
cÄanö&ret# ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Maurer Kaspar Müller zu Bruchlöbel ist als Mitglied der Feuerdeputation der Gemeinde Bruchköbel, als welches er auch bei den Bauabnahmen mitzuwirken hat, widerruflich bestellt und verpflichtet worden.
Hanau am 16. Mai 1899.
V. 4909
Der Königliche Landrath, v. Schenck.
Der vorliegende Gesetzentwurf Hot die Grundgedanken der preußischen Dre klaffennahl, nämlich die Abstufung des Wahlrechts nach der Steuerleistung und die Vereinigung möglichst gleichartiger Eleme t: in einer Abtheilung, beibehalten. Selbst die für dir Verwirklichung dieser Gedanken überlieferten Formen erfahren nur insoweit eine Korrektur, als sie ihren Zwecken nicht mehr genügen. Erhalten bleibt die Gintheilung in Klassen, die Zahl dieser Klassen, dir Steuer- leistung als Merkmal für deren Abgrenzung. Der § 1 der
Zweifel über die Auslegung deS bestehenden Rechts gerichtete tneue Bestimmungen.
Die Wirkungen dieser Reform des kommunalen Wahlrechts werden nach den angestellten umfangreichen statistischen ^Berechnungen die sein, daß annäheinb diejenigen prozentualen Verhältnisse der Wählerklaffen zu einander werden herbeigeführt werden, welche etwa im Jahre 1891/92, also vor Besinn der Steuerreform, bestanden haben. Jedenfalls ; wird die dritte Klasse nach Einführung des neuen Gesetzes
einen erheblichen Theil ihrer Wählerschaft durch A ifrücken
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden:
Vorlage gibt demgemäß nur den geltenden Rechtszustand
wieder, indem er bestimmt, daß für die Wahlen zur Ge- an die zweite Klasse abgeben. Letztere würde in ungleich meindevertretunz die Wähler in drei Abtheilungen zu theilen breiterem Umfange wie bisher die für das Gemeindeleben be- sind, sodaß auf jede Abtheilung ein Drititheil der Gesammi- sonders wichtigen Schichten des „besseren Mittelstandes" in
1 gold. Armband, 1 Nickeltaschenuhr summe der Steuerbeträge aller Wähler fällt. Für jede nicht sich aufnchmin. Die erste Klaffe wird dagegen im Allge- zur Staatseinkommenstfuer veranlagte Person ist auch ferner-s meinen zumeist nur eine mäßige Erweiterung ihres Bestau- hin an Stelle dieser Steuer ein Betrag von drei Mark in des an Wählern erfahren. ES erscheint auch gerechtfertigt, Ansatz zu bringen, daß die struerkräftigste Oberschicht, welche durch die Steuer-
Neben d-, birheelgen .DnNelunz' ist aber neu ansge. *” b« -'stflich-n Zuwachs -n v.lMung .^ »owmeu der Giuudsetz, Wihlem, been Lt-u-rb-! leg d-t, M b'-h-r>«-u Wchlrecht nicht allzu ein,chn-ttund über ein bestimmtes Mittelmaß hinausgeht, auch ein Wahl- .
MK L "MÖ .'.-acht auch^tcht-tu am .'u-uen G^metud-u
mit gelber Kette, 1 gelber Damen Glo^khandschuh (linker), 1 schwarz-lederner Kinderschuh mit Lackjpitze, 1 Paar weiße Zw rnhandjchuhe, 2 kleine Schlüssel im Schalterraum der Reichsbank liegen geblieben, Empfangnahme daselbst, 1 Quittung! karte, lautend auf den Namen Heinrich Koch aus Lieblos, Eu pfangnahme bei dem Herrn Bürgermeister zu Ost- Heim, 1 schwarzseidener Damen-Sonnenschirm in den Anlagen vor dem Friedhof.
Verloren: 1 kleines weißes gesticktes Taschentuch mit Monogramm H. W. Gegen Belohnung abzugeben.
Hanau am 24. Mai 1899.
Die Reform des kommunalen Wahlrechts.
daß die struerkräftigste Oberschicht, welche durch die Steuer-
Wenn diese Reform infolge der Verschiedenartigkeit der
die im Jahre 1891 vorhanden gewesene Verthrilung der
tierische Durchschnitt, der aus bem gesummten, der Abther-
lnngLbildung zu Grunde liegenden Steuerbetragr auf den S^ j J fo
einzelnen Gemeindewähler entfällt. Die Tragweite der Neue-: ^'" wird, so wrden die neuen Bestlmmungentm großen rung erfüllt aus folgendem Beispiel. In Berlin schloß bei ®^n ^och d'-Mg- auszlnchmde ^ M
den N.vtwberwühlen des Jahres 1897 die zweite Abtheilung me^dewahlrecht auSuben, welche b i Be behaltun der über- nach unten m‘t einer Steuerleistung von 943,60 ^^^ ? «unschmSwerth und
— - zweckmäßig sich herausgestellt gat.
Der dem Abgeordveterhause zugegangene Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Bildung der Wählrrabtheilungen bei den Gemriudewahleu, bezweckt, auf dem Gebiete des tommu- _____ .. _____________
nalen DreiklaffevwahlstzstemS diejenigen Verschiebungen des ^“£^e«Ziffer hinausreicht, würden' demnach bri'Geltung Wahlrechts auszugleichen, die seit dem Beginn der Steuer- ber neuen Boilage, unter sonst gleichgebliebenen Verhä tuiffen, reform im Jahre 1891 eingetreten und auch nach dem Gesitz fccn ^„en Klaffen zuzuweisen sein, vom 29. Juni 1893 noch verblieben sind. Diese Verschiebungen finden ihren Ausdruck hauptsächlich in einem starken Zusammenschmelzen der ersten und zweiten Abtheilung der Gemeindewähler, sie haben sich indessen in den einzelnen Gemeinden höchst ungleichartig entwickelt. In manchen Fällen . — „ . _ . _
ist die Zahl der Wähler der beiden oberen Abtheilungen nicht da ein, wo wirklich ein Bedürfniß zu einer anlerweitigen (1. Brand.) Nr. 3 ernannt, Hauptmann v. ^abricc, Batterre- nur nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen; im Allge- Verthrilung der Wähler besteht. Gerade in dieser r-lativm es — 1 ^^ ^» ...- ^^- —^
meinen ist das Zusammenschmelzen der beiden oberen Ab- Wirkung, in der Anpassung an die verschiesenen Verhältnisse, übergebeten, Oberstleutnant v. Briesen, Kommandeur der Iheilungen am stärksten erfolgt in Berlin sowie in den übrigen liegt der Hauptvorzug dieses neum Vorschlages. Die Ab- Kriegsschule in Potsdam, mm Kommandeur des Pommerschen großen und Mittelstädten ' und in den industriellen Landge- grenzung nach dem Durchschnitt greift im llebrigen nur । Füsilier-Regiments Nr. 34 ernannt, Major v. Ziegler, Kom- meinden- in geringerem Maße hat es sich in den Klein- zwischen der zweiten und dritten Klaffe Platz. Die beiden mandeur der Kriegrschulc in Hannover, in gleicher Eigenschaft städten und eigentlichen Landgemeinden geltend gemacht. Un- oberm Klaff n unter sich werden wiederum, wie bisher üb- zur Kriegsschule in Potsdam, Major v. Thtesenhansen, Bat.- abhänaia von d-r Steuerreform haben ferner wirthschaftlich- lich, nach der Quote der Steuersumme geschieden. ^Komman-eur im 3. Garde-Regt. z. F., zum Stäbe des Jns.-
soziale Verbältrüsse im Allgemeinen und örtliche Bedingungen Abgesehen von der Ergänzung der Drittelung durch das Regts. Nr. 19. — Major v. Boddien vom Brand. Jäger- im Belouderen auf die Veränderungen der Wah erklaisen Druchschuittsprinzip enthält die Vorlage sachlich nur noch; Bat. Nr. 3, Adjutant bei der 28. Division, als BatLillons- eingewirkt * wenige, zum Theil nur auf die Beseitigung mtstardmer Kommandeur in das 3. Garde-Regt. z. F. versetzt. — Ober-
während der Durch'chnitissatz für alle Gemeindewähler sich
auf nur 160,60 M. bezifferte. Wähler, deren StruerlersiuNa
Das „Durchschnittsprinzip" findet nur dort Anwendung, wo die Wähler mit Steuerleistungen, welche den Durchschnitt überschreiten, nicht schon durch die einfache Dreitheilung einer
der oberen Klaffen zugttzeilt wer d u.
Es greift also nur
Verthrilung der Wähler besteht. Gerade in dieser r-lativm
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Zunahme der mcnschliHcn Lebensdauer^ ~ Man hört oft" die Ansicht aussprechen, daß"das Menschen- Geschlecht in gesundheitlicher Beziehung zurückgehe und baß die rastlose Thätigkeit der Gegenwart im Vergleich mit der einfachern, stillern Lebensweise früherer Zeiten der Gesundheit und dem Leben nachthemg sei. Mag daran auch etwas Wahres sein, so ist doch naElsch die Thatsache bewiesen, daß sich die mittlere Lebensdauer der Menjchhe t im Laufe der litzten drei bis vier Jahrhunderte beinahe verdoppelt hat, das heißt, daß Jeder, der heutzutage zur Welt kommt, eine beinahe doppelt so große Aussicht hat, alt zu werden, als der vor mehreren hundert Jahren Geborene. ,
Die zuverlässigsten Angaben über bte Sterblichkeit aus älterer Zeit huben wir aus dem Kanton Genf, von wo seit beinahe^ 40 Jahren genaue Todten-Register vorliegen. Dort betrug im ^ah 1560 die mittlere Lebeus-Aussicht £2«/. Jahre, während sie 1833 bereits auf 40V, Jahre, also auf beinahe das Doppelte flefttegen war. Noch mehr als verdoppelt haben sich daselbst die Lebens- Aussichten der kleinen Kinder. Denn im 16. Jahrhundert M in Genf von 100 Kindern im ersten LebenSiahre nicht weniger als 26, im 17. Jahrhundert dagegen 24, im 18. U^de^t 20, r« 19. Jahrhundert nur 12! Sehnliches.ist für England, 8^ Schweden und andere Länder nachgewleieii. Im Erol,herzog h Baden ist nach amtlichen Berichten dre Sterdezister m den Zähren 1840 bis 1888 allmählich von 28 auf 24 Herubgesunken, und im Großherzogthum Hessen von 25 auf 21.
Besonders groß und auffallend erscheint die Verminderung der Sterblichkeit in den großen Städten, bte durch ®m^x?^ Kanalisation und Beseitigung der Abfallstoffe, ferner durch Wasser-Versorgung, weitläufigere Bauart, überhaupt durch gj ' heitliche Maßregeln verschiedener Art ihren Gesundheits-Zustand auf jene vorher nicht gekannte Stufe gehoben haben. In der Riesenstadt London starben zur Zeit der Königin ®lifabetf) (1533-l^ von tausend Menschen jährlich 42, während im Jahre 1846 sich dre, e Zahl auf 25 und im Jahre 1891 auf 19 verminderte ^n Berlin sank nach der Kanalisirung (1876—1885) die Sterblichkeit plötzlich von 29 auf 24. Namentlich ging der Tod an Typhus von 4 Proz. aller Gestorbenen in fünfziger Jahren auf 0,8 Proz. tm ^ahre 1885
Tagesschau.
Militärisches.
Dem Vernehmen nach sind Generalleutnant Frhr. von Meerscheidt-Hülleff m, Kommandeur der 11. Division, mit der Führung des XV. Armeekorps beauftragt, Oberst Frhr. v. Amstetter, beim Stäbe des 1. Garde-Feldart. Regts., zum Kommandeur des Feld-Art.-Rgts. General-Feldzeugmeister
chef im 1. Garde- Feldart.- Regts., zum Stäbe des Regiments
Vermischtes.
Ein Prinz als Gewinner des großen Looses.
Nach einem Telegramm der Zeitung „Rojsija" aus Odeffa
zurück. Aehuliche Besbachtunr>en sind in fast allen dem scheu etaöteu gemacht worden, welche in der letzten Zeit durch Kanalisirung ihre Gesundheits-Verhältniffe nicht nur in Bezug auf den mit Boden- unb Grundwasser-Verhältniffen eng zusammenhängenden Typhus, sondern auch bezüglich aller ansteckenden und epidemischen Krankheiten verbesserten. Im Mittelalter dagegen waren die Städte eng gebaut, ^ 200 000 Rubel gewonnen haben.
ÄÄ LÄi ÄÄ "ÄÄ Ä ««y «i«« F--MSst«.’ Sie ta .R-,s!,ch-n T-l>.
■ - - ' ■ grapyen Agentur" aus Kiew gemeldet wrrd, wurde dort der
Großindustrielle, Kommerzieurath Leo Brodski im Saale des Adelsklubs von einer Französin Namens Delareuse, zu der
fett Prinz Jaime von Bourbon bei einer Ziehung am 13,
beigesetzt oder auf dem „Kirchhof" inmitten der Stadt begraben wurden. Deshalb richteten Epidemien geradezu unglaubliche Verheerungen unter der Bevölkerung an. So hat in London die jetzt ganz verschwundene Pest in den Jahren 1592, 1597, 1603, 1625, 1636 jedesmal die Halste bis zwei Drittel der Einwohner hinwe^-
er in Beziehurgn gestanden hatte, mit Schwefelsäure über-
gerafft.
Ueberhaupt bildet das Verschwinden der großen Epidemien früherer Jahrhunderte, wie Pock-n, Pest, schwarzer Tod, Aussatz,
goffen; es handelt sich um einen Racheakt.
Pest in Egypten. In Alexandrien sind zwei pest- mrdächtige Krankheitsfälle festgestellt worden. Der Gesand-
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der Gegenwart. Die Verherungen, welche m unserer Zeit dre Cholera ^UStatp "Iwwsi, «ns ven ^ch.ffsparcnien zu vermerren, saß anrichtet sind ganz verschwindend im Vergleich mit jenen Geißeln «die zwei verdächtigen Kraukyettsfälle vereinzelt geblieben und des Menschcn-Glschlechts» welche mitunter ganze ©labte und Land- sin voller Heilung begriffen seien. Ferner wurde von dem striche entvölkerten. So starben zwischen den Jahren 1'i00 und 1500 G-sundheitörath für die Älexrudrien verlaffenden Schiffe an= in ®ien auf einmal 764)00 in ba8 ^e Passagiere und ihr Gepäck untersucht
^°" Dazu °komm?°iu' imiwer Zeit außer den zahlreichen Verbesse- werden sollen. Leibwäsche wird desinfizirt. Wenn zehn jage nach der Genesung der Kranken kein neuer Fall vor- gelommen sein sollte, werden die Schiffe ein reines Patent
runaen der äußern Lebens-Verhältnisse der hohe Stand der ärztlichen Wissenschaft. Schon allein durch die autiscptische Wundbehandlung treiben unzählige Menschen am Leben. erhalten, welche früher dem mit Recht so gefürchteten Wundfieber zum Opfer fielen.
Klar und deutlich also läßt sich zahlenmäßig feststellen, daß mit bet Zunahme in der Verbesserung der äußern Lebens-Umstände auch das Leben bezüglich seiner Dauer immer mehr Macht und Herrschaft über den Tod gewonnen hat. Werden nun aber künftige Jahrzehnte oder Jahrhundert« nicht Verherungen unter das Menschen-Geschlecht bringen, von denen wir heute noch keine Ahnung haben? Etwa männermordende Kriege oder, wie manche psychiatrische Autoriäten prophezeien, anarchistische Vernichtungs-Epidemien und wachsender Selbstmord-Wahnsinn? Daher ist es die Pflicht jedes Einzelnen, sich die Grundsätze der veniünftigen Gesundheits-Pflege immer mehr avzueiantn und an seinem Theil durch Kultur, Ttchnik oder Wissenschaft dahiu zu wirken, daß die Menschheit sich mehr und mehr zum Herrn der ihrem Wohlsein drohenden Gefahren macht.
erhalten. — Hierzu wird aus Rom gemeldet: Durch einen Erlaß des Ministers des Jnne-n wird auf die Provenienzen an8 Egypten die Anwendung der Verordnungen ausgedehnt, welche ftüher bezüglich der von der Bubonenpest verseuchten Länder gegeben wurden. Eine ergänzende Verfügung ordnet an, daß den als nuverdächtig erkannten Schiffen, welche aus infizirten indischen oder egyptischen Häfen kommen, nur dann die Erlaubniß freien Verkehrs ertheilt werden darf, wenn volle 10 Tage seit der Abfahrt aus dem letzten infizirten Hafenorte verflossen sind. Auch in Griechenland ist eine Quarantäne von 11 Tagen, die im Lazareth von Delos ! durchgeführt werden muß, für Herkünfte von Alexandrien vom 18. d. Mts. ab auferlegt worden.