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Amtliches «Argsn für Stadt- und Lanökreis Hanau.

Einrnrkunqs« gebühr

für Sradl- und Land» kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklameniheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 86

Donucrstag den 13. APril

1899.

Amtliches, ^taöttreie ^anau. Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Lage der Reichspost zu den Privatposien durch Ermäßigung aber schwierig, da das Gewicht der Zeitung kaum genau fest- der Ortstaxe. Betreffs des Poftzeitungstarifes für die AusL .

dehnung des Reklamewesens dahin, daß die betreffenden Preß- 'erzeugnisse gegenüber den theuereren wissenschaftlichen Zri-,

Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt Bungen einen zu niedrigen Gebührentarif haben. Es soll das £Ä? ^ b08" Ä« Ä* &bÄÄ W' futtg^)(feilte binnen 8 ^agen aus dem sei vielfach überschätzt. Wo eine solche eintrete, sei ste nur; hiesigen Meldeamte in den Bnreauftunden geringfügig. Bei 60 Prozent der Blätter betrage der Aus- - Vormittags von 10121/« und nachmittags schlag 40 Pfennige pro Jahr. Die Einrichtungen der Reichs"!

" " " post seien denen der Privatpost quantitativ und aa Zuver-:

lässigkeit weit überlegen. Die niedrigen Taxen der Privat-! posten kommen nur einem kleinen Theile der Bevölkerung zu 5917 ^ute. Die Ueberschüsie flössen in die Taschen einiger Ak» i tionäre. Ein rechtlichrr Auspruch auf Entschädigung stehe den ^Privatposien nicht zu, die Regierung erkenne jedoch Billig­keitsgründe an. Von dem Personal der Privatposien wolle ibie Reichspost nach Möglichkeit brauchbare Leute übernehmen. ! Abg. Marcour (Ztr.) erkennt eine Reihe von Verbesse- Der Unterricht in Abtheilung II (Deutsch, Rechnen, rangen an. Es gehe^ em frischer Zug durch dir Postver^

zustellen sei. In der Frage der Beförderung durch Expreß- boten stimme er mit dem Abg. Marcour überein. Die Le-

stimmung sönne zum Nachtheil der Sozialdemokraten ausge-

werden hierdurch aufgefordert, ihre Loo

nutzt weroen. Er werde derselben auf keinen Fall zu­stimmen. Die Erweiterung des Postmonopols bewillige er

von 35 Uhr abzuholen

Hanau den 11. April 1899. Der Magistrat. Dr. Gebeschus.

Handelsschule.

Fortbildungskursus für Mädchen

nur, wenn die Reichspost annähernd den Tarif der Privat- post einführt. Die Tarifermäßigungen müßten durch Gesetz festgkleqt werden. Durch eine geeignete Ermäßigung könnte die Reichspost den Privatposien so wirksam Konkurrenz machen, daß eine Erweiterung des Monopols und eine Ent­schädigung der Gesellschaft zu vermeiden sei. Staatssekretär o. Podbielski gibt zu, daß durch eine Tarifermäßigung bald eine Steigerung der Einnahmen einträte. Eine Herab­setzung würde aber nur den großen Städten zu Gute kommen. Abg. Hasse (nat.lib) erklärt, seine Partei stehe der Vm- lage wohlwollend gegenüber. Bedenken bestünden über die Nothwenrigkeit der Ausdehnung des Regals auf Drucksachen, Zeitungen und Waarenvroben. Bei dem Zeitungstaris sei es erwünscht, zum Theil den Abonnementsbetrag für die

Buchführung, Schreiben) b'xinnl, genügende B-ch-i,i,llng -»»ll°»g. Einer «-IchrSukun, der Pri»»t»°st-n könne da-^-°°br maßgebend zu machen. Auch d,-BesUmmung über vorausgesetzt, Freitag den 14. Sprit d. 3 »achmillags 4-/- Zentrum unter der B-ding-Ni, ,--»t°-ll juitimmert, wenn die die Srpr-bb°t«°b-s°rd-ru°, muffe «eirdut werde». Redner Uhr; in Abtheilung I GranMch, Englisch) Montag Entschidigungssrage so gerezelt werde, daß b-gruadet- v-e b-aniragt dee V-ew-ii»ng an die Bndglikdmmesstnn. Abg. dm 17. April,u bersten Suhl Anm-lSu,g->, pnb schwer»« der 3ntereffmten msgeschldffm feiert. B-d-nIlech Po4n 1 «e (tr. $68.) meint, bet <SnW enlsprmge ledeg.

schleunigst an den Unterzeichneten zu richten.

Hanau den 12. April 1899.

Der Dirigent der Handelsschule: * Ankel.

Dicnstnachrichlcn aus dem Kreise

.sei der Artikel, betreffend die Konzessisnirung der Privat- ' Posten durch den Reichskanzler. Bezüglich der Zettungstarif- reform müsse man bedenken, daß die Abonnementsprerse der 5878 Zeitungen auf dem bestehenden Tarif begründet seien. Sehr bedenk.ich sei die Ausschließung der Expreßboten. Redner

lich fiskalischen Rücksichten. Alle Andere in den Motiven sei

nur Dekoration. Gerade die Beförderung geschlossener Briefe durch die Privatposien erfreue sich lebhafter Benutzung durch die kleinen Gewerbetreibenden und gemeinnützigen Vereine.

......-......._ ... Billige Zeituucen feien ein Fortschritt und ein Segen; die ! verweist^auf" d^ 'Geschäftsleute," welche die Kursberichte der' Anvouc n seien das tägliche Brod für die Zeitungen. Der Er führt die ausgedehnte Bovenexpe- Tarif müsse den Abonnementspreis wenigstens theilweise be-

t , Zeitungen erwarten.

Gefunden: Em Henkelkotb. mtion derKölnischen Zeitung" und derFrankfurter Zei- rüctsichtigm. StaatssekretärP o d b i e lsk i weist darauf hin,

Verloren: Eine Schnvpstabaksdsse. tung" an, sodaß viele kleine Existenzen vernichtet mürben. jbay auch bei den Prtvatpostm erhebliche Unregelmäßigkeiten

Entlausen: Ern schwarzer Dachshund m. Geschl., mit R^^r beantragtUeberweisang der Vorlage an eine21gliedrige vorgekommen seien. Deutschland sei das einzige Land, wo Kommission. Staatssekretär v. Podbieski erwidert, eine^das Posimonopol nicht mit allen Konsequenzen durchgeführt

! fiskalische Absicht habe bei diesem Artikel nicht vorgelegen, son-! worden sei. Graf Bern st off (Reichsp). wünscht Kom- i dern der Grundsatz: Gleiches Recht für Alle. Jede Zeitung Missionsberathung.

I soll unter den gleichen Bedingungen ihrem Gewerbe nachgehen. Hierauf wird die Weiterberathung auf morgen Mittag ' Abg. v. Waldow-Reitzenstein (kons.) erklärt, die! 1 Uhr vertagt. Rest der heutigen Tagesordnung. Schluß

Halsband, auf den Namen Nauster hörend.

Hanau am 13. April 1899

Deutscher Reichstag

(Sitzung vsm 12. April.) . T T - ____

Am Burdesratbstisch: Staatssekretär des Reichspostamts Konservativen könnten der Vorlage im Mgemeimn zustimmen. 51/* Uhr. v. Podbielski. Erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend

einige Aenderungen der Bestimmungen im Postwefm. Staats­sekretär v. Podbielski führt aus, die Vorlage habe bereits in der vorigen Session theilweise vorgelegen. Sie sei er­weitert durch die Reform des Postzeitungstarifes und die Re­gelung des Verhältnisses der Besörderuvgsgesellschaften durch eine entsprechende Entschädigung in der Berücksichtigung der bei den vorjährigen Reichstagsverhandlungen von vielen Ab­geordneten ausgesprochenen Wünsche und der veränderten

Bestimmte Vorschläge behalte er sich für die Kommissions-, berathung vor. Abg. Singer (Soz.) meint, eine Ber-! schmelzung der verschiedenen Reformen in der Vorlage er- . B^»ne« R-ickstaastvalilkreike

schwere wesentlich deren Annahme. Seine Zustimmung zur "" zwerren ^ernntr ^kr«ysrKgswaytrrer,e. Vorlage mache er abhängig von der ferneren Gestaltung. j Daß die Sozialdemokraten im zweiten Berliner Wahl- Wenn die Gefahren einer politischen Ausnützung des kreise bereits im ersten Wahlgange gesiegt haben, ist außer- Monopols beseitigt seien, wollen wir die Zustimmung ender ordentlich bedauerlich, aber sehr erklärlich. Nach dem Vei- Monopolfrage nicht scheitern lassen. Das Prinzip des neuen halten der freisinnigen Volkspartei innerhalb und außerhalb Zeitungstarifs fei ein durchaus gesundes, die Durchführung per parlamentarischen Versammlun-en war es eine schwere

Die Wahl

Daß die Sozialdemokratin im zweiten Berliner Wahl-

Ferrilletsu.

Bayernmuth und Sachsenbravour.

Zum 5s. Jahrestage der Erstürmung der Düppeler Schanzen, am 13. April 1849.

Von Dr. R. Horu. m ,

Nachdruck betteten.

Getrennt marschiren, vereint schlagen", diese strategische Maxime unseres unsterblichen Moltke, die uns 1870 solch herrliche Dienste leistete, hat sich auch in der Mitte des neun­zehnten Jahrhunderts und in noch viel tieferen Sinne be­wahrheitet und bewährt. 1870 marschirten wir Deutschen zwar räumlich getrennt, innerlich zu einem großen Bruder- volke vereinigt; 1849 aber war Deutschland noch immer nichts anderes als eingeographischer Begriff", es war trotz seines, den ganzen Stamm repräsentirenden Parlamentes in Frankfurt, innerlich wie äußerlich gespalten und getrennt, also noch viel tiefer getrennt, als Mottkes Grvudsatz wollte; dennoch verstand es auch damals schon, vereint zu schlagen. Neberall da aber, wo die Deutschen vereint schlagen, bei Gott! dafleckt" es! Sofleckte" es am 18. Oktober 1813 bei Leipzig, sofleckte" es am 2. September 1870 bei Sedan und so hat es auch am 13. April 1849 bei Düppel gefleckt". ,

Es sind heute 50 Jahre her, seit bei den Tuppeler Schanzen ein Sieg errungen wurde, der dermaßen ein glän­zendes Licht aus die Tapfer kett der Deut chen, hier ganz be­sonders der Bayern und Sachsen, wirft, daß jedem deutschen Patrioten das Herz im Leibe hüpfen muß und er sich, auch nach einem Jahrtausend, ja, im seligen Jenseits noch gerne daran erinnert.

Im März 1849 lief der stedenmvriatliche Waffenstill­stand, der ferner Zeit in Malmö abgeschlossen worden war, ab, die Dänen begannen den Krieg aufs Neue und waren am 5. April sei Eckernförde und am 6. bei Ulderup, wo sie über 300 Mann verloren, geschlagen und seitdem von den nachrückenden siegreichen deutschen Truppen immer weiter nörclich, der Grenze ihres Landes zu, aus Schleswig ge- bränet worden. Das Kirchdorf Düppel auf Sundewitt ge­legen, war um die Mitte des Aptil der Ort, in dessen Um­gegend sie sich wieder stellen zu wollen schienen. Besagtes Dorf dehnt sich hart an der Land straße, welche von Grauen- stein nach der Alsener Fähre führt, durch welche die Ver­bindung der' Halbinsel Sundewitt mit der Insel Alsen er­halten wird. Diese Fähre nun war, seitdem die Dänen die Insel besetzt hielten, schon längst außer Thätigkeit gesetzt und dafür eine Schiffbrücke über den Alsensund gelegt, welche bei ihrer Ausmündung auf den Sundewitt mit einem starken, reichlich mit Geschützen besetzten Brückenkopf versehen wurde, um jedoch diesen Brückenkopf zu decken, und die einzige nach dem Alsensunde führende Landstraße zu sperren, waren bei dem obenerwähnten Kirchdorfe bedeutende Schanzen, in weitem Umkreis mit Kanonen schwersten Kalibers armitt, aufgeführt und gleich nach Kündigung des Waffenstillstandes von dänischer Artillerie besitzt worden. Die Anlage dieser vorge­schobenen Erowerke, wie des Brückenkopfes, zeigte tüchtige, kriegstechnische Kenntnisse. Die Profile der Schanzen waren ganz im Sinne permanenter Befestigungen hergestellt und das vertikale Defillment des Brückenkopfes war vorzüglich.

Der höchstkomwandirende General deutscherseits war der preußische Generalleutnant von Prittwitz. Unter ihm kom mandirten die Helden; General Hirschfeldt von den Preußen; General Prinz von Altenburg und General Schmalz, sowie, rühmlichst zu erwähnen, Oberstleutnant von der Tann-Ratsam­hausen (wer kennt ihn nicht, denLöwen von Orleans" 1870?)

aus bayrischer Serie, der sächsische General Heintz, der Herzog von Koburg-Gotha, der ritterlich tapfere Prinz Albert von Sachsen, der hannooersche General Wyneken und der schleewig-holsteinische General v. Bonin. Die deutschen Heerführer waren alle der Ansicht, daß die Eroberung Alsens oder wenigstens die Vernichtung der von der Insel nach dem Sundewitt führenden Schiffbrücke unumgänglich noth­wendig sei, um einem Vormarsch nach Jütland die rechte Flanke ev. die rückwärtigen Verbindungen zu sichern und den Krieg glücklich zu beendigen.

Nachdem sich am 8. April das Gerücht verbreitet hatte, die Dänen kürten den Sundewitt bis auf Düppel geräumt, wurden am 9. auf den Straßen von Apenrade und Flens- durg gegen Düppel hin starke Rekognoszierungen unter­nommen, welche das Gerücht bestätigten. Am selben Tage noch befand sich der ganze Sundewitt mit Ausnahme von Düppel und Broacker innerhalb der deutschen Vorposteolinie, welche am 10. bis Näbel eine Meile von Gravenstein und fast ebenso weit von Düppel vorgeschoben wurde. Am wei­testen hinaus standen die Kurhessen, zu Kjelding und Raurup den linken Flügel bildend die Sachsea unb Gravenstein und Rinkeuis waren von den Bayern stark besetzt. Im Kriegs­rathe der bayrischen und sächsischen H-erführer war schon am 12. April ein Sturm auf die Düppeler Schanzen beschlossen worden und mit wahrer Kampfeslust nahmen die Truppe» die Ordre auf, sich zum Vordringen marschfertig zu halten. Schon während der Nacht wurden die verschiedenen Bataillone enge zusammengezogen und bei Anbruch des Tages begann die Operation.

Die Bayern (das 2. Jägerbataillon, je ein Bataillon vom 7., 8. und 4. Regiment, eine halbe Zwölspfünder- und eine Sechspfünderbatterie) im Ganzen 5000 Mann zogen von Snogbeck, Satrup und Stenderup unter der persönlichen Leitung des Oberstleutnants v. d. Tann, die Sachsen unter