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Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, sät

Auswärts 30 ^.

Amtliches Gvgsu für StsSt- unS LsuSKreis Hanau.

Erscheint täglich mit AvsnahWe der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 59

Freitag den 10. März

1899

Dicnstnachlichtcn aus dem Kreise.

Gefunden: Zwei Postkarten und eine Zehn-Pfg.-Marke, in der Post liegen geblieben. Ein grauer Filzhut auf der Straße von Eichen nach Heldenbergen; Empfangnayme bei Christian Jüngling in Eichen.

Hanau am 10. März 1899.

könne, so lange er, Bosse, im Amte sei, nicht die Rede sein, hat sich einstimmig dahin ausgesprochen, baä der Gustai Namens der nationalliberalen Partei präzistrte Hierauf der Adolf-Verein, der ja der evangelischen Kirche ohne Unterschied Abg. Dr. Friedberg deren Standpunkt in der Kirchen- der Nationalität dienen und der nur das Bestehende schützen und Schulfrage, was eine nachdrückliche Erwiderung seitens r1"1

Parlamentarisches.

Der seit acht Jahren die Reichsges-tzgebung in immer er­neuten Anläufen beschäftigende Versuch, durch straf gesetz-

des Centrumsabgeordneten Dr. Porsch nach sich zog. Nach­dem ein Kommissar des Ministers verschiedene Irrthümer des Vorredners richtig gestellt und der Abg. Dr. v. Jazdzewski sich die übliche Polenrede geleistet hatte, wies der Kultus­minister auf die eingehende Darlegung der Regierungs­politik in den zweisprachigen Landestheilen des Ostens hin, welche der Vizepräsident des StaatSministeriumS aus anderer

will, sich j des thätiaen Eingr-ifens in diese Bewegung zu enthalten habe, er würde sonst das Ziel seiner Arbeit ver­rücken und seinen Satzungen untreu werden.

liche Maßregeln gegen Kuppelei und Zu

Veranlassung gegeben, und erklärte im klebrigen, daß seine

hälterthum der sittlichen Verwilderung und Verkommen->' ^altu"g s"r be" Beschwerden ohne Ansehen d-ssm, heit entgegtvzuwirken, die seiner Zeit als das Milieu eines " erbebe, stets ein offenes Ohr habe. Abg. Dr. v. Berliner Kriminalprozesses in besonders grelles Licht trat, H eydebrand entwlck lte den Ltandvunit der konservativen bildete gestern wieder den Gegenstand einer größeren Debatte ^uMon gegenüber dem Centrum; für ^dre freikonservatwe

im Reichstage. Aus den früheren Verhandlungen waren

F-aktion sprach der Abg. Frhr. v. Zedlitz, welcher dem

als letztes Ergebniß jene den Anträgen der Centrumspartei

Vorredner bezüglich der Paritätsfi age, der Behandlung der

entsprechenden Beschlüsse der vorjährigen Reichstagslommiffion i Orden rc. besitimmte, aber mit Entschiedenheit erklärte, d ß

OMNisflöH vcijiiumuu' uvct UHi cruiun^ *' D i

hat diese ! ^ine Fraktion für eine Gesetzgebung, wetLe das Verhältniße

hervorgegangen. Die Centrumspartei h». ^^ . _, , . _, - ,- . _ ri t , -

Kommissionsvorlage in der gegenwärtigen Session als Jnilia- s "^"^ ^"^ dem Muster des Gesetz-

tivantrag wieder eingebracht. Um die auf dieser Linie un- Entwurfes von 1892 geordnet wissen wolle, nicht zu haben wahrscheinliche Erreichung eines positiven Ergebnisses zu er- ^"'^ nndein smchen BeÜiebungen mit allem Nacyvruck ent- leichiern, haben die verbündeten Regierungen ihrelseits gkgenireten werde. Es folgte eine Auseinandersetzung zwischen einen Gesetzentwurf vor gelegt, der, sich an die Kommissions-Redner ber fte sinnigen '..olfSpartet Abg. Kopsch und beschlüsse anlehnend, die zu Bedenken Anlaß gebenden Punkte dein 'reikonsinwativen Arg. ^>a mp, sonne eine Reihe von Derselben ausscheidet, Als Antrag t es Abg. Freiherr.: von ?rP" ^"^ """""'' ^ »^- ^ «~-

Politische und unpolitische Nachrichten.

_ (Depeschen-Bureau .Herold'.)

Berlin, 9. März. Am heutigen Sterbetag Kaiser Wil­helm I. ist das Innere bei Mausoleums in Charlottenburg mit Blum n dekorirt. Um 9 Uhr fuhr daS Kaiserpaar vor und legte am S-ukophage einen kostbaren Kranz nieder. Das Kaiserpaar verweilte eine Viertelstunde in der Gruft und ver­richtete ein stilles Gebet. Von den Regimentern, dessen Chef der verstorbene Kaiser war, erschienen Deputationen mit Kränzen am Sarge. Im Laufe des Vormittags wurden auch im Aufträge der Kaiserin Friedrich und des basischen Groß- herzog-paares Kränze am Sarge niebergeleat.

Berlin, 9. März. Wie diePost" erfährt, sind Vor- arbeite« zwecks einer Reorganisation der oberen Marine-Be­hörden im Gange. Da sie jedoch noch nicht zum Abschluß gelangt sind, sei es verfrüht, über ihr Ergebniß schon sitzt nähere Angaben machen zu wollen.

Berlin, 9. März. Dem Bundesrath ist ein Entwurf von Bestimmungen über den Betrieb von Getreidemühlen zu- gegangen. Darnach ist den Gehilfen und Lehrlingen inner­halb der auf den Beginn igrtr A-beit folgenden 24 Stun­den eine unterb' ochene Ruhezeit von mindestens 8 Stunden zu gewähren. Die Bestimmungen sollen am 1. Juli in Kraft treten.

tojdb.n auäfdieil«, «18 äntrag liz Ad,: Fr-Ih°-M ^1*« Stimmn. »owuf Me Meju«, her Bey Stumm lag zugleich eine Resolution zur Be- h^" ""ü ,1^r leael M.ueitei geholt b s heute vormittag 11 Uhr rathung vor, die eine Verschärfung der Strafen für Sittlich- vertagt wu-de. keitsverbrechen, insbesondere dir an Kindern begangenen, j anregte. Der Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieber - > ding führte in seinem einleitenden Vortrage zur Jllustrirung: B»n der Marine. Berlin, 9. März. Laut tele- der Nothwendigkeit, mehr als bishrr für den sittlichen Schutz graphiicher Meldung an das Oberkommando der Marine der jugendlichen Bevö kerung zu thun, eine vergleichende sind S. M. S.Deutschland", Kommandant: Frcgatten- Statistil der zur Belliafuug gelangten Sittlichkeitsverbrechen Kapitän Müler, mit dem Chef des Kreuzer-Geschwadtts, aus den Jahren 1882 und 1897 an, die allerdings dies Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen Schlußfolgerung rechtfertigte, daß wir uns in einer Periode sn Bord, unb S. M. S. sittlichen Niedergangs befinden. Doch wies er zugleich darauf ~ hin, daß aus diesem Gebiete die Wirksamkeit der Gesetzgebung ihre Grenzen hat, urd daß andererseits, wenn man in die Interessen auf gesellschaftlichem, gewerblichem, künstlerischem und litterarischem Gebiete in der Weise eiugriffe, wie eS der Centrumsavtrag wolle, der Schaden g'ößer sein würde, als der Nutzen. Die verbündeten Regierungen würden deßhalb diesem Anträge, wenn er zur Annahme gelangen sollte, keinesfalls zustimmen können, und, wenn eine Ver­ständigung, die sie dringend wünschen, auch diesmal nicht er­zielt werden sollte, auf fernere Versuche, diese gesetzgebertsche Aufgabe zu lösen, zu verzichten. Trotz dieser bestimmten Er­klärung ließ der Redner des Centrums, Abg. Roeren, nichts von einer Geneigtheit seiner Parteien «kennen, von ihren Vorschlägen etwas auszngeben, ja er ging so weit, zu erklären, daß ihm der bestehende Zustand noch lieber sei, als der Regierungsentwurf, ein Stanvpunkt, der allerdings wenig Aussicht auf ein endliches Ergebniß der langjährigen Aktion offen läßt und vom Centrum in der Kommissirn-verhandlung denn doch nicht wohl festgehalten weroen dürfte. Im Ueb- rigen fügte die Debatte dem, was früher über den Gegenstand gesprochen worden ist, nichts wesentlich Neues bei. Die vom .... H - --___________,._.. ____________.... ...

Freiherr« v. Stumm für unsittliche Verg-waltigung. von mischen Constavza und Konstantinopel fahrenden rumänischen fortige Auszahlung des rückständigen Soldes an.

Kindern empfohlene Prügelstrafe begegnete beim Abg. Bebel Postdampfer zu gewinnen. Ferner soll eine neue direkte London, 9. Märt. Nach einer Mittheilung derTimes" erregter Kritik. Der sozialbemokratische Redner richtete aufs Telegraphenlinie mit Bronze)raht von 3 mm Stärke zwischen wird das diesjährige Flottenbudget das vorjährige um drei Neue scharfe Angriffe gegen die Berliner Polizei wegen an- Bukarest und Berlin durch Galizien erbaut und mit Hughes- Millionen Pfund übersteigen. Die Zahl der Mannschaften geblicher Duldunz verbrichersicher Verhälinisse. ; Apparaten bedient werden; sie soll von Bukarest nach Con- soll um 45000 vermehrt werden.

Auf der heutigen Tagesordnung stehen die Etats des Aus- stanza und von da durch ein unterseeischer Kabel bis zu Paris, 9. März. Der päpstliche Nuntius Monsignore wärtigen Amtts und der Schutzgebiete, einem türkischen Landungsplätze nahe bei Konstartinopel Clari ist heute Morgen 10 Uhr nach längerem Todeskampfe

* * * i weitergeführt werden. Dieser Vertrug ermöglicht es unter gestorben.

Die Verhandlung des Abgeordnetenhauses über den anderm die Fahrzeit von Berlin nach Bukarests --------

Kultusetat wurve vom Abg. Dauzenberg eröffnet, die bis jetzt unter den günstigsten Bedingungen Alt- Stadt- UNd Landkreis Hana«. welcher die sämmtlichen bekannten Wünsche und Forderungen' über Wien und Pest 4142 Stunden beträgt, auf 33 Nachdruck unserer Lokalarttkel nur mit Quellenangabe ,Han. ^nr." des Cenirums in ziemlich scharfer Form zusammenfaßte und Stunden herabzusetzen, und ebenso wird die Fahrzeit von gestattet.

dabei nicht undeutlich auf staatliche Gegenleistungen für das Berlin nach Konstantinopel, die jetzt über Belgrad und Sofia * Ersatzgeschäft. Samstag den 11. März 1899* 64 Stunden beträgt, über Constanza auf 48 Stunden ver- Musterung der Mllikärpflichtigen der Gemeinden Ktffelstadt, mindert. Mit der Entwicklung dieser neuen Linie Kinzigheimerhof, Kilianstädten, Langendiebach, Marködel und stehen weitere erhebliche Verkehrsverbesserungen in sicherer Mittetbuchen.

Aussicht. i * Ein neuer Eisenbahntarif für Angehörige

Der Zentralvorstand deK Gustav Adolf-Ber- der Armee tritt am 1. April im Reiche in Kraft. Nach eins hat an sämmtliche Haupt- und Zweizvereine des Ver- ihm ist für Mannschaften vom Feldwebel abwärts, Gendarm, eins folgende Weisungen gerichtet: In letzter Zeit ist wieder- Büchsenmacher u. s. w., wenn sie in geschlossenen Trupps holt und von verschiedenen Seiten gefragt worden, wie der oder Abtheilungen, sowie einzeln kommandtrt, einberufen Gustav Adolf-Verein sich zu der sogenannten Uebertritts- oder entlassen werde«, für das Kilometer 1 Pfennig zu ver- Bewegung in Oesterreich stelle, die ja national politischen güten, bei Beurlaubungen aber 1,5 Pfennig.

Ursprungs ist, in der aber immer mehr auch religiöse Sttö- * Statistisches. Im Monat Februar 1899 wur- mungen wirksam zu werden scheinen. Der Zentralvorstand den in unserer Stadt lebend geboren 67 Kinder, 35 Knaben

Stumm

lag

zugleich

eine

Berlin, 9. März. Wie dieNatio«al-Zeitung" hört, tritt am 5. April außer dem Staatssekretär von Weyrauch auch der Wirkliche Geheime Oberregierungsrath Dr. Schnei­der, der das Dezernat für da« Volksschulwesen im Kultus­ministerium inne hat, in den Ruhestand.

Berlin, S. März. Die Reichstags Kommission für bai , ä-i* ""vy «^ vguu^ui >» Juvalidrtäts-Versicherungsgesetz berieth heute über den § 8 See gegangen; S. M. S.Geier", Kommandant: Korsetten- (freiwillige Versicherung). Der Paragraph wurde mit einigen Kapitän Jacobsen, ist am 7. März in Valparaiso ange- durch Anträge festgesetzten Aenderungen mit 13 gegen 12 kommen und will am 23. März nach ©allco in See Stimmen angenommen.

gehen. | Berlin, 9. März. Die Reichstatsersotzwahl im 2. Ber­

lin für die tzesammten Verkehrsbeziehnngen liner Wablkreise findet voraussichtlich am 11. April statt.

zwischen Deutschland und Rumänien hoch bedeut- Berlin, 9. März. Bei dem Staatssekretär Posadowsku samer StaatSvertrag ist nach langwierigen Verhandlungen findet heute ein Bieribend statt, zu dem der Reichskanzler nunmehr durch den Staatssekretär v. Bülow einerseits und die Minister, Mitglieder des Bundesraths und Parlamentarier den hiesigen rumänischen Gesandten Baldiman andererseits geladen waten.

unterzeichnet worden. Der Vertrag hat den Zweck, direkte Berlin, 9. März. Oberst Hess-, Chef des Stabes der und thunlichst beschleunigte Verkehrsbeziehungen zwischen Berlin General-Inspektion bei Ingenieur- und Pionier-Korps ist und Bukarest und zwischen Berlin und Konstantinopel auf heute Vormittag während des Reitens in der Reitbahn an dem Wege über Cerremora-Constarz» herzustellen und einen einem Herzschlaxe gestorben.

dickten Verkehrdienst für die brieflichen und telegraphischen Prag, 9. März. Der hier eingetroffene österreichische Mittheilungen zwischen Raminien, Deutschland und dem Ministerpräsident Graf Thun unterhandelt mit den Führern Orient zu sichern. Es soll ein täglicher Schnellzug mit Post- der Jungt'chechen und des Feudal-Adels, damit der Landtag beförderung zwischen Berlin und Dnkarest aus dw Strecke ruhig verläuft und die Abwesenheit der Deutschen nicht zu Myslowitz-Kiakau, Lember^-Czernowitz und Burdujeni ringe- aggressiven Kundgebungen von der tschechischen Landtags- legt werden, der vom 1. Mai d. J. an seine Fahrten bc- Mehrheit benutzt wird.

ginnen und mindestens zweimal wöchentlich zwiichen Buze« Madrid, 9. März. Behufs Beruhigung der von Kuba und Constanza verkehren soll, um dort den Anschluß an die zurückgebrachten Soldaten ordnete der Kriegsminister die so-

.Irene", Kommandant: Fregatten- Kapitän Obenheimer, gestern von Amcy nach Shanghai in

Madrid, 9L März. Behufs Beruhigung der von Kuba

Paris, 9. März. Der päpstliche Nuntius Monsignore

Aus Stadt- und Landkreis Hanau

Entgegenkommen des Centrums in der Militär- und Marine- frage anspielte. Drm Vorredner erklärte der Kultus­minister, daß er, soweit ihm dies im Rahmen der bestehen­den Gesetzgebung möglich sei, den berechtigten Wünschen der katholischen Bevölkerung und Kirche entsprechen werde, daß er aber zu einer Aenderung der Staatskirchengesetzgebung aus der Initiative der Regierung ein Bedürfniß nicht anerkenne, vielmehr die Aufforderung wiederhole, das Centrum möge in den Fragen, wo es sich beschwert fühle, mit positiven Vor­schlägen hervortreten. Der Staat müsse bei der Behauptung feiner Autorität über die Schule beharren; von Wiederher­stellung der katholischen Abtheilung im Kultusministerium