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Amtliches Grgsn für Htaöt- unö LanöKreis Hsnsu.
Nr. 90
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Dienstag den 18. April
1899.
Amtliches Gerstenberger (Air.) eine Einführungsrede des Staats-
lekretärs zu dem Geletz, das so groß N Sturm erregt habe. Wenn auch der Entwurf im Wesentlichen von seiner Partei Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes, bekämpft werde, so sei andererseits ein allgemeines Fleisch In Friedberg ist die Maul- und Klauenseuche erloschen; schaugesetz zuM-Schutze der Bolksgesundheit, gegen dü-Aus-
die Sperrmaßregeln sind wieder aufgehoben worden.
Hanau am 17. April 1899.
Der Königliche Landratb.
V. 3711 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.
Dicnstuachlichten aus dem Kreise
breitung von Seuchen und gegen den unlauteren W.tlbe- werb äußerst nothwendig. Das gegenwärtige G.setz entspreche keinem dieser Bedürfnisse und nehme keine Rücksicht
aus die praktischen Verhältnisse. Das zeige gleich die Forderung der ausnahmslosen doppelten Fleischbeschau. Diese Forderung führe zu den größten Unbequemlichkeiten bei kleinen Saugschweinchin. Was die Behandlung des Auslandes im
Gesetz betreffe, so sollte man nicht so ängstlich sein aus Furcht vor Repressalien. Das ausländische Fleisch dürfe keinen Vor-
Gefunden: Eine Scheere und ein Zirkel. Ein gelber Damenhardschuh (linker). Ein gelbes Hatskettchen mit Ring und Herz. Am 3. d. Mts. ein goldener Kneifer. Ein - zug genießen vor dem inländischen. (Beifall rechts.) Wenn blaues Posikartenetuis mit einigen Ansichtspostkarten und dies nicht möglich wäre, möge lieber die Grenze gesperrt ' “ " ' " werden. Redner beantragt die Ueberweisung des Gesetzent
wurfes an eine 21gliebtige Kommission. (Lebhaftes Bravo rechts und im Centrum.) — Abg. Graf Klinckowström
einem Stundenplan für Ciseleur Gustav Heutzler.
Verloren: Eine goldene Halskette.
Zugelaufen: Ein weißgelbes Huhn. Ein junger weißer Foxterrier m. Geschl.
Hanau am 18. April 1899.
(kons.) führt aus: Die Landwirthschaft halte die Regelung der Fleischbeschau für nothwendig und sei auch bereit, die sich daraus ergebend-n Belästigungen aus sich zu nehmen, voraus- gesitzt, daß das ausländische Fleisch denselben Bedingungen unterworfen werde, wie das inländische. Gepen den Entwurf machte sich eine große Mißstimmung im Lande beaerk-
Rücksicht auf den eigenen Viehbestand und auf die Volksge- sundheit sei es, wenn man ausländische Fleischwaaren zulassen wolle. Die preußische Regierung sei mit einer Po izetver- ordnung nicht ausgekommen. Deßhalb habe sie sich an das Reich gewandt. Der Entwurf habe das volle Einverständniß der preußischen Regierung und des Landwirthschaftsministers. Die Regierung behalte sich übrigens vor, je^en Augenblick schärfere Bestimmungen auch auf das Aasland anzuwendm. — Abg. Wurm (Soz.) verlangt, daß die Fleischbeschau nicht nur auf die Hassschlachtung, sondern auf alle Thiere ausgedehnt werde. Vielleicht seien internationale Vereinbarungen über die Fleischbeschau möglich. Die Fleischbeschau mühte auf dem Lande auch gegen den Willen der Bauern durchgeführt werden und zwar auf Staatskosten. — Abg. Sieg (natlb.) spricht sich gegen die Vorbeschau aus. Die Kosten der Viehversicherung auf das Reich zu übernehmen, Ernste nicht angängig sein. Der Gesetzentwurf werde eine große erziehliche Wirkung auf die Landwirthschaft haben, er sei geeignet, dahin zu führen, daß die deutsche Lanswirthschaft den Bedarf des Inlandes decken könne. Schwierigkeiten würden sich überwinden lassen, da eS sich um ein großes Ziel handle. — Abg. Pachnicke hält die Ausdehnung der Vor- bescheu auf die Hausschlachtung für schwierig. Seine Partei wünsche nicht, daß unter dem Vorwand veterinärer Maßregeln große unionlstische Absichten verfolgt werden und taß man auf Schleichwegen geschlossene Verträge zu umgehen suche. Seine Partei stimme nicht für die Erweiterung der Vollmachten des BundeSraths. Die agrarische Agitationspreffe habe in stastserhaltendr Entrüstung sich wahrhaft Überschlagen. Das Interesse des Konsumenten und Produzenten müsse gleichmäßig berücksichtigt werden. — Abz. Holtz sührt aas: Seine Partei erkenne die Nothwendigkeit einer reichsgesetzlichen Regelung der Materie an. Auf die Hassschlachtung dürfe die Fleischschau nicht ausgedehnt werden. Redner verweist
An die Beamten des Reichs und Preußens
roenbet sich der „Reichsonzeiger^ mit folgender Auslassung:!
’ ® । worden. In der Begründung des Entwurfes fände» sich Die
6 U eo fern au» let »rititroietuna nnb ter rrrenHfäen “9'rf“®sfle“ ffliberiprütbe ,w>!ch-° d-r Behandlung de» R.gi7-°n?d>- »sät ,"di7 -»Endlichen M«-. nrib M inltabiW«. Seine. P°r...
Vereinen und Geselljchaften zur Verbesserung rhier wirthschaftlichen Lage, zur Hebung der geistigen und sittlichen Aus- M-^Ä __
uu?KÄalicken^ Bc^ mrlarm worden ^daß - Resultate bei der Untersuchung gegen die Fleischlieferauten lauf die genügende, schon bestehende Anzeigepflicht sürSeuche--
und Königlichen Beamten erwar . un v .a g w e , tz fc(e ameijfat!i^e Armee im spLuisch-amerikanischen Kriege., und Viehkrankheiten. Der Zweck der Fleischschau werde bei sie dabei ^jW«grolle ^^ bag bie Umerikamr ihren eigenen Soldaten bieten Hausschlachtungen nicht erreicht, wenn nicht die Kontrole auf ^^^ ^'uLet^c en "t0 un^ ^^^ am ’^c könnten, warum sollten wir uns das senden lassen? Diesen Kochtopf und die Wurstkammer ausgedehnt würde. Unter Partei des Redners erwarte eine bestimmteste Erklärung der; allen Umständen müssen wir verlangen, daß das ausländische Regierungen, daß keine Konzessionen bezw. Aufhebung der! Fleisch denselben Bedingungen unterworfen werde, wie iu- Sperren beabsichtigt werde, hier oder in der Kommission, ländliches. Auf die importirten Fleischwaaren können wir — Gegenüber dem Vorwurf, die Vorlage sei nicht durch eine nicht verzichten, wir müssen aber volle Garantie für deren Einführurgsrede vertheidigt worden, führt Staatssekretär gesunden Zustand haben. — Abg. Leuzmann begrüßt, v. Po s a dowsky aus: Die Auffassung der Regierung'daß die Regierung auf diesem Gebiete vorgehe, aber der Ent-
verlange unbedingt die doppelte Fleischschau auch für das ausländische Fleisch. Führe das zu einer Aufhebung, gut, es werde auch so gehen. Es sei unmöglich, dem Buudes-
Stellung gegeben sind.
Die Theilnahme an Vereinen, welche hiermit in Widerspruch stehende Bestrebungen verfolgen und insbesondere be- abstchtiZten, durch den masfenhaften Zusammenschluß von Vereinsmitgliedern einen Druck behufs Durchsetzung ihrer Forderungen auf die obersten Reichs- und Staatsbehörden zu üben, und die Erreichung rhrer Forderungen nicht von der Fürsorge des Reichs oder tus Staats erwarten, sondern dieselbe zu ertrotzen unternehmen, deren offizielle Organe fich einer unzulässigen und ungehörigen Sprache bedienen, die Unzufriedenheit schären, das Vertrauen zu den Vorgesetzten untergraben und sogar durch eine fortgesetzte Herabsetzung der Achtung vor den letzteren die Disziplin gefährden, ist — wie die Beamten bei objektiver Prüfung selbst einfehen müssen,
wurf biete manche Bedenken. Die Frage sei, was erheische die Gesundheit des Volkes durch allzugroßr Kontrole. ES werde eine große Summe von Wohlstand verloren. Agrarische Interessen bestehen für uns nicht. Man könne viel-
sei in der Borlage niedergelegt; der Vertreter der Regierung habe nicht die Verpflichtung, dieselbe gegen die Angriffe von außerhalb zu vertheidigen. Der Vorredner möge es dem Regierungsvertreter überlassen, das Wort zu ergreifen, wenn er es für geeignet hält. Erstens sei das Gesetz ein hygieni- ! sches und Veterinär polizeiliches Gesetz, um der Verbreitung ’ das Volk In Norddeutschland weniger rohes Fleisch esse. Be- ' ber Viehseuchen vorzudeugen; zweitens sei die Regierung un- denklich sei es, dem Bundesrath die Bestimmung zu übrr- , , zweifelhaft berechtigt, alle Kontrole, die auf i ländrsches Fleisch lassen, was Nothschlachtuvg sei. Die Beschau müsse von
für sie nicht statthi-st. . angewandt werde, auch auf das ansländische Fleisch anzu- Leuten ausgeführt werden, die Veterinäre Bildnng besitzen und
Die Kaiserlichen und K g $1 nPrtrn^ wenden, weil sie im Gebiete der inneren Verwaltung Herr unbestechlich sind. Von einem Veterinär-Mediziner müßte Ma-
dre Reichs- und Staatsregi ru g^z ich ch ' i im eigenen Hause sei; deßhalb sei er überrascht, daß man turitätsprüfung verlangt werden. Die Einfuhr ausländischen
J nJfmerffnm agrarischerseits Angriffe dagegen gerichtet habe, daß die Hans- Fleisches dürfe nicht unmöglich gemacht werden. Wenn es laf^teit eines» jMen $Ma ■ \ - kalten t schlachtuHz unter die obligatorische Fleischschau gestellt werde, nicht angängig sei, ausländisches Fleisch ebenso zu behandeln,
macht werden, sich von derartig"! ' JLi L h ' Im preußisch n Abgeordnetenhause sei ein Antrag gestellt wor- wie inländisches, müsse man sich dieser Unmöglichkeit fügen, und, Ms das Bewußtsein rhre? Beam er pflch f r r-en, eine Fleischbeschau nach Maßgabe der Verordnung für — Staatssekretär Graf Posadowsky führtauS, man habe Theilnahme an denselben btsher mchh hi ..' -- ' die Provinz Hessen-Naffau in Preußen einzuführen. In ein Fleischbeschasgesetz verlangt und jetzt scheine es, daß bei
rn Zukunft die bezeichnetm Bereme r J ' dieser Verordnung sei die Befreiung der Hausschlachtunz von näherer Vertiefung sich Bedenken aus wirthschaftlichen Gründen
den Fachorgane nicht weiter durch He » g . g c ' btr Fleischbeschau nickt voraesehen. Hiernach müßte die Re- eraeben. DerAbv. Holtz führte aus, daß vieles Vieh schon deß-
leicht die Fleischschau für die Hausschlachtung entbehren, wenn
selben fördern.
der Fleischbeschau nicht vorgesehen. Hiernach müßte die Re-1 ergeben. Der Abg. H o l tz führte aus, daß vieles Vieh schon deß-
"• M„urtA,n Proton müssen ihren Körung annehmen, man wolle die Hausschlachtung in die halb nicht in den Verkehr kommen dürfe, weil ei unter das
Dw Karserlrchen und Königlich n Beamten ^ Fleischbeschau einbeziehen. Bei Hausschlachtungen handle es Viehseuchengesetz fällt, deshalb sei eine Kontrole der Haus-
alten Ruhm der Treue, oer unentwegten sich nicht nur um den engsten Kreis der Familie. Wo die schlachtung überflüssig. Darauf sei zu erwidern, bag eine
ber Disziplin sorgfältig wahren und sich h -, . '! Arbeiter zu der Kartoffel- und Rübenernte verwendet werden, Reihe von für den Genuß schädlichen Tiehes betreffs seiner
lässige Agitationen auch nur den Schein z i ««rbe das Fleisch nicht mehr im engsten Familienkreise ver- Krankheiten nicht unter das Viehseuchengesetz falle. Das
wenn sie selost unbewußt aus Wege smethen, weiche Die Fleischbeschau lege den Landwirthen keine we- preußische Abgeordnetenhaus sei einstimmig der Ansicht ge-
die unausbleiblichen Folgen b;m Staate und thuen W nur. fentl(^e ^^ ßu^ nur roctbe durch die Untersuchung manches wesen, die FleiicKeschau sei auch auf die Hausschlachtunz aus- zum schwersten Schaden gereichen wurde. i Fleisch abgestoßen, das bisher verbraucht worden sei. Fach- zudehnen. Durch Einführung der obligatorischen Fleiichveschau
Niemals mehr als in der gegenwärtigen >)" l . smänner wie der Abz. Vircho w wiesen nach, deß nach der trete eine wesentliche Verbesserung ein. Für die destschen Umsturzpartei an den Grundfesten unstreS Baierlanoe^ Einführung der Fleischschaubeicheinizung das Eindringen von Fleischproduzenten sei es etwas anderes, ob Massen von Fleisch rütteln sucht, ist dies etne ber obersten Mchten all ^ Finnen in das menschliche Gehirn zurückgegangen sei. Es sei ununtersucht ins Land gingen, als we»n an bestimmten Zoll- lichen Beamten. Sie muffen es als eine ^WTW ei-1 al^ ^^^ unbedenklich, die Hausschlachtunz auszunehmrn. stellen hervorragende Sachoerstandige zu dessen Unter,uchuvg kennen, in dieser Richtung der fontgSireuen Bevoikerunz ein SCߣtbe bQ^ 3lu8ianb ^-tz streng behandelt, wie das Inland, angestellt werden. Hierauf vertagt sich das Haus. Schluß so sei dies das reine Einfuhrverbot. Es sei klar, daß eine 53/* Uhr. Weiterbcrathung heute 1 Uhr.
Vorbeschau im Auslande nicht angehe. Eine Beschau bei er- i kaltelem Fleisch sei ergebnißloS. Eine eventuelle absolutes ____ r „ Prohibitation werfe aber die Frage auf, ob gegenwärtig auf Die erste Berathuna der' allgemeinen Rechnung über den ausländisches Fleisch verzichtet werden könnte. Diese Einfuhr!
Reichstzaushalt pro 1895/96 sowie die dritte Berathung der und besonders die von Könstrven sei ein bedeutendes Moment!
n-b^NLt her Reicksassaaben und Einnahmen pro 1897/98 für die Volksernähzung. Lei den Kon erven sei die Gefahr —• —.- • k " - { -. ertwmiffrtr;,w r,n .
würfe» betreffend die Schlachtvieh-Fleischbeschau wünscht Abg. übertreten. Nicht die Rücksicht aus das Ausland, sondern die Erste Lesung oer Kanalvorlage. N g. Buech e ( ons.)
alten Ruhm der Treue, der unentwegten Pflichterfüllung und
Vorbild zu sein.
Deutscher Reichstag
(Sitzung vom 17. April.)
werden debattelss erledigt.
Weiterbcrathung heute 1 Uhr.
Preußischer Landtag
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 17. April.)
«m Ministertische: Fürst H o h e n l o h e, die Minister
Nicht die Rü^cht aus das Ausland, sondern die Erste Lesung der Kanalvorlage.