Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

Jährlich 9 M. WWhrl. 4 «^ 50 ^.

VkrichShrlich

2 .« 25 .4.

Wr OH#»«rti0e WmwSMtrvi mit bei» betreff «eben P-staufschl-g.

Die eiaz-knr Nummer kostet 10

SinrüS«»,». gebühr

für Stadt- und &u* kreis Hanau 10 ^ bh tgespaltene «Sartnoab» zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^,

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, fix

Auswärts 30 ^.

Amtliches Organ für Sksöl- unS LauSKreis Bansn.

Erscheint täglich mit ANsnshMe der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 48.

Samstag den 25. Februar

1899

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 15

Amtliches» Sr^Ht^ers ^anau. BekanntMachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Die Kosten der ersten Einrichtung deS Ramsaystraßen- Durchbruchs sind durch MagistratSdesch^ vom 13. ds. Mts. für 1,00 ifb. m Biiugrundftücksfrsnt auf 42,02 Mark sest-

Termin hierzu ist auf Montag den 27. diefeS Paris, 24. Febr. Das Eindringen Döroulödes in die Monats, vormittags von 9 Uhr ab, in den Saal Kaserne hatte den offenbaren Zweck, die Offiziere und Sol­des Rathhaufes zu Windecken anberaomt. i baten zum Staatsstreich zu beileiten. Nur das energische

Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Eingreifen des Generals Roget, der seine sofortige Verhaftung i Abhaltung eines weiteren Termins. ; anorbnete, hinderte ihn an weiteren aufreizenden Ne:en.

Die Kartenzeichnung über die Pachtstücke wird im Termin I Paris, 24. Febr. Döroulöde hat im Kasernengefängniß aufgelegt, kann aber auch schon vorher im Geschäftslokal deS den Besuch seines Bruders und einiger Freunde erhalten. ! Domänen-Rentamts eingesehen werden. Bemerkt wird, daß ; Er ist unverletzt und erklärte, er habe nur gethan, was ihm j bie sämmtlichen Pachtstücke an geeigneten Wirthschaftswegen die Pflicht tem Vaterlande gegenüber anferlegte. liegen. f"c*r-------"

Hanau am 20. Februar 1899.

Der Königliche Domänenrath. Bell.

.Aurore" zufolge wird Dörouitzde vor den Senat des 12. Gerichtshofes

2878

gesetzt worden.

Hanau den 21. Februar 1899.

Der Magistrat.

Bode.

Dicilstliachrichtm aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Doublearmband mit drei weißen Perlen.

3016 Zwei Brillengläser. Ein Gasgiühlichtbrenner.

gestellt werden, wenn die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zu einem Prozeß führen sollten. Man weiß noch nicht, ob Terouleie für seine eigene Person oder für den Herzog von Orlgans Propaganda gemacht hat.

Schulnachricht.

Höhere Mädchenschule.

Anmeldungen für das neue Schuljahr werden vom 27. Februar bis 4. März d. Js., vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Steinheimerstraße 37, entgegenge-

Zugelaufen: Ein junger Dalmatinerhund m. Geschl. Ein schwarzer Pudel mit weiß-r Brust, m. Geschl. Ein weißer Foxterrier mit gelben Ohren, w. Geschl.; Empfang- nahme bei dem Knecht Peter Lerch zu Langendiebach.

Hanau am 25. Februar 1899.

Putschversuch D«roul«des

. _ _ - - . Paris, 24. Febr. Zu der VeiHaftung Dtzroulödes

nommen, und es sind hierbei die Geburts- und Impfscheine melden mehrere Morgenbläner: Döroulöbe, welcher an der vorzulegen. ! Spitze von 150 Anhängern n arschirte, fiel dem Pferde des

In die unterste Klasse IX werden düjenigen Kinder Generals Roget in die Zügel und rief aus:Nicht hierher ausgenommen, welche 6 Jshr alt sind. Den geltenden Be- General! Nach dem EIpiöe!" General Roget riß sein Pferd stimmungen gimäh finden jedoch auch die Kinder, welche dieses bei Seite, rief:Platz! Platz!" und lommandirte, zu den Lebensjahr bis zum 1. Oktober d. Js. zurücklegev, sofern sie Truppen gewendet:Nach ter Kaserne!" Döroulede blieb in körperlicher und geistiger Beziehung zum Schulbesuche reif jedoch hartnäckig an der Seüe des Generals und drang in-f erscheinen, zv Ostern Aufnahme. : mühn der Soldaten in die Kaserne dn. General Roget,

Hauan den 20. Februar 1899. welcher Döroulöde als einen Aufrührer betrachtete, befahl

Der Direktor dessen Verhaftung. Anderen Berichten zufolge hätte Döroulöde

_____________________Bungen st ab.__2812 dem General Roget zugerufen:General, ich hoffe, daß Sie i 8-gen das Elysöe marschiren! Frankreich ist mit Ihnen.

> Man muß dieses unglückliche Land retten, die Patriotenliga^ Von dem domänenfiskalrschen Grundbesitz in der Gemar- ist mit Ihnen! Es lebe die Republik!" Habert und

Kammerfitzartg.

Paris, 24. Fkbr. Das Haus ist stark besitzt. ES herrscht lebhafte Bewegung. Präsident Deschanel theilt mit, er habe ein Gesuch um Ermächtigung zur gerichtlichen V^r- folgunz DsroulelöS und Marcel Hadert erhalten. (Rufe: Verlesen.) Deschanel verliest ein Schreiben des General- staatsonwalts, wonach General Roget erklärte, d-e von- roulöde und Hadert geführte Bande sei seiner Brigade ge­falzt und theilweise in den Kasernenhof ein iedrnngen. D«- tenlebe vnd Hadert hätten sich mit Fragen und Zumuthungen an die Offiziere gesandt und sich geweigert, die Kaserne zu verlassen. Nach der Verhaftung hätten Döronlö^e und Hadert erklärt, sie hätten die Truppen zu einer aufständischen Bewegung fortreißen sollen, um de parlamentarische Repu- b-ik durch eine plebiszitire zu ersetzen. Der Generalstaats- auwalt sucht in dem Schreiben schließlich um de Ernäch- tigunz nach, Dsroulöde und' Hadert gerichtlich verfolgen zu dürfen, weil sie die Truppen von der Pflicht abwendig machen wollten. Castelin bringt einen Antrag ein, Derou 6)e und Hadert vorläufig in Freiheit zu setzen, ohne der weiteren Verfolgung der Angelegenheit vorzugreifen. Redner betont

die Liebe Dsroustz-es und Haberts zur Republik und gibt

_. . der Ansicht Ausdruck, daß seine Freunoe nicht in dem Maße

kung von Windecken soll das 30 ha 59 a 05 qm andere Mitglieder der Patriotenliga riefen den Soldaten zu: schuld g seien, wie behauptet werd . Ministerpräsident Dupuy haltende Ackergelände in der Marlachs, am Ost-Rettet uns vor der Anarchie! vor den Anhängern Drepfuö'!" ^ erklärt, die Frage der gerichtlichen Be folgung müsse in heimer Weg, hinter der Hshl, in den Fernwein- Die Soldaten blieben vollkommen ruhig. Mehrere Jour- kürzester Frist entschieden werden. Er beantragt, die Kammer gärten, «Ar Wartbaum auf die hohe Straße stoßend, vale glauben, daß Dsrou öde thatsächlich die Idee gehabt habe,! möge sofort in den Bureaux die betreffende Kommission er- im Hadichtsthal, bei- der Sirzwiese und im Garten- sich mit Hilfe des Generals Roget zum Diktator smzuwerfrn, nennen, bamit ber Bericht noch heute eingebracht werde, gründ, in 114 wirtschaftlich abgetheilten nnd und bezeichnen das Vorgehen Dörouködes als Hellen Wahn- Lasie« (Nationalist) sagt, er sei biS zum Kasernembor in her versteinten Parzellen zum Flächeugetzalre von meist 10, sinn. Es heißt, Roget sei um 2 Uhr worgens auf der Poli- Gesellschaft Ds onlödes und Haberts gewesen, und verlangt, 20, 25, 30, 40 und 50 Aren vom 1. Jamuar 1899 an zeipräftktur mit Döroulöde konfronlirt worden und habe er- >n die gerichtliche Verfolgung einbegriffen zu werden. Nach auf zwölf Jahre, mithin bis zum Schluß des Jahres 1910, klärt, die Angeschuldigten hätten ihn verleiten wollen, mit den einer Erklärung DeSchanelS, die Kammer werde in den- öffentlich meistbretend verpachket »erben. Truppen nach dem Elysö? tu ziehen.

Tf'Uj ^r.fammertreten, wird die Sitzung fu^venbirt.

Fs«i lletcn.

Die Cornicelms-Allsstellung.

Die Ausstellung von Werken de8 am Ende des Vorjahres uns so plötzlich entrissenen Künstlers, die der Hanauer Kunst­verein in den Ausstellungsräumen der Königlichen Zeichen akademie zusammengebrecht hat, ist eine ungewöznlich reich­haltige geworden. Die Bemühungen deS Kuuftvereinvor- standes sind Dank dem Entzegenkommen der Familie Corni- celtus, die den gesammten künstlerischen Nachlaß zur Ver­fügung gestellt hat, und durch die Bereitwilligkeit zahlreicher hiesiger und auswärtiger Besitzer von Bildern des Künstlers mit den besten Erfolgen belohnt worden. DaS gedruckte Ver- zetchniß der Ausstellung führt nicht weniger als 172 Rum mern von Gemälden, Studienarbeiten mu Zeichn unser: aus dem Nachlasse und 108 Bilder a«S Prioatbesttz auf. Die Gesammtheit dieser beiden in gutem Arrangement Bereinigten Gruppen, die sich gegenseitig vielfach ergänzen, ist ganz ge­eignet noch einmal eine zusammenfassende und eindrucksvolle Anschauung von dem reichen und fruchtbaren Schsffen des Meisters und der Vielseitigkeit und ernsten Größe seiner Be gabung zu gearätzren.

Daß die Ausstellung für Jedermann unentgeltlich zugäno- lich gemacht worden ist, wird auch anerkannt »erden; eS ist auch im Sinne des Verstorbenen, der »olksthümlich und volksfreundlich im besten Sinne »ar. Der lebhafte Besuch, der die ganze Woche über schou stattgefunden hat, beweist, daß das Interesse in den weitesten Kreisen ein sehr regeS ist. Es liegt auch in den Werken unseres Künstlers genug Gemeinserstäubliches, von selbst zu Herzen Sprechendes, daß auch das schlichte Gemüth in ihnen stille Erbauung und Er­hebung findet.

Der Befucher bekommt schon beim ersten Ueberbl-ck der Ausstellung, die doch nur ei^en Theil der Lebensarbeit bei Malers umfaßt, den höchsten Reipekt vor seiner enormen LeisiungSfätzigknt und Schaffenskraft; es scheint, als seien ihm Geist und Hände unermüdlich gewesm. Und die braunen klaren Augen, die «ns so lebensfreudig und ernst zugleich aus seinem Selbstbildniß von 1877 anschauen, das mit dunklem Flor und grünen Lorbeerzseigen geschmückt inmitten der Aus­stellung steht, sie bcjahen das auch.' Schaffen und Arbeiten waren ihm Lust und Beöürsniß Sein Lebenlang.

Schon die Prol>ukti»ität bei Künstlers a S Portraitmaler ist etwas Erstaunliches. Fast in jeder bester situirten Ha­nauer Familie sezen wir Bildniffe von seiner Hand, auch in der Umgegend, in Frankfurt, in Wiesbsdm finden sich viele. Für Hanau ist in diesen zeitgerössischen Bildniffen, die eine« halb:« Jahrhundert »«gehören, ein ganzer Stück Lokalgeschichte repräsenlirt. Eine Avssahl der Bildnisse, ältere, neuere und jüngste, Familien- und Gruppeubildniffe, männliche und weib­liche EinzelporträtS, Kindervilder, Köpfe und Halbfiguren in ganzer und halber Lebensgröße, ist tn der Abtheilung der Werke auS Privatbesitz geboten. ES sind Perlen intimer Auffassung und Meisterstücke der Charakteristik darunter. Die sichtliche, ja avßerordentliche Begabung für die Bildnißmalerei zeigen schon die frühesten Arbeite«, die Kreidezeichnang eines jungen Mädchens von 1842, ein Knabenkopf von 1846 und vor Allem daS wundervolle Gruppenbild der Familie Kirn (von 1850), das in dem innigen Verhältniß bei Elterv- paareS mit dem Kuabcx, den fein modellirten Köpfen, dem Zusammenklang von Zeichnung und naiv harmsuischer Farbe ein Meisterserk bei damals fünfundzwanzigjährigen Künst­ler» ist und bleibt. Wie ansprechend und hold, so ganz mit Liebe gemalt, erscheint die junge Braut deS Künstlers (». 1858). Daß der Maler manchmal be« Geschmack oder einem Sonder- wunsch bei Bestellers Rechnung tragen mußte, merkt man

Die heutige Nummer umfaßt außer demUnterhaltungsblatt 14 Seiten

wohl gelegentlich, etwa an dem einen oder andern Kinrer- bilsniß. Schematisch aber behandelt er daS Porträt nie. Immer ist bai Eigenartige bei Individuums h Haltung und Ausdruck herausgeholt, bei einigen ist es geradezu in frap- panter Lebendigkeit deS Moments erfaßt. Man vergleiche u. A. die Bildnisse der Frau J. W a l tz, de Justizraths O s i u 8 , die beire« Prachtköpfe bei alten Akademie-Inspektors P e l i s s i e r u«d deS Herrn Rodde sen. Eine besondere An- ziehunZ bietet es, die Bilduiffe, von den frühesten der fünf­ziger Iah e biS zu den jüngsten herab, in iqrer technischen AuSführnvg und Ralseise z« stusiren, »ie die zeichnerisch-, modellirende Behandlung mit ihrer Formenbestimmtheit über- geht in einen rein malerischen breiten Farbenvortrag «nd wie schließlich in den letzten Arbeiten (dem Porträt bei Herrn Kreuter sen., zsri Damenbildnissen usb einem Kinderbilde) eine hellfarbige Tonskala vorherrscht, die verräth, daß der Maler bis zuletzt mit Problemen deS malerischen Ausdrucks und »er Farbentechnik beschäftigt ist und nach neuen Wege» sucht. Bezeichnend ist sein eigener AuSspruch, daß er sich mit dem Malen sein Lebtag habe herzlich plagen müssen und daß eS ihm erst in den letzten Jahren wahrhaft leicht geworden sei.

Trotz dieser steten und vielen Aufträge war das Po trät- «alen bei seinen bescheidenen Forderungen nicht die melkende Kuh für C » r n i c e l i u i, wenn ei ihm auch mit b.r ständigen Unterhaltung seiner vielbesuchten privaten Zeichen- unb Malschule eine ge»iffe Sicherheit der Existenz geboten hat. Bei seiner f^nrUen Arbeitsweise, bei dem ununter­brochenen Fleiße, der fich durch uichtS abirren unb ablenken ließ, fand er auch zum freien Künstlerschaffen, zu dem ihm sein Herz zog, noch stete Kraft neb Zeit.

Daß hierin seine eigenste Bedeutung und Größe liegt, läßt die Ausstellung in den hier vereinigten religiösen, Historien-, Märchen- und Genrebildern deutlich empfinden insbesondere zeugen auch die zahlreichen Entwürfe, Stadien