®to«*t«eate»
Preis:
Jährlich 9 X.
WMHrl. 4^50^. Vierteljährlich 2 X 25 4.
Mir auswärtige P^OUNenten mit dem betreffenden Postmifschlag.
Einrückung«.
gebühr
für Stadt- und 8a* kreis Hanau 10 4 Ht 4gespaltenc Garmond« zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Die einzelne Nmmne- tostet 10 ^
Amikiches Organ für Ktsöt- unS LanSkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ansnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 43
Montag den 20. Februar
1899
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 13
Amtliches
LcrrrHkveis ^anatt
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Unter d-m Pferdebestande des Gutsbesitzers Wilhelm
Handelskammer in Hanau. A"° S"“18™ «°-"»«-»-> ---
Im SitzungSsaale der Handclskammer ist für die Zeit * Ausstellung. Die vom Kunstverkin arrangirte Koll k- von heute bis zum Sonnabend den 4 März ein-; tiv-Ausstellung VVN Gemälden, Entwürfen «Nü Zeichnungen schließ ich eine kleine Sammlung von^Erzeugnissen der best-! des am 9. Dezbr. v. I. verstorbenen Malers Prof. Georg schen Kokonien ausgestellt. In der Sammlu- g btfhben sich Cornicelius wurde gest ruMittag eröffnet. Die Ausstellung u. a. Sten nüsse, Faser- uns Farbstoffe, Kaffee, Kakao, Ge- umfaßt den künstlerischen Nachlaß und zahlre che in Privat-
nürze, Kautschuk, Kopal, Getre>de, Hülsinsrüchte, Oels^men,
Tabak, Ei anen, Holz, Elephant er-, Flußpferd- und Wild
. schweinzähi-e, Perlmuttertheile, Schildpatt-Fabrikate, Strauß-
Koch auf der Bruderdiebacherhosmühle ist die Pferdestaupe federn, Exprrtmuster.
(Influenza) ausgebrochen. 1 ■
Hanau am 20. Februar 1899.
Der Königliche Landrath.
V. 1740 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.
Der Saal ist zur Besichtigung der Sammlung dem Publikum Werktags von VslO bis Vs 1 Uhr vormittags und
von 3 bis 5 Uhr nachmittags, Sonntags von 10 bis Uhr vormittags geöffnet.
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Schulnachricht.
Die Anmeldungen für das reue Schuljahr finden unter: Vorlage der Geburts- und Impfscheine in der Zeit vorn 27. Februar bis 4. März b. Js., vormittags von 11—12 Uhr, in den betreffenden Schulgebäuden statt unb erfolgen
Hznau den 20 Februar 1899.
Die Handelskammer: Canthal.
2805
Der Sekretär: Stellen.
1.
2.
3.
für die KnabenmUtelkchule bei
Bart muß, Johanniskirchpletz la;
für die Mädchenmittelsch,»le bei
Jckler, Bebraer Bah» Hofstraße 9;
für die Knsbenvslkrschnle bei Dieterich, Johannitzkuchplatz lb;
für die Mädchenvolksschule bei
U m b a ch, Rebengosse 13 (Neustadt).
Herrn
Herrn
Herrn
Herrn
Rektor
Rektor in
Rektor
R-k-or
Schulpflichtig werden zu Ostern d. Js. alle Kinder, welche das 6. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. Js. vollenden werden. Dieselben sind daher in der angegebenen Zeit ordnungsmäßig zur Schule anzumelden.
Dielistnachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein silberner Ring mit einem Todtenkopf; der Post liegen geblieben.
Verloren: Ein schwarzes Psrtemonra'e mit ca. 27 M.
urb einigen Pfennigen; dem Wiederbringer eine gute Belohnung.
Hanau am 20. Februar 1899.
Tagesschau
Der Rücktritt Banffys. In der Freitags-Konferenz
besitz befindliche Gemälde des Künstlers. Der auf der Ausstellung vertretene künstlerische Nachloß zählt 172 Nummern, darunter 86 Orlgemälde, die Werke aus Privotdefltz sind mit 106 Nummern vertreten. In einer der nächsten Nummern wird an dieser Stelle von berufener Feder die Ausstellung eingehendere Wü bigurg fingen. Für heute sei nur bemerkt, daß die Ausstellung eme hochinteressante ist und in weitesten Kreisen Aufsehen erregt.
B. ZagdanssichLen. Die letzter! Herbst- und Winter- jagden tauben im gew je* Kreise gegen die tzrg'.bniffe der Vorjahre zurück und man gebt vielfach, nachdem sich im Laufe des letzten Monats w^ig Hasen zrigtm, von der Ansicht aus, daß sich diese beliebte Jagdbeute in sahe der vor mehr als Jahresfrist im httstgeu Kreise statt^efundenen größeren mUitarisch n Uebungen mit dem dsrsuffolgknven Kaisermai öser vuzsge» habe. Das e-lte Eprichwort, her Hase wohnt eert, wo er . . . ist, hat sich roch stets bewährt und ist sie angeführte Vermuthung nicht stichhaltig. DaS wer.i er bcfrtedi- genk Ergebniß der vsrjShizeu Jagden und daS in der letzten Zeit weniger Sichtbarwerden von Hasen ist vielmehr auf folgende Umstände zurück.Jähren: Der Spätwinter und Frühling des Vorjahres brächte in einigen G-genden bei Streifes wberschwtmmuna. Diese und die darauf folgende naßkalte Witternng sind für das Aufkommen der jungen Hasen sehr nachtheilig gewesen. Außerdem wurden die Herbst- ». Winr?r- irgden vielfach an sehr ungünstigen Tagen abgehalten, sodaß
der liberalen Partei erttärte, wie aus Budapest berichtet sich matter Hase wider seine sonstige Geeohntz it ^hielt^ wird, der Minmerpräiidevt Baron Banffy, die Kompromiß- und das Jagdergtbniß gegen bei Berj v. zurückblieb. Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körper- Verhandlungen seien gescheitelt, die Opposition habe erklärt, »Meister Lampe" rat in dem verflsflenen Wirter kcine Roth
lich so wenig entwickelt sind, daß sie an dem Klassenunter- daß sie die Obstruktion nur gegenüber einer neuen Regierung gelitten! Weun wir also einen xü stigen März und spiit-r
richt noch nicht erfolgreich theilnehmen können, so haben die einfüHen uns nur dieser Indemnität bewilligen werde. Es —
©Itern oder Vormünter dieselbe unter Vorlage der ärztlichen wäre unter normalen Velhältnissen nur nstürlich, sagte
Bescheinigung dennoch zur E chnle anzumelden, damit zum Barffy. di sem Te-ronsmus der Obsttuktion den äußersten Nachweise der erfüllten Schulpflicht das Erforderliche gewahrt Widerstand entgegenzus tzm, allein die Regierung sei, wenn»
werde.
gleich im Widerspruch mit den Regeln des Parlaments, zu
Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete einem anderen Ent chlusse gelangt: dsS Kabinet habe sich ent
Lebensalter hinaus in Pflege behalten.
Die Unterlassung der rechtzeitigen Einschulung schulpflichtiger Kinder unterliegt deu Strafbestimmungen über unentschuldigt? Schulversaumnisie.
Hanau den 20. Februar 1899.
schlossen, seine Demission zu geben.
Aus Stadt- und Landkreis Hana«.
Nachdruck unserer Lokalarttkel nur mit Quellenangabe „Harr Sn- gestattet.
Der Stadtschulinspektor B u n g e n st a b.
gute Witterung haben werde«, wird die kommende Niederjazd den früher gehabten R-iz bieten und »die bei Jggdvrrpachlun- gen zu erzieln de Einnahme nicht niedricer zu schätzen sein?
** Abendunterhgltnng Urtier zahlreicher Betheili- gung aus Offiziers- wie auch aus bürgerlichen Kreisen fand am rerzasger.en Samstag Abend in den äußerst geschmackvoll dekorirten Sälen der Centralhalle die von dem Unteroffizier- korps des 2. Bataillons bei hiesigen Infanterie Regiments arrangirte Abendunterhaltunz mit Ball hatt. Daß auch die Herre« im bunten Rock es verstehen, Poesie, Witz und Humor eine freundliche Stätte zu bereiten, hat der von dem Geiste echter Kameradschaft getragene, höchst animirte Abend glänzend
* Ersatzgeschäft. Des Uesjährige Ersatzgeschäft findet
2803 statt vo» 8. ät# 20. März im ^c^lmus »znm Stm^of". lewiesen. Eine von patriotischem Geist durchwehte Begrüßung^
feuiUeiat.
Stadttheater in Hanau.
Hanau, 20. Februar.
Die Benefiz'eorstelluiig zum Vortheil unserer Soubrette Frl. Jüngling am letzten Freitag bot den bei solchen Gelegenheiten fremd gewordenen Anblick eines nahezu ausverkausten Hauses, die „erhöhten Preise hatten ihre Anziehungskraft auf das Publikum bewährt. Die Reise der fremden Gäste, welche die Aufführung deS gewählten Stückes der dreiaktigen Operette .Die Fledermaus' ermöglichten, haben den guten Eindruck, den die erhöhten Preise machten, wesentlich gefestigt, so beß die Benefiziantin mit dem Kassen- erfolg des Abends wohl zufrieden sein konnte. Aber auch daS Publikum wurde durch die Wiedergabe der Overette befticdigt, die Einzel- leistungen der Gäste waren vorzüglich, Frl. Jüngling sang und spielte ebenfalls ganz reizend und die hübsch gruppirten Massenszenen, in welchen unser ganzes Personal vertreten war, machten den besten Eindruck. Aus die „Handlung' der Operette näher einzugehen glauben wir uns ersparen zu können, der Unsinn schwingt das Szepter und zieht sich mit sprudelnder Thorheit mit guten und vielen schlechten Witzen die drei Akte des Stückes hindurch Aber auch nicht das Wort bringt dem Stücke den Erfolg, sondern der Klang, die reizenden Melodien mit denen Johann Strauß die alberne Handlung des Stückes ausgcstatlet. Und wenn die gefälligen und leicht beweglichen Melodien der Operette in so sympathischen Sängern liebenswürdige Interpreten finden, dann vergißt man daS Unsinnige der Handlung und gibt sich ganz dem bestrickenden und pikanten Reiz der Darstellung hin. Vor allem sei hier Frl. Ravarra als .Rosalinde* genannt. Die gewinnende Liebenswürdigkeit der Erscheinung, die prickelnde Laune und übersprudelnde Heiterkeit ihres Spieles und vor allem ihr reizender Gesang haben ihr die Sympathien des Publikums im Nu gewonnen. Als vortrefflicher Darsteller und Sänger bewährte sich auch Herr Losta vom Stadttheater in Mainz als .Gabriel von Eisenstein , die Gewandtheit und Lebendigkeit der Darstellung wurden durch ausdruckssäyigc Stimmmittel auf das Beste unterstützt. Durch schönen Wohlklang seines Tenors unb von anregender Wärme durchdrungenen Vertrag zeichnete sich auch Herr Schüler von Fraik. furt als „Alfred" aus. Weniger bcfiiebigte Frl. Flora aus Frankfurt als «Prinz Orlofkky', deren Vortrag und Darstellung wenig
aurdrucksfähig war. Frl. Jüngling zeichnete sich als „Adele" durch reizend verschmitzten Gesang und gewandtes liebenswürdiges Spiel aus. Von größeren Parthien verdient noch besonderes Interesse der Gesängnißdirektor .Frank' und der Gerichtsdiener „Frosch'. Ersterer war durch Herrn Schö n, letzterer durch Herrn Geh rman n von unserem Ensemble vertreten. Herr Schön zeigte sich redlich bemüht neben den vorzüglichen auswärtigen Kräften seiner Aufgabe gerecht zu werden und Herr Gehrmann wirkte durch drastische AuS- beutu::g der Situationskomik auf die Lachmurkeln des Publikums. Eine besondere Anerkennung verdiente auch Herr Sommer durch die wirkungsvolle Wiedergabe des „Dr. Blind." Der Regisseur Herr Gehrmann verdient uneingeschränktes Lob für die flotte Darstellung der Overette auf der Bühne. Vor der Bühne war eS der Musikdirigent Herr Allvater, der mit den ihm zur Verfü ung stehenden Kräften dem musikalischen Theile eine den Verhältnissen entsprechend gute Ausführung geben konnte.
Die tolle übermüthige FaschingSkomödie Charley'S Tante' ging gestern unter der Flagge allgemeiner Heiterkeit wieder einmal über unsere Bühne. Der Inhalt der Posse ist besannt, es ist eine jener Mißverständniß- und VerwechselungS-Komödien, bei denen man vor Lachen nicht zur Besinnung kommt. Der Kern des Stückes ist nicht übel erfunbex und die hübsche Grundidee ist zu einer überaus luftigen Handlung ausgestaltet, deren zahlreiche komische Situationen immer komisch und wirksam bleiben. Wird auch an Uebertreibungen und Unwahrscheinlichkeilen das Menschenmögliche geleistet, so fehlt eS der Posse doch auch nicht an frischem natürlichen Huwor, der «eidlich amüsiren kann. Geradezu bewundernswürdig ist das Geschick des Verfassers, der aus der VerkleiduagSsz-ne eine ganze Welt von komischer Szenen herausgeschlagen hat, deren Wirrsale und Mißver- ständniffe sich von Akt zu Akt steigern. Unter der in solchen Sachen bewährten Regie der Herrn Gehrmann nahm die Aufführung einen recht flotten Verlauf. Herr Taube hatte zwar als „Lord Babberley" seinem Humor etwas allzusehr die Zügel schieß«n lassen und im Wetteifer mit dem Autor doch etwas zu stark aufgetragen, doch soll ihm deßhalb die Anerkennung für sein lustiges Spiel nicht vorenthalten werden. Köstlich in seiner humoristischen Wirkung war der „Spittirue" der Herrn Hille. Als .Brasset' war Herr Sommer bestrebt die humoristischen Eigenschaften seiner kleinen Rollen in die nöthige effektvolle Beleuchtung zu stellen Die übrigen Darsteller, die Damen Lehmann, Köller, Schlomka und Jüngling und die Herren Linzen, Stieler und v. Stahl wirkten befriedigend.
Aus Kunst und Leben.
Auf der Suche nach Andrve. Aus S ts ck h o l m, 18. Februar, wird uuS gemeldet: Eine Depesche bei schwedischen Gesandten in Peter^burz mit folgendem Inhalt ist hier kingetroffen: Graf Murawjeff erhielt vom Polizei- Jnspektsr des Norddistrikt-s am Jeniffei eine Depesche vom 16. Februar, wonach die Mittheilung über Andres Expedition durch Nichts bestätigt wirb, weder im Bezirke Jeniffei selbst, noch in dem Distrikte, der dem Grubeninsp k.or am nördlichen Jmiffei untersteht.
Fruukfurter THeater-Repertoir.
Opernhaus. Dienftag, den 21. Februark Z«.m Sestkn des FondS für bei Kaisir Friedrich-National Deut« sl in Cronberg: »Die Maferw dang deS Lazarus". (Zum ersten Male.) Hierauf: »Die Götterdämmernnz^. 3. Skt. Gc. Preise. — Mittwoch, 22.; Geschloffen — Donnerstag, 23.; »Carmrn*. Gew. Preise. — Freitag, 24.: »Der Opern- bsü*. Ermäßigte Preise. — Samstag, 25.; »Der fliege»oe Hslläuder". Gew. Preise. — sermtag, 26., nachmittags 31/» Uhr: »Ero-äß. P eise. Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: »Msltto Falcone". Große Preise.
Schauspielhaus. Dienstag, dm 21. Februar: »Die Befreiten". »Sittliche Forderung". »Abschied «om Regiment". »Lore^. G-w. Pr. — Mittwoch, 22.; »Das grobe Hemd*. Gew. Preise. — Donnerstag, 23.: »Jäger- blut". Gew. Preise. — Freitag, 24.; »Herostrat*. G-w. Preise. — Samstag, 25.; Zum ersten Male: »Auf der Gönner.stite". Gew. Preise. — Sonntag, 26., nachmittags 3Vi Uhr: »Circ-Mrute*. Kttine Pr. AbendS 7 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: »Auf der •Sonnenseite”. Gew.^Pr. Montag, 87.: »WallensteinS Lager". Hierauf: »Die Picco- lontni”. Grm. Pr.