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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 112
Montag den 15. Mai
EinrückungK.
gebühr
für Stadt- und Land- krcis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmondzeile oder deren Raum,
Im Reklamcnrheil dir Zeile 20 ^, fit Auswärts 30 ^.
1899.
Amtliches StcrHMnsis ^artatt.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Wir ersuchen Diejenigen, welche beabsichtigen, sich zum Bezug von Elektrizität an das städtische Elekirizitätsweck av- schließen zu lassen, ihre Anmeldung baldigst bei der Direktion des Eleltrizitätswerkcs eirizureichen, woselbst ihnen jede ge- : wünschte Auskunft über Preise für den Anschluß pp. bereitwilligst ertheilt werden wird.
Hanau den 9. Myi 1899.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 7599
In diesen Tagen gelangen die Stener- zettel für das Rechnungsjahr 1899 zur Ausgabe. Mit Rücksicht daraus, daß der gesetzliche Fälligkeitstermin bereits mit dem 15. d. Mts. abläust, sind die Steuer- und Schulgeld-Beträge sür April bis Juni d. Js. spätestens 8 Tage nach Empfang der Zettel zu entrichten.
Nach Ablauf der gesetzten Frist wird das Mahn- und Zwangsvollstreckungsverfahren eingeleitet.
Zwecks schnellerer Abfertigung der Einzahler wird ersucht, das Geld abgezählt, wie im Steuerzettel in der Spalte — für 1. Vierteljahr — berechnet, zur Kasse zu schicken.
Etwaige Fristgesuche können nnr berücksichtigt werden, wenn sie bis zum Fälligkeitstage der Steuern pp. einge gangen sind nnd wird auf die Seite 4 der Steuerzettel angeführten Bestimmungen — besonders zu Nr. 7 — ausmerksam gemacht.
Die Städtische Steuerkasie befindet fich Markt Nr. 16, Zimmer 6 u. 7 zu ebener Erde.
Hanau den 12. Mai 1899.
7535 Stadtkasse.
Handelskammer zu Hanau. Plenarsitzung der Handelskammer zu Hanau am
Mittwoch den 17. Mai 1899, nachm. 41/* Uhr, im Bureau der Handelskammer (Stadtschloß).
Die Handelskammer.
Canthal. 7601
Dienstnachrichtcn aus dem Kreise.
Gesunden: 1 schwarzledernes Portemonnaie mit einigen Pfennigen und 2 Gutscheinen von J. Latscha, 1 Damensonmns: trm. Don der Post abgeliefert 10 Pfg. baar und ein Lederriemen.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 8 Mk. und einigen Pfennigen.
Entlaufen: 1 bräunt r Hühnerhund mit gesprenkelter Brust und Vorderbeinen und einer Narbe auf der Nase.
Zugelaufen: 1 grauer Hund w. Geschl.; Empfang- nahme bei Conrad Brust II. zu Mittelbuchen.
Zugeflogen: 1 Brieftaube; Gefieder grau mit schwärzlichen Streifen, weißer Schwanz, am Hals bläuliche Rirgel. Am rechten Fuß befindet sich ein Messingring mit der Inschrift: „Verband deutscher Brieftaubenzüchter" und die Nr. 108 — 551. Unter einem Flügel befindet sich ein un- drutlicher Stempelabdrrck. Empfangnahme bei Schuhmacher Heinrich Grün IV. in Großauheim.
Hanau am 15. Mai 1899.
VeteranenFürsorge.
Vor Kurzem wurde vom preußischen Abgeordnetenhaus der einstimmig; Beschluß gefaßt, die Staatsregierung zu ersuchen, im Bundesrathe für Einbringung eines Nachtrags- etats zur Unterstützung aller hilfsbedürftigen Veteranen oder nicht anerkannten Invaliden zu wi- ken. Diesem Beschlusse ist nunmehr mit dem an den Reichstag gelangten „Entwürfe eines Gesetzes wetten Verwendung von Mitteln des Rrichs- Juvalidensonds" Genüge geschehen.
Der Jnvalidenfonds stellt ein Kapital dar, das seiner Zeit in Höhe von 561 Millionen Mark aus dem Betrage der von Frankreich an uns gezahlten Kriegsentschädigung abge- zweigt und zur Versorgung der Invaliden und der Hinterbliebenen der Gefallenen bestimmt wurde. Durch Gesetz vom Jahre 1895 wurde dann aber dieser Fonds zum ersten Male auch für die Unterstützung hilfsbedürftiger Veteranen in Anspruch genommen, und zwar sollten dieselben aus der ausge- worfenen Gesammrsumme von 1800 000 Mk. je 120 Mark
als jährliche Beihilfe empfangen. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß man die Zahl der hilfsbedürftigen Veteranen stark unterschätzt und demgemäß die Unterstützungssumme zu niedrig bemessen hatte. Zu Beihülfen an 15 000 in Noth und Armuth befindliche Veteranen reichte der ausgeworfene Betrag hin, aber schon nach zwei Jahren meldeten sich deren etwa 23 000, und Ende Dezember 1898 war ihre Zahl aus insgesammt 35 367 angewachsen.
Es werden darum durch den neuen Entwurf für die bisher nicht bedachten Anwärter die erforderlichen Mittel in Höhe von 1600 000 Mark bereit gestellt. In der Begründung ist darauf hingewiesen, daß nach dem Gesetze vom Mai 1895 die V-rwenoung von Mitteln zu Veteranen-Beihilfen ausdrücklich nur in beschränktem Umfange beabsichtigt war, anderseits aber wird die Pflicht anerkannt, den Nvzuträglich- keiten abzuhelfen, welche infolge der Auswahl entstehen. Die mit ihren Unterstützungs-Gesuchen abgewiesenen Veteranen empfinden ohne Frage die ihnen zu theil gewordene Behandlung als Unbilligkeit. Nachdem daher einmal mit der Unterstützung hilfsbedürftiger, Ntcht-Jnvaliden begonnen worden ist, erscheint es nothwendig, diese Unterstützung auch allen in der gleichen Lage befindlichen Personen ohne Ausnahme zu gewähren, zumal sich in zahlreichen Fällen gar nicht entscheiden läßt, ob und wie weit die eingetretene Erwerbsunfähigkeit in ursächlichem Zusammenhänge mit der Felddienst Zeit steht.
In demselben Gesetz-Entwurfe werden auch noch zur Erhöhung der Unterstützungs-Mittel für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen oder infolge einer Kriezsbeschäsigung verstorbenen Personen 600 000 Mark festgesetzt. Zutreffend wird diese Erhöhung damit begründet, daß die bisherigen Beihilfen, namentlich sofern sie die einzige Versorgung der Bezugs- Berechtigten bilden, mit Rücksicht auf die gesteigerte Lebenshaltung aller Voltskassen, die durch die neuern Gesetze herbei- geftzhrte Erweiterung der Fürsorge für die Hinterbliebenen von Beamten und Personen des Soldatenstandes im Friedens- Verhältniffe sowie die mit dem zunehmenden Alter vermehrte Hilfsbedürftigleit der Kriegs-Wittwen nicht mehr als ausreichend angesehen werden können.
Beides, sowohl die geplante Erweiterung der Veieranen- Fürsorge wie die erhöhte Unterstützung der Militär-Wittwen und -Waisen, wird sicherlich in ganz Deutschland mit unge- theilter Freude und Genugthung begrüßt werden. Hier ist wieder einmal ein Punkt gegeben, wo die Partei-Zersplitterung dem einheitlichen Empfinden weichen muß. Wissen wir es doch alle, daß der festgefügte Bau des neudeutschen Reiches, unter dessen schirmendem Dache die Künste vnd Gewerbe des Friedens zu ungeahnter Entwicklung gelangt sind, ohne die patriotische Opserwilligkeit und den Heldenmuth unserer alten Krieger niemals errichtet worden wäre.
FMrWstSM.
Vor 50 Jahren.
Zur Erinnerung an die Feldbergfeste.
Im April 1849 erging an alle Volks-, Schützen-, Gesang- und Turnvereine oer Ausruf, sich zur Abhauung des 6. Feldbergststes am 8. Juli 1849 auf dem Feldberg zu- sammenzufinden. Unterzeichnet war derselbe von A. Stapler, K. Zimmer, H. HöM, L. Gött, H. Siork, Namens der Turngemeinde Homburg, ferner vom Vorstand des Turnvereins Gießen, Anspach, Friedberg und Turr-Gesellschaft Kronberg, K. Lraubach und W. Strecker für Butzbach, Dr. Küster für Oberursel, A. Raoeuftein für Frankfurt a. M. und A. Flach für Bonames. Nachdem jedoch am 20. Januar der Beschluß des Parlaments auf Aufhebung der Spielbanken veröffemlicht worden war, lehnte sich hiergegen der Landgraf von Hessen auf, infolge dessen ihm 1 Bataillon und 1 Schwadron Österreichisches Militär in's Land gelegt wurde. Er verbot das Felddergfest, und Homberg sagte es ab. Eine Eingab: an das Reichswinisierium erhielt den Bescheid, unterschrieben Frankfurt a. M., 24. Mai 1849, Reichsministerium des Innern, gez. D. Giämll, daß das Ministerium herkömmlichen und ordnungsgemäßen Volksfesten nirgends Hinder- uisse in den Weg lege. Sollte indessen unter dem Scheine oder in Verfolg solcher Volksfeste durch öffentliche Reden und Diskussionen irgend welche politische Agitation versucht werden, so würde das vorgesehene Volksfest sofort in eine Volksversammlung übergeheu, mithin auch sofort gegen die Vorsitzenden und Wortführer nach § 3 des Gesetzes vom 10. Oktober 1848 verfahren werden müssen. — Es wurde nunmehr die Abhaltung des Festes auf nassauischem Gebiet in's Werk gesetzt und so fand sich dann zum 18. August 1849
eine große Anzahl Turner auf dem Berge ein. Die Burgen von Kronberg, Königstein und Falkenstein waren abends vorher beleuchtet. Andern Morgens fanden sich Abgeordnete von Homburg ein, welche mitthcilten, es rück; landgräflicheS Militär nach dem Feldberg ab. Der Ausschuß richtete deshalb sofort den Turnplatz aus dem Fuchstanz her, woselbst dann Las Fest abgehalten wurde. Das Wettturnen erfolgte im Wettlauf, Steinstoßen und Ringen. Die Wettlaufbayu war 300 Meter rheinische oder preußische Fuß lang und wurde durchlaufen 1. von Theodor Hänlein-Franksurt, H. Brendel und Joh. Müller-Arnoldshain in 14 Sekunden; 2. von Jak. Jos-Ansbach, Louis Volte, T - 8. Frar kfurt a. M. und Karl Braubach-Butzbach in 15 Sekunden. — Zum Steinstoßen diente ein Stein von 331/s Pfund. Es warf Ant. Krmpf Kronberg 15'/, Fuß rheinisch, Joh. Haffelbach- Falkenstein 143/», Jakob Heim-Frankfart 14, A. Weczerzirk, T.-G. Frankfurt 13, Jakob B-rz-Kronberg 12^2 Fuß. Im Ringen blieben Sieger: A. Gerlach, T - 8. Frankfurt, Georg Pfaff-Königstein, Fritz Becker-Usingen und Christian Anthes- Frankfurt. — Einen jungen Mann hatte das hessische Militär verhaftet, an dessen Anzug und Hut etwas auszußtzen war; geschehen ist ihm aber nichts. — Am 11. Juni d. JS. findet nunmehr das 46. Feldbergfest statt. Möchten diefe Zeilen dazu dienen, diesem ältesten aller Volksfeste recht zahlreiche Theilnehmer zuzusührcn. Der Ruf zum Feldbergfest wirkt wie ein elektrischer Schlag auf alle Turner. Alle rüsten sich, das Fest würdig zu begehen und wer einmal turnerische Höchstleistungen sehen will, der komme zum Feldbergfest. Und dann dieses wunderbar schöne Stückchen Erde; die herrliche Fernsicht von unserem höchsten Taunusgipfel, das ist ein Genuß, den man sich gar nicht oft genug verschaffen kann und der Jedermann in dauernder Erinnerung bleibt. Vor Allem aber sollen die Turnvereine Tnrnsahrten zum alten Vater Feldberg, ihren Lehrherrn, aus führen. Herzlich eingeladen
zur Vorfeier am Samstag den 10. Juni sind auch alle oben angegebenen Sieger, die sich hoffentlich recht zahlreich abends im alten Feldberghaus einfinden und durch ihr Erscheinen das Fest verherrlichen helfen. — Daß 3 Feldberghäuser für Verpflegung vorzüglich sorgen, dürste ja bekannt sein. — Das Felobergfest ist der Prüfstein unserer jungen Turner; daß es ein Volksfest werde, dafür müßen die Bewohner vom Mittelrhein sorgen, deren Erscheinen dem Turnfest erst den rich- tigen Rahmen gibt. Willkommen deshalb am 11. Juni zum Feldber^feft.
Der Ausschuß für die Feldbergfeste.
Die Wiesbadener Kaiscrscstspiclc.
Wiesbaden, 12. Mai.
Die Festspielstadt hat sich wie eine echte und rechte Fest- stadt auSgeschmückt, die via triumphalis, durch welche der Kaiser seinen Einzug hält, ist vollendet. Einen Tag vor ®t Öffnung der Festspiele trifft der Monarch ein, um der Generalprobe zum „Eisenzayn", dem neuesten Werke von Josef Lauff, beiwohnen zu können. Dieses eine Faktum kennzeichnet das Verhältniß des Kaisers zu seinem Festspieldichter, das Verhältniß Lauffs zu den Festspielen. — Der Kaiser nimmt regen Antheil an dem Burggrafen-Dichter, dessen Schaffen er sympathisch verfolgt und im gewissen Sinne beeinflußt; denn gleich dem „Burggrafen" ist auch der „Eisenzahn" auf die Initiative des Kaisers entstanden, der den Gedanken zu der gesammten, von Lauff zu schaffenden Hohenzollern-Trilogie gegeben hat. Der warmherzige Dichter hat in seinem Kaiser einen mächtigen und anregenden Förderer gefunden, und Georg von Hülsen, der zielbewußte Intendant des Wiesbadener Hostheaters, ist ganz der Mann, um mit seinem glänzenden Jnszenirungstalent den Lauffschen Dichtungen im Sinne deS Monarchen und deS Poeten Farbe