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für Sladl- und Land­kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmond­zeile oder bereit Raum, für AuSwätts 15 *

Im Reklamentheil die Zeile 20 * für

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Amtliches Organ für $faöf- unö Lanökrers Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

M. 110.

Freitag den 12. Mai

1899.

«Mtlicht«.

Staötkvois ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Der am 14. Oktober 1875 zu Hanau geborene Johann Georg Heilmann, wohnhaft zu Lenze (Hainaut) in Belgien, hat um Entlassung aus dem preußischen Staatsver- bande nachgesucht.

Hanau den 8. Mai 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 7471

Bekanntmachung.

Die zur Einfriedigung des Grundstücks der II. Wcksser- Werk»P«Mpfta1iSN, Leipzigerstraße 79 erforderlichen

a) Erd und Maurerarbeiten,

b) Steinmetzarbeiten c) Schmiedeeisenarbeiten, d) Zimmerarbeiten,

sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben «erden.

Plan, Arbeitsauszüge und Bedingungen liegen von heute an im Zimmer Nr. 23 (Rathhaus), werktäglich in der Zeit von 10 bis 121/» Uhr vormittags, für Interessenten zur Ein­sichtnahme auf.

Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen bis längstens zum Eröffnungstermin Samstag den 20. d. Mts., vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Amtsstelle einzureichen.

Die Eröffnung b?r Angebote findet um obengenannte Zeit im Zimmer Nr. 24 im Beisein« etwa erschienener Bieter statt.

Hanau den 9. Mai 1899.

Stadtbauamt I.

Thyriot. 7503

Dicilstmlchrichtcil aus dem Kreise.

Gefunden: 1 goldene Vorstecknadel mit blauem Stein in einem Etuis, 15 Pfg. Haar, 1 brauner Knaben- filzhut mit grünem Band, 1 Packet enthaltend 1 Mtr. Be- satzlüstre und 25 Leinengaze. Vom Postamt hier abgegeben 1 Zehnpfinnig-, 1 Fünspfennigmarke und 1 Privatpostdrief- marke, 1 gelbes kleines Portemonnaie mit einigen Pfennigen.

Am 10. d. Mts. auf dem hiesigen Viehmarkt ein Kalb stehen geblieben.

Entlaufen: 1 Zughund, schwarz mit braunen Beinen.

Hanau am 12. Mai 1899.

Preußischer Landtag Herrenhaus.

(Sitzung 09m 10. Mai.)

Nachdem das Haus die Denkschrift über die Hochwasser­schäden vom Sommer 1897 durch Kenntnißnahme erled'gt hat, beschäftigt stch dasselbe nur mit Petitionen meist pro­vinzieller oder lokaler Natur. Die Petitionen werden sämmtlich durch Ueber gang zur Tagesordnung erledigt. Nur eine Petition des Magistrats und der Stadtverordneten zu Kiel um Aufhebung des Kommunalsteuerprivilegs der un­mittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten beantragt die Kommission der Regierung als Material zu überweisen. Das Hans beschließt demgemäß. Nächste Sitzung: Frei­tag. T.-O.: Kleine Vorlagrn.

Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 10. Mai.)

Am Ministertische v. Miquel, Dr. Bosse, Schönstedt, Thielen. Vor Eintritt in die Tagesordnung bemerkt Abg. ®. Wangenheim (kons.) aus Anlaß agitatorischer Aus­nutzung des Amdrvck:8Schulmeister", den der Abg. Kopsch bereits gerügt hat, daß er, Redner, diesen Ausdruck für eine Ehrenbezeichnung halte. Es folgt die 3. Lesung des Ge­setzentwurfes betr. die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Lehrer an öffentlichen VortSschuliN. In der General­debatte erklärt Minister v. Miquel, daß die Beschlüffe zur Lesung für die Regierung unannehmbar seien, und zwar sowohl wegen der Quotistruvg der Staatsunterstützung an die Gemeinden, welche nach Ansicht der Regierung verfassungs­widrig sei, und außerdem den kleinen Gemeinden nur unge­nügend Hilfe bringen, während sie den großen Städten un­gerechtfertigte Vortheile bringe. Abg. Frhr. v. Zedlitz (ftk.) empfiehlt einen von ihm gestellten Antrag zu § 14 der Vorlage. Danach soll das Wittwengeld bis zu 400 Mk.,

für Halbweisen-80 Mk. und für Vollweisen 134 Mk. jähr­lich aus der Staatskasse gezahlt werden. Die kreisfreien Städte sollen von dieser Vorschrift ausgeschloffen sein. Minister v. Miquel bezeichnet auch diesen Antrag für un­annehmbar. Abg. v. Heyde brand (kous.) spricht sich für den vom Centrum eingebrachten Antrag auS, wonach die Regierungsvorlage mit der Maßgabe hergestellt werden soll, daß die Sätze von 240, 48 und 80 Mk. auf 420. 84 und 140 Mk. erhöht werden. Minister v. Miquel erklärt, das Aeußerste, was die Regierung annehmen könne, sei der Antrag Ehlers (360, 72 und 120 Mk.). Mehr könne sie nicht acceptiren. Abg. Sattler (nl.) empfiehlt den Cent­rumsantrag, desgleichen Abg. Dittrich (Crntr.) Abg. Ehlers (frs. Vg.) erklärt, um wenigstens etwas zu retten, würden seine Freunde für den Antrag v. Zedlitz stimmen. Abg. Richter (frs. Vp.) wendet sich gegen die Verfaffungs- bedenken des Ministers. Die einschlägigen VerfassungSbe- stimmungen seien suspendirt durch den Vorbehalt eines Schul­gesetzes in der Verfassung. Die Generaldebatte wird ge­schlossen. Nach kurzer Besprechung des § 14 in der Spezialdebatte wird derselbe nach dem Centrums antrage an­genommen, der noch dahin ergänzt wurde, daß der Beitritt der Stadt Berlin zu einer Bezirkswittwenkaffe nicht gefordert wird. Mit dieser Aenderung wird der ganze Gesetzentwurf endgiltig angenommen. Vom Abg. Kopsch (frs. Vp.) liegt eine Resolution vor: Die Regierung wolle in dem nächsten Etat auf eine Erhöhung der Fonds zur Unterstützung der Lehrer-Wittwen und Waisen, welche nicht unter das neue Gesetz fallen, Bedacht nehmen. Nach kurzer Debatte wird die Resolution abgelehnt. Es folgt die 1. Lesung des Gesetzentwurfes betr. die Polizeiverwaltung in den Vororten Brrl nZ. Abg. v. Glasenapp (kous.) erklärt, seine Freunde hätten gegen den Entwurf in der vorliegenden Form recht erhebliche Bedenken. Er beantrage KommissionSbe- rathung. Abg. Ring (kons.) ist gleichfalls gegen die Vorlage in vorliegender Form. Abg. Frhr. v. Zedlitz (srk.) glaubt, daß man doch aus die Bildung eines besonderen Regierungsbezirkes Berlin hinkommen werde und diese sich kaum vermeiden lassen werde. Nach weiterer längerer Debatte, an der sich die Abgg. Richter (frs. Vp.), Hob- recht (nl.), Felisch (kons.). sowie Minister v. d. Recke betheiligen, geht die Vorlage an eine besondere 14er Kom- miffion. Zur Debatte kommt nun eine Vorlage betr. Schutzmaßregeln im Quellengebiet der linksseitigen Oderzu- flüffe Schlesiens. Die Kommission hat die vom Herren- Hause beseitigte Drittelung der Kosten wiederhergestellt mit der Maßgabe, daß die leistungsfähigen Gemeinden Staat und Prooinz das Drittel der Gemeinde zu gleichen Theilen ausbringen sollen. Die Vorlage wird unv rändert ange­nommen. Nächste Sitzung Montag, 15. Mai 11 Uyr. T.-O.: Fortsetzung der Berathung des Antrag-s Gamp betr. Leutenoth aus dem Lande, Vorlage betr. Schutz gegen Waff rgefahr der schlesischen Oderzuflüsse, kleine Vorlagen. Schluß 33/4 Uhr.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Bureau .Herold').

Berlin, 11. Mai. Im Senioren-Convent des Reichs­tages gab der Präsident Graf Ballestrem gestern Abend seine Absicht kund, die Verhandlungen über das Jnvaliditäts- Versicherungsgesetz möglichst bis zum nächsten Donnerstag fortzusetzen und dann bis zum 6. Juni Ferien eintreten zu lossm. Es wurde auch die Frage der Vertagung des Reichs­tages besprochen und der Prästdent ersucht, mit dem Reichs­kanzler über die nach Pfingsten stattzufindende Vertagung des Reichstages bis zum Herbst zu verhandeln.

Wien, 11. Mai. Der Wiener Korrespondent der Naivem Lisch" will aus Hofkreisen erfahren haben, der Kaiser habe bei Besprechung der innerpolitischen Situation gegenüber einer hervorragenden Persönlichkeit sich geäußert: Auch in Oesterreich w rde Ruhe eintreten, er werde dafür sorgen.

Wien, 11. Mai. Die Weiterverbreitung der im Ver­lage von Karl Braun in Leipzig erschienenen Flugschriften: Deutsch-evangelischer Frühling in Oesterreich" undKatho­lische Dauern in Mittel- und Ober-Steyermark" wurden in Oesterreich verboten.

Budapest, 11. Mai. Infolge von H o ch w a s ser ist auf verschieoenen Linien der Staatsbahn der Verkehr einge­stellt worden.

Lemverg, 11. Mai. In den Borislawer Erzgruben sind gestern Abend ernste Unruhen ausgebrochen. 700 entlassene Arbeiter griffen die Gruben gebäude an. 20 Arbeiter wurden verhaftet und in Ketten abgeführt.

Kam, 11. Mai. Die Mannschaft des deutschen Schiffes Spekulant", die unter dem Verdacht, den zweiten Kapitän des Schiffes ermordet zu haben, in Livorno in Haft ge­nommen worden war, wurde wegen Mangel an Beweisen aus der Haft entlassen.

Paris, 11. Mai. Gestern Abend fand im Echsee der erste offizielle Empfang beim PräsidentenLoubet statt. Vor dem Empfang war diplomatisches Diner, welchem alle Diplomaten beiwohnten. Loubet verweilte bis nach Mitter­nacht unter seinen Gästen.

Paris, 11. Mai. Gestern Abend fand in dem großen Saale der Loge des französischen Groß-Ordeus Haupt- Versammlung statt, in welcher mehrere Mitglieder der Akademie, Professoren, Politiker und Journalisten auftraten um in heftigen Reden, manche auch unter Drohungen die so­fortige Freilassung Picquarts zu forden. Die meisten Redner stellten fest, daß die Revision deS Dreyfus-Prozesses bei der öffentlichen Meinung bereits eine vollzogene Thatsache sei. Auch wurde die Regierung daraus aufmerksam gemacht, daß nach der Revision des Prozesses eine revolutionäre Bewegung ins Leben gerufen werde, um die wirklich Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen.

Lands«, 11. Mai. DieTimes" melden aus New- Iork: Mac Kinley werde den Kongreß zu einer außer­ordentlichen Tagung einberufen, um die Philippinen und die Währungsfrage zu lösen. Mac Kinley will nämlich diese beiden Hauptfragen noch vor den Wahlen aus dem Wege räumen.

Petersburg, 11. Mai. Der Unterbeamte im Ministe­rium des Innern Filippow sowie ein gewisser Cyrus wurden verhaftet, angeblich weil sie dem in Warzchau erscheinenden BlatteKurjer Warczawski" aus dem Archiv Geheimakten haben zugehen lassen.

Konstantinopel, 11. Mai. Zwischen der englischen Botschaft und dem Sultan finden lebhafte Verhandlungen statt. Angeblich handelt es sich um wichtige Handels- Interessen Englands sowie um die von Macedoniern bewohnten afrikanischen und asiatischen Gebiete, die unter dem Einfluß und der Herrschaft Englands stehen.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe ,£an. Nuz.* gestattet.

Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 10. Mai 1899.

Anwesend die Herren: Canthal, Vorsitzender; Bailly, Bier, Füll, Fritz, Eberhardt, H^raeus, Hock, Jost, Jung, Kehl, Koch, Körner, Kreuter, Küstner, Lucht, Müller, Ohl, Ott, Ro^de, Schroeter, Schwabe, Steinseuer, Spatz, Doltz, Weber, Wöruer, Erster Beigeordneter Bode.

Die Gesellschafterin Marie Bartels ist vom Februar bis .Ende September 1898 und seit 15. Dezember 1898 bis zu s Ende des Steueijahres 1898/99 zur Pflege ihrer kranken Mutter in Hamburg gewesen bezw. noch dort und hat während dieser Zeit weder Gehalt noch sonstige Entschädigungen be­zogen. Die beantragte Niederschlagung der von der Steuer­pflichtigen zu zahlenden Gemeindeumlage von 31.47 Mk. wird genehmigt.

Weißbinder Decher ist den Betrag von 12 Mk. Mittel­schulgeld rückständig geblieben. Desftn Sohn besucht nun­mehr seit 1. Januar 1899 die Volksschule und wird unter ' Berücksichtigung der aktenmäßig festgestellten bedrängten Ver­mögenslage des Gesuchstellers die beantragte Niederschlagung des senannten Betrages genehmigt.

Das s. Zt. von der Provinzialverwaltung für Herstellung des Holzpflasters in der Schirnstraße (ehemalige Kommunal- straße) hinterlegte Kapital wurde in einem Sparkassenbuch, welches heute mit Zinsen über Mk. 1706,15 lautet, angelegt. Behufs Erledigung der Abrechnung über den Ausbau der ge­nannten Straße ist die Herausgabe bezw. Auszahlung deS Sparkassenbuchs erforderlich, wozu vom Magistrat Genehmigung beantragt wird und auch erfolgt.

In dem früher vorgelegenen Entwurf zu einer Ordnung über die Erhebung einer Gemeindesteuer von Fleisch, Wild und Geflügel hat die Stadtv.-Versammlung durch Beschluß in der Fassung der §§ 1, 2, 6 und 8 einige Abänderungen beantragt. Diesen zu 1, 2 und 6 beantragten Abänderungen ' ist der Magistrat nicht beig-tteten, während er der Abänderung des § 8 zugestimmt hat. Die ablehnende Haltung wird da­mit motivirt, daß die Genehmigung der Neuordnung durch den Bezirksausschuß sehr zweifelhaft erscheine, wenn die Neu­ordnung die beantragte Form erhält. Nach der von der Stadtv.-Versammluvg empfohlenen Fassung der betr. Para­graphen bleibe es den Körperschaften überlassen, ohne Ge-