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(Hanseaten»*

Preis: jährlich 9 «44. Mhrl. 4 v« 50 ^.

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Amtliches Organ für StaSt- unS Lanökrers Hanau

Erscheikt täglich mit AusNahme der Sonn- und Feiertage, mit beLetristischer Beilage.

Nr. 40

Donnerstag den 16. Februar

Einrückung«.

gebühr

für Stadt- und £<u* kreis Hanau 10 ^ H» 4gespallene Garmond- zelle oder deren Raum,

Im Reklameuthnl die Zeile 20 ^, für SuSwärtg 30 ^.

1899

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gesunden: Ein Gebetbuch der Marianischen Congre- gation. Eine lederne Pferdedecke. 22 Pf. in Baar.

Verloren: Ein biasner Lederriemen, ca. 1,50 m lang, gegen Belohnung abzugeben. Ein zweiräreriger Schulter­kragen.

Zugelaufen: Ein junger Spitzhund, schwarz und weiß, m. Geschl.

Entlaufen: Ein brauner schottischer Schäferhund m. Geschl.

Hanau am 16. Februar 1899.

Teutscher Reichstsg.

(Sitzung vom 15. Febr uar.)

Fortsetzung der gestrigen Berathung. Abg. Paper (südd. Vp.) meint, die Vorlage habe in ihrer j-tzigen Gestalt keine Aussicht aus Annahme. UebereinstiMmung herrschte nur darüber, daß Mißstände seien, deren Beseitigung wünschens- werth sei. Redner ist mit einer Vermögen-Konfiskation nicht einverstanden. Am annehmbarsten scheine ihm der Vorschlag einer einmaligen baaren Hinauszahlunz an die nothleüendcn Mstalten. Die Bedeutung der OttSrenten stellen werde über­schätzt. Auch die Kosten ser Rentensiellen seien zu bedenken. Für die Dccentralisation sei er, Redner, sehr gern zu haben, aber richt für eine solche. Abg. v. Löbell (kons.) berührt die Frage des Arbeiterschutzes. Staatssekretär Posadowsky nimmt oir o' preußische Anstalt in Schutz. Ein jetzt unbe­dingt zu scheff-nder Ausgleich sei kein sozialistisches Verfahren. Der vom Abz. Hitze gemachte Voifdhs einer Ausdrhrung der Versicherung auf Wittwen un Waisen sei jetzt undurch­führbar. Adg. Herrmann-Praunsberg (Centr.) tritt für den Vermögens-Ausgleich gemäß der Vorlage ein. Abg. Wurm (Sez.) weist die vom Abgeordneten Löbell gegen die Sozialdemokraten gemachten Ausführnnzen lethaft zurück und polemisirt scharf gegen die Konservativen. Abg. H il b e ck (ntlsi ist mit dem Vermögknsausgleich in der jetzigen j Form nicht einverstanden und Direktor v. Wötke sucht den Vomchlag des Vermözens-AusgleicheI zu rechlfertsten. t Nach weiteren kurzen Bemerkungen der Abgg. H a u ß (Elf.) i. und Sachse (Soz.) wird die Weiterberathuug auf morgens

vertagt.

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 15. Februar.)

Am Ministertische: Frhr. v d. Recke und Kommis- jarf?IL Die Berathnng über den TitelMinister-

gemalt" des Etats des Mmisttriums deS Innern wird sortgesetzt. Dbg. Rickert (freis. Ver.) wünscht bei Ein- gememdungm nsch gleichmäßigen Grundsätzen zu verfahren und, um dies genauer p üftn zu können, bittet er den Mt- rnsier, eine Urberstcht d r beaniragten und vollzogenen E.N'

pemeindungen dem Hanse gugehen zu lassen.

Abg.

Ehlers (freis. Ver.) wünscht Kommiisionsberatdung ees Antrages Wiemer (Mißbilligung des Waffengebraucherlasieß).

Abx. Ba rtelS (k) erk ärt sich für Ablehnung des An träges Wiemer und tritt den gestrigen Ausführungen des Abg. Dr. Frsidberg entgegen, welcher das Ueberwiegen deS Adeis in der Verwaltung bekämpft hatte. Von einer Bevor­zugung des Adels könne durchaus keine Re e sein. Abg. Ring (kons.) macht auf die Gefahren aufmerksam, wein e mit den gewerkschasilichen Verbsndssroanisat'0 en verknüpft sind, die dem sozialremokratischen Eiufl.ffe unterstchen. Redner schildert eingehend die Verbündsorgsnifation der Maurer, die Form der Beitragserh buna, auch die Beitrags­sammlungen zum Strikefonds. Die Kontrole sei strenge und erstrecke sich sogar auf die arbeitsfreien Tage. Die Arbener seien auf diese Weise einem Terrorißmus unterworfen, der

ihnen jede Hoffnung auf die Hilfe der Obrigkeit netzte. Sei mu g über die Behan'lunZ des AntrazeS Wiemer Aus- ts nicht möglich, i te Arbeiter zu retten vor den freiwiMe« zählüng nötsig. Die Verweisung an die Bud -tkommission Zwangsverdänden, dann würden die e Ve bände auch auf an- wird mit 133 gegen 121 Stimmen abgeleünt gegen die teere Gewerke übergreifen, und dann sei der sosialdemokrstische Stimm-n der Freisinnigen, NationaLcher sien, Polen und des Staat fertig. (Lehe richtig! rechts.) Minister Frhr. v. d. C-ntrums. So-ann wird der Antrag selbst gegen »b Stim- Reüe dankt dem Redner für diese Schilderung-n. Die-wen der Freisinnigen, des Centrums and der Polen ab-<- Polizeiorgane seien ja angewiesen, gegen derartige Aus - lehnt. Das Ministergehalt wird bewilligt. ?eim K pitel sch eitungen einznschrert.n, so weit das im Rahmen derOberverwaltungsgericht" hält Aog. Friedberr (natl.) geltenden Gesetze möglich sei. Jndiß werde doch Bedacht - eine Novelle zum EiNkommensi »rrgesetz für wüu ch «swerth. darauf genommen werden müssen, darch web- e gesetzlichen Das Kapitel wird nach weiterer kurzer Debatte geneh-

Mitret ein robfiamer Schutz der Arbeitswilligen herbeizu- migt. Das Haus vertagt sich fobanx auf Don erftaz fühnn sei. (Ledhasrer Beifall! rech s) Weiter Leg:ünd-r 1 Uhr. Tagesordnung: Emführungsgesitz z«m Bürgersichm der Ministtr Die behördlichen Sch- tie gegen den Kongr-ß Gesetzösch.

polnischer Aerzte nnb Naturfor chrr; es sei ausdrücklich pr»- klamirt worden, daß der Kongreß eine Vereinigung slavifLer Gelehrten werfen sollte. Es sei daher gebot n gewesen, sen

Kongreß zu verhindern. (Lravo!)

Wg- F-Hlisch

(kons.) schildert die Aechtung arbeitswilliger Arbeiter durch In der Budgetkommission ^es Reichstags wurde am Stilb Streikende und die Nöttzigung der Arveiter, einer Organi- woch, die Berathung der Militä'vorla,e fortgesetzt, und zwar sation beirutretev. Abg. Friedberg (natl.) dankt dem steht § 2 des Gesetzes über dieFriedenipräsenzstärke zurVer- Minister für sein Einschreiten gegen den polnischen Aerzte- Handlung, welcher hütet:

kongreß, der so lange feine Berechtigung habe, als es feineVom 1. Oktober 1899 ab wird die Fnedenspräsinzstä ke besondere polnische Medizin aebe. Abg. Dr. Hirsch des deutichen Heeres als Ja-resdurchschnittsftärke allmählich (freis. Volksp.) hält die AuSführn gen des Abg. Ring für derart erhöht, daß sie im Laufe des Rechnnsgsjahres 1902 bestellte Arbeit. Wie man b i den strengen Strafen geg n die Zahl von 502.506 Gemeinen, G freiten und Oberge- Arbeiter von einem Mangel an Schutz ^.er Arbeitswilligen freuen erreicht und in dieser Höhe bis zum 31. März 1904 sprechen lerne, sei unerfindlich. Er mißbillige den Terroris bestehen bleibt. An der Friede'.sp äscnzstärke sind die Bun- mus in jeder Form; aber gebe es denn nicht auch deästaatm mit eigener Mi:itärser«a:ung nach Maßgabe er einrn Terrorik.mus der ^rbeitgeb ' ? Sei es kein Bevölkerung- Ziffer betheiligt. Die Eirjährig-F:eiwiäl , e^ kom-

Terrorismus, wenn ein Fabrikbesitzer Arbriter enthffe, die bei den W^hleic n:^t nsch seiner Pfeife tanzten? (Beifall.) Das bischen Koal'tionsre«t solle man den Arbeite-n doch lasten. Wenn man d^m Frilden zwischm Arbeitern und Arbeitgebern wolle, dann wisse man auch für ein se-rein- sames Zui'ammenMrkeu Leiber orzen (Zischen rechts, Bei­fall links) Abg. FuchS (C-ntr) b-mertt, das Ve.Hallen der Arbeitgeber ssi auch gec-en die nichttosialdemokrarischen Arbeiter ein terroristisches. Christlich orgemistete Arbeiter, die weges Lohnvnbesterungen unterhandeln woll n, würden «bge= wiesen, weil man mit d>r Organisatio« überhaupt nicht ver- kardele. Abg. Ring (k»vs ) wevdsi sich § gen den Abg. HiriS, der behauptet hatte, er, R d" er, habe bestellte Arbeit gelikfert. Solle das etwa h ißen daß die Ksnferoativkn als Polizeispitzel furgirten ? Das sei eine Infamie! (Großer Lärm links.) Ich, das sei eine Jrfamir! Vizepräsident Frhr. v. Heeremas ruft den Redner w?;eu di-ses Auf­drucks zur Ordnung. Dg. Goldschmidt (frest. Vp.) bekämpft namentlich die Bestrafaug d-s Streikpo-ensiehens. Die Debatte wird nunmehr geichlosfeo. Nach einer langen Reihe persönlicher Werner funken w-rd bei d^r Abstim-

Die Heerespräsenz in der Budget­kommission.

F«NiKstH»r

Wie verhält man sich gegenüber der Influenza?

Ein Mann fuhr einst so erzählt eine orientalische Sa^e - mit ''einem Wagen durch den Wald. Hunderte von Atrien, denen aber r och die Stute fehlten, lagen am bem Wa-reu geschichtet; sie sollten in die Stadt zum Eisen- bändler aebrscht werden. Blank und blitzend tag-n dee ha so wie sie auS der Eisenhütte hervorge- W «aL und im Sonnenschein warfen sie Lichtstrahlen S ö hphipn. nt b ihr Leib zitterte.

A^.e Nnd für unS geschliffen! Unter rtzren Streichen werden n Da erhob ein alter Eschbaum seine Stimme nnb L!^ W»i « -«»- SW °- d'° Ei!-« ""L 5 *Ä' """-»-»--ich d°--m, »«« man die durchaus nicht ungerechtfertigte Angst vor der In- «um« ,b" rück,«, ihre bi-w-ilm leie«8gef«MHe W°»d>mg ? Ä 1 sieht, wie der Eine oder Andere zu- gewahrt, wer N^ J-mand, den er als gesunden Menschen kau sie mit einem Male hört Umluft; Nach kurzer eit an den Folgen der Influenza, an einer Jnfluenza- Kranfrett an ben cb?r begleichen. Man möchte dcm^ErÄLiefert der Influenza lei-e Han.,- Kad, 2 Ä braucht sie nicht zu fürchten. Verhüllet Euch ha,c, und ^.unberechenbaren rnd keineswegs immer

Euch besällt, ohne Schaden uberwindr«.

iui ......... , von Seiten des Nervensystems keine Beachtung schenken, ein

Die Bäüme bebten, und ihr Leib zitterte.! leichtes Fieber über:eigen und au« allen biet n Gründen auch - ' - -- m^ t-- "=' «*»' keinen Arzt befragen. Natürlich gehen solche Patienten noch

Die Frage ist also sehr «erechtfertigt:Me verhält ma» sich gegenüber der Influenza?" Uns sie ist umso zeitgemäß er, weil sie gerade in diesem Winter bald hier bald dort ein Opfer holt, den Palast ebenso werth schonend, wie sie ärm- liKr Wahrung des geringsten Arbeiters. Hat man es anL nicht mit einer Epidemie zu thun, welche an und für sich zahlreiche Menschen in schwere efacr bringt, so ist doch die ungemein weite Verbreitung der Influenza, ihre außnor ent- lich leichte Uebertragbarkeit und ihr oft ganz ungeahnt ernster Verlauf sehr zu beachten. Hinzu kommt, daß die Diagnose Influenza" durchaus nicht immer frühzeitig genug gestellt wird, einfach deshalb, weil viele Menschen die Krankheit in b<n ersten Tagen für einen eirfache« unbedenkuchen Katarrh der Achmungswese halten, manchen KegleitungSsymptomen

umher, versehen auch noch (wenngleich mit Beschwerden) ihre Berussgeschäste und denken nicht daran, sich pr schonen.

Gerade darin aber liegt eine schwere Gefahr, auf welche ernstlich hingewiesen werden muß. Wenn Jemand in dieser Zeit einen heftigen Katarrh (Schnupfen, Husten rc.) be­kommt, sei eS mit oder ohne nachweisbareErkältung", wenn er ferner Mattigkeit, Kopfschmerze«, Ziehen im Rücken, Störungen deS Appetits und de Verdauung bemerkt, wenn er zugleich ein (sei es auch leichtes) Fieber, etwa 38 0° oder mein, bemerkt, oder falls er kein Fieberthermometer besitzt, wenigstens Fiebersymptvme, (Frösteln, Hitze, Durst 2c.) an sich wahrnimmt, so ist die Vermuthung, daß ihn Influenza befallen hat, völlig gerechtfertigt. Nun ist zwar zuzugeben, daß diese Vermuthung in einzelnen Fällen auch eine irrige sei, und daß es sich nur um einen nichtinfektiösen Kartarrh Handeln kann. Aber die Vorsicht gebietet doch, sich so zu verhalten, als wenn es keginnende Influenza wäre, diese

Vor acht hat no® nie geschadet, wohl ober so manchen bei Kesundseit und am Leben erhalten. Falls in Zeiten herrschen­der Diprtderie ein Ki«d an Halsk^tarr^, an Schting- beschwerde», Fieber, Hünen, Heiserkeit rc. erkrankt, so wer en vorsichtige Eltern, selbst wenn sie feine ^Beläge" auf den Makdein, sondern nsr eine Röthu -g des Gaumens sehen, doch das Kst-d von den ges-ndei' Geschwistern abssndem, eS z« Bett legen, sorgsam besbachten und zur Feststellung der Diagnose bald einen Arzt zuziehen. In Zweifelsfällen ist eS immer gerathen, eher das Schlimmere anzunchmen und nicht einen halben Tag mit Einholung ärztlich « Rathes zu zögern. Ganz äntlich ist es bei Kräl pfen, bei Brechdurch­falles rc. geboten, vorsichtig und energisch za handeln, ohne erst Tage lang die so1 bare Zsit mit Srlbstkoriren zu ver­lieren.

Um auf sie Influenza zurückzukommen, so soll selbst der bis dahin gesunde, kräftige Mensch noch mehr aber der bereits an chronischem Katarrh oder an Folgen einer Lungen- krankheit leidende sich bei dem Auftreten der g schilderten Erscheinungen zu Bett legen. Thut er dies rsi, nachdem er noch zwei bis drei Tage um^r gangen ist, so muß er ge­wärtigen, daß der vielleicht aufaugÄ nur in den oberen Luft- wkgm vorhandene Katarrh in die tieferen Luftröh -»Ver­zweigungen hinsbgestiegeo ist, ja bereits die Lunge zu er­greifen begonnen hat. G-ra-,e das schleichende Auftreten eines Lungenkatarrhs oder einer wirklichen Langesentzüvdung ist eine der fch»ersten Gefahren der Influenza, d e selbst kräftige, ja herkulische Mensche«, welche lächelnd je er Warnung ipottea, in wenigen Tagen unrettbar dahmraffm kaun. Man lasse sich nicht durch die Entwürfe unbesonnener Menschendie Sache habe doch gar nichts zu sagen" oder durch die feine« Unterschiede zwischen BrouchialitiS (Katarrh der feinsten Luströhrenästchen) und Pneumonie (Laugeu- entzüudung) abhalten, sehr vorsichtig und streng mit dem