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Nr. 83
Montag den 10. April
1899.
Amtliches.
AcrrrHKvois ^anatt.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Den Herren Gemeinde bezw. Gutsoorständen werden in den nächsten Tagen die Gewerbesteuerrollen für 1899 zugehen. Nach Vorschrift im Artikel 40 Nr. 3 der Ausführongsan- weisung vom 4./11. 1895 zum Gewerbesteuergesetz sin» die Rollen im April eine Woche lang öffentlich auszulegen und der Ort sowie die Zeit der Auslegung eine Woche vor Beginn derselben in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
In der Bekanntmachung ist darauf hinzuweisen, daß nur den Steuerpflichtigen des Veranlagungsbezirks die Einsicht in die Rolle gestattet ist. Nach Ablauf der Auslegungsfrist ist die Bescheinigung auf dem Titelblatte der Rolle zu vollziehen.
Die Herren Gemeinde- bezw. Gutsoorstände wollen obige Bestimmung alsbald zur Ausführung bringen, und daß dies geschehen, mir bis zum 20. April d. J. anzeigen.
Hanau am 4. April 1899.
Der Vorsitzende
des SteuerausschusseS der Gewerbesteuerklasse III u. IV.
J. St. 1465 I. V.: vr. Becker, Reg.-Assessor.
Die Herren Bürgermeister werden unter Hinweis auf meine Verfügung vom 26. März 1885, J. St. 1696, in Pr. 76 des Kreisblattes, veranlaßt, innerhalb 8 Tagen die Nachweisungen der im Etats jähre 1898/99 vorgekommenen Wanderlager und Wanderauktionen und der zur Gemeindekasse eingezogenen Wanderlagersteuern einzureichen oder Fehlanzeige zu erstatten.
Hanau am 4. April 1899.
Der Königliche Landrath.
J. St. 1464 I. V.: vr. Becker, Reg.-Asseffor.
Der auf Mittwoch den 12. d. Mts. in Schlächtern anberaumte Zuchtbullenmarkt findet wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche dortselbst nicht statt.
Hanau am 10. April 1899.
Der Königliche Landrath, v. Schenck.
In Ztllhauscn, Kreis Offenbach, ist die Maul- und Klauen- seuche aus gebrochen und Gehöft- und Gemarkungssperre angeordnet worden.
Hanau am 10. April 1899.
Der Königliche Landrath.
v. Schenck.
Ferrilletsir
Opernensemilc-Gastspiel.
Hanau, 10. April.
Das Stadttheater bct gestern Abend den etwas selten gewordenen Anblick eines ausverkauften Hauses. Eine Art Premiörenstimmung herrschte im Hause, und doch war der „Obersteiger", der auf der Bühne erschien, gewiß für viele Besucher ein alter Bekannter. Eine spannende und durchaus amüsante Handlung kann man der Operette kaum nachrühmen. Im Allgemeinen will das Libretto für drei lange Akte überhaupt nicht ausreichen; eS füllt eigentlich nur zwei Aufzüge aus und könnte getrost da schließen. Aber man erfreut sich an den einschmeichelnden, liebenswürdigen Melodien und dem „Witz" der Operette, der eS zuwege bringt, selbst eine peinliche Frage der Gegenwart lustig zu behandeln. Mag mau sich auch sonst über die Forderungen, rote sie der Obersteiger im ersten Akte vertritt, den Kof zerbrechm, em flottes Couplet wirft sämmtliche Theorien über den Hausen,ein lustiger Walzerrefrain sprengt alle Berechnungen. Wie schon gesagt, repräsentirt sich der musikalische Theil weit vortheu- hafter als der t xtliche Inhalt. Die Motive sind werstens hübsch und zwanglos erfunden, feiten oder nie werden die Grenzen überschritten, welche die Operette von der komischen Oper scheiden und das Ganze hört sich, besonders in den bewegten Tempi, angenehm und anregend an. — Die Ausführung stand jedoch nicht auf der Höhe. Abgesehen. von einigen Unstcherheiten im ersten Akte konnte auch Fräulein Kopiasch in der Rolle der verkappten Komtesse nicht gefallen, weder im Gesang noch im Spiel, und so kam eS, daß sie durch die weniger bedeutende Parthie der Spitzenklöpplerin Nellp, durch Frl. Hellborn gut verkörpert, zurückgedrängt
^tadtU^ei^ ^arvait.
BeksnntAachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Erd- und Maurerarbeiten zum Umbau bei städtischen Schuppens am Stergerplatz sollen vergeben werden. Bedingungen und Arbeitsauszug liegen in den Vormittagsstunden werktäglich von 10—12*/, Uhr im Stadtbanamt II zur Einsichtnahme aus. Angebote sind bis zum 15. d. Mts., morgens 11 Uhr bei unterfertigtem Amt verschlossen mit der Aufschrift: „Schuppen am Steigerplatz" versehen, abzugeben. Zu dieser Zeit erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter die Eröffnung der Angeoote.
Hanau, 6. April 1899.
Stadtbausmt II.
Leers. 5709
Nutzholz-Verkauf
Königl. Oberförsterei Wolfgaug bei Hanau a. M.
Aus den Schutzbezirken Großkrotzenburg, Oberrodenbach, Niederrodenbach, NeuwirthShauS und Lamboybrück soll das nachstehende Nutzholz im Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden:
Eichen: 243 Stück I. bis V. Kl. mit 184,43 fm, in Stämmen und Abschnitte« von 2,5 bis 15 m Länge und bis 75 cm Durchmesser. Bau-, Schneide- und Schwellenholz von zum Theil vorzüglicher Beschaffenheit in 17 Loosen, aus den Jagen 18; 49b; 69d; 76a; 78b; 86a; 123b und 130a.
Rothbuchen: 11 Stück Abschnitte III. u. IV. Kl. mit 10,55 fm in 3 Loosen aus den Jagen 12; 18 und 123b.
Eschen: 28 Stück Abschnitte IV. u. V. Kl. mit 9,21 fm in 2 Loosen aus dem Jagen 123b.
Hainbuchen: 54 Stück Abschnitte IV. «. V. Kl. mit 7,67 fm in 3 Loosen aus den Jagen 82b und 123b; 15 rm Nutzscheit II. Kl. in Rollen 2 m lang, m 1 Loos aus dem Jagen 130a.
Linden: 18 rm Nutzscheit II. Kl. in Rollen 2 m lang, in 1 Loos aus dem Jagen 130a.
Erlen: 811 Stück Abschnitte III. bis V. Kl. mit 165,32 fm in 4 Loosen aus dem Jagen 80c.
Fichten: 226 Stück Abschnitte II. bis V. Kl. mit 162,78 fm in 7 Loosen aus dem Jagen 34a, von 5 bis 25 m Länge und bis 41 cm Durchmesser.
Lärchen. 15 Stück Abschnitte III. u. IV. Kl. mit JL6,15 fmin 2 Loosen auS dem Jagen 124b.
wurde. Als BergyrrekiorSgatlin war Fr. DinghanS von urwüchsiger Komik. Die Herrenrollen wurden durch die Herren L a n g e-B o t t (Obersteiger), Henkels (Bergdirektor) und K i r ch (Fürst) im Ganzen genommen spiel- und stimm» gewandt dargestellt. Chor und Orchester hielten sich vorzüglich. Das Publikum, das bei der Füll- dankbarer und iang= barer Einzelcouplets und Ensemblesätze wohl in die Gefahr gebracht wird, mitzuthun, schien in seinen Docapo-Gelüsten unermüdlich zu sein und spendete reichen Beifall.
28. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.
Berlin, 9. April.
Die Vormittae ssitzung am Freitag war Einzelvortrigen und Demonstrationen gewidmet. Dr. Wehr- Lemberg berichtet über Versuche von H e r z n a h t und theilweiser Eot- fernung der Herzwand. Das Verfahren, das er empfiehlt, besteht in einer breiten Freilegung des Herzens durch einen Hautknochenlappen. Die Blutstillung ist durch Fingerdruck herzustellen. Im Anschluß berichtet Prof. R e h n - Frankfurt, daß der von ihm operirte und vor zwei Jahren der Gesellschaft sorgestellte Patfint mit Herzverletzung sich wohl befände. Während er meint, daß das Herz im Herzbeutel auch bei Ergüssen der Brustwand vorn anläge, hat Dr. Eichel- Straßburg eine Schußverletzung beobachtet, bei der das Herz abgedrängt war. Prof. N e u b e r - Kiel empfiehlt eine von ihm erbaute Einrichtung zur Klumpfußbehandlung und geht dann aus die Technik der Achillessehnendurch- schneidung ein. Er op-rirt nicht mehr unter der Haut, sondern offen, weil er mehrfach erlebt hat, daß bei dem alten Verfahren die Wiedervereinigung ausbleibt. Prof. Sprengel- Braunschweig stellt einen nicht operirten und einen operirten
Kiefern: 500 Stück I. bis V. Kl. mit 503,81 fm, in Stämmen ««d Abschnitte» von 5,2 bis 21 m Länge und bis 55 cm Durchmesser. Theils vorzügliche Bau- und Echneidetzölzer; darunter ca. 100 fm zu Weirpfahlholz, auch Telegraphenstangen geeignet, in 28 Loosen aus den Jagen 34a; 49b; 55b; 61b; 98a; 52b; 82b; 75a; 79b u. 124b.
AufmaßUften mit Looseintheilung können bei rechtzeitiger Bestellung gegen Erstattung der festgesetzten Schreibgebüßren von dem Forstaufseher Schneider dahier bezogen werden.
Die Augebote sind schriftlich für 1 Festmeter bezw. 1 Raummeter in Zahlen und in Buchstaben ausgedrückt mit der Erklärung, daß Bieter de« im hiesigen Bezirk für öffentliche Holzverkäufe maßgebenden Bedingung«, sich unterwerfe, für jedes L«s, in gut verschlossenem mit der Aufschrift: „An-ebste für Nutzholz in der Oberförsterei WolfgNNg" versehenem Umschläge bis zum Dienstag den 25. April d. J cipzusenten. Die Eröffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter am Mittwoch den 26. April er., Bormittags 10 Uhr, im Gasthaus „Zu den 3 Rindern" in Hanan a M.
Die betreffenden Förster ertheilen auf Ansuchen nähere Auskunft, sowie auch Forstmeister Frnuer zu Forfthaus Wolf- gang bei Hanau a. M., Post Niederrodenbach. 5713
Die Vorgänge auf Samoa.
London, 8. April. Das Reut er'sche Bureau verbreitet folger.be Meldung aus Apia: In San Franzisko eingegangenen Depeschen vom 23. März zufolge wurde der junge Tanu Malietoa in Mulinuu zum Könige von Samoa gekrönt. An der Feier nahmen Vertreter der Vereinigten Staaten und Englands Theil. Nach der Zeremonie zog Tanu mit seinen Begleitern in feierlicher Prozession durch die Straßen Apias. An der Spitze des Zuges marschirte das Musikkorps der „Philadelphia". Dir Vertreter Deutschlands waren in Apia nicht anwesend. Admiral Kautz stellte während der ersten beiden Taze nach seinem Eintreffen in Apia eine Untersuchung über die Vorgänge an und beries sodann die Konsuln und die älteren Offiziere der Kriegsschiffe zu einer Konferenz zusammen. Das Ergebniß war eine Proklamation deS Admirals Kautz, in der erklärt wurde, daß die Regierung Mataafas gegen den Berliner Vertrag verstoße und deshalb nicht anerkannt werden könne, und worin ferner die Anhänger Mataafas aufgefordert werden, sich nach Hause zu begeben und den Bedingungen des Vertrages nachzukommen. In der Proklamation wurde ausdrücklich darauf hingewiescu, daß gegen alle Leute, die die Rechte der friedlich gesinnten Bevölkerung miß-
PatientiN mit Scheukelhalsverbiegung, die er auf Verletzung beruhend annimmt, vor. Er sieht mit Kocher in dem Leidm eine ZwischemKnorpelschichtlösuug zwischen Kopf und Hals des Oberschenkelknochens und erweist dies an Röntgenbildern und zwei durch Operation gewonnenen Präparaten. Er bespricht weiterhin die für die Unfallproxis besonders wichtige Unterscheidung zwischen einer Schenkelhals- verbiegung infolge einer V-rletzunz und einer solchen auf statischer Grundlage. Dr. Bonge- Königsberg berichtet über die Erfolge, die an der Königsberger Klinik mit der operativen Behandlung veralteter Ellenbogengelenkverrenkungen erzielt wurden. Es gelang ohne Entfernung der Gelenke durch ausgedehnte Freilegung des Gelenk- innern und unter Durchschneidung spannender hindernder Weichtheile die Einrenkung zu erzielen. Häufig fanden sich gleichzeitig mit der Verrenkung Absprengung kleiner Knochenstücke, Querbrüche und schiefe Vertheilung des nuteten Endes des ObcrarmknochenS. Die Befürcht»ug, es möchte nach dem Eingriff aufS Neue eine Verwachsung der Geleuke eintreten, hat sich nicht bestätigt, jedoch muß «an nur frühzeitig mit Bewegungen wieder beginnen und sie sehr lange fortsetzen. Prof. Hoffa-Würzburg stellt eine jugendliche Patientin vor, die er von den Uub:qnemlichkeiten einer gewohnheitsmäßig wieder kehrenden Verrevkung der linken Knie- s ch.e i b e befreit hat, indem er die Gelenkkapsel durch Faltenbildung und Naht verkürzte. Dr. v o n Stoben- rauch-München spricht über dm eigenartigen Kieferknochenbrand, wie er sich durch Einwirkung von Phosphor bilbet. Es gelang ihm nach mehrjährigenVer- suchsuntersuchungm an Thieren nicht eine ganz gleichartige Erkrankung bei ihnen zu erzeugen. Er fand, daß weder die unmittelbare Berührung des Kvochens mit Phosphor, noch Phosphordämpfe trotz langer Einwirkung krankhafte Veränderungen schaffen. Nur dann, wenn er bei seinen Versuchs-