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Eiurückung». gebühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ He ^gespaltene Garmondzelle oder beten Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklameniheil die Zeile 20 ^, fit
LuSwärts 30 ^.
Amtliches Organ für Stadt- und Lsnökreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
M. 118
Dienstag den 23. Mai
1899.
Amtlich««.
Lanökveis ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Unter dem Rindvieh und den Schweinen des Landwirths Johannes Mohn VIII. zu Tangens» lbold ist die Maul- vnd Klauenseuche festgestellt worden. Ueber den G.meinde- bezirk Langenselbold, mit Ausnahme des in der Gemarkung belegenen Bruderdiebacherhofes nebst Hofmühle, des Baum- wieserhoses und der Geisfurthmühle, ist deshalb die Orts- und GemarkungSsperre verhängt worden.
Hanau am 23. Mai 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 5154 v. Schenck.
In Greß-Steinhiim (Kreis Offenbach) ist die Maul-und Klauenseuche ausgebrochen und in Zellhausen (Kreis Offenbach) ist diese Seuche erloschen.
Hanau am 19. Mai 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 4963/4964 v. Schenck.
In dem Gehöft des Landwirths Karl Engelhardt in Kefselstadt ist die Maul- und K auenseuche ausgebrochen und deshalb die Orts- und GemarkungSsperre angeordnet worden.
Hanau am 23. Mai 1899.
Der Königliche Landrath.
v. Schenck.
Dicustnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: 1 alter Henkelkorb, am 17. b. Mts.auf dem Exerzierplatz 1 Brillantring mit einem Stein, 1 Arbeitsbuch für Franz Scheidemann aus Düsseldorf.
Verloren: 1 Granatbroche.
Hanau am 23. Mai 1899.
Tagesscha«.
Gustav-Adolf,Stiftung.
Leipzig, 19. Mai. Heute vollenden sich 25 Jahre, seitdem Geh. Kirchenrath Professor D. Fricke an der Spitze der Gustav Adolf-Stiftung steht. Aus diesem Anlaß wurde dem hochverehrten Jubilar, der sich um das große Segenswerk der Gustav-Adolf-Stiftung unvergängliche Verdienste erworben hat, ein Kranz reichster Ehrungen zu Theil: von Nah und Fern liefen Grüße und sympathische Kundgebungen bei ihm ein. Kurz nach Mittag erschien, wie das,33. Tgbl." berichtet, der Centralvorstand der Gustav-Adolf-Stiftung, an
feniUeton.
I. Gesangs-Wettstreit deutscher Männer- Gesaug-Bercine.
X Caffel, 23. Mai.
Schon heuer in den Pfingsttagen zeigt unsere Stadt ein schmuckes Festgewand, das sie zum Empfang des Kaiserpaares und den Theilnehmern am I. Gesangswettstreit deutscher Männergesang-Vereine angelegt hat. AD überall zeigt sich frobbewegte Feststimmung, die selbst der andauernd herniederträufelnde Stegen nicht wirksam zurückzu- dämmen vermag. Führt das Pfingstfest gewohntermaßen schon große Fremdenströme nach Caffel, so jetzt in noch stärkerem Maße, verbanden doch viele gleich die Pfingstreise mit der Theilnahme an den Casseler Sängertagen. Alsbald beim Austritt aus dem Bahnhof fällt ein imposanter Triumphbogen auf, welcher am Eingang der Museumstraße errichtet worden ist. Derselbe, nach dem Entwurf des Kunstgewerbeschul- Direktors Prof. Schick ausgeführt, zeigt über der Wölbung des Bogens die Reichskrone, darunter das R»ichswappen, rechts und links davon seitlich erblicken wir die Wappen von Hessen und Caffel. Die Pfeiler schmücken die Wappen derjenigen Städte, welche an dem Gesangs-Wettstreit betheiligt sind, dazwischen Fahnen und Tuche in den entsprechenden Farbe». Hier wird das Kaiserpaar am Donnerstag Abend von der Magistrats-Vertretung begrüßt werden und den Ehrentrunk der Stadt Caffel entgegennehmen. Auf dem Wege zum Palais am Friedrichsplatz bilden die Krieger-Vereine Spalier. Nach kurzem Aufenthalt im Schloß begeben sich die Majestäten nach der Festhalle in der Carls-Aue, um dem vom Hessischen Sängerbund veranstalteten BegrüßungS-Konzert, geleitet von dem kgl. Hoftheater-Kapellmeister Dr. Beier, an-
seiner Sp tz- in Vertretung des von Leipzig zur Zeit abwesenden Geh Kirchenraths Superintendenten D. Park Oberbürgermeister Dr. Georgi und überreichte dem Jubilar ein Glückwunschschreiben. Im Auftrage des KönigS Okcar von Schweden übermittelte der Königl. Gesandte in Berlin, von Lagerheim, folgendes Glückwunschtelegramm: „Im Namen meines erhabenen Monarchen Sr. Majestät des Königs Oskar bitte ich Euer Hochwürden, die herzlichsten Glückwünsche zur heutigen Jubiläumsfeier zu empfangen. Möge Gottes Segen stets walten über Ihrer Arbeit im Dienste des Gustav-Adolf- Vereins. Lagerheim, königlicher Gesandter."
Die Friedenskonferenz im Haag.
Haag, 22. Mai. Nach der offiziellen Liste sind von den deutsqen Vertretern in die Erste Kommission entsendet worden: Professor Dr. Freiherr v. Stengel, Oberst von Groß genannt v. Schwarzhoff und Kapitän z. S. Siegel, Der Zweiten Kommission gehören dieselben und Professor Dr. Zorn an, der Dritten Profeffor Zorn, Oberst v. Groß und Kapitän Siegel. Von Seiten Oesterreichs sind der Ersten Kommission zugetheilt: Oberstleutnant v. Khuepach und Korvettenkapitän Graf Soltyk, der Zweiten Botschaftsroth Merey von Kapos, Profeffor I Dr. Lammasch und die Herren v. Khuepach und Gras Soltyk, ,der Dritten Betschafter Graf v. Welsersheimb, Gesandter v. Okolicsany und Profeffor Dr. Lammasch.
Haag, 22. Mai. Die Erste Kommission der Konferenz wird morgen Vormittag um 10. Uhr, die Zweite am Nachmittag um 2 Uhr zusammentreten. Die Dritte Kommission hält erst am Mittwoch eine Sitzung ab. Die erste Sitzung jeder Kommission wird hauptsächlich der Wahl der Präsidenten, Vizepräsidenten, dls Berichterstatters und der Schriftführer gewidmet sein. '
Petersburg, 20. Mai. Die „Nowoje Wremja" begrüßt freudig den Ausspruch Kaiser Wilhelms in Wiesbaden, nach welchem die Vertreter Demschlands auf der Friedens, konferenz mit den Vertretern Rußlands übereinstimmeude Instruktionen erhalten haben. Die „Nowosti" meinen, die Rede Kaiser Wilhelms werde in ganz Europa tiefen Eindruck machen. Aus der Rede gehe hervor, daß der deutsche Kaiser denselben Zielen nachstrebe, die Kaiser Nikolaus bei der Einberufung der Konferenz befolgte. Die traditionellen freundnachbarlichen Beziehungen zwischen beiden Reichen müßten durch die Solidarität zwischen dem deutschen und russischen Vertreter auf der Friedenskonferenz weitere Befestigung erfahren.
Berlin, 23. Mai. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus dem Haag: All-rseits laufen schlechte Nachrichten über die Friedenskonferenz um. Man spricht von bedeutenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Delegirten. Die
zuwohnen. Die Festhalle selbst, ein imposanter Holzbau, das Werk des städtischen Baumeisters Ebert, wurde in Verbindung mit dem herrlich gelegenen spätitalienischen Renaissancebau des Orangerie-Schlosses errichtet. Dieselbe, welche einen Kostenaufwand von 120 000 M. erforderte, faßt 6000 Personen einschließlich der Sänger. Die Grundfläche des Hauptraumes beträgt bei einer Länge von 66 Meter und einer Breite von 44,5 Meter 2937 Quadratmeter und bietet im Parterre 3176 Sitz- und 1325 Stehplätze, während die Galerien in drei Rängen 1872 Sitzplätze enthalten. Das Sängerpodium hat Raum für 60 bis 70 Musiker und 900 bis 1000 Sänger. Aa dem Rückrand derselben befindet sich eine große Orgel von Euler in Gottsbüren. Dem Sängerpodium gegenüber befindet sich die kaiserliche Loge, mit rotiern Plüsch ausgeschlagen und elektrischen Kronleuchtern versehen, rechts und links davon die Logen für dir Ehrengäste und die Preis richter. Der Aufgang zur kaiserlichen Loge erfolgt im offenen Mittelbau des OrangerieschloffeS (Rotunde) aus. Bei Oeff- nung der Thür zu der Freitreppe bietet sich den Majestäten ein einzig schönes Panorama mit dem Endblick auf Wil- helmShöhe dar. Die Erleuchtung der Halle erfolgt bei Tage durch gemalte Fenster aus geölter Leinwand, abends durch elektrisches Licht. Die Restaurationsräume befinden sich im Orangerieschloß und einem besonderen Riesenzelt. Die ge- sammte Beleuchtungs-Anlage umfaßt circa 40 Bogen- und 500 Glühlampen, welche von der städtischen Zentrale gespeist werden. Als Festplatz konnte in der That nichts Schöneres gefunden werden, als er sich im herrliche« Auepark, der Schöpfung des kunstsinnigen Landgrafen Karl, barbietet. — In dem Begrüßungs-Konzert wirken noch die Kgl. Hoftheater- Kapelle und die Kgl. Opersängerin Adele Diermayr mit. Die Namen der am Wettsingen beteiligten Vereine, sowie daS Programm wurde schon mitgetheilt. Die Preisvertheilung erfolgt am Sonnabend gegen Abend. Außer dem kaiserlichen
Pforte soll gegen die Einräumung des Stimmrechtes an die bulgarischen Delegirten Protest erhoben haben. Eine Bestätigung aller dieser Gerüchte fehlt, da die Konferenz das tiefste Geheimniß ihrer Berathungen beobachtet. Mehrere Zeiturgsberichterstatter sind abgereist, da absolut nichts Verläßliches zu erfahren ist.
Politische und unpolitische Nachrichten. (Depeschen-Bureau „Herold").
Wien, 22. Mai. Bei dem zu Ehren des aus Anlaß ber Enthüllung des Albrecht-Denkmals für die anwesenden ausländischen Spezial-Vertreter abgehaltenen Hofdiner hielt der Kaiser einen Trinkspruch, in welchem er u. A. sagte: Seine Majestät der Kaiser Wilhelm bekundet in aaszeichnen- der Weise dem Andenken des Erzherzogs Albrecht mir und meiner Wehrmacht besondere Sympathien, indem er einen hervorragenden General als Vertreter zu entsenden geruhte, welcher einst im Auftrage seines Allerhöchsten Kriegsherrn dem Erzherzog Albrecht den preußischen Marschallstab überreichte.
Budapest, 22. Mai. Die Ausgleichs-Ver- handlungen werden morgen in der Kommission wieder ausgenommen. Wie verlautet, hat die österreichische Regierung alle Forderungen fallen gelassen, nur betreffs der Bankfrage bestehen noch einige Schwierigkeiten.
Prag, 22. Mai. Die tschechischen Blätter erklären einmüthig, das Programm der Deutschen sei für die Tschechen unannehmbar, weil die Letzteren die gesetzliche Statuirung der deutschen Dermittelungsfrage nur als eine Markirung für die Staatsfrage ansehen und dieselben niemals acceptiren würden.
Teplitz 22. Mai. Hier und in dem benachbarten Badeorte Eichwald richtete ein Orkan mit darauf folgendem Wolkenbruche kolossalen Schaden an. Viele Häuser stehen unter Wasser. Alle Kulturen sind vernichtet.
Brüffel, 22. Mai. Heute Abend wird der bekannte Redakteur des Pariser Temps, Pressen s6, im sozialistischen Volkshause einen Vortrag über die Dreyfus-Affaire und die revolutionäre Bewegung in Frankreich halten. Da Kundgebungen vorauszusehen sind, so hat der Minister des Innern die Polizei und einen Theil der Truppen kou- s i g n i r t.
Warschau, 22. Mai. Profeffor Kostnski und Dr. Solman, welche bei einer Operation zwei Pinzetten in der Bauchhöhle des Kranken zurückgelassen hatten, wobei Letzterer gestorben ist, wurden vom Schwurgericht freigesprochen.
Athen, 22. Mai. Für die Schiffe aus Alexandria sind wegen der dort herrschenden Pest eine elftägige Quarantäne eingeführt worden.
Wanverprets werden werthvolle Preise gestiftet von der Stadt Cassel, dem „Hessischen Sängerbund", „Fremden-Verkehrs- Verein", „Wirthe-Lerein" rc. Letztere bleiben Eigenthum der Sieger. Die Gala-Vorstellung im Hoftheater findet Freitag Abend statt; zu derselben sind eingeladene Gäste zulässig. Der Kaiser besucht bei dieser Gelegenheit seit seiner Gymna- siasienzeit zum ersten Mal wieder das hiesige Theater. Für die große Loge wurde ein besonderer Treppenaufgang mit einem in wenig Wochen hergestellten Anbau vollendet. Gegeben wird die Spohr'iche Oper „Die Kreuzfahrer", welche in der Neubearbeitung unseres Kapellmeisters Dr. Beier in den letzten Tagen zuerst mit großem Erfolg bei glänzender Ausstattung in Scene ging. Es wird damit zugleich ein Akt der Pietät gegenüber dem Altmeister erfüllt, welcher lange Jahre als kurfürstlicher Generalmusikdirektor hier an derselben Stelle den Takrstock geführt hat. Seit Spohr's Lebzeiten sind auch seine „Kreuzfahrer" nicht mehr gegeben worden. Mit einem Commers am Sonnabend Abend und einem populären Konzert am Sonntag werden die Tage des ersten Gesang- Wettstreites deutscher Männergesang-Vereine ihren Abschluß finden. Möge denselben schönes Wetter und ein guter Verlauf beschieden sein. Seitens der Stadt Caffel find gewiß weder Kosten noch Mühen gescheut worden, den kaiserlichen Intentionen zu entsprechen und das Fest in jeder Weise glanzvoll zu gehalten. so darf man such hoffen, in Zukunft stets einen Ehrenplatz im Beitrag der Pflege nnb Entwickelung deutschen Mäunergesanges zu behaupten.
Aus Kunst und Leben.
Die Preisvertheilung für die Taufmedaille. Das Preisausschreiben zur Gewinnung von Entwürfen für eine Tauf-Medaille oder -Plakette vom 26. September 1898 hat eine lebhafte Betheiligung der Künstler hervorgerufen. Es