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Amtliches Argan für Staöt- unS LanSKreis Hanau
Erfcheist täglich Mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 50
Dienstag den 28. Februar
Amtliches» ^faöt^rei^ ^anau. Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den & März 1899 nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.
Tagesordnung:
3228
Die in der Sitzung vom 23. Februar unerledigt gebliebenen Gegenstände, Punkt 2 bis 31 der Tagesordnung.
Bekanntmachung.
Wir ersuchen die Abnehmer von Elektrizität aus städtischen Elektrizitätswerk, den erfolgten Anschluß an
dem das
Elektrizitätswerk ihrer Feuerversicherungsgesellschaft anzuzeigen, damit dieselbe erforderlichenfalls durch eine Prüfung feststellen lassen kann, ob eine erhöhte Feuersgefahr vorhanden ist. Für die Hessische Brsndversicherungsanstalt sind diese Anzeigen bei der Landesrenterei hierselbst zu erstatten. Eine Mitoer-
gefördert, und der Abg. Gamb legte Verwahrung dagegen ein, daß He Annahme der von der Kommission vorgeschlogenen Resolution als Zustimmung zu der Auffassung des Abz. Riff gedeutet werde. Gegenüber dem Verlangen einer Gehatts- verbesserung für die Lokomotivführer betonte der Minister nochmals, daß mau die Gehaltserröhungen für jetzt als ab- geschiosien betrachten möge; doch werke man einzelne Härten beseitigen. Das Haus erledigte sodann den Etat für den Rechnungshof, und wandle sich in vorgerückter Stunde noch zum Etat des Reichsschetzamts. Der Staatssekretär Freiherr v. Thielmann äußerte sich zunächst auf eine Anfrage des Abg. Pachnicke über die Beseitigung von Ungleichheiten bezüglich des Veredlungsverkehrs für Wollgarne. Es seien, nachdem Hamburg die Beweggründe für die abweichende Behandlung der Sache mitgetheilt habe, Verhandlungen eingeleitet, die zu der wünschen; werthen Gleichmäßigkeit führen dürften. Mit einer einheitlichen Neuregelung der Frage des V-redelungsverkehrs möge man sich roch ringe Jahre gedulden, da ein bezügliches Gesetz wahrscheinlich gleichzeitig mit dem neuen Zolltarife in Kraft treten werde. Graf Schwerin-Löwitz beachte hierauf roch die Beschwerden
ficherung der elektrischen Anlagen ist zulässig. Hanau den 25. Februar 1899.
Der Magistrat.
Bode.
3190
Bekanntmachung.
Die Reinigung der Straßen vor städtischen Gebäuden und der städtischen freien Plötze soll, wie solche durch Polizei- verordnung vom 3. Juli 1870 vorgeschrieben ist, vom 1. April ds. Js. ab anderweit vergeben werden.
Vertragsbedingungen, Arbeitsplan und Angebotsschein liegen werktäglich in den Vormittagsstunden zwischen 10—12V2 Uhr auf dem Stadtbauamt II (Langstraße 41) zur Einsicht auf. Angebote auf die Uebernahme der Straßenreinigung sind bis zum Montag den 6. rr. Mts., morgens 11 Uhr, auf dem unterzeichneten Amte verschlossen und mit der Ausschrift „Straßenreinigung" abzugeben.
Zu dieser Zeit erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter die Eröffnung der Angebote.
Hanau den 24. Februar 1899.
Stadtbauamt II. Leers.
3175
Gesunden: Ein Söckchen mit Hafer. Eine^Messing- Wagenkapsek.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund; Empfang- nohme bei dem Wiesenwärter Konrad Staudt I. zu Bruch- köbel. Eine graue dänische Dogge m. Geschl.
Hanau am 28. Februar 1899.
Eiurück»»,«. «ebShr
für Stadt- und So* kreis Hanau 10 ^ Ht ^gespaltene Garmond- zelle oder deren Rau», für AuSwärts 15 ^.
Im Reklamenthei!
die Zeile 20 4 fit Auswärts 30 ^.
1899
erstattet, nach welchem es verfehlt sein würde, dem Verlangen des Antragstelle s stattzugeben. In England habe man mit der fakultativen Einführung der Arbeittrdelegirten theilw ise günstige Erfahrungen gemacht; in Frankreich seien die Erfahrungen ungünstig, in Belgien habe man wegen der Kürze der Zeit noch gar kttne Erfahrungen sammeln können. Es könne a s zweifellos gelten, daß das den Arbeitern zur Ver- süxung stehende Maaß praktischer Erfahrung für eine wirksame Anffichtführung nicht ausreiche, daß eS dazu einer fach- mävsiscken Vorbildung bedürfe, daß die Arbeiteroelegieten weder nach der Seite der Arbeitgeber, noch der Arbeiter so unabhängig dastLsden wie die Staatsbeamte«, und daß sie namentlich den Arbeitern gegenüber, welche doch in den meisten Unglücksfällen selbst die Schuld tragen, mittlren Ausfichtsbefug- nissen ins Gedränge gerathen würden. Jm Ruhirevier lehnten die Arbeitgeber die Zuziehung von Arbeiterdelegirten ganz entschiede« ab, während umgekehrt bei der jetzigen Stimmung der dortigen Bergarbeiter zweifellos ein arger Mißbrauch mit der verlangten Zuziehung von Arbeiterdelegirten zu sozialdemokratischen und anderweiten Agitationszwecken getrieben werden würde. Zur Zeit könne daher von einer allgemeinen Einführung von Ar-
der kleinen Müllerei wegen des Verfahrens bei der Ausfuhr von Mehl eingehend zur Sprache. An eine scharfe Kritik __________ __________
der gegenwärtigen Bestimmungen über die Kontrole der Ein-!nisse uvgleich günstiger liegen und in den Bergarbeiteraus- Haltung des Ausbeutevuhältnisses knüpfte er die Frage an Schüssen eine Giuntlaxe für Arbeiterdelegationen gegeben sei, den Staatssekretär, ob e8 richtig sei, daß die Reichskasse versuchsweise mit einer derartigen Einrichtung vorgegangm durch dieses Verfahren geschädigt worden sei, und welche werden könne, werbe sich erst noch zeigen müssen. Nachdem Maßnahmen er zu ergreifen gedenke, um diesem Uebelstande der Minister geendet, ergriffe« noch mehrere Redner aus dem zu begegnen und dem Prozesse der Vernichtung des kleinen s Hause das Wort und wies insbesondere der Abg. v. Eynern Mühlengewerbes Einhalt zu thun. Er empfahl dann u. A. darauf hin, daß die Arbeitgeber alle von der Bergaufsichts- die Annahme des vom Landwirthschaftsrath vorzeschlagenen, bchörde verlangten SicherHeitseinrichtungen selbst der kost- auf mehrere Typen gegründeten Verfahrens. Der Staats- spieligsten Art ohne Weigerung vornähmen und das it genug- sekretär erklärte sich gern bereit, so weit als möglich auf sam ihr Interesse an der grögtmöglichen Sicherheit des Bedielen Vorschlag cinzugehen und ihn einer ernsten Prüfung trübes bekunden. Er erklärte die Mitwirkung der Arbeiter- zu unterziehen, gab aber allerdings zu bedeuten, daß jedes s delegationen mit Rücksicht auf die sozialdemokratische Propa- Typenverfahren Bemängelungen ausgesktzt sein werde, daß es ganda für undurchführbar und für eine Beeinträchtigung der
beiterdelegirten nicht die Rede sein. Ob auch in Zukunft, namentlich auf fiskalischen Geub-n, wo die Arbeiterverhält-
ein absolut einwandfreies Kontrolversayren überhaupt nicht gebe. Auch das gegenwärtige Verfahren könne nicht als ein absolut schlechtes bezeichnet werden, es beruhe vielmehr auf sehr sorgfältigen Vorprüfungen. Daß das erst seit einem Jahre bestehende Preußische Regulatio die Reichskasse benach- thcilige, sei keineswegs erwiesen. Welchen Weg man schließlich wählen werde, lasse sich heute noch nicht absehen. — Die weitere Berathung wurde auf heute vertagt. — Die Hamburg-Amerika-Linie hat dem Reichstage für die ehrende Kundgebung aus Anlaß der Rettung der „Bulgaria" in einem Telegramm getankt, daß der Präsident beim Beginn der gestrigen Sitzung zur Kenntniß des Hauses brächte.
ganda für undurchführbar und für eine Beeinträchtigung der Sicherheit des Betriebes. Fortsetzung der Verhandlung heute Vormittag 11 Uh.
In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde vom Abg. Dr. Hitze mit einer Beschwerde wegen Nicht- ausführung der vom Abgeordnetenhause 1892 zu der Novelle zrm Berggesetz gefaßten Resolution über die Einrichrung des KnappschaftswesenS eröffnet, welche dem Minister für Handel und Gewerbe zu einigen berichtigenden Ausführungen Anlaß bot. Der Minister betonte gegenüber der Forderung, Beamte sollten fernerhin nicht wahlfähig für die Knappschaftsvoistände
Parlamentarisches
Der Reichstag beendete gestern die Berathung des Etats; sein, daß den Beamten, welche Beiträge zu den Knappschafts- für die elsaß-lothrinzischen Eisenbahnen. Nachdem die gründ- fassen leisten, billigerweise auch sowohl daS aktive wie das sätzlichen Fragin der Tarife, der Beamiengehälter, der Heran- passive Wahlrecht zustehin müsse. Bei einer demnächst zweifel- ziehung der Jnteressimm zu den Kosten neuer Nebenlinien, loS vorzanehmenden Revision des Berggesetzes werde z« er- Bahnhostanlvgen n. s. w. bereits am Sonnabend erörtert wagen sein, inwieweit die Knoppschaftsen Achtungen den reichS- waren, bewegte sich heute die Berathung mehr um die kon- r ......
treten Verhältnisse meist lokaler Natur, auf welche die Post-! tionen sich bezogen. Die Debatte dieser beiden Tage brächte die noch 1870 meist auf französischen Schulen vorgebildete jüngere Generation reichsländischer Abgeordneter auf die Rednertribüne, und wenn die Herren auch mit ihren Wünschen und mit ihrer Kritik keineswegs zurückhielten, so war doch der Ton sachlicher Anerkennung und ruhiger Verständigung _
bemerkenswerth, in dem die Verhandlung durchweg geführt Replik des Abg. FuchS und einer Duplik des Abg. Dr. wurde. Die Budgetkommission war dm reichsländischm Der- Sattler enb einigen minder belangreichen anderweiten tretern in jeder Weise entgegengekommen und hatte u. A. die Kundgebungen auS dem Hause wandte sich die Verhandlung für die Mühlhansiner Bahnhöfe gtplante elektrische Zentrale dem Anträge Dr. Hirsch auf Einführung von Arbeiter- trotz der Erklärung der Eisenbahi Verwaltung, daß d'ie Vor- delcgirten in die BergwerkSaussicht z«. Der Antragsteller be- avssetzungrn der Beanstandung nicht zuträsen, aufS nächste gründete seinen Antrag in doktrinärradikaler Weise unter An- Jahr verschoben. DaS Plenum trat diesem Streichung?vor- tehnung an den sattsam bekannten Standpunkt der Sozialschlage ebenso bei, wie den Resolutionen wegen der Niveau- temotratie. Nachdem dem Antragsteller mehrere im praktischen Übergänge bei Straßburg und Colmar. Aus Anlaß dieser Bergbaubetriebe erfahrene Abgeordnete sehr bestimmt «ider- letzteren Frage erhob der Abg. Riff die Forderung, daß bei sprechen hatten, nahm der Minister Brefeld das Wort zu Bauausführungin solcher Art von der Heranziehung der einer eingehenden Beleuchtung der Unvereinbarkeit des An- Kowmunen abgesehen werde, doch bemerkte der Minister der träges mit den bei uns bestehenden Verhältnissen. Die zum öffentlichiN Arbeiten Thielen, durch diese Forderung werde Studium der einschlägigen Verhältnisse in England, Fraok- dte Verständigurig üter die Beseitigung der Uebelstände nicht reich und Belgien entsandte Kommission habe einen Bericht
gesetzlichen Einrichtung!« betreffend die Arbeiterfürsorge anzn- passen sein würden, vorher aber müsse die jetzt im Flusse befindliche Gesetzgebung über die Juvaliditä'ts- und Altersver-
sicheruug zum Abschluß gebracht sein. Abg. Vorster wies in einer sehr eindrucksvollen Rede, welche auf genauer Kenntniß der Arbeitgeber- und Arbeiterverhältnisse fußte, die letzthin uem Centrumsabgeordneten Fuchs gegen die Arbeitgeber uns deren Verbaute gerichteten Vorwürfe zurück. Nach einer
Dano-französische Umtriebe.
Aus Berlin schreibt man uns von unterrichteter Seite unterm 27. Februar:
Das Moltkrsche Wort, daß Deutschland keine Freunde habe, ist zwar durH die seit zwei Jahrzehnten bestehenden Bündnisse modifizirt, aber an Feinden fehlt es dem Reiche wahrlich nicht. Seit einiger Zeit sind die Elemente, die Deutschland „avilir, puls la dSmolir“ möchten, besonders eifrig an der Wühlarbeit und es ist von besonderem Interesse, daß diese unterirdische Arbeit sich gleichzeitig gegm das russische Kaiserpaar richtet. In welchem Zusammenhänge diese Arbeit „nach zwei Fronten- steht, sei nachstehend erörtert.
Vor einigen Tagen brächte die bedeutende dänische Zeitung „Politiken" die Nachricht, der russische Kaiser nehme feit Monaten an der Regierung nicht theil, einmal, weil seine Gesundheit geschwächt sei, zweitens, weil, wir angedeutet wurde, seine Umgebung Schritte gethan habe, die eine wirkliche Herrscherthätigkeit ausschlöffen.
Zur Sache fei kurz bemerkt, daß, wie wir erfahren, die Nachricht vollständig erfunden ist. Der russische Kaiser hat seinen Herscherpflichten seit seinem Regierungsantritte ununterbrochen genügt und er widmet sich ihnen Leute ebenso, wie er eS im Nov mbcr 1894 gethan hat. Die russische Kaiserin hat ebenfalls, soweit der Gattin eines Monarchen aus ihrer Stellung staatliche Pflichten erwachsen, diesen Pflichten stets genügt. Es ist also eine Infamie, daS russische Kaiserpaar durch Ausstreuungen falscher Nachrichten bei Seite schieben zu wollen.
Welchem Zweck dient diese Infamie? Einmal einem, wenn man so sagen darf, internen skandinavischen, Deutschland vicht interessierenden Zwecke. Der Panskandinavismus hat dem russischen Kaiser die von ihm inauzurirte national- russische Politik in Finnland gewaltig verübelt.
Zum zweiten steht der Groll der Dänen gegen das russische Kaiserpaar in engem Zusammenhänge mit den deutschfeindlichen Intriguen, die in Dänemark seit Jahrzehnten gesponnen werden. Man hat sich in Kopenhagen in den Hoffnungen, die man auf den jungen Kaiser gesetzt hatte, bitter getäuscht. Kaiser Alexander III. war ein zärtlicher Gatte, aber auch ein gewissenhafter Mann, der, trotzdem er die Abneigung der Kaiserin gegen Deutschland vollauf theilte, sich doch nicht zu unbesonnenen Schritten hinreißen ließ. Man hatte gehofft, in dem jungen Zaren ein Muttersöhnchen zu finden, der weiches Wachs in den Händen der