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Amtliches Organ für $iaöf- unö LsnöKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 91

Mittwoch den 19. April

1899.

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 27

kutsk um das Südende des Baikal nach Mysowsk führen und Dienst der amerikanischen Fleisch-Exporteure stellten; er be­

sich der Gesammtbatzn einfügen wird, weichen.

ruft sich dabei auf eine Kundgebung des bekannten Schwenn-

Amtliches

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die von Schmiedeeisen hermstellende Einfriedigung des Grimmdentmals soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.

Bedingungen, Zeichnung und Materialauszug lügen von heute an bei der unterzeichneten Amtssülle, — Ralhhaus, Zimmer Nr. 23 —, werktäglich in der Zeit von 10—läVa Uhr, für Interessenten zur Einsicht auf, woselbst Angebote mit der Aufschrift — „Einfriedigung Grimm-

Der kurze Zwischenfall im englischen Parlament eröffnete Hagen. — Präsident Graf Balle st rem bittet den Dbg. große Gesichtspunkte. Für die hier aufgeworfenen Fragen Vielhaben, auf eine Partei hier im Hause nicht solche Voraus- ist die sibirische Eisenbahn nach keiner Seite ins Gefecht zu aussetzungen geltend zu machen. — Abg. Vielhaben führen, aber sie hat neben der handelspolitischen Bedeutung, (Snnb) sortfahrend, bemerkt, er müsse schärfste Konti ole des die eine Revolution in den Welthandel bringt, auch eine ausländischen Fleisches verlangen, namentlich auch im Jn- politische von Gewicht. In dem Augenblicke, da Britannia teresse unserer Konsumenten. Die Vorlage entspreche den durch enorme Verstärkung der Kriegsflotte ihren alten Rang praktischen Bedürfnissen nicht. Sie bringe die inländische als Mcerbeherrscherin wieder zu gewinnen trachtete, hat ber Produktion in Nachtheil gegenüber der ausländischen. Auf russische Eisenbahnbau ihren wichiiüsten Machtsphären aus etwaige Zusicherungen der Regurung der Vereinigten Staaten dem Mittelmeere durch den Indischen Ozean nach Ostasien in Bezug auf veterinärpolizeiliche Maßrahmen sei gar nichts

eine bedrohliche Konkurrenz geschaffen.

I zu geben. Redner erwähnt weiter, im amerikanischen Senat

denkmal" — verschlossen, bis längstens zum Eröffnungstermin Samstag den 89. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzur eichen sind.

Der Bau geht schneller vorwärts, als allgemein voraus- habe ein Mitglied namens Mason bereits Repressionsmaß- gesetzt worden. Zur Hälfte ist diese Weltbahn nicht nur regeln gecen Deutschland beantragt für den Fall, daß daS vollendet, sondern schon im Betriebe, von 7112 Werst deutsche Fleischschaugesetz durchgehe. Die Schlächter drüben (1 Werst rund 1067 Meter) 3811, die wesistbirische, Mittel- lätten daher einer Sorte Schinken den Namen Mason- sibirische Bahn, die südliche und nördliche Ussuribahn. Niko- schinken gegeben. Eine besonders seine Sorte sollte ja auS laus II. hat als Kronprinz im Juli 1891. in Urusst den bereits den Namen Bülowschinken tragen. — Präsident Graf

ersten Spatenstich zu der osisibirischen Strecke gethan. Durch Ballestrem ruft den Abg. Vielhaben wegen dieser einem r r ,. ben Vertrag mit China, der den Russen die Durchquerung der Mitgliede des Bundesraths an den Kopf geworfenen Jnsi- n Die Eröffnung Angegangener Angebote f^bet um obige Mandschurei, hiermit eine wesentliche Abkürzung des Weges nuation zur Ordnung. — Abg. Delsor (Elf.) bekämpft Zeit im Ver ein etwa erschuniuer vieler im Zimmer Nr. 24 ^ ^c Vermeidung sumpfiger, alljährlich vom Amur mit namentlich den Schauzwang für die Hausschlachtungen und statt. r n “ ~ t ‘ -

Hanau den 15. April 1899.

Stadtbauamt I.

Thyriot.

6204

i Ueberschwemmungen heim gesuchter Gebiete gestattet, ist das plaidirt dafür, das ausländische Fleisch derselben Kontrole zu ! Unternehmen erheblich entlastet worden. Die Vollendung der unterwerfen, wie das inländische. (Bravo I rechts.) — Abg, izweiten Hälfte wird in noch kürzerer Zeit möglich sein, als Graf Bernstorff-Uelzen (Welse) meint, es liege ge-

Calais-Kalkutta, Hamburg-Schanghai.

In vergangener Woche hat im englischen Unterhause

die erste erfordert hat. Nach der Fertigstellung und dem An- radezu im Interesse des Bundesraths selber, daß man schlusse der jetzt in Nordchina unternommenen Bahnen wird ihm nicht die Vollmacht gebe, ausländisches Fleisch je Schanghai oder Peking von Hamburg in 15 Tagen erreicht nach Ermessen dem Schauzwang zu unterwerfen oder nicht, werden. Das wird spätestens 1908 der Fall sein, 20 Jahre grundsätzlich müsse ausläavisches Fleisch ebenso kontrollirt

Maclcan die Regierung gefragt, ob sie beabsichtige, in Unter- nach dem Eintritte Hamburgs in den Deutschen Zollverein, werden wie inländisches. Gleiches Recht für Ausland und

Handlungen mit Rußland einzutreien über die Herstellung; der zwar für die freie Stadt mit sehr großen Kosten ver- Jaland, und zwar gleiches Recht durch gesetzliche Bestimmun- einer Ueberlandroute nach Ostindien, da die Endstationen des: knüpft war, aber auch die jüngste Periode des Aufschwungs indischen und des russischen Eisenbahnnetzes in Centralasien ein geleitet hat, mit dem verglichen der Aufwand von etwa nur noch einige hundert englische Meilen von einander ent- 160 Millionen Mark nicht in Betracht kommt. Die Her- sernt seien, und nach der Herstellung der projektirten Linie stellung der direkten Verbindung mit China und demnächst von Orenburg nach Samarkaud eine durchgehende Bahnver- mit Indien, der leichte Zutritt zu den aussichtsvollen neuen bindung von Calais nach Kalkutta, ohne Unterbrechung am: Märkten ohne Zahl verheißt Hamburg eine Zukunft, die Kaspischen Meere, durchzuführen sei. Die Regierung hat wiederum die letzten glänzenden Jahrzehnte in den Schatten ausweichend geantwortet. Eilig ist die Sache ja nicht, denn; stellt.

die Bahn Orenburg-Samarkaud, in der, Luftlinie 1200 Kilo-! ---------

meter, wird nicht so bald fertiggestellt sein, die Umgehung des Kaspischen Meeres mit einem Schienenwege auch nicht.

Doch ist seine Herstellung wahrscheinlich, da die jetzige Dampferverbindung über den See Aufenthalt und Unbequem­lichkeiten mancherlei Art verursacht. Auch für die sibirische Pccific-Bahn war ursprünglich die Einlegung einer Dampfer-

gen. Redner hält schließlich einen Druck vom Reiche her für

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 18. April.) Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung

nöthig behufs allgemeiner Einführung der Viehversicherung unter prozentualer Betheiligung des Ruches an den Kosten. — Abg. Hilpert (bayerisch. Bauernbund) bekämpft die Fleischbeschau sehr lebhaft. Diese habe früher in Bayern be­standen, sei aber obgeschafft worden und man wolle sie dort nicht wieder haben. Wenn die Sozialdemokraten Arm in Arm mit der Regierung gingen, dann wisse man ganz genau, was ein solches Gesetz bezwecke. — Abz. Herold (Centr.) will, daß jedenfalls alles Fleisch, welches nur zum Verzehr im Haushalt gelangt, nicht der Schau zu unterliegen brauche. Die Kontrolle der Hausschlachtungen sei überdies mit Be-

der e r st e n lästigunaen verknüpft, die zu dem Nutzen in gar keinem Ver- Berathung des Schlachtvieh- und Fleischbe- Hältniß stünde. Unbedingt müsse avch die Kontrolle deS

sch au-G esetzentw urfs. — Abg. Viel hab en (Antis.) ausländische» Fleisches erfolgen, und zwar müsse sie im Gesetz Uuie auf dem Baikalsee geplant, die provisorisch schon einge- wendet sich gegen den Abg. Lenzmann und hält den Frei- ausgesprochen werden. — Abg. o. Wangenheim (Bd. richtet ist. aber sie wird einer Eisenbahnstrecke, die von Jr- sinnigen vor, daß sie sich in dieser Fleischschanfraqe in den d. Landw.) plaidirt für strengste Kontrolle der Fleischeinfuhr

Fs«Wstsn.

Die WiedercroberMg des Sudan.

Ueber dieses Thema hielt SI a t i n P a s ch a, der be­rühmte Afrikaforscher, vergangenen Samstag in der Geo­graphischen Gesellschaft in Wien einen Vortrag, dem wir das Folgende entnehmen: t t ,

„Gordors Tod und die Auslieferung des Sudan an bte Mah- biften lagen wie ein Alp auf dem Gemüthe des englischen Volkes/ begann General Slatin seine interessanten Ausführungen. Als Italien, welches Kessala besetzt halte, von den Derwischen hart bedrängt wurde, richtete es an die englische Regierung anfangs März 1896 das Ansuchen, von Wady-Halsa aus eine Demonstration gegen Süden zu machen, um den Cha- lifen zu verhindern, größere Trvppenmasfm nach dem Osten zu werfen. Von England erging daraufhin bte Anfrage an den Sirda: „Können Sie mit egyptischen und schwarzen Truppen Dovgola besitzen?" Auf die Antwort „^« er foppte der Befehl: „Thun Sie es I" und schon wenige Tage nach­her ward in Akascha eingerückt. — In Wady-Halsa, wo das Hauptquartier aufgeschlagen worden war, wurde fasert der Bau einer Eisenbahn in Angriff get ommen. Trotz der großen Terrainschwierigkeiten nnd der jmchtbaren Hitze — einen Jag gab es 42 Grad Rsaumur im Zelte — war der Schlenen- ftrang im Mai schon bis Akascha vollendet. Um den Bau jedoch weiter zu führen, wußte der Feind ans seiner 15 eng­lische Meilen weiter südlich gelegenen Stellung bei Friket ver­trieben werden. Am 7. Juni wurden denn auch die Der­wische bei Firket völlig geschlagen.

Nun trat ein mehrmonatlicher Stillstand in den Ope­rationen ein, denn zum Angriff auf die Havplmacht der Der-

wiicde bei Dongoea h,durste es der Karonrnbooie, welche erst im August, zur Zeit, des höchsten Wasserstandes, über den Kata'akt von Wady-Halsa gebracht w-rden konnten. — Durch Ueberläuser und Spione erfuhr man unterdessen im Hauptquartier, was sich beim Chalifeu zutrug. Der Chasifa, der keine Aynung von dem Walten europäischer Politik hat, sah in Slatin die einzige Ursache des Angriffes. Er sprach sich wiederholt darüber aus, daß während der elfjährigen Ge- fangevschast Slatins Niemand an die Wieder-Eroberung des Sudans dachte, und kaum nach einem Jahre der Freiheit be­ginne sofort der Kampf. Gerne hätte ihn der Chalifa auf was immer für eine Art unschädlich gemacht, da jedoch Su­danesen für einen Meuchelmord durchaus nicht zu haben sind, eisann er eine unsere List: Er sendete aus Omdurmon fol­genden Brief an Slatin:

„Im Namen Gottes des Allmächtigen und Barmher­zigen vom Chalifeu bis Mahdi Abdullaht eben Seid Mo­hammed an unsern Bruder in Gott, meinen getreuen Abd el Kader Saladin. Ich habe Deinen eigenhändig geschrie­benen Brief erhalten und freue mich, daraus zu entnehmen, daß Du der mohcmmedanischen Religion treu bist, treu dem Brod nnd dem Salz, das Du mit mir gegessen hast. Ich J>in glücklich, Dich in führender Stellung bei der Armee der Ungläubigen zu wissen und überzeugt, daß Tu Deinem Versprechen getreu die Feinde Gottes in eine solche Lage bringen wirst, die mir deren Vernichtung erleichtert. Auf alle Fälle habe ich eine Armee in Dongola, stark genug, um die Ungläubigen zu zerschwettern. Gott ist mit den Getreuen!"

Der Bote hatte den Auftrag, Slatin dies Handschreiben heimlich zuzustellen, dann aber plötzlich Reue zu zeigen und dem Sirdar Alles zu gestehen. Der naive Chalifa glaubte, K'tchener werde darauf Slatin sofort in Eisen legen lassen. Die plumpe List trug j<doch wesentlich zur Erheiterung der

Sermmung im Hauptquailier bei, bte zu jener Zeit eine sehr gedrückte war, da die Cholera im Lager wüthete.

Mitte August waren die vier alten Kanonenboste, sowie noch einige Segelschiffe glücklich über den Katarakt von Half« gebracht; die Bahn war bis Koscheh fertig, die Cholera er­loschen, und so konnte denn der Vormarsch nach dem Süden beginnen. Die Derwische hatten sich nördlich von Dougola in Kerma und Hofir konzentrirt, doch wußte man nicht, auf welchem Ufer sie sich zum Kampfe stellen würden. Das egyptische Heer rückte am rechten Nilufer entlang bis Kerma vor, das am 19. August erreicht wurde. Der Ort war vom Feinde geräumt worden, der seine ganze Macht in Hafir am linsen Ufer vereinigt hatte. Das Uebersetzeu dcs Flusses, das unter dem feindlichen Feuer große Schwierigkeiten ge­boten hätte, ward durch eine Kriegslist, die den Feind ab- lenkte, ermöglicht; noch in derselben Nacht räumte der Feind Hofir gänzlich, und am folgendm Morgen konnte der Fluß- übergang bewerkstelligt werden, ohne auch nur einen Mann zn verlieren. Drei Tage später ward Dongola erreicht, wo jedoch der Feind nach einem unbedeutenden Schmmützel sofort die Flucht ergriff.

Nun wurde sofort ein Theil der Truppen auf Kanonen­booten und Dampfern eingeschifft, und südlich bis Merovae wurden befestigte Etationen errichtet, um die Bevölkerung, welche die Besieiung vom Baggarajoche mit Freuden begrüßte, vor den Plünderungen der flüchtenden Derwische zu schützen. Der größte Theil der Gebadier (so nennt man die mit Ge­wehten bewaffneten Nege, trappen der Derwische) kam bald an daS Flußufer zurück und unterwarf sich, ssdaß nur ein kleiner Bruchtheil der Dongola-Armee durch die Bajuda- Steppe Omdurman erreichte.

Im Wohnhause des geflohenen Emirs Mohammed wad Bischara fand Slatin unter anberen Papieren folgenden Bries des Chalisen: