Einzelbild herunterladen
 

tawuewe««»

Preis:

Jährlich 9 M. Whrl. 4^50^$.

Merichöhrlich 2 ^* 25 ^$.

9k auswärtige Ä^önNenierr mit beut

betseffenbtn P^auffchlag.

Die einzelne

Nammer tostet

10

Amtliches Argan für Ktsöt- unö LauSkreis Hanau

Erscheint täglich mit Assnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrück«»,»- g-bLhr

für Stadt- und Saab» kreis Hanau 10 ^ Wt ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30

Rr. 45

Mittwoch den 22. Februar

1899

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 14

Amtliches

Bekanntmachung.

Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers und Königs als Regierungs-Präsident von Coblenz in den Regierungsbezirk Cassel versetzt, habe ich heute nach' Einführung durch den Herrn Ober-Präsidenten hier mein i Amt übernommen.

In freudiger Bewegung, an der Spitze der Königlichen

Nachweise der erfüllten Schulpflicht das Erforderliche gewahrt reicht, der sich in bemerkenswertter Weise über die Lage unserer werde. Landwirthschaft äußert. Der Lan^wirthschaftsrach gibt seiner

Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Freude ba-.über Ausdruck, daß es der Landwirthschaft gegen- Lebensalter hinaus in Pflege bemalten. s wärtig wieset etwas besser geht, warnt aber gleichzeitig da-

Die Unterlassung der rechtzeitigen Einschulung schul- vor, diese Thatsache zu überschätzen, da einige bessere Jahre Pflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über picht genügten, um die schweren, in früherer Zeit geschlagenea unentschuldigte Schuloersäumnisfe. i Wunden zu heilen. Neben der Beseitigung des den Land-

Hanau den 20. Februar 1899.

Der Stadtschulinspektor Bungenstab.

i Wirth zur Zeit mit schwerer Sorge erfüllenden Arbeiter-Mangels ist das Hauptstreten der Landwirthe auf eine Erhöhung der 2803 Zölle auf landwirthschastliche Erzeugnisse bei den nächsten

------ Handels-Verträgen gerichtet. Dies soll jedoch nicht auf Kosten

Ackerverpachtung. i Wie schon der Vorsitzende des Bundes der Landwirthe, Von dem demänen fiskalischen Grundbesitz in der Gemar- Frhr. v. Wangenheim, in der letzten Versammlung des Bundes

Regierung mich m den Dienst ferner Hermath stellen zu ^^ Don Windecken soll d;s 30 ha 59 a 05 qm betonte, wollen die Landwirthe keine einseitige Agrar Politik dursm, begrrche rch meme engeren, Land stute, de BewoMer^^e Ackergelände in der Marlache, am Ost treiben, sondern vielmehr die Interessen aller produktiven des Bezirks bei meinem «tntSantritt auf das herzlichste unb ; ^met Weg, hinter der Hohl, in den Fernwein- Siäare fördern. Auf demselben Boden steht der Landwirth-

birte sie wie alle Behörden des Bezirks, mir rhr Vertrauen g^^e«, ö» WartbattM auf die hohe Straße stoßend, schaftsralh. Ja seirem Berichte heißt es darüber:Ck

?u schenken und m gemeinsamer Arberr mit mir thätig zu ^ Habichtsthst, bet der Sirzwiese und im G«tten-j teutsche Landwirthschaft steht keimswegs wie vielfach ange- ur das Wohl unseres Heffenlands und Umit für ^^m in 114 Wirthschaftlich abgetheilten und nommen wi d, der Industrie feindlich gegenüber. Jm^Gegen-

^Caffel"en 18^Februar"^ Vaterlands. -verfteinten Parzellen zum Flächengetzalie von m-ift 10, th-il, sie weiß sehr wohl, daß mit blühender Industrie auch

v. Trott zu Solz, Regierungs-Präsident.

Die

20, 25, 30, 40 und 50 Aren vom 1. Januar 1899 an ihre Haupt-Abnehmerin, die inländische Bevölkerung, in ihrer auf zwölf Jahre, mithin bis zum Schluß des Jahres 1910, Konsumtions-Fähigkeit wächst. Die Landwirthschaft ist darum öffentlich meistbietend verpachtet werden. auch fest entschlossen, Hand in Hand mit der Industrie den

Termin hierzu ist auf Moutag den 27. dieses Kampf aufzunehmen zum Schutze der nationalen Arbeit; sie

Schulnachricht.

Die Anmeldungen für das neue Schuljahr finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine in der Zeit vom 27. Februar bis 4. März d. Js., vormittags von 1112

Monnts, vormittags von 9 Uhr ab, in den Saal des Rathhauses zu Windecken anberaumt.

Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne,

will keinen einseitigen Schutz agrarischer Interessen, sie ver­langt nur gleiche Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen. Der Deutsche Landwirthschaftsrsth ist der festen Ansicht, daß

Abhaltung eines weiteren Termtus. Licjti vyiuuu|ue, ^rgc» um ^uy igcyiuc yuieumi juui 'yujuitu

Die Kartenzeichnung über die Pschtstücke wird im Termin-der deutschen Landwirthschaft gefehlt worden ist, den Mark-

dieser Grundsatz, gegen den Jahrzehnte hindurch zum Schaden

Uhr, in den betreffenden Schnlgeböudrn statt und erfolgen

Rektor

1.

2.

3.

für die Knabenmittelschule bei

®artmuR, Johanniskirchptotz la;

für die Mädchenmittelschnle bei

Jckler, Bebraer Bahnhotstraße 9;

für die Knnbenbolksschule bei Dieterich, Johannisknchplatz Ib;

für die Mädchenvolksschule bei u m b a ch, Nebengasse 13 (Neustadt).

Herrn

Herrn

Herrn

Herrn

Rektor

Rektor

R-kior

Schulpflichtig werden zu Ostern d. Js. alle Kinder, welche das 6. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 39. September d. Js. vollenden werden. Dieselben sind daher in der angegebenen Zeit ordnungsmäßig zur Schule anzu- melden.

Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körper­lich so wenig entwickelt sind, daß sie an dem Klassenunter- richt noch nicht erfolgreich theilnehmen köunm, so haben die Eltern oder Vormünder dieselben unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung dennoch zur Schule aurumelden, damit zum

und Eckstein für die Wirthschaftspol tik des Deutschen Reiches

aufgelegt, kann aber auch schon vorher im Geschästslokal des u»» t&ii|tmi (ui un ^hm#!«,*^^ m kuwh^ui »1^1 Domänen-RentamtS eingesehen werben. Bemerkt wird, daß bilden muß, wenn ts auch in Zukunft, allezeit kampfbereit, die sämmtlichen Pachtstücke- an geeigneten Wirthschaftswegen als Wächter des Frieders und der allgemeinen Wohlfahrt für liegen. das gesammte deutsche Volk dastehen will."

Hanau am 20. Februar 1899. ! An einer langen Reibe von Zahlen weist der Landwirtb-

Der Königliche Domänenrath. Bell.

! An einer langen Reihe von Zahlen weist der Landwirth­schaftsrath nach, daß die Eiufuhr von Waaren gegenüber der 28,8 AuSfuhr in den letzten 10 Jahren enorm zugenommen hat

und daß die Mehr-Einfuhr zum großen Theil auf Kosten deS : deutschen Ackerbaus geschehen ist. So betrug die Einfuhr an

DicnstneHnchtcn aus dem Kreise

Gesunden: Ein Gebund Schlüffel (6 Stück). Ein ^^eive 1889 2,9 Millionen Tonnen, an Hülsenfrüchten schwarzer Kopfshawl. Eine Parthie Schulbücher mit dem ^000 Tonnen, 1898 an Jetreibe 5,7 Millionen Tonnen, Namen Friedrich Bötiger. Eine Fünf- und eine Zehn-Pfg.-' ^ Hulsensruchten 136500 Tonnen. Dre Emsuhr von Ge- Briefmarke, in der Post liegen geblieben.

Die Einfuhr von Ge­treide betrug demnach 1889 fast 3 Millionen Tonnen oder

Hanau am 22. Februar 1899.

Die Lage der Landwirthschaft.

Der seit Montag in Berlin tagende deutsche Landwirth-

60 Millionen Centner, 1898 dagegen fast ö/a Millionen Tonnen oder 115 Millionen Centner. Während 1889 nur 59 kg Getreide auf den Kopf der deutschen Bevölkerung ein- geführt wurden, stieg die Einfuhr 1898 auf 105 kg, also

um das Doppelte! Auch die Einfuhr der Hülsenfrüchte hat schaftsratb bat seinen Mitgliedern einen Geschäfts-Bericht über- sich seit 1889 verdoppelt.

FsttiK-stsor.

II. Aboimemcnts-Konzert des Oratorien- Vereins.

In dem gestrigen II. Abonnement?-Konzert des Oratorien­vereins kamen Robert Schumanns ^Scenen aus Goethes Faust" für Solostimmen, Chor und Orchester zur Aufführung. Der konzertgebende Verein erwarb sich dadurch unbestritten ein großes Verdienst.

Schumann hat bekanntlich d s weltliche Oratorium der Musik deS 19. Jahrhunderts zugeführt und in ihm eine Kunst­gattung geschaffen, deren hoher Werth bei jedem Musikkeuuer feststeht, wiewohl der reiche und eigenthümliche Gehalt große Schwierigkeiten zu überwinden bietet. Als eine merkwürdige Schöpfung deutschen Geistes, aber auch baß Kühnste, was Schumann in l-iefer Richtung geschrieben bat, ist die Kompo­sition der Hauptscenen aus Goethes ^Faust" anzusehen. Schumann stand, wie jeder gebildete Teutsche, unter dem mächtigen Eir- druck der Goetheschen Dichtung und jahrelang hat er sich mit dem Werke, das er im Jahre 1844 begann, intensiv br schäftigt. Daß für ihn keine leichte Arbeit war, erkennen wir aus seinen eigenen Worten, die er im Sept. 1845 an Mendels­sohn richtete;Die Scene des »Faust" ruht im Pult; ich scheue mich ortentlich, sie wieder anzusehen. Das Ergriffensein von der sublimen Poesie gerade jenes Schlusses (Fausts Verklärung) ließ mich die Arbeit wagen; ich weiß nicht, ob ich sie jemals veröffentlichen werde." Im Jahre 1847 nahm Schumann die Arbeit doch wieder auf und erst mit der inS Jahr 1853 fallenden Ouveriurc fand das ganze Werk seinen Abschluß. Bemerkenswerth ist, daß zuerst »Fausts Verklärung", die III. Abtheilung des Werkes entstand und dann die I. Ab-

theieung, bestehend in der Gartenszene, der Szene vor dem Bilde der Mater dolorosa, und die II. Abtheilung die Anelszene, die Szenen mit den vier grauen Weibern und Fausts Tod fertig gestellt wurden.

DieFaust"-Szenen sind für jeden schwer verständlich. Es bedarf darum eines eingehenden Studiums, eines liebe­vollen sich Hineinversenkens, um die Schönheiten dieses Werkes zu erkennen und den tiefen Gehalt in rechter Weise würdigen zu können. Der Oratorienverein hat es darum zum besseren Verständniß an den erforderlichen Erklärungen nicht fehlen lassen. Theils haben diese den Weg durch die Zeitungen genommen, theils sind sie in einem Vortrag den Mitgliedern des Vereins und den Freunden Schumannscher Muse nahe- gebracht worden.

Die Aufführung seitens des Oratori-nvereinS war eine gneikennenswerthe. Die Leistungen des ChoreS verdienen ur>- beb ingteß Lob. Trotz der zu überwindenden Schwierigkeiten kamen sämmtliche Chornummern, die durchweg ein charakte­ristisches Gipräge an sich tragen und in denen die jeweilige Situation aufs trefflichste gemalt ist, exakt und fein abgetönt zum Vortrag. In ihrer Wiedergabe spiegelte sich geistreiche Anffaffung, ein Verdienst des Leiters des Vereins, des Herrn Dr. Frank L i m b e r t, der mit der ihm eigenen Energie und Sachkenntniß der Einstudirung oblag, mit gewohnter fach­männischer Sicherheit den großen Tonkörper leitete und da­durch der ganzen Aufführong zu schönstem Siege verhalf. An den Ehren des Abends rahmen auch die Solisten lebhaften Antheil. Die Sopranparthir (Gleichen) sang Frl. Elisabeth Bode-Cossel und wußte sich mit der Rolle gut abzufinden. Wenn auch dir Stimmmittel dieser Dame nicht besonder-große sind, so ist doch Klang mb Wohllaut und eine künstlerische Verwerthung des Organs lobend hervorzuheben.

Kraftvoll, als eine echt männliche ungebrochene Erscheinung^ stehtFaust" vor dem geistigen Auge des Hörers. In Herrn1

AVotf Müller fand diese Rolle die würvigste Vertretung.

In dem temperamentvollen, hinreißenden Vortrag, gepaart mit der erforderlichen Ausdrucks fähigkeit und Schwunzkraft ge­staltete Herr Müller die Rolle desFaust" zu einer gerade­zu mustergültigen. Der Z«hörec hat wohl die Ueberzeugung gewonneu, daß man sich diese Parthie gar nicht anders denken kann. Lebhafter Beifall wurde dem Vortragenden gespendet. Auch die übrigen Soloparthien: Ariel, pater ecstacius (Tenor) und Böser Geist Mephistopheles, pater profundis (Laß) fanden in den Herren Theod. Wilhelm und Jan H e m s i n g, Frankfurt a. M., würdige Vertreter. Nament­lich erwies sich Herr Jan Hemsing als ein beachtenswerther Sänger mit guter gesanzStechnischer Durchbildung. Der Vor­trag war frisch und musikalisch sicher. Nur konnte uns die Aussprache nicht immer zusagen. Die übrigen Soloparthien wurden von den Vereinsmitgliedern: Frau Grill, Frau S i e b e r t, Frau S t ü b i n g, Frl. A. Zehner und Herrn Liese mit pflichteifriger Hingabe ausgeführt. Es hatten eben die folistisch hervortretenden Vereirrsmitglieder sich in ihre Aufgaben eingelebt und sangen vortrefflich.

Das Orchester wurde ersetzt durch Klavier- und Harmo- viumbrgleitung. Schumann hat dieFauit"-Scenen für Orchester geschrieben und gewiß aus dem Grunde, um eine größere Wirkung zu erzielen. Gleichwohl konnte man mit dem gestrigen Arrangement, wobei Klavier und Harmonium die Stelle des Orchester- vertraun, zufrieden sein, um so «ehr, als die Begleitung von den Herren Eckel-Frank- fukt a. M. (Klavier) und Oberreallehrer Paulstich (Har­monium) korrekt ausgeführt wurde. Während ersterer durch Vorzügliche Technik und durch ein vortreffliches Anschmiegen an die Sologesänge und Chöre hervortrat, vervollständigte letzterer durch das Harmonium an verschirdenen Stellen in angemessener Weise das Ensemble.