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Amtliches Argan für Stadt- und Lanökreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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ErnrückungS- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ bk 4gespaltmc Garmond­zelle oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Jm Reklammrhcil die Zeile 20 ^, fi» Auswärts 30 ^.

M. 113

1899

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 37

Handelskammer zu Hanau. Plenarsitzung der Handelskammer zu Hanau

am

Mittwoch den 17. Mai 1899, nachm. 4"/, Uhr, im Bureau der Handelskammer (Stadtschloß).

Tagesordnung;

1) Ministerieller lasse.

2) Mittheilungen.

3) Rechnungsablage für 1898/99 und Etat für 1899/1900.

4) Die Novelle zur Gewerbeordnung.

5) Altere- und Jnvaliditäte Versorgung für kaufmännische

Angestellte.

6) Benutzung von Coupons als Zahlungsmittel.

7) Rückvergütung des Zolles für Tabakstengel.

8) Russische Besteuerung ausländischer Reisender.

9) Berichterstattung über den deutschen Handelstag

und

über das Vorhaben der Einführung einer Versicherung gegen Unwetterschäden.

10) Eiiknbahndet kehrs-Angelegenheiten.

11) Postverkehrs-Angelegenheiten.

12) Vertrauliche Mittheilungen.

Der Vorsitzende.

Canthal. 7601 Bebensyauung, welche sich nicht v-os aus die WoynungSver-

Der Sekretär: Steller.^ältniffe beschränkt, geboten und nicht in einer Erhöhung des "v Wshuunßsgrldzufchussts zu finden. Die Gehaltsaufbesserung

-

DicHnachrichtm aus dem Kreise

m.l.>- 1 '^ «»taMM M »Her *"*tf*5 fiÄÄ d-tt sind ^ K ^ MÄS Rüsche, 1 gelber Glctzöhand.chuh (rechter), auf den Knöpfen:^m ^nSLu£ £n wS n schänden, die auch von dem Andringen des europäischen Monogramm L. K., 1 gelber Damenhandschuh (linker), an ^n belrGnden Orten den Hauptantherl h>ben werden. P^kehrs nicht bestehen können. Von allen Seiten werden ' - bub von Glan-leder. Wachsende Schwierigkeiten auf Kuva. 1 neue Verkehrsmittel dahin geplant, abgesehen von Eisenbahn

1 kleiner Kinderschuh von Glanz leder.

Verloren; Am 15. d. Mts., mittags zwischen 12 ^D

und 12 Vi Uhr 1 silberne ^amenuhr, 1 Paar goldene Ohr- ringe und 1 goldener Ring.

Hanau am 16. Mai 1899.

Lugssschurr.

Im Abgeordnetenhaus-

wurde in der damit beauftragten Kommission der vom Abg. Dr. Evdemann erstattete Bericht über das Gesetz , _

betr. die ärztlichen EörenaeriLte festgestellt und sodann in Ebener nachkämen, Telegramme aus Havanna sagen, die kommen.

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LsuMetsu.

Die Wiesbadener Kaiscrscstspiele.

Wiesbaden, 15. Mai.

Die Eröffnung der Festspiele erfolgte vor einem inter­nationalen Publikum und bot auf der Bühve wie im Zuschauer­raum Bilder von seltener Schönheit. Das Jnneie des Theaters glich einem künstlich hergezauberten Rosengarten. Vom Plafond herab wollten mächtige Rosenguirlanden, um die Brüstungen der Ränge schmiegte sich Rostnschmuck, vom hohen Kronleuchter fiel ein Rosennetz. Ja selbst die hinteren Wände waren mit Rosensträußen geziert. Von den turch grünes Laub ver­bundenen Rosen flatterten schwarz-weiße Schleifen hernieder. All dieser dekorative Glanz erhielt durch die Festspiele,äste ein lebendiges Relief. Es waren, abgesehen von den Fürstlich­keiten, nicht viel berühmte Gäste; aber jeder schien das Ge­fühl zu haben, daß er sich zu einem Hoffest schmücken müsse. Die Damen benutzten die Gelegenheit zur Entfaltung eines Doilettenaufwandes, dessen farbige Eigenart von höchstem Reiz war. Weiß und roth waren die Hauptfarben, hauptsächlich lichte Taillen mit Rosenbesatz, selbst viele Ausländerinnen hatten diese Toilettenhuldigung für Brandenburgs Farben mitgemacht. Es war eine förmliche Parade unserer modernen Gesellschaft- und Balltoiletten.

Von den oberen Rängen ertönten Fanfaren, die Blaser in mittelalterlichen Kostümen sind überall vertheilt und ver­künden das Herannahen des Kaiserpaares: Von allen Seiten fallen jetzt schmetternd die Fanfaren ein, alles erhebt sich, Hoch­rufe erklingen, das Kaiserpaar hat die große Hofloge betreten und dankt durch wiederholtes Verneigen für die Huldigung. DaS war des Eröffnungsabends wundervollstes Schauspiel,

die zweite Berathung des Ges-tzes über die Kreisärzte einge- treten. § 3b erhielt dabei folgende Fassung:

In Stadtkreisen können die im Dienst der Kommunen stehen­den Stadtärzte gegen Bezug angemessener Remuneration mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Kreisarztes beauftragt werden."

In § 5 erhielt Absatz 2 (Ausgabe der Kreisärzte) folgende Fassung:

Die gesundheitlichen Verhältnisse des Kreises aus eigener An­schauung zu beobachten, auf die Bevölkerung aufklärend und belehrend einzuwirken und zm Wahrnehmung dieser Obliegenheiten seinen Amts­bezirk auch ohne besonderen Auftrag nach Maßgabe der ministeriellen Geschäftsanweisung zu bereisen.'

8 9 wurde wie folgt gefaßt:

Für jrde Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern ist eine Gesundheitskommission zu bilden. Die Zusammensetzung und Bil­dung dieser Kommissimr erfolgt in den Städten in Gewäßheit der in der Städreordnung für die Bildung von Kommissionen (Depu­tationen) vorgesehenen Bestimmungen. In größeren Städten können die städtischen Behörden Unterkommissionen für einzelne Bezirke bil­den. In ländlichen Gemeinden befindet der Landraih über die Zu­sammensetzung, die Mitgliederzahl und den Geschäftsgang der Kom­missionen. Die Mitglieder verwalten ihr Amt als Ehrenamt. Der Kreisarzt kann die Einberufung der Kommission verlangen und an den Verhandlungen mit berathender Stimme theilnehwen."

Theuer«ngszulagen für Unter-ramte.

Der Nachtragselat für 1899 evthält u. A. auch Mark 1355 830 zu Themrurlgszuiagen für Nulerbeamte der Reichs- Post- und Telegrophenverwaltung. Die Begründung dieser Forderung lautet;Die Einkommensoerbefferung für Unter- beamte im Etat für 1899 hat roch einer Ergänzung bedurft. Solche Ergänzung ist durch die namentlich in größeren Orten und in bm Jndustriebezirken erschwerte

Lebenshaltung, welche sich nicht blo3 auf die Wohnungsver-

muß vielmehr als abgeschlossen gelten. Die Abhülse soll aus dem Wege einer die Einz^lverhältnisse berücksichtigenden Be-

Eine Depesche desNew-Dork Herald" aus Washington

besagt. es sei cHer Grund vorhanden anzunehmen, daß dre .v,»..», n* w»^ 1^*» *» ^.rw^twu»^ tm» ^^LLLULV^lupc Betören nicht röllig mit ter Lage auf Kuba zufrieden seien.-vom Nil zum Tschadsee in Vorschlag gekommen. Hat auch Die Verwaltung denke nicht daran, den Kubanern noch länger dieser Plan noch keine feste Form angenommen, so ist es doch eine Heei esorgavisation zu gestatten. Es würden vielmehr unzweifelhaft, daß seine Ausführung nicht lange auf sich warten Maßnahmen getroffen, die kubanische Armee aufzulöien unb; lassen. Diese mohammedanischen Reiche, die auf höchst bar- zu entwaffnen. Die Anhäufung von Waffen und Munition barischem Standpunkte stehen, werden ohne Weiteres mit dem seitens der Kubaner werden in gewissen Kreisen als Anzeichen ; andringenden Verkehr in Streit kommen, es ist unausbleib- von Vorbereitungen für eine bewaffnete Elhednng angesehen, lich, daß dieser mit ihrer Vernichtung enden muß. Bald falls die Vereinigten Staubn nicht allen Wünschen der wird der Kampf mit den mohammeoanischm Sudanstaaten

das in stiller sti mm er Farbenpracht uno fernem tönenden Jubel einen einzig imposanten Eindruck machte und blendenden Glanz ausstrahlte. Auch die ausländisch-, namentlich die fran­zösische Presse, hatte Vertreter entsmoet, deren markanteste Erscheinung die mit einem ganzen Stab erschienene, in einer Prosceniumsloge sitzende schöne Chefredakteurin der Pariser Fronde, Madame Marguerite Durand, bildete, und gerade auf bieie hat das herrliche Emplangsschau^piel eine sichtliche und bedeutsame Wirkung ausgeübt. In bin neben der Hofloge gelegenen Logen, woselbst auch Graf Hochberg saß, nahm das Kaiserliche Gefolge Platz. Auch Prinzessin Luise von Preußen und Prinz Albert von Schleswig-Holstein waren anwesend. Zur Seite der Kaiserin, die eine duftige Toilette von grünem^Cißpe Chiffon trug, saß Prinzessin von Schaum bürg-Lippe, neben ihrem Kaiserlichen Bruder ihr Gemahl. Ions Laufs, der Dichter vesEi'enzahn", Vug die Majors­uniform und verfolgte vom ersten Rang aus stehend den Verlaus der irteressanten Vorstellung.

Für die Titelrolle hatte die Intendanz Herrn Al,xrnder B a r t h e l von Frankfurt a. M. gewönnen, einen Helden­darsteller von prachtvollen Mitteln und ritterlicher Gestalt, all­bekannt dnrch die letzten Gastspielreisen der Meininger und Allers Zeichnungen, gewiß ein berufener Vertreter der kur­fürstlichen Autorität. Etwas zu viel Salbung ent­hielten freilich seine Reden im 1. und 5. Akte, dafür aber gewährten ihm die großen Motive des vierten Aufzuges reichlich Gelegenheit zur Entfaltung seiner imposanten künst­lerischen Kraft. Später soll Herr Radius die sicher seiner Individualität durchaus zusagende Rolle erhalten. Diesmal spielte er mit schöner Rhetorik die nicht urwichtige Parthie des polnischen Woiwoden. Wer alle anderen Dar­steller, auch ten des Fürsten nicht ausgenommen, überragte doch Herr Leffler als Bernd Ryke. Im ersten Akte, wo Andere schon in voller Kraft losgedonvert hatten, hielt er sich'

amerikanischen Militärbehörden seien über die Haltung von Gomez unwillig; die Lage sei so gespannt, daß ein Bruch beoorzuftehen scheine.

Zertrümmerte Reiche.

Die Meldung von der Gefangennahme der letzten ein­geborenen Herrscher voa Uganda und Unioro, Muanga und Tschua (Kabarega heißt König) ist ein neuer Beweis für die Thatsache, daß auch die größten Eingeborenenreiche nicht vor dem Eindringen der Europäer bestehen können und unrettbar verschwinden. Im Laufe dieses Jahrzehnts ist eine ganze Ruhe solcher afrikanischer Staaten, die weithin bekannt und durchgängig berüchtigt waren, vernichtet worden. Die ,Fran­zosen haben Dahome genommen, zertrümmert und den König entfernt, desgleichen ist das Reich der Howas auf Madagas­kar zerstört, die Königin in französischer Gefangenschaft. In letzter Zeit ist noch der unbändigste Gegner der Franzosen an westlichen Sudan (Samory) gefangen genommen worden, tie Deutschen haben das Reich der Wahehe zersprengt und der Oberhäuptling Ouawa ist als Flüchtling gestorben. Die Engländer haben noch vor wenigen Jahren das mächtige Volk der Matebele besiegt und der Häuptling Lobengula ist außer Landes gestorben. Diese Beispiele mögen genügen. Mit diesen Reichen sind auch die Orgien von Menschenopfern ! gefallen, von denen die Reisenden dem staunenden Europa !uoch vor einigen Jahren berichteten. Das Abschlachten von Menschen in diesen Reichen, wie Dahome, Uganda, Unysro, Matabela u. s. f. hatte zum.Theil eine Art religiösen Hinter­grundes, gehörte aber auch zur Erhaltung der Autorität der Despoten; der Muta Jamwo des Lundareiches sagte einem -Europäer, der ihm Vorwürfe über die häufige Ermordung ganz Unschuldiger machte, ohne solche Exekutionen würde er seine Autorität verlieren. Doch stehen die in den Sudan

eindringenden Europäer noch vor einer großen Aufgabe;

neue Verkehrsmittel dahin geplant, abgesehen von Eisenbahn und Telegraph, die den Nil entlang bestimmt in Ausführung kommen, ist auch schon tie Herstellung einer Verkebrsstraßr

mene zurück, um dann immer gewaltiger vor unseren Augen emporzuwachsen, bis endlich die Wucht der äußeren Mittel sich mit der vollsten geistigen Beherrschung aller Empfindungs­nuancen zu unvergeßlicher, elementarer Wirkung orreimen. Heldenhafte Größe kann man sich unmöglich machtvoller ver­körpert denken. Am meisten unter den übriaen Künstlern interessirte Herr Ler Connard aus Köln als Porkeles, ein höchst talentvoller, gestaltungskr ästiger, nur gelegent­lich zu leiser Uebertreibung neigender Charakterspieler, den wir in nächster Zeit auch in anderen Rollen ken­nen lernen werden. Seine ausdrucksvolle Cyranonase, die so schön zu dem schnüffelnden Spürsinn des Herrn Stadtschreibers paßt, ist übrigens Original. Fräulein Sauten gab für die Darstellung der greifen Susanne ihre großen Akzente her und hob besonders da, wo sich ihre Worte zu p-ophetischer Höhe steigern, sich weit über ihre Rolle hinaus. Gleiche Ausdruck macht entfaltete Fräulein Willig in den leidenschaftlich flehenden Worten der Eoa. Herr Köchy selbst, zugleich unser feinsinniger und unermüdlicher Regisseur. spielte die Rolle des Neuen Blankmfelde und wußte seine Ems-tzens- szene in ihrem ganzen Grausen zur Erscheinung zu bringen. Ebenso trefflich gab Herr Schreiner den Johannes Rathenow. Für die Nebenrolle deS fingen Richwin war ein tüchtiger Gast, Herr Graumann, herangezogen. Schars umriffene Charakterköpfe ragten aus der Menge der Zünftler hervor, vor Allem Herr Vallentin mit feinem köstlichen, noch im letzten Akte eine ergötzliche Episode bildenden Humor, die Herren Neumann und Gros in bekannter derber Realistik und Herr Felsing aus Mainz, der recht tüchtig, wenn auch nicht her­vorragend, den biederen Palme Schulte verkörperte. Auch Herr Rd»« durfte sich als Brandenburger RathSherr in einer gefühlvollen Rede bewähren.