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Amtliches Organ für Stadt- und Larrökreis Hanau.

10 *

Erscheint täglich/ mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ar. 93

Freitag den 21. April

1899.

Amtliches.

cSanö&reio ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen LandrathsMltes.

Ausschreiben.

Der Schreinermeister Karl Hai«, geboren am 24. Ja­nuar 1838 zu Großauheim, Har sich am 14. d. Mts., nach­mittags gegen öbs Uhr, aus seiner Wohnung in Großauheim entfernt und ist bis jetzt noch nicht zurückzekehrt. Die ange- stellten Ermittelungen räch dem Verbleib des rc. Hain sind bis jetzt erfolglos gewesen; unter den obwaltenden Umständen ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß sich Hain ein Leid zugefügt hat.

Derselbe ist 1,54 m groß, hat schwarz- und graumelirtes Kopfhaar (kleine Glatze) und schwarzen Schnurbart. Die Zähne sind fehlerhaft. Bei seinem Weg gange war er be­kleidet mit dunkler Hose und Weste, grauem geftadtem Ka- misol, Lama-Hemd mit Brusteinsatz, grauen Strümpfen, Zug- stiefeln, Umlegkragen, schwarzem <^lips, dunkelblauer Mütze mit Schild und blauer Brusischürze (f. g. Schreinersthürze).

Um Anstellung von Recherchen, Anvalrung im tvngsfalle und möglichst telegraphische Mittheilung wird ersucht.

Betre- hierher

Hanau am 20. April 1899.

Der Königliche Landratb.

V. 3871 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Wegen des bevorstehenden Jahresabschlusses ersuche ich «He Diejenigen, welche aus der Zeit vom 1. April 1898 bis

der Bedeutun ; der Samoa-Angelegenbeit, ^er Ausdruck ferner des verständigen Selbstgefühls eines mächtigen und krastbe- wußten Volkes, der Ausdruck schließlich des sicheren Ver­trauens zu der Hrttung der deutschen« Diplomatie.

Wenn das deutsche Volk nicht in e me Erregung gerteth, die das Zeichen entweder überhitzter Leidenschaftlichkeit, oder feiger Angst ist, so zeigte es, daß es ben Geist seines großen Nationalhelden in sich aufzunchmen. gewußt hat. Von BiSmarck sagte einmal ein fremländift/er Diplomat:Welch wunderbarer Mann! Er versteht for,ar seine Leidenschaft zu verwerthen." Jener Diplomat charad erisirte damit vortrefflich die innere KalMütigkeit, die 93iSmai.it sich unter allen Um­ständen zu bewahren wußte und bi e ihm stets zum Siege über seine Gegner verhalf. Voll v »n Temperament, ließ sich Bismarck nie durch die Leidenschaft dazu hinreißen, einen unüberlegten Schritt zu thun, dm er dann bei ruhigem Nach­denken hätte bereuen müssen. k5o soll auch d«S deutsche Volk sein und so hat es sich n» der Samsa-Angelegenheit benommen.

Wenn auf der anderen Seite das deutsche Volk dir An­gelegenheit mit lebhafter Spsnnmrg verfolgte und entschlossen war, der nationalen Ehre nicht zu nahe treten zv lassen, und wenn auch solche Blät er, b'te noch vor einem Jahrzehnt deutsche koloniale Niederlagen nvi einem gewissen Vergnügen verzeichneten, diesmal mit Entschiedenheit für die Wahrung der deutschen Rechte eintraten, so muß man billigerweise dem gegenwärtigen Kaiser einen grossen Antheil an dieser erfreu­lichen Ha tung des deutschen VrllkeS beimessen. Das immer

doch nicht rathsam sein. Was die Vorlage selbst anlanze, so werde sie von seinen, des Redners, Freunden im Prinzip begrüßt. Die Bestimmungen über die offenen Verkaufsstellen gingen aber eines- theils zu weit, enderentheils nicht weit genug. Nicht weit genug gehe auch die Vorlage für die Betriebe mit großer Ausnutzung der Arbeitskraft: für die intensiven Betriebe in großen Städten, Kolonialwaarenhandlungen, Eisenhandlungen. Zu billigen seien die Ladenschlußvorschristen in der Gestalt der Vorlage (Mehrheitsbeschluß der Betheiligten). Ja seinen weiteren Ausführnngen plaidirt Redner für Arbeitsordnungen für große Waarengeschäfte und für landespolizeiliche Vor­schriften über Aufnahme von Stellensucheuden imHorpize, im Heime. Wünschenswcrlh seien auch Bestimmungen, die eS den Eltern jugendlicher Arbeiter ermöglichten, die Löhne der Kinder zu kontrolliren; es müßten dieserhalb in dm Fabriken Lohnbücher für Minderjährige eingeführt werden. Abg. Lenzmann (freis. Voiksp.) bemängelt das unablässige Er­scheinen neuer und immer neuer Gewerbenooellen und billigt sodann die Einführung von Lohnbüchern in der Konstklions- braruhe. Erfreut sei er über den geplanten Schritt, der Noth der Handlungsgehilfen in Ladengeschäften abzuhelfen. Er be­trachte aber die zehnstündige Ruhezeit nur als eive Abschlags- zatzlANg. Die einstündige Eßpause müsse aber durch eine zweistündige ersetzt werden. Einverstanden sei er mit dem ersten Versuch eines obligatorischen Ladenschlusses. Bekämpfen müsse er die neue Fassung der Vorschrift im § 23 über den Schlachthauszwarg, dieser dürfe nur strtuirl werden, sofern die Gemeinde aus ihrem eigenen Territorium ein öffentliches Schlachthaus besitze. Auf die Stellenvermittelung übergehend, messt Redner lebhaft die neuliche Andeutung deS Abg. von

wieder bervortretende Interesse des deutschen Kaisers für den _ H deutschen Handel, für die deutsche Flotte und für die dMsche

31. März 1899 noch Forderungen an die Kreiskommu nal- Kolsmal- und Weltyolittk hat einen unverkennbaren EMslrrß

auf das deutsche Volk geübt Das allgemeine Interesse für. merkt, mehrfach durch Zwischenrufe von rechts ur-terbrochen, fchließ- überseessche Angelegsnheit hat sich außerordentlich gesteigert s lichr Der Unterschied zwischen Ihnen und uns besteht darin: Sie und es wird immer mehr gesteigert werben, je m«hr da s k hören nicht auf, von der Gesetzgebung etwas für sich zu verlangen, Volk zuverlässige Kenntnisse von den -Er-^während wir noch nie etwas für uns verlaugs haben/ ergnis^sen ^unb Zuständen in den Übersee- Abg. Roesicke (wildlib.) erkennt das Bestehen großer f c k: Uebelstände auf dem Gebiete der Stellenvermittelung an, kann

Ein Triumph d«H der-tschen Volkes ist es ferner, daß bei sich aber von der Konzessionspfl'cht der Stkllenoermütler nicht dieser Angelegercheit die Parteigegensätze und die Interessen- siel versprechen. Es könne hierdurch sogar möglicherweise unterschiede schwanden, der Geschicklichkeit der Leitung der " ----' - ~

Auswärtigen Politik rück^altlss Anerkennung gezollt und da­durch dieser Poliük auch dem Auslande gegenüber ein kräftiger

küsse zu haben vermeinen, diese chlsb«ld durch Eimeich ung einer Rechrung bei mir anzumelden.

Wangenheim über Habgier der Rechtsanwälte zurück. Er be-

Hanau am 18. April 1899.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A. 1889 I. V.: vr. Becker, Reg.-Assessor.

Dicnstnachrichten aus dem Kreise.

Gesunden: Ein schwarzledernes Portemonnaie einigen Pfennigen. Ein schwarzer Damenregenschirm, Hause Kanalplatz 7 stehen geblieben. Einen Tragzuft

i sch e« Land ern erhält.

mi t in t

mit !

den <Dtellensuchern das Finden neuer Stellen erschwert werden. Die Nebelstände in der Konfektionsbranche seien nicht zu leugnen. Aber die Bestimmung, wonach unter gewissen Vor- aussetzungen der Arbeiterin Arbeit in das Haus nicht mehr r-ltgegeben werden dürfe, sei sehr fragwürdig unb vor Allem schwer durchführbar. Es lasse sich das gar nicht kontrolliren. Mserstandlich sei ihm, wie Abq. Lenzmann sich der Stumm-

eisernem Haken. Eine sogenannte Brille von einem Metzger-«^tanoe gegenüber ein traftiger ' I Rückhalt gegeben wurde.

°- ' - - - "' Der Erfolg dem Auslande gegenüber ist denn anch nicht

ausgebliebon. Welche Schadenfreude hätten die Franzosrn s empsunden, wenn dem deutschen Volke ein Faschoda bereitet worden wäre. Itab nun muß das offiziöse Orpan du: sschen Kritik über den Antrag Hepl habe anschtteß-n Urnen, französischen Regürungt der ^Temps", ausdrücklich die! Derselbe sei doch jedenfalls eine dankenswerthe Unt-rlaae. würdige und feste Haltung der deutschen Regierung und des-Was die Bestimmungen zum Schutze der Ancestellten in -deutschen Volkes arerkrunen. Und in ähnlichem SinnefLadengeschäften anlange, so glaube er, daß die einfache Vor- i äußert sich auch die russische Presse. i schuft einer zehnstündigen Ruhepause genügen würde, berw.

So haben Besomrenheit im Verein mit Selbstgefühl ba8: einer elffiünbigen einschließlich der Mittagspause. Um dies GZ fallen uns genau fontrolliren zu können, empfehle sich die Einrichtung t . "^5 herrlichem sder Institution von Handelsinspektoren. Für die Konfektions-

^'Gedechte:@s lebe der Kasser ein: 'brauche müßten weibliche Gewerbeinlpektoren ein geführt

^Derr Höllenlärm durchstieß der Top, der klare, !werden. Abg. Hepl v. Herrnsheim (nl.) tritt her

H üchtern, nicht wie die schmettern de Fanfar-e, Ein7vänden des Staatssekretärs und der Abaq. Frbr.

Man schreibt urs:Der Erfolg ist hochschätzbar als Mein Vaterland, daß Gott es Dir bewahre, ! Stumm und Lenzmann gegen seine Vorschläge euta^en*

Symptom der Energie und Umsicht unserer Diplomatie," sagt'Das Jnfantriesignal zum Avanciren, dieSchles. Zig." m einer Brsprechung der Sawoa-Ange- Dann bist Du sicher vor Franzosen und Baschkiren." legenheit. Wir Pflichten dbsem Lobe vollkommen bei, möchten^ v " ' ' '

eS aber auf die Haltung der ungeheuren Mehrheit des deut-s ertönt für das neu erstarkte Deutschland.

Z«gelaufen: Ein brauner Rebpinscher m. Gefchl.

Vom Wasenmeister eingefangen: Ein gelßtrj Spitz und ein schwarzer Pinscher, beide m. Gefchl.

Hiavau am 21. April 1899.

Der Samoahandel ein Triumph des deutschen Volkes.

Den Höllenlärm durchstieß der Ton, der klare, Ansehen Deutschlands im Auslande erhöht. L»

Ä&Ä^^^^^^ ^W-Nk « M» - 8«i«<r<m«

Das Jnfantericsignal zum Avanciren, Dann bist Du sicher vor Franzosen und Baschkiren.

Detlev von Liliercron.

i Stumm und Lenzmann gegen seine Vorschlägeentgegen. Staatssekretär Graf P o f a d o w s k i erklärt, die Regierung _ . _ . . - ~ ,------- sei damit einverstanden, die Hryl'fchen Vorschläge als Material

Das Signal zum Avanciren in der Weltpolitik entgegenzunehmen. Auf den Gedanken aber, auch Wohnung --------, ... . .""/!"" k"8 -.....Seine politische oder Ernährung der einzelnen Heimarbeiter einer Kontrolle scheu Volkes in der Samoa-Angel-genheit angewandt wissen.; Machtstellung gibt ihm ein Rech t, aktiv an der Weltpolitik zu unterziehen, könne man nicht eingehen, weil er unaus-

Wenn wir von einigen Ausnahmen, die nur die Regel iheilzunehmen uno seinen Einfluß ausz^chnen, die wnth- führbar sei. Abg. Raab (Autis.) ist im Großm und

bestätigen, abjehen, so hcu das deutsche Volk auch in jenen schaftttche Lage und der Bevölkerungszuwachs machen es ihm Ganzen mit der Vorlage einverstanden. Die Bestimmungen

Tagen, in denen recht unerfreuliche Nachrichten tue Samoa- zur Pflicht und zur Nothwendigkeit. Und wenn zum Schutze der Heimarbeiter begrüße er mit Freuden. Als

Angelegenheit als lomplizirt und bedrohlich erscheinen ließen,,Deutschland avancirtklar und nüchtern" und nicht letztes Ziel sei aber die gänzliche Beseitigung der Heimarbeit seine Ruhe vollkommen bewahrt. Die besonnene Haltung desmit der schmetternden Fanfare" der Phrase und der Leiden-festzuhalten. Abg. Be bel (Soz.) hält der Regierung vor Volkes trat in der Presse und im Parlamente hervor, und s schaftlichleit, dann wird es auch sicher »orwärtsschreiten und i eine Politik ohne große Gestchtspurkce zu treiben, eine sie zeigte sich auch in den Gesprächen, die der Einzelne, sei in seinen Fortschritten nicht behindert werden vonFranzosen Politik, die es mit keiner Partei verderben wolle

"M Stamm-, und Vaickki.-»" unb daher nichts Ordentliches zu Stande bringen körne.

Redner bespricht u. A. die maßlosen Gebührenansprüche der Theateragenlen. Un da Abhilfe zu schaffen, bedürfe es viel

es in der Familie oder in der Gesellschaft oder am Stamm-; und Bafchkieen.

tische führte. !

Diese Ruhe ist aber durchaus nicht mit der resignirten Gleichgültigkett des schlafröckigen und schlafmützigen Philisters der vormärzlichen Zeit zu vergleichen. Mit lebhafter Span­nung wurde Tag für Tag die Zeitung erwartet, die neue ,

Nachrichten über Samoa bringen konnte, und mit ebenso leb- der Gewerbeordnungsnovelle. vv, hafter Spannung sah man in der nötigen Woche der Ver- (Ctr.) meint, der Antrag Bassermann, Kündigungsverhält- Handlung deS Reichstages über die Wirnisse in Samoa ent- nisse bei den Werkmeistern, werde wohl in der Kommission gegen. Und wenn hier Staatssekretär von Bülow Gelassen- keine Schwierigkeiten machen. Auch den Antrag Heyl begrüße Heit mit Festigkeit aus das Glücklichste vereinte, so verkörperte er als einen Vorstoß zur Besserung der Verhältnisse in der er damit vollkommen die Stimmung, die im deutschen Volke Hausindustrie. So weit zu gehen, wie es die Sozialdemo- herrschte. Die mit lebhaftem Interesse gepaarte Ruhe bei traten zu wollen schienen, die eigentliche Heimarbeit ganz auf- deutschen Volkes war der Ausdruck der richtigen Abschätzung zuheben und die Arbeit nur in Werkstätten zu verlegen, werde

Deutscher Reichstag.

(Sitzung v o m 20. Apri l.)

Tagesordnung: Fortsetzung der Berathung

Abg. Hitze

. Die Bestimmungen

Als

schärferer Vorschriften, als die Vorlage sie enthalte. Zu § 137 a, betr. das Verbot der Mitgabe von Arbeit ins Haus, sage die Regierung selber in ihren Motiven, daß dieses Ver­bot sich umgehen lasse. Alsdann, so heiße es in den Motiven weiter, müsse sich die Regierung damit trösten, das ihrige ge­than zu haben. So etwas sei ihm in seinem ganzen par­lamentarischen Leben noch nicht vorgekommen. Die gewerb­liche Hausarbeit müsse ganz abgeschafft werden. Staats­sekretär Graf Posadowsky gibt zu, daß recht bedenkliche Uebelstände bei den Theateragenturen beständen. Diese existirten aber nicht nur in Preußen sondern auch in anderen