M»»«k«ent-.
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Amtliches Organ für $faöf- unö LanSKreis Osnau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 35
Freitag den 10. Februar
1899
DienstnaHrichten aus dem Kreise
Helm mit Federbusch und der Säbel kaum zu sehen. Neben, 8, 28: „Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle dem Fußende des Sarges liegen zwei schwarze Sammetkiffen, Dinge zum Besten dienen, die «ach dem Borsatz berufen
^Verloren: Eine goldene Damenremontoiruhr, auf der das eine mit dem Schwarzen Aelerorden, dem Pour le sind." Er rühmte Caprivis Güte und Sorgfalt für die
Rückseite in Muschellorm gravirt, mit schwarzer Stahlbroche. merite und den andern preußischen Orden und Ehrenzeichen, = Familie, der er ein zweiter Vater geworden, und für alle,
Entlausen: Ein brauner schottischer Schäferhund mit pgz andere mit den ausländischen Orden, soweit sie Platz die mit ihm in Verbindung traten, ferner seine Treue za
weißem Halskragen. 1
Zugeslogen: Eine Nürnberger Bagdettetaube.
Hanau am 10. Februar 1899.
hatten. Davor liegen der Kranz der Kaiserin Friedrich, mit Kaiser und Vaterland, die er auch anderen Personen lehrte, schwarzer Moirsr-Seidenschleife, die Palmen und Kränze des wie er sich in allen Stellungen, in Krieg und Frieden als
BundesratheS, der Reichsbank und anderer Behörden. Links. Royalist, nicht aber als Byzantiner erwiese» habe, seine De-
=: im Hintergrund steht auf einer Staffelei im Lorbeerkranz das muth, sein Gottvertrauen, seine Liebe und seine Fügung in Lenbachsche Kaiserbild, vom Monarchen seinem Kanzler ge-^ Gottes Willen. Vor der Predigt raune das Lied gesungen schenkt. Neben dem Saal befindet sich ein kleines Stäbchen,' „Christus ist mein Leben", nach der Predigt „Hoch in den
Der zweite Kanzler des Deutschen Reiches Gras Caprivi bisher Caprivis sehr einfaches ArbestSzimmer, in dem wäh- Himmeln thronen^. Alsdann formirte sich der Zug zum
ist gestern Nachmittag 1 Uhr in Skyren zur ewigen Ruhe; rend seiner letzten Krankheit sein Bett stand. Er starb unter, Kirchhofe, voran die Bataillonsmusi! aus Crossen, die Krieger-
bestattet worden. Zur Theilnahme an der Beerdigung waren' den Oelbildern seiner Eltern. Vom Schloß aus führt ein vereine, Schulev, zwei Offiziere aus Berlin mit den OrdenS-
zahlreiche Tranergäste dort eingetroffm. Aus dem von ihm mit Fichtenreisern bestreuter Pfad zu dem das Dorf über- kiffen, die Geistlichen. Dann folgte der Sarg, der von bewohnten Landhause hatten preußische und deutsche Flaggen: ragenden Kirchhof. In dem erst kürzlich mit Drahtgitter | Mitgliedern der Kriegervereine getragen wurde. Hinter ihm halbmast gehißt. Die Leiche war nach dem'Wunsch des abgezäunten Begräb»ißplatz der Schierstädtschen Familie, vor kamen die Angehörigen, General von Plessen, die Diener- Todten im einfachen schwarzen Sarge, den Helm und Generals- einem weißen, auf einer Felsenzruppe errichteten Marmor- schaft mit Palmen und Kräuzea und die übrigen Leidtragen-
Die Beisetzung des Grafen Caprivi.
Abzeichen bekrönten, aufgebahrt. Viele prächtige Kränze wur- kreuz, welches das griechische Kreuz mit A und 0 zeigt, ist den. Nach der feierliche» Beisetzung auf dem Kirchhofe das Grab gegraben, mit Fichtenreisern geschmückt. General- feuerte eine Sektion des Kriegervereius drei Salven über
den au der Bahre niedergelegt. Am Kopfende des Sarges stand das Bild des Kaisers, das Geschenk deS Monarchen
leutnant v»n Plessen bringt den Kranz des Kaisers mit, der das Grab ab.
an den Kanzler. Don Crossen hatte sich daS Offizierkorps Zettitzer Prediger Borhaser hielt die Leichenrede. — A s^ des daselbst garnisorirenden Bataillons mit der Musik an Vertreter des Seeosfizier-CorpZ bei der Leichenfeier für den &w A>ni,»*H^tro Ks^oKor» ßrttt» Qo^onndrA^e« f/tti^ nickt ftat^ | (^LM^f^kN A^^ &ߣ Admiralität sind deputirtr Admirals
an den Kanzler. Don Crossen hatte sich daS Offizierkorps
die Trauerstätte begeben. Eine Leichenparade fand nicht statt
Der Pfarrer Vorhauer aus dem Nachbardorse Zettitz hielt
Köster, Vize-Admiral Karcher, Contre-Admiral Oldekop, Capt. i
die Leichenrede. Die durch ein großes weißes Marmorkreuz z. S. Graf v. Basdissin, Freg.-Capt. Pohl, Corv.-Capt.
bezeichnete Grabstätte liegt auf einem freiliegenden Platze neben dem Dorffriedhofe mit weitem Blick auf See und Wals. Ueber dir Vorbereitung zur Bestattungsfeier und diese selbst berichten folgende Telegramme:
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 9. Februar.)
Zu Mitgliedern der statistischen Zentralkommission werde«
Winkler, Capt.-Llutn. Kinderling, Leutn. z. S. v. Trotha und _ _ _
Unter-Leutn. z. S. Otto v. Bülow. die Abgeordneten v. Mauteufsel, Friedberg und
Skyren, 9. Febr. In langen Wagenzügen, vielfach Goldschmidt, zu Mitgliedern der Staatsschuldenkommission
Skyren, 9. Febr. In Crofsen war heute große Wagen-
in einfache« Daueruwagen trafen die Gäste in Skyren ein. die Abgeordneten K r e itli u g und Paasche zesählt. Ei
Skyren, 9. Febr. InCrofsen war heute großeWagen-■ Generaladjutant von Plessen brächte die prächtige Blumen-ifolgt die erste Berathung des AutrageS LangerhauS noth, da alle Fuhrwerke nach Baudach zur Abholung der spende deS Kaiserpaares, ein sächsischer Generaladjutant einen, auf Annahme eine! Gesetzentwurfs betreffend die Ver- Berliner Ehrengäste bestellt und sogar die Pferde aus den Kranz deS Königs von Sachfen. Staatssekretär Tirpitz kam pflichtungen der bürgerlichen Gemeinden bezüglich der Barue« nächsten Dörfern geholt waren. Viele werden nicht mehr mit einem großen Blumenarrangement, mit ihm die Marine- und Reparaturen von Kirche», Pfarren uns Küstergebäuden, hinauskommen. Bis vor einer Stunde regnete cs, sodaß der dsputation. Es kamen ferner Graf PssadowSky, Nieberding, Abg. Langerhans begründet den Antrag, und fordert, daß Landweg von der Chaussee nach Skyren, ebenso wie der Minister Thielen, Oberpräsident von Boetticher, eine Anzahl i die auf der Konsistorislordnung von 1573 oder auf der Dorsweg grundlos sind. AuS Crossen haben sich die Be- Generale; ReichstagSprästdent Graf Ballestrem mit zahlreichen1 Fleckenordnung von 1702 beruhenden Verpflichtungen der taillonskapelle und aus Skyren und Zettitz der Kriegerverein Abgeordneten brächte einen Riesenkranz, den zwei Reichs-f bürgerliche« Gemeinden aufgehoben und den kirchlichen Ge-
bereits eingefuudcn. In einer Scheune des Dominiums packen Schierstädtische FamilienmitHlieder die aus Leiterwagen aus Crossen von der Post geschickten prächtigen Kränze aus. Im Schloß, aus dessen Dach die deutsche und preußische Fahne halbmast wetzen, find alle Hände mit dem letzten
tagSdiener trugen. Das Auswärtige Amt schickn ebenfalls meinden übertragen werden sollen. Abz. Stockmann er- einen Kranz; Erbprinz von Hohenlohe kam mit einem Kranz kennt die Berechtigung des Antrages, wenigstens für den des Reichskanzlers. Der Crosiener Postdirektor brächte einen
Kranz vom Staatsselretär v. Podbielski; es erschienen ferner der Kommandeur und eine Deputation der 52er auS treffen,
Schmuck deS Salons, mit dem Sarge und der Vorbereitung der Kommandeur und der Adjutant der 2. Garde-Jnfanterie- zum Empfange der Gäste beschäftigt. Der Salon ist von ■ Brigade und eine Deputation der Franzer auS Berliv. Der i der Familie ohne fremde Hilfe geschmackvoll dekorirt. Die Landrath urd viele Bewohner der Umgegend wäre» anwesend. Hinterwand ist mit Topfpflanzen und Fichtenbäumchen ge-i Nachdem der General v. Müller, der Rittergutsbesitzer voni schmückt. Davor steht der einfache, gekehlte schwarze Sorg, Schicrstädt, der Landrath von Lamprecht und die weiblichen genau nach Caprivis Bestimmung. In der von der Familie Familienmitglieder vor dem Sorge Plstz genommen hatten, gespendeten Krenzmenge aus zarten Blüthen sind der Generals- hielt Pastor Vorhauer aus Zettitz die Leichenrede naS Römer
Stadtkreis Berlin au. Zu den Provinzen hätten sich bisher keine besondere« Mißhelligkeiten herausgestellt. Wolle man die bestehenden Bestimmungen im Sinne des vorliegenden Antrags ändern, müsse man zuerst die Frage einer Entschädigung erwägen. Eine KommissionSberathung hält Redner für überflüssig, da die Materie in den früheren Sessionen bereits eingehend erörtert sei. Abg. Gorke spricht sich allgemein für den Antrag auS. Abg. Wolfs- Gorki erklärt, die Rechte sei gegen den Antrag, zumal das bisher auge- werbte Verfahre« in den meisten Gegenden ja Beschwerden
Kleines Feuilleton.
Aus Kunst und Leben.
-r. Symphonie-Konzert. Gestern Abend gab Herr Stabshoboist Schmidt mit der Kapelle des 166. Regiments sein drittes Symphonie-Konzert im hiesigen Stadttheater. Blicken wir heute nochmals rückwärts auf feine dieswinter- lichen musikalischen Veranstaltungen, so könne» wir dieS nur mit Genugthuung thun. Herr Schmidt hat bewiesen, dsß er mit der Schaar seiner Getreuen recht wohl im Stande ist, Symphonie-Konzerte auch in unserer Stadt zur möglichsten Befriedigung — selbst anspruchsvoller Musikfreunde und Musikkritiker — dem Publikum darzubieten. Aber nicht blos seine tüchtig geschulte Kapelle leistete in allen diesen Konzerten Vorzügliches. Herr Schmidt hatte auch stets bedeutende solistische Kräfte gewonnen, so daß jedes Konzert eine angenehme Abwechselung bot und auch jedesmal die Zuhörer äußerst zufriedkngestcllt den Konzertraum verlassen konnten. Erfreulich ist es auch, daß die Zahl der Konzertbesucher sich mit jedem Konzerte mehrte. Wir glauben, deß wenn Herr Schmidt im nächsten Winter abermals derartige Symphonie- Konzerte veranstaltet, seine musikalischen Abende noch besser besucht werden, als in diesem Winter, und daß diese schließ lich die Li-blingskonzerte der Hanauer werden dürften. ES war überraschend, was Herr Schr-idt mit seiner Kapelle auch diesmal wieder leistete, und wie sein hatte er sein Programm zusammengesiellt. Mendelssohn Bartholdy, Beetiovcn, Wagner, Liszt, Brehms, nur große deutsche Tondichter kamen zu Wort. Der überaus f«ne Bortrag von Mcndelssobn-Bartholdy'8 Ouvertüre: „Meeresstille und glückliche Fahrt" leitete das Konzert in würdiger Weise ein und brächte dem Prblikum die richtige Konzertsiimmung. Er wurde äußerst fyvpathisch
begrüßt. Nummer 2 beachte das Klavier-Konzert in Es-dur von Beethoven. Es ist dies eine großartig angelegte Komposition mit bebentenben Schwierigkeiten. Die Klavierparthie hatte Herr Profisssr W e f i n g -Erfurt übernommen, der feine Aufgabe glänzend löste; den orchestralen Theil führte die Kapelle meisterhaft durch. Ebe«'o gut war letztere in Richard Wagners „Vorspiel und Jsolden's Liebestod" cu8 „Tristan und Isolde"). Den gesanglichen Theil hat Frau Balser-Landmann, wie das vorauszusehen war, gut durchze- führt. In Nr. 3; „Fantasie-Sonate" in C woll" ton Mozart zeigte Herr Schmidt, deß er eS a»ch kersteht, eine Klaviersonate für das Orchester zu inflrumertiren. Seine Arbeit verdient volles Lob wie auch der schöne Dor- trsg durch die Kapelle, beidts wurde auch nach Gebühr gewürdigt. In der Echlrßnrmmer: Sinfonie Nr. 8 F-dur von Beethoven rahm die Musikerfchaar nochmals alle Kraft zusammen, um das Ganze zr m würdigen Abschluß zu bringen, waS auch bestink gelang. Der Beifell, de» Herr Schmidt mit feiner Kopelle farb, war wohlverdient. Mit seinen Solisten hatte der Konzertgeber ertHiederes Glück. Herr Professor Wefirg ist ein seiner Pianist. Sein Spiel »erräth eine sinnige Alffessung und seine Geläufigkeit ist geradezu gnßartig. ES zeigte sich dieS namentlich in „Feuerzauker" aus Walküre von Richard Wagner und der LiSzr'schen „Rhcpfodie Nr. 12.* Der lebhafte Beifallssturm, der dem Künstler zu theil wurde, veranlaßte diesen zu einer reizenden Zugake. Frau Balser-Lordwaun ist eine hier geschätzte und beliebte Kanzertfärgerin. Sie setzte gestern Abend ihr beste- ^ßnnm ein, um sich ihr,« alten guten Ruf nicht blos zu erhalten, sondern auch noch zu fördern. Wie sehr ihr Gesang erfüllen — es fei nur an eins ihrer Lieder: „Ach, »er des doch könnte!" — biwiese» die vielen duftenden Grüße, welche ler Sängerin überreicht wurden.— Eins nisten wir Herrn Schmidt zrm Echlrsse
noch empfehlen, daß er bei wieder stattfindenden Symphonie' Konzerten die Symphonie zu Aufanx spielen läßt und nich^ am Ende. Durch das zu viel Gedoteue wird man leicht er5 müdet und hat schließlich von der Hauptsache des ganzen Konzertes nicht den richtigen Genuß, »eil man zu abgespannt ist. DaS gestrige Konzert »ährte 21/» Stunden, batst entschieden zu lange, selbst wenn das Beste geboten wird, wie daS ja gestern der Fall war. Die AVounementS- Konzerte in der Centralhalle dauern l1/* Höchstens lx/s Stunde und niemand hat sich beklagt, deß diese zu kurz seien. Möze daS Herr Schmidt, dem wir nochmals unsere volle Averkenrung für seine Mühe und sein Streben ausdröcktv, in Zuluft «uch so halten.
Ein großes Wandgemälde in der Aula des Gymnasiums zu Erfurt hat der Geschtchtsmoler Erwin Küsthordt vollendet. Es behandelt die Rückkehr König Wilhelms I. von Ews aus dem Potsdamer Bahnhof in Berlin am 15. Juli 1870. Der Künstler hat sich genau an den geschichtlichen Vorgang gehalten, wie er durch Heinrich von Sybel und die Denkwürdigkeiten deS Kriegsministers v. Rooa überliefert ist. Zur Darstellung hat er den Augenblick gewählt, wo Biemarck dem König, der eben in das Empfangszimmer deS Bahnhofes eingetreten ist, die aus Paris gekommenen, als Kriegserklärung anzusehendm Telegramme vor liest. Der Vorgang ist schlicht, aber wirkungsvoll behandelt. Das Gemälde ist in Caseinfarben auSgeführt.
Für die geplaule Südpolarexpeditiou, deren Führer Privatdozert Dr. Erich von DrigalSki fein wird, ist als Abgangstermin der 1. August 1901 bestimmt. Es kommt daiavf an, daß schon jetzt zum 1. April Mittel in einer Höhe zur Verfügung gestellt werden, die es ermöglichen, daß mit dem Cchiffkau sofort begonnen werden tarn. Das ist nothwendig, weil man stuft den Termin für den Abgang der Expedition nicht innehallen lönnte.