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Amtliches Gvgau Mr Sisöt- uuö Lsuökreis Hsnsu.
Grßchrikt LZMch M AMmchme der Gsnn- und Wertsgr, mit beLrtristischrr Beilage.
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Dienstag den 28. März
1899
Amtliches.
Stcrötkvois ^arwu.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Mit dem 31. dieses Monats wird das Baubüreau des stöbt. Elektrizität swerkes aufgelöst und geht die gesammte Verwaltung an die Direktion der städt. Gas- und Wasser- werke über.
Es sind dementsprechend alle das städt. Elektrizitatswerk betr. Angelegenheiten für die Folge an die Direktion der städt. Gas-, Wasser- und Elektrizität werke zu richten.
Hanau den 27. März 1899.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 4942
12. Vorlage, betreffend Forderung der Stadt an Bauunter-( Kaiser Wilhelm depeschirte: Du wirst Dich freuen
nehmer Keunecke.
4946 mit Mir, daß Ich heute an heiliger Stätte die Eclös-rkirche
--------- i eingeweiht habe. Mein Glaube ruht allein auf Jesus
Am Mittwsch den 29. März, abends 5 Uhr, Christus, welcher ist der Erlöser und Heiland der Welt. ' "* ' ' ~ ' ~ "" “ " König Albert antwortete: Dein Glaube ist Mein
findet Borberalhung im Finanz- und Lauausschuß statt.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur Kenntniß gebracht, daß nach Beschluß der städtischen Körperschaften vom 1. April ds. JA. ab der Preis für alles nicht zu Lenchtzweeten
Glaube, denn in Christs ruht auch für Mich das Heil für Zeit und Ewigkeit.
Oeffentliche Sitzung der Stadt- Verordneten-Versammlung am Donnerstag den 30. März 1899, abends 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.
Tagesordnung:
1. Anderweitige Festsetzung der direkten Steuern für das Etatsjahr 1899.
2. Geschäftsanweisung für die Führung des Lagerbuchs.
3. Entwurf zur Deposttalordnung.
4. Verpachtung der Abfuhr der Abgänge und des Düngers aus dem städtischen Schlachthofe.j
5. Ordnung über die Erhebung einer Gemeindesteuer von Fleisch, Wild und Geflügel.
6. Nachbewilligung von Mk. 515 auf Titel V, 3 „Gaswerkskasse". — Aufstellung sowie Versetzen von Laternen.
7. Nachbewilligung von Mk. 1330 auf Titel V, 3 „Gas- werkskosse". — Gasrohrverlegung in der Verbindungsstraße vom Salisweg nach der Augustastraße in Kesselstadt.
8. Verlängerung der Gas- und Wasserleitung in der Akademiestraße.
9. Bericht aus der 23. Sitzung derZ Elektriziiatswerls- Kommission vom 18. Februar 1899.
10. Nachbewilligung von Mk. 960 aus Titel III, 2 „Außerordentlich" für 1899 zur Ausführung des Spüleinlasses in die städtischen Siele am Salisbach.
11. Einzelbewilligung von Mk. 530 aus Titel VI a Ton- derhaushaltsplan der höheren Mädchenschule für 1899. — Fußbodenerneuerung.
PslUische und unpolttische Nachrichten.
(Depeschen-Bureau „Herold^.)
verwendete Gas, welches durch einen besonderen Berlin, 27. März. Gegenüber einer Zeitungsmeldung, Messer gemessen wird, aus 12 Pfg. Pro cbm daß bereits eine Theilung der Sanoa-Juseln unter die drei ermäßigt wird. «Mäckt- in Aussicht stehe, erfährt die „Post", daß die Ver-
Ferner werden von diesem Zeitpunkte ab von dem städtischen Handlungen sich fortan in dem Sinne einer Beibehaltung der Gaswerke auf Wunsch Gaszuführungen und Installationen Samoa-Akte bewegen. — Die „Post" schreibt, die Nachricht, gegen zu vereinbarende Theilzahlungen ausgeführt, und zwar daß Kaiser Wilhelm in der Nähe von Sparta in Palä'tina Letztere nur derart, daß jeder Besteller die betr. Arbeiten eine Kohlenstation und ein Stück Land käuflich für Deutsch- feinem Hausinstallateur übertragen kann, welchem das Gas-«land erworben hat, ist unrichtig.
werk die sofortige Zahlung leistet. Berlin, 27. März. Ueber den von Pfarrer von
Ebensowohl wird die Abgabe oller Sorten Gas-, Koch- Seydewitz mitgetheilten Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und Heizapparate gegen ratenweise Abzahlung erfolgen, wie und dem König von Sachsen wird der „Post" geschrieben, auch auf Verlangen für diese Zwecke Gasautomaten, das daß Pfarrer von Seydewitz sich für den wörtlichen Inhalt sind Gasmesser, welche eine, dem einzuwei senden Geldstücke der Depeschen nicht verbürgt.
Ueber den von Pfarrer von
entsprechende Gasmenge hindurch lassen, für die Folge zur Aufstillung gelanoen werden.
Hanau den 27. März 1899.
Die Direktion des städt. Gaswerks, v. Gäßler.
Berlin, 27. März.
Aus sicherer Quelle hört die
„National-Zeitung", daß die bayrische Regierung augevblick-
lich Umfragen hält, welche darauf gerichtet sind, allen denjenigen bayrischen Hypothekenbanken, deren Pfandbriefen noch 4943 keine Mündelsicherheit zugesprochen worden ist, diese Sicherheit
zu verleibev.
Berlin, 27. März. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe gedenlt sich morgen zum Aufenthalt während der Osterfeier-
Dienstnachiichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Umhängeledertasche (Ranzen) mit ^adefiBaden zu begeben.
Brod, etwas Wurst und einem kleinen greuen Branntwein- B„lin, 27. März.' Wie der „Germania" aus Jena Em F^rradschroubcnschlussel. Ein graues «trumpf- gemefoet wird, äußerte sich Reichstagsabgeordneter Bebel in ,^^ Postkarte, eine Zehn- und eine ^unspfennig- einet bßrt ^gehaltenen Versammlung dahin, daß gegenwärtig marke, in der Post liegen geblieben. Eim wollene Plude- in ^<t Sozrairemokralie tiefgehende Meinungsverschierenheiten i Empfangnahme bei Buchdrucker Kittsteiner zu hx^rschten, deren Lösung nicht abzusehen sei. Sollte es zur
Kesselstadt. Spaltung kommen, dann werde eine viel radikalere neue
Hanau am 28. März 1899. 'Partei entstehen.
Hamburg, 27. März. Die Hamburger Polizei entdeckte eine Falschmünzerbande und verhaftete drei Personen.
krug. band.
Tagesschau.
Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser nnd Zahlreiche Fo men, Metallvorrath und falsche festige Ein
dem Ksnig von Sechsen. Pfarrer v. Styvkwitz aus und Zwei-Marknücke wurden beschlagnahmt. Weitere Ver- Leipzig theilte in einem Vortrage, den er in Rochlitz über die Haftungen stehen bevor.
~ " Weimar, 27. März. Gestern Vormittag brach in
Palästinarei'e des Kaisers hielt, mü Am Tage der Weihe der
Erlöserkirche in Jerusalem habe der deutsche Kaiser mit den Kranichselo Fmer aus, wrlchcs so bedeutenden Umfang an- meisten deutschen Fürsten Depeschen gewechselt. Die an Kör ig nahm, daß zirka 46 Häuser cingcäschert wurden. EinFeuer- Albert von Sachsen sei nicht veröffentlicht worden, doch glaube «ehrmann, der bei den Löschungsarbeiten verunglückte, ist
er, ihren Inhalt zu kennen.
gestorben.
FsnMersn.
Der mythische Hintergrund der Lnclei- Sagen. (Nachdruck # ertöten.)
Von Friedrich Fischbach.
III.
In der Verchristlichung bt6 Mittelalters wird unsere Lsra ausnahmsweise eine fromme Jungfrau. Aehnlich wie Perlens die Audromeda, rettet St. Georg die von einem Uebetollm Teufel bedrängte Lora. Er drückt den Teufel so fest an den Felsen, daß man noch heute seinen Abdruck und die Spuren seiner Krallen erschaue« kann.
Minder fromm ist die Naiurmythe, der Teufel habe den engen Rheinpaß durch Wegschieben der Felsgebirge erweitern wollen. Da habe ihn die Lore durch ihren Gesang gebannt und zur Liebe entflammt. Des Teufels Abbild sei mitsammt Schweif und Krallen in den Felsen eingebrannt. Diese rauchende Höllengluth der Liebe war selbst dem Lerohaftigkn so ungemüthlich, daß er davonrannte und seit jener Zelt sich hütet, dem Fels der Lore sich zu nähern.
Zu den allgemeinen Loren- und Lohra Erwähnungen uber- gehend, ist wohl die wichtigste in den Zusätzen Ohlons „vite Bouifecii" zu finden. Die Stelle lautet: „Eodew tempore alia coufregit idola sarctuS, Lohram et Jecham, a quibuS hodie arx Lohra in Haynensibus moutanis et Jecheburgum. (Zur selben Zeit zerstörte der Heilige die anderen Seele bei Lohra und Jecha, dort wo heute die Lohra- un» Jecha Burgen in von Bergen umgebenen Hainen stehen.) Diese Lohra-Burg kann die Orlomünder-Burg sein, in welcher eine weiße Frau spukt. Jecha ist als Göttin unbekaunt; vielleicht ist eine Escheuburg gemeint, in deren Mitte der heilige Lebens-
bavm verehrt würbe. An «sich-n srellen eretchteten dre chrt«- lichen Missionare Kuchen und Klöster z. B. Maria Lorch. Auch dort wurde eine Jungfrau von einem Raudcr befreit, als ihr Geliebter den steilen Berg heranritt. Beim schwärt schtn Kloster Lorch ist ein Bmusberg. Eine Burg Lohra liezt an der Wipper im Kreise Erfurt. Dort wird Lohra als Göttin der Liebe gedeutet. In Paris heißen die einen ungebundenen Lebenswandel sDrmsm Märchen „Loretten". Die Deutung, daß sie in der Nähe von St. Lorette wohnen, ist ungenügend. Als Verführung und Verlockende gehören sie za den Lore», oder Ber-loreneu, die nur durch echte Liebe, ober durch die Ehe erlöst werden können.
In Schwaben ist ein Laurer thal mit der Sage, daß eine Laura dort ihren todten Geliebten beweine. Ihr Schloß sei verbrannt, der Rodensteiner, o)er wilde Jäger, fei ihr Vater.
In Epeyer gab es 1339 ein HauS Lmlenberg und einen Ritter Se^o, dictus Lorlenberg.
Die alte Burg Nassau soll von einem Grafen von Lurleu- berg erbaut sein. Ein Hirsch habe ihn aus der Jagd bis zu einer fast unzugänglichen Stelle gelockt. In dieser ältesten Stammburg und auch in Dillenburg e-scheint bei Sterbesällen des fürstlichen Geschlechtes die weiße Laura oder Holda.
Prüfen wir aus weiteren Bezirken zwei Sagen, so erhellt auS deren Verschiedenheit, daß nicht ein Nacherzälen oder Wandern der Nrsprungssage anzunehmen ist, sondern daß die Wurzel in altgermanischen Mythen gesucht werden muß:
Die böhmische Liebesgöttin Libussa hat ihren Sitz hoch oben auf der Burg Libin, die aus jäh abfallendem Felsen an der Molirou gebaut ist. Durch ihre Schönheit lockte sie viele Jünglinge an und stürzte sie schließlich, ähnlich wie die griechische Spjyvx, vom Felsen in die Moldau, damit sie nicht von ihrem LiebeSg ück erzählen. Die Sage meldet, Libuffa sei oft vo» ihrer Burg zum Baden herabgekommen; tief aus dem Waffergrunde sei ihr Bett. Schaue man zu
!»n«e in die Flut?, so werde man, ägniis wie GaetdeS Fischer, von der himmlischen Schönheit der Nymphe berückt, ymabzezogk«. Da den Fiaß amonen in alten Zeitea jährlich Menschen geopfert wurden, so holt sich nach dem Vo ksglauben nie gekränkte Flutzgöttin heimtückisch das ihr durch daS Christenthum verweiaerte Jahresspfer. Die bei Wisf hrad in der Moldau Ertrunkenen nennt man „LibuffsS Opfer". Die Sausknt Wurzel l i bedeutet anschmiegen. Libin ist der Liebes- Hof der Göttin der Liebe „Libuffa".
Eine merkwürdige Verwenstschaft hat folgende lettische Sage mit unserer rheinischen Lorelei-Sage. Wahrscheinlich ist sie die ältere.
Aus einem großen Felsen in der Düna saß ein Dämon Tag und Nacht und kämmte mit goldenem Kamme seine langen Haare. Nahte ein Boot, so zertrümmerte er es nnd töd^ete die Jnsaffen. Der Berg- und G-wittergott Pernn oder Perkun wollte den Dämon strafen. Dieser sp ang aber bei seinem Nahen stets ins Wsffer, wo ihn die B-itze nicht erreichten. P-rnn überredete einen Fischer er möge ihn als Gefährten mitnehmen, damit er anstatt in der Wetterwolke in einem Kahne den Dämon erreiche. Zu spät merkte der Dämon die List. Vergeblich suchte er durch giftigen Athem den Donnergott zu betäuben: er erlag ba d den Blitzen, die sein Haupt und seine Brust trafen. Der muthige Fischer wurde reich' belohnt.
Wie kommt es, daß ein Mann hier die Lorelei ersitzt? Wer ist dieser Dämon? Ich nehme Luarin an, der auch in der Verwandlung als gisthauchcuder Drache Schätze brütet, und die Mmschen gern in sein unterirdisches Reich herab- ^ Die Rolandssagen waren von Spanien und Italien bis nach Island verbreitet. Aehnlich verhält es sich mit den Sagen und Märchen von schStzehütendeu Jungfrauen, Drachen u. s. w. Sollen wir annehmen, dieselben seien auf langen,