Erstes Blatt.
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wwtflwWn
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Nr. 42
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gebühr
für Stadt- und 2a* kreis Hanau 10 ^ Mt ^gespaltene Garmond- zelle oder bereu Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Amtliches Grgan für Stsöt- unö LauöKreis Hsusu.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Samstag den 18. Februar
1899
Amtliches, $Ha&t&rei0 Jbanau.
Das Ausschreiben, betr. den vermißten Formenschreiner Georg Müller aus Gondsroth hat seine Ertedigung gefunden.
Hanau den 17. Februar 1899.
Königliche Polizei-Direktion.
I. A.: Dr. Becker, Regierungs-Assestor.
(4anö£rew ^anaxt.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Kreisausschuß hat die Errichtung weiterer Neben- RendanMren der Kreisfparkafse in den Orten Mar-
T. Nr. 74/33, 32, 55/31, 54/31, 30 45/29a, 28, 27, Kampf der beiden Gewalten einen Staatsstreich prophezeiten, 26, 83/25, 82/22, 84/22, 88/25c, 50/20, 89/25c, sagten auch seiner Präsidentschaft eine Katastrophe zu. Ihr 90/25a, 93/38, 94/38, 95/38, 37, 46/33 hat ihn ein jäher Tod über Nocht enthoben. Frl x Faure betroffen werden, liegt auf Grund des § 7 des Gesetzes vom hinterläßt F ankreich in einer ernsten Situation; nach Außen 2. Juli 1875 vom 20. ds. Mts. an 4 Wochen zu Jeder- - nach blutend an der schwer heilenden Wunde, die ihm sein manns Einsicht im Stadtbauamt II während der Dienst- seetüchtiger Nachbar kürzlich geschlagen, im Innern zerrissen stundm von 10—121/g Uhr vormittags offen. . vom Kampf zweier entschlossener Parteien, die zum Aeußersten
Einwendungen gegen den Plan können innerhalb ge- entschlossen siad, dabei im Hintergrund die sozialistische und nannter Frist daselbst zu Protokoll gegeben oder an uns bonavartistischr Gefahr, schriftlich gerichtet werden.
90/25a, 93/38, 94/38, 95/38, 37, 46/33
Hmau den 16. Februar 1899.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
2719
Die Füße derer, die die dritte Republik begraben wolle», stehen vor der Thür. Sie haben keine Skrupel. Darin liegt die Gefahr. Möge Frankreich einen Mann finden, der fähig ist, ihr zu begegnen!
'öbel, Niederdorfelden, Niederrodenbach und Ostheim, Sie Uebertragung derselben an
1. Lehrer Vollend in Marköbel,
2. Gemeinderechner Trapp in Niederdorfelden,
3. Bürgermeister Haupt in Niederrodenbach,
4. Bürgermeister Brodt in Ostheim
sowie
Bekanntmachung.
Nachdem der Baufluchtlinienplan für das Geläude Vor dem Kanal Thor aus Grund des Gesetzes vom 2. Juli 1875 förmlich festgeitellt ist, liegt derselbe von j tzt an auf dem Stadtbauamt II (Langstraße 41) zu JevermanuS Einsicht offen.
Hanau den 16. Februar 1899.
Die Herren Bürgermeister dieser und der nächstbelegenen Gemeinden ersuche ich hiervon den Ortseingesessenen in geeignet erscheinender Weise Kenntniß zu geben.
Hanau den 18. Februar 1899.
Der Königliche Landrath.
A. v. Schenck.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
2718
Dienstnachrichten aus dem Kreise
Ueber die letzten Augenblicke Faures
berichten folgende Korrespondenzen:
Paris, 17. Febr. FaureS Sekretär Le Gall erzählt: Von 2 bis 5 Uhr empfing Faure eine große Anzahl von Besuchern, da gerade Donnerstag der stärkite Empfangstag ist. AIs der letzte Gast draußen war, griff sich Faure an den Hinterkopf und sagte: „Lieber Le Gall, da sticht'S und hämmert'S ganz kurios". Le Gall bemerkte darauf: „Ach das ist nichts, der Wechsel der Jahreszeit kündigt sich oft mit Migräne an". Gleichwohl wollte Le Gall Fräulein Lucie rufen, welche sich im anderen Flügel des @tyee befand.
Faure stöhnte aber schon sehr und griff mit der Ha»v nach
Zugelaufen: Ein Bernhardinerhund, weiß mit gelben dem Hinterkopf mit dem Ausruf: Flecken, w. Geschl.
„Es geht nicht, es geht
In den Stallungen der Müller Johann C h r i st und Peter Reinhardt in A l z e n a u ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die angeordneten Sperrmaß- regeln wieder aufgehoben worden.
Hanau den 18. Februar 1899.
Der Königliche Landrath.
v. S ch e n ck.
Gefunden: Ein Fahrradschraubenschlüssel. Hanau am 18. Februar 1899.
absolut nicht." Le Gall gab dem Ordonnanz-Offizier Hum- bert einen Wink und eine Viertelstunde später war besten Vetter, ein junger Arzt, erschienen, welcher sofort Lannelougue
Die Maul- und Klauenseuche im Stadt- und Lardkrüse Frankfurt a. M. ist erloschen und sind die angcordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.
Hanau den 18. Februar 1899.
Der Königliche L ndrath.
v. Schenck.
In Erbacherhof, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.
Hanau den 18. F.bruar 1899.
Der Königliche Landrath.
v. S ch e n ck.
^taöt&rei# ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Der von den städtischen Körperschaften unterm
7./11.
98
17./11.98
beschlossene Baufluchtlinienplan für das Gelände nördlich der Akademiestraße, von dem die Parzellen:
8. Nr. 396/25 rc., 314/25 rc., 395/25 rc., 316/23, 22a, 21b, 407/66aa, 406/66aa,. 421/198, 422/198, 453/80 rc., 455/81a, 454/81a, 456/82, 83, 379/84, 389/84, 205/19a, 372/19, 369/15, 20, 21, 22, 393/23, 24, 200/25, 199/25, 26d, 27a, 320/25c, 370/15, 378/84, 474/83, 52/83a, 523/83a, 522/83a, 527/83a, 526/83a, 525/83a, 519/83 rc., 518/83 rc., 468/85, 390/8, 391/8 rc, 392/10, 11, 12, 13, 246/14, 247/14, 7, 490/4, 491/4, 476/86 rc., 481/87a, 516/86 rc., 517/86 rc., 514/86 rc., 515/86 rc., 510/86 rc., 513/87 rc., 465/85, 492/86 rc., 464/86, 461/80, 459/80 rc., 458/81, 457/80, 329/81, 326/80, 356/80, 355/198, 381/198, 443/198, 444/198, 425/198, 471/88,
U. Nr. 302/8a, 307/11, 306/11, 305/11, 304/11,
291/8a, 267/9 rc., 268/11, 219/lla, 270/13 rc., 271/14, 274/14 rc., 233/15 rc., 239/12 rc., 238/12 rc., 208/lla, 250/10 rc., 251/10 rc., 263/8a, 317/8a, 316/8a, 315/8a, 314/8a, 280/8a, 301/8a, 300/8a, 299/8a, 279/8a,
289/1, 290/2, 692/6, 295/6, 297/6, 274/6 rc., 240/5, 242/8 rc., 194/8a, 249/8a, 256/8a, 257/8a,
> telephonisch zitirte. ßud< Faure ließ aus der »po hcke Sens- Am Sarge Fattres. teig holen, konnte es je»vch kaum erwarten, bis der Botezu-
Jn dem Augenblick, wo die unseligen Folgen einer die rückkam und ging ihm schon auf dem Vorsaal entgegen. Bald Welt bewegenden Rechtsfrage Frankreichs innere Politik auf darauf kamen die Doktoren Cheunier und Bergeron, dann das Heftigste erschüttern, wird die dritte Republik jäh ihres Dupuy. Dieser wartete, um den Kranken nicht aufzuregen, Staatsoberhauptes beraubt. Viel Glück hat die aus den im Nebenzimmer und erhielt alle fünf Minuten Bericht. Er krieaerischen Stürmen der Jahre 1870/71 hervorgegangene trat erst in das Zimmer, als die Bewußtlosigkeit begonnen Republik mit ihren Präsidenten überhaupt nicht gehabt. i hatte. — Dupuy verbrachte, vo» Ely'äe zurückgekehrt, die
Von den sechs Männern, die nachm ander Inhaber dieser ganze Nacht in seinem Bureau. Einem Besucher sagte er, Würde gewesen sind, hat nur ein einziger die sür die Präsi-sdaß er tieferschüttert von der Leiche diese» ausgezeichneten dentschaft verfestungsmäßig vorgeschriebene Dauer von sieben Franzosen komme, welcher in schwieriger Zeit wesentlich dazu Jahren wirklich erlebt. ThierS, der als Haupt der pro-i beitrog, dem Lande den Frieden zu erhalten und im Inneren visorischen Regierung in die Präsidentschaft bineinglitt, nahm die Gegensätze zu mildern. Professor Lannelongue erzäylt, erzürnt und grollend seine Entlassung am 24. Mai 1873, daß bei Faure sofort nach Eintreten der Sprachlosigkeit die
als ein monarchistisches Tadelsvotnm gegen iün und sein Ministerium in der Kammer angenommen wurde. Auf den bedeutendsten Staatsmann, den Frankreich aufwies, folgte eine politische Null, Marschall Mac M a h o n, der am 30. Januar 1879 freiwillig zurücktrat. Ihm folgte Grevy, ein
daß bei Faure sofort nach Eintreten der Sprachlosigkeit die
linke Körperseite gelähmt wurde. Er fand eS unsinnig, zu sagen, daß Rettung möglich gewesen wäre, wenn sofort ein Arzt zur Stelle gewesen wäre. Die Katastrophe war mit furchtbarer Gewalt eingetreten. Daß die Folgeerscheinungen,
nämlich die Lähmung der Organe relativ langsam erfolgten, t—-------, -......, .....1 ist nur der starken Natur Faures zuzuschreiben, die, so sagt
ziellen Korruption zu Grunde ging, die er in unbegreiflicher Lannclonzue, ich, sei« Freund, seit Jahren kannte und br-
persönlich ehrerwerther Mann, der trotzdem an der finan-
Schwäche und Blindheit in der eigenen Familie geduldet
hatte. Der Skandal kam fast unmittelbar nach G r e v y s Wiederwahl zum AuSbruch, so daß seine zweite Präsidentschaft schon nach ein.m Jahre ihr Ende fand am 2. Dezember 1887. Als Träger eines frühen Namens der revolutionären Legende folgte ihm C a r n S t, ein korrekter, aber herzlich unbedeutender Mann, dem nur sein tragischer Tod — er würde bekanntlich am 24. Juni 1894 ermordet — zu einer vorübergehenden Berühmtheit verhalf. Sein Nachfolger Casimir - Perier wäre wohl befähigt gewesen, das gesunkene Ansehen der Präsidentschaft zu heben, wenn ihn nicht rasch ein starker Ekel vor dem wüsten Parteitreiben und den durch und durch verfaulten Verhältnissen des Staates ergriffen hätte. Kaum ein halbes Jahr nach seiner Erwählung trat er zurück.
Bei der Präsidentenwahl, die am 17. Januar zu Versailles stattfand, erhielt im ersten Wahlgang B r i s s o n 338 Stimmen, während auf die beiden Kandidaten der Opportunisten, Felix Faure 244, Waldeck Rousseau 184 Stimmen sielen. Da letzterer z« Gunsten Faures verzichtete, wurde im zweiten Mahlgang der bisherige Marineminister Felix Faure mit 430 gegen 361 Stimmen, die auf Griffen fielen, gewählt.
Des Herrschers ungemischte Freude ward auch Faure nicht zutheil und gerate in den beiden letzten Jahren bewegte sich, gemeintem mit der inneren und äußeren Politik Frankreichs, die Regierung des Präsidenten in absteigender Linie. Als Flammrnzeichen ging durch sie die unselige „Affaire", die dem Frankreich unserer Jahrhundertwende die Signatur gibt. Nicht verschwiegen sei, daß am 26. September 1898 unter dem Einflüsse Brissons gegen Faures Wunsch die Revision des Dreysus-Prozesses beschlossen wurde.
Ein Heer von Gegnern ist dem Präsidenten daraus entstanden und die Unkinrufe, die aus dem noch immer tobenden
Die heutige Ruwmer umfaßt außer dem UnterhaltungSblatt 14 Seiten.
obachtcle. Faure sprach, besonders seit er im Echive weilte, wiederholt die Ahnung aus, er werde von einem Gehirnschlag »egzerafft werben.
Puris, 17. Febr. Präsident Faure nahm, als er den ganzen Ernst seines Zustaudes erkannte, von seiner Gemahlin und seinen Kindern Abschied, ebenso auch von seinem Ksbiuets- direkisr Legolle. Letzterem dankte er noch für alle seine Mühe und Arbeit. Auch von seinem Haushofmeister und eon seinem Kammerdiener verabschiedete sich Raure. Der verstorbene Präsident liegt in seinem Arbeitskabinet auf einem Feldbett. Sein Jäger »acht Sei ihm. Die Leiche wird heute einbalsamirt «erden.
Die Aufnahme der Trauernachricht in Frankreich.
Paris, 17. Febr. Die Nachricht von dem Tode Faures hat natürlich überall die größte Aufregung hervorgerufen. Ein Redakteur der „Azeuce National" begab sich zu Briston und theilte diesem die Nachricht von dem Tode mit. Briston war ganz betreffen. Er verlieh seiner grohin Trauer Ausdruck und sagte, die Mitglieder des KabinetS müßten sich sofort vereinizen, um in einigen Tagen zur Neuwahl zu schreiten. Briston fragte, wie die Nachricht auf den ^Boulevards ausgenommen werte und ob sich auf de« Straßen keine Bewegung zeige. „Gaulois" sagt: Faure habe sich dadurch beliebt gemacht, daß während stirer Regierung die frakzösisch-russtsche Allianz und der französisch italienische Hanrelsvertrag zum Abschluß gekommen seien. „Fizaro" ermähnt in Anbetracht der Präsidentenwahl alle Republikaner, für diesen Augenblick alle Streitigkeiten bei Seite zu lassen, welche bisher zwischen den Republikanern geherrscht haben. Man könne volles Vertrauen zu Dupuy haben. „Autorin" stellt Betrachtungen an über die Schicksale, »eiche die Präsidenten der atheistischen Republik heimsuchten. Nicht einer von