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Hummer kostet
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Amtliches Organ für Htaöt- und Landkreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 95
Montag den 24. April
Amtliches.
H-t^HMvsrs ^anaw
Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau hat für laufende Jahr gmäß § 18 des Preuß. Gesetzes vom
das
12.
März 1881, betr. die Ausführung des ReichZgeseyes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, aus den sachverständigen Eingesessenen des Stadtkreises Hanau nachstehende Personen gewählt, welche zu dem Amte eines Schieds- mauns zur Abschätzung von an Seuchen gefallenen Thieren zugezogen werden können:
I) Philipp Füll,
2) Heinrich Seitz I. und
3) Wilhelm Schlingloff, Bebraerbahnhofstraße. Hanau am 20. April 1899.
Königliche Polizeidirektion.
P. 3377 I. A.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.
^anöfrrew ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Auf Grund eines Erlasses deS Herrn Landwirthschaftsministers wird hierdurch angeordnet, daß die unter dem 12. März 1889 (Amtsblatt Seite 60 und 61) erlassenen Auf- sichtsmaßregeln gegen die Einführung uno Verbreitung der Schafräude mit den durch die Verfügungen vom 29. Mai
Einrücknugs- gcbiihr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ die -tgespaltene Garmond- z^le oder deren Raum,
* Jm Reklamemheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
1899
Zu Wallershansen (Kreis Friedberg) ist die Maul- und keine Kombination möglich erscheint, um der Großmacht- Klauenseuche aus gebrochen und die Gehöftssperre angeorbnet stellung des Königreiches einen bestem Rückhalt zu bieten, worden. und daß die englische Gunst allein, die doch gerade in den
Hanau am 21. April 1899.
V. 3849
Der Königliche Landrath. d Schenck.
^tadt&rew ^öanau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Es wird wiederholt in Erinnerung gebracht, daß
afrikanischen Schwierigkeiten Italiens wiederholt platonischer Natur geblieben ist, nicht ausreichen würde, um die Selbst- ständigkeit deS Königreiches, insbesondere Frankreich gegenüber, zu gewährleisten.
die
Schlachtscheine vor der Abgabe mit der Namensunterschrift der Metzgermeister zu versehen sind. Schlachtscheine ohne Namensunterschrift werden als nicht vorhanden angesehen.
Hanau den 21. April 1899.
Von größerer Wichtigkeit als für den Dreibund sind die Feste von Cagliari für England, das wegen seiner eigenen eteHung im Mütelmeere keine Aussöhnung oder gar Verbrüderung der italienischen uns französischen Interessen wünschen kann. Immerhin sind die Bemühungen Frankreichs, Italien von England abspenstig zu mach n, noch lange nicht am Ziele. Römische Preßstimmen protestiren lebhaft dagegen, daß man die Wirkung der Rede des Admirals Fournier über-
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
Feste auf Sardinien.
Auf der Insel Sardinim werden zu Ehren der Anwesenheit des italienischen Königspaares große Feste gefeiert. Die französische Regierung halte ein großes Geschwader zur Begrüßung des Königs Humbert nach Cagliari, dem südlichsten Hafen von Sardinien, entsandt. Von ten Reden, die bei dieser Gelegenheit gehalten wurden, fiel eine Aeußerung des
schätze und Italien zutraue, sich zu einer Vertauschung der stillen englischen Bundesgen ossenschast mit der sravzösifchen 6501 verleiten zu lasten. Nun ist auch ein englisches Geschwader an der sardinischen Küste zur Begrüßung des italienischen
Königspaares erschienen, und dabei wird voraussichtlich ein Gegenstück zu den Festen in Cagliari geliefert werden.
Tagesschau.
Handwerkerblatt. Vom 1. Mai ab erscheint im Verlage von P. Plaum in Wiesbaden ein neues Wochenblatt, das „Rheinische Handwerkerblatt/ Die erste Probenummer
französischen Admirals Fournier auf, die dem Vorschlag einer wurde soeben ausgegeben. Das Blatt bezweckt lediglich, die
1891 (Amtsblatt Seite 102) und vom 15 Mä^r 1898 lranzostschen »Dmttais ^oarurer aus, Die Beat BorichraZ einer wurde soeven ausgegeven. L>as mit vezweat lediglich, dre (Amtsblatt Seile 63/65) bekannt gegebenen Avänderunaen italienisch-französischen Verbrüderung im Mittelweer sehr ähn- Interessen des Handwerks zu fördern, vor Allem besten auf ein weiteres Jahr zur Anwendung gelangen. (A III. U$ klang. Ob der Admiral beauftragt war, so zu sprechen, Organisation.
aur_ Nie 9 s gangen. in. (1^t noch nicht fest. Thatsache ist aber, daß man sich in | Die Führer der reutzische« Sozialdemokraten,
Frankreich redlich Mühe gibt, mit Italien aus möglichst guten ehemalige Reichstsgs-Äbgeordnetc Hugo Rüdiger, war gegen Fuß zu kommen. Der Abschluß eines Handelsvertrages war Mitte vorigen Jahres in seiner Eigenschaft als serantwort- der Anfang dazu. Die Erfahrungen, die Frankreich seitdem licher Redakteur der in Gera erscheinenden „Reußischeu in Faschoda und Maskat hat machen müssen, mußten die Ge-; Tribüne" von der Strafkammer des tortigen Landgerichts neigtheit v-rstärken, Italien wenigstens in den Mittelmeer- wegen Beleidigung zu einem Jahr acht Monaten Gefängniß Fiagen auf die französische Seite zu ziehen. verurtheilt worden. Seine sofortige Verhaftung wurde nicht
2350.)
Cassel am 28. März 1899.
Der Regierungs-Prästdent. Trott zu Solz.
Vorstehende Anordnung bringe ich hiermit zur Kenntniß der Ortspolizeibehört en und Interessenten. Die Aufsichts- maßregeln sind nachstehend abgedruckt.
Die Orts Polizeibehörden wollen die Schäfer auf die ihnen nach § 6 der Aussichtsmaßregeln sowohl dem Schäsereiaufjeher
wie der Ortspolizeibehörde gegenüber obliegenden Pflicht noch besonders Hinweisen.
Hanau am 17. April 1899.
Der Königliche Landratb.
V. 3440 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.
Anzeige-
In Seligenstadt und Klein-Welzheim (Kreis Offenbach) und in Frievberg ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Die ungeordneten Sperrmatzregeln sind wieder aufgehoben
_ _ . . . verurtheilt worden. Seine sofortige Verhaftung wurde nicht
Vom deutschen Standpunkte aus ist hiergegen wenig ein- beschlossen, da er sein Ehrenwort gab, sich nicht durch Flucht zuwenden. Das deutsche Reich hat im Mittelmeer keine der Strafe entziehen zu wollen. Das Ehrenwort hat er Sonder-Jnteressen zu wahren, urd die dortigen starken In-s aber gebrochen, denn er verschwand plötzlich nrb hält sich jetzt teresten Italiens werden von dem Dreibünde nicht gedeckt. in Newyork aus. Seine in Gera wohnende Familie wird Es könnte uns nur erwünscht sein, wenn sich dem italie-' ihm demnächst dorthin folgen.
Nischen Bundesgenossen Mitel nr b Wege böten, um einen
Die Siegesnachrichten der Amerikaner. Die voitheilhasten Ausgleich mit den rivalisirenden französischen Amerikaner haben aus den Philippinen eine bedenkliche Interessen an der Nordküste Afrikas rc. zu bewirken. Die Schlappe erlitten. Zehn Wochen lang hat nun General Befürchtung, daß Italien dadurch aus dem Dreibünde los- Olis ununterbrochen auf den Philippinen „gesiegt*, — und gelöst werden könnte, hat nicht viel Halt; denn abgesehen das Ergebniß? Gefangennahme einer amerikanischen Ab- von der persönlichen Vertragstreue des Königs Humbert ist tbeilung, die sich in die Nä:e des Busches wagte, durch die dm Italienern während der letzten beiden Jahrzehnte die Philippiner und infolge des hierdurch verbreitern Schreckens
' Einsicht immer mehr in Fleisch und Blut gedrungen, daß eiliger Rückzug des Generals Lawlou auf Manila und damit
Operncnscmble-Gastspiel.
Hchneru, 24. April.
Mit der gestrigen Aufführung der dreiaktigen Operette „Farinelli" von Zumpe haben die Darstellungen des Opern-EnsembleS hier ihren Abschluß gefunden. DaS alte Sprichwort .Ende gut, Alles gut" kann leider keine Anwendung finden, denn der Besuch war zufolge des herrlichen Frühlingswetters kein sonderlich guter und auch die Leistungen der Darsteller waren mit wenigen Ausnahmen nicht befriedigend. Gab auch die gesangliche Ausführung der Parthien dem Publikum Gelegenheit zu manchmal recht lebhaftem Beifall, so rief die allzu lebhafte Betheiligung des Souffleurs an der Unterhaltung auf der Bühne energischen Protest hervor. Die meisten Sänger zeigten in- der Behandlung de§ Dialogs und dem Text der Gesänge eine Unsicherheit, für die keine Entschuldigung gelten kann. — Die Aufführung von „Mignon' mit der reizvollen Musik v»n A. Thomas am letzten Freitag hatte ein besondere Zugkraft auf das Publikum ausgeübt, das Haus war nahezu ausverkauft, Frl KrakbollS vom Stadttheater in Frankfurt sang und spielte die „Philine' ganz reizend. Die Dame, eine hübsche Bühnenerscheinung, verfügt über ein hohes, leichtflüssiges Organ von sympatischem Klang und weiß rhre schönen Mittel in künstlerischer Weise zu verwerthen. DieTitel- »ue sangFrl.Hellborn,und wenn auch dieUcberbürdung mit großen Aufgaben und den hierzu nöthigen Proben nicht ohne Einfluß auf ihre Lemmig geblieben war, so erwarb sie sich doch die Anerkennung und den Dank der Theaterbesucher. Gut wirkten noch Herr Larsen (Lothano), Herr Thoma (Wilhelm Meister), Herr Rix (Jarno) und Herr Henteis (Laerrcs). Der von Frl. Hofmann und ausgeführte Zfigeunertanz fei auch lobend erwähnt. Ärkf^ü.» Handlung der Lortzing'schen komischen Oper »Der Wudschutz für eine .Schüler"-Vorstelluug besonders eignet, muß mtot1felt w"den. Das fortwährende LiebeSgeplänkel der Personen, die gewagten Situationen und der stark ge-
Üt keine Kost für die Erweiterung der Kenntnisse ^ "^Btldunasbedürfpiß der Jugend. Die Wiedergabe war eine gute. ^n oer humoristischen Ausführung ihrer Parthien zeich- desanders Frl. Hellborn und Herr Henkels au».
i_ <AffA »«ntaa beginnen die Aufführungen der Opern-Ensemble» M Fulda »tt dem .Troubadour'.
Aus Kunst und Leben.
27. Deutscher Aerstetag in Dresden, ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete: Die lung der Aerzte zu den Krankenkassen.
Den
St el-
Die
Berichterstatter Dr. Landsberger- Posen und Dr. Weiß-München hatten der Versammlung folgenden Antrag unterbreitet:
„Nachdem der Aerzterag wiederholt betont hat, daß durch die Einführung 6er freien Arztwahl die Aufgaben der Krankenkassen am besten erreicht und die berechtigten Forderungen der Aerzte und der Kassenmitglieder erfüllt werden, nachdem ferner durch zahlreiche Beispiele die Durchführbarkeit der freien Arztwahl bei vollem Gedeihen der Krankenkassen erwiesen ist und anderseits die willkürliche Ausschließung von zvr Mit arbeit bereiten Aerzten vielfach zu schweren Zerwürfnissen geführt hat, — erklärt der 27. deutsche Aerztetag: 1. Es ist an der Zeit und ein Erfordernd des öffentlichen Wohles, wenigstens zunächst bei den Orts- und Gemeindekrankenkassen, gesetzlich die freie Arztwahl einzuführen. 2. Er erwartet demgemäß von den gesetzgebenden Körperschaften des Deutschen Reiches, daß diesem Erfordernisse entsprochen werde durch Einfügung folgender Bestimmungen in das Gesetz: a) Die Mitglieder der Orts- und Gemeindekrankenkasten können sich im Falle der Erkrankung einen Arzt aus denjenigen appro- birten Aerzten des KassenbezirkeS wählen, We sich zu den entsprechenden Leistungen verpflichtet haben; b) die Hono- rirung der kastenärztlichen Leistungen hat grundsätzlich * nach den Minimalsätzen der Landestaxen bezw. den ortsüblichen Minimalsätzen zu erfolgen; c) das Verhältniß der Aerzte zu den Kasten wird durch schriftlichen Vertrag sestgelegt. Der Vertrag bedarf der Genehmigung der staatlichen Standesvertretung der Aerzte; d) zur Kontrollirung der übernommenen Verpflichtungen sowie zur Schlichtung von Sfreit- fällen ist ein auS Kassenangehörigen und Aerzten zu gleichen!
Theilen zusammengesetztes Schiedsgericht zu tuloen; Beschwerden gegen seinen Spruch werden von der Aufsichtsbehörde nach Anhörung der zuständigen staatlichen Standesver- tretung entschieden."
Dr. Landsberger führte u. A. aus; Die freie Arztwahl liege in erster Reihe im Interesse der Arbeiter. Diese müssen das Recht haben, sich denjenigen Arzt zu wählen, zu dem sie Vertrauen haben; andernfalls würden die Wohllhaten der Sozialgesetzgebung dazu führen, daß der Arbeiter genöthigt sei, sich gewissermaßen einem von ihm nicht gewallten Armenarzt anzuvertrauen. Aber auch im Interesse deS ärztlichen Standes liege die freie Arztwahl. Es sei Aufgabe des Staates, allen seinen Angehörigen freie Bahn zu schaffen. Der gegenwärtige Stand der Kastenärzte sei in hohem Maße geeignet, das Ansehen der Aerzte zu schädigen. Honorar stamme von dem Worte honos. Wenn das Ansehen der Aerzte in den Augen des Publikums nicht sinken solle, dann dürfe einmal durch die Krankenkassen ihre Unabhängigkeit nicht angelaftet werden und andererseits das ärztliche Honorar nicht unter ein bestimmtes Niveau sinken. Er ersuche, den von ihm und Dr. Weiß-München beantragten Leitsätzen zu- zustimmen. (Leifall.)
Es gelangten jedoch schließlich die mitgetheilten Leitsätze der Berichterstätker, unter Streichung der Worte im Leitsatz 1; „wenigstens zunächst bei den Orts- und Gemeinde- Kraukenkassen" zur Annahme. Der Leitsatz 2 b wurde in folgender Fassung angenommen; „Die Honorirung der kastenärztlichen Leistungen hat nach den Minimaltaxen der Landestaxen zu erfolgen." 2 c gelangte in folgender Fassung zur Annahme: „DaS Verhältniß der Aerzte zu den Kasten wird durch schriftlichen Vertrag sestgelegt. Der Vertrag bedarf der Genehmigung der staatlichen StandeSvertretoug der Aerzte." Der Leitsatz 2 d der Berichterstatter gelangte unverändert zur Annahme. Ferner gelangte noch aus Antrag