Die einzelne
Nummer kostet
10
Nr. 31
Monnement».
Preis:
Jährlich 9 M. -GWHrl. 4 .X 50 4.
Vierteljährlich
2 X 25 ^.
Für auswärtige Wennenten mit dem betreffenden Postaufschlag.
Einrückung». gebühr
für Stadt- und La»b« kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmond« zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Amtliches Organ für Htaöt- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Montag den 6. Februar
1899
Amtliches. ^taötoret^ ^anau. Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Eichen: 45 rm Scheit, 221 rm Knüppel, 52,30 Hdt. weit über die Meere und bei uuS zu Haus in Europa, möge Reis 2. 4. Kl. sich ieoe den Trieben bebrönende iMeN,
Buchen: 154 rm Scheit, 195 rm Krüppel, 0,10 rm Stockholz 1. Kl., 81,50 HU. Reis 3.—4. Kl.
sich jeve den Frieden bedräuende Welle Brechen!"
Bekanntmachung.
Gemäß § 13 Abs. 2 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nasfau liegt die Ordnung über die Erhebung einer Gemeindesteuer von Branntwein aller Art für den Bezirk der Stadt Hanau vom 7. Februar b. Js. ab 14 Tage lang im Rathhaus, Zimmer Nr. 21, zu Jedermanns Einsicht offen und steht es jedem Bürger frei, innerhalb dieser dem Magistrat Einwendungen zu erheben.
Frist bei
Hanau den 30. Januar 1899.
Der Magistrat.
Dr. GebeschuS.
1963
Bekanntmachung.
Der 8 6 der StromlieferungS Bedingungen
für das
städtische Elektrizität-werk ist abgeändert und hat folgende
Fassung erhalten:
Die Glühlampen werden von dem Elektrizitätswerke Anschließern gegen entsprechende Bezahlung geliefert.
Die Benutzung anderer alS vom ElektrizitätSwerke
den
bc-
zogenen Lampen, mit Ausnahme solcher, welche nur Dekora- tionsiwecken dienen und nur mittelst Steckkontaktes in Benutzung zu nehmen sind, ist untersagt.
Sämmtliche Glühlampen, deren Glühbügel durchgebrannt sind, oder deren Helligkeit um mehr als 20°/, der nominellen Lichtstärke abgenommen hat, werden kostenlos umgetauscht; äußerlich beschädigte Glühlampen sind von dieser Vorschrift
ausgeschloffen.
Hanau den 1. Februar 1899.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
1991
Bekanntmachung.
Für das Schlach1hof-Kühlha«s sollen folgende, Be- triebseinrichtungen beschafft und auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Ein Warmwaffer-Reservoir,
Jsolirung desselben,
Ein Kaltwaffer-Reservoir,
Eine kupferne Heizschlange,
Eine Wasserpumpe für maschinellen Betrieb, Wasser- und Dampfleitungen.
Pläne und Beschreibung mit Auszug liegen von heute an im Stadtbausmt I, Zimmer 23 des Rathhauses, für Bewerber zur Einsicht auf nnd sind Auszüge für 50 Pfg. erhältlich.
Verschlossene Angebote werden bis Montag den 13. Februar d. I., vormittags 11 Uhr, bei obiger Amts- stelle entgegen genommen und findet daselbst um die genannte Zeit die Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber statt.
Hanau den 26. Januar 1899.
Stadtbauamt I.
Thyriot.
1752
DicnstnaHrichtcn aus dem Kreise.
Gesunden: Ein kleines graues Portemonnaie mit 2 M. Inhalt.
Verloren: Eine Brieftasche mit verschiedenen Papieren.
Ein Pfandschein Nr. 5743.
Entlausen: Zwei Bernhardinerhunde, weiß und gelb, mit schwarzem Kopf.
Zugeslogen: Eine blaue Brieftaube.
Hanau am 6. Februar 1899.
Holz-BerkallssbekllMltlllllchullg.
Königliche Oberförfterei Wolfgang.
Am Montag den 13. Fedrnar 1899 von vormittags 10 Uhr ab soll in der »ilh. Gchaaf'fcherr Gastwirthschaft zu Niederrodenbach nachstehendes Holz aus dem Schutzbezirke Oderrodenbach, Jagen 48 und aus der Totalität; Echutzbezirk Niederrodenbach, Jagen 55b, 76d und f, 77b und c, 88b, 117a und c aus der Totalität; Echutzbezirk Nenwitth-han-, Jagen 80c und zwar:
And. Lnubh.: 6 rm Scheit, 96 rm Knüppel, 1 rm Stockholz 1. Kl., 40 20 Hdt. ReiS 3.-4. Kl.
Nadelholz: 40 rm Schnt, 146 rm Knüppel und^ 94,60 Hdt. Reis 3. Kl.
öffentlich meistbietend zum Verkauf auszekoten werden.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 4. Februar.)
Auf der Tagesordnung steht zunächst der Bericht der 1964; GeschäflSordnungSkommission über deu Antrag Agster auf Erthrilung der Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Schmidt- Aschersleben wegen angeblicher MajestätS-
beleidigung. — Die Kommission beantragt, die Ge»ehmiguug zu ertheilen; daS Haus beschließt demgemäß. — Die Berathung de» P o st e ta t S wird fortgesetzt beim Titel „Gehalt deS Landtages ist wiederum der Anlaß zu einer Hochbemerkens-; Staatssekretärs."— Es ist hierzu ein Antrag (Resolution) Werthen rednerischen Knndgebvng des Kaisers geworden. Vor Dassermann eingegangen, dahin,ehend, daß von »er seinen getreuen Brandenburgern, mit denen ihn jene evgver- Reichspsstverwaltung gegenüber Gehaltsansprüchen von 8e- traulichen Bande vereinen, dir zwischen den Hohenzollern und I amten oder auf Probe Angestellten ein VerjährungSeinwand den Bewohnern deS Stammlandes vor nahezu fünf Jahr-leicht soll geltend gemacht werden. — «bg. Basserman« Hunderten geknüpft wurden, pflegt der Monarch offen und frei (-atl.) führt eui, die Postverwaltuug sei im Rechte, wenn zu sprechen, und manch bedeutungsvolles Wort ist hier ge-: sie republikanisch gesinnte Personen in der Beamtenschaft nicht fallen, seit Kaiser Wilhelm zum ersten Mal die Welt zum dulde. Andererseits sei eS nicht richtig, daß die Postver- Zeugen seiner Beredtfamkeit gemacht hat. Auch seine neueste, ‘ wallung in die wirthschaftlichen Verhältnisse der Beamten sich bilderreiche Rede, vollendet nach Form und Inhalt, dürfte nicht «nmischc. Von solcher Nervosität sollte man absehen. Zu verfehlen, in den weitesten Kreisen lelhaften Beifall zu finden; wünschen sei ferner, daß die Verwaltung in Grhaltsfragen hat doch der Kaiser abermals kundgethan, welch hohe Auf-, möglichst das Jutereffe der Beamten wahrnimmt. Redner fassung er von seinem Herrscherberuf hat. ■ befürwortet alsdann seine Resolution und erklärt, er erkenne
Der Oberpräsident, Herr b. Achenbach, hatte in feinem an, daß der Herr Staatssekretär ein »armes Herz für seine Hoch auf den Kaiser die Verdienste der Hohenzollern und die! Beamtm habe, und daß wir jetzt in einer Perwde der R-- Geschichte Preußen-Devtschlands in kurzen Umrissendargele-t. armen seien. — Abg. Müller- Saga« (freis. ValkSp.) Hier knüpfte der Kaiser an, indem er als Hanplumstand, daß bemerkt, dafür, daß unter den Beamten s» sehr agitirt werbe, ! die Hohmzollern ihre Aufgabe in dieser Weise haben löi-n i dabe der Staatssekretär den Beaeis nicht erbracht. Die können, die Thatsache bezeichnet-, daß sie bis persönliche Der-: Preffe sei gar nicht so böse, wie sie der Staatssekretär gestern antwortlichkeit dem Herrscher im Himmel gegenüber fühlten geschildert. Die KündigunjSverhältuiffe bei den vnterbeamten und vertratm. Selten ist die Bedeutung des Köuigih»- s '«er- sehr unsicher, mit solcher Strenge treibe mau die Unter- von Gottes Gnaden trefflicher beleuchtet worden, als hier von, beamten in die Hände der Sozialdemokratie. Redner empfiehlt unserm Kaiser: „Wenn wir Uns in den Augenblick versetzen > sodann folgende Resolution: daß 1) Disziplinarmaßregeln wo der Landes-Hauptmann und zum Kurfürsten ernannte. Kegen Beamte wegen AbounirenS «uf dm „Deutschen Post- Friedrich I. sein ' herrliches fränkisches Heimsthland mit der! boten" ungerechtfertigt und unzulässig sei n, und daß 2) der Mark vertauschte, die damals in einem Zustande war, »ie, RnchÄanzler jede Beschränkung der Postbeamten bezüglich wir es uns kaum nach den Beschreibungen der Historiker vor- ihrer außerdienstlichen Lekiüre untersagen möge. — ASz. Graf stellen körnen, so ist dieser Tausch nur so zu »erstehen, daL! Klinck,»ström (kons.) bedauert lebhaft, daß nach der gestrigen der Herr in sich den Beruf fühlte, in dieses Land zu ziehen,' Desatte ein solcher Antrag, wie derjenige deS Abg. Müller,
welches ihm anvertraut war von kaiserlicher Huld, um hier' Me eingebracht werben können. Der Antrag sei geeignet,
geordnete Zustände herbeizuführen, nicht bloß um des KaisersDisziplin zu zerstören. — Abg. Franken (natl.) Willen oder um seiner selbst willen, sondern weil er über-;empfiehlt vermehrte Sonntag-ruhe. — Staatssekretär von
zeugt war, daS Ihm die Aufgabe von oben gestellt war! - P o d »i e l S k i wendet sich gegen den Abg. Müller-Sagan
Daffelbe können Wir bet allen Meinen Vorfahren verfolgen.: ^ bleibt dabei, daß die Unterbeamten durch den Inhalt deS Die großen Kämpfe nach außen, die Entwickelung und dle^^utichr» Postboten" sojialdemokralisch verhetzt würben. Gesetzgebung nach innen sind immer nur von dem Gedanken! Der Antrag Müller sei unannehmbar, weil er nicht zum geleitet gewesen der Verantwortlichkeit für das Ihm unter-; ^^n, sondern zum Unfegen gereichen würde. — Abg. gebene Volk, für das ihm anveri laute Land." ; D . ö ck e r (b. k. F.) kritisirt die gestrize Rede des Abg.
Singer und wünscht entschiedenere Sonntagsruhe. — Staatssekretär v. Podbielski entgegvet, schon heutewerde eine Anordnung purlizirt werden, daß in der Regel Sonntags der Schalterdicnü um 12 bil 2 Uhr ein Ende nehme. — Abg. Lieder (Centr.) hält eS für das Richtigste, wenn sich die
Eine Rede des Kaisers.
Die diesmalige Tagung des brardenburgische« Provinzial-
Ju denselben Baknen wandelt auch unser Kaiser. Das zeigten die tiefempfundenen Worte, in denen er seiner Orient-
reise gedachte: „Von allen Eindrücken der erhabendste und
ergreifendste war doch nächst unserer Feier in unserer Kirche
der, auf dem Oelberg zu stehen und die Stätte zu sehen am .
Fuße derselben, wo der gewaltigste Kampf, der je auf der Erde i Beamten jeder politischen Agitation enthalten, ausgefochten worden ist, der Kampf um die Erläsung der tönne er damit eivverstanden sein, daß die Ges.»»»..., «.>»».« Menschheit von dem Einen ausgefochten wurde. Diese That- Beamten zum Maßstab dafür gemacht werde, ob er in einer
Unmöglich
könne er damit einverstanden sein, daß die Gesinnung eines
sache hat mich dazu bewogen, an dem Tage gewiffermaßen noch von neuem mir den Fahneneid zu schwären nach oben, nichts unversucht zu lassen, um mein Volk in sich zu einigen und das, was eS trenren könnte, zu beseitigen." Wie ein guter Gärtner einen ihm anvertrauten Baum, so will der
Verwaltung beschäftigt werden könne oder nicht. Die Se-
sinnunz sei sein staatsbürgerliches und natürliche- Recht. Dahinein habe sich Niemand zu mischen. Der Herr Staatssekretär möge sich um die Gesinnung seiner Beamte« nicht kümmern, sofern sie nicht agitatorisch heroortrete.
Gegen die Resolution habe er ein formelles Bedenken.
Kaiser die deutsche Reichseiche beschützen, fördern und pflegen, Gegen die Resolution habe er etn formelles Bedenken. - „die Zweige zurückschneiden, die überflüssig sind; auf die Ab-. Bebel (S»z.) polemisirt gegen A^. Graf Klmcksw
Thiere zu gehen, die seine Wurzeln benagen wollen, um sie auSzurotten." Der Kaiser will also nicht nur positiv wirke», sondern auch — wie bisher — alle die bekämpfen, welche den Bau des Reiches zu untergraben, seine Festigkeit zu erschüttern drohm.
Wenn nun einige Blätter aus den Worten des Kaisers: „Sicher ist der Friede, der hinter dem Schild und unter dem Schwert des deutschen Michel steht" und „so lange in der Menschheit die unerlöste Sünde herrscht, so lange wird eS Krieg und Haß, Nei» und Zwietracht geben" einen Gegensatz zu der FriedeuS-Kundgedung deS Zaren ausbauen wollen, so dürfte das verfehlt sein. Kaiser Wilhelm hat seine FriedeuS- liebe oft genug betont, als daß sie je in Zweifel gezogen werden könnte. Und auch diesmal hat er seiner friedlichen Gesinnung Ausdruck gegeben, indem er seine Rede mit den Worten schloß: „Deswegen wollen wir trachten, daß wir Germanen wenigstens Zusammenhalten wie ein fester Block. An diesem rocher de bronce des deutschen Volkes, draußen
stri«. — Abg. 8. Kardorff (Rp.) wcint, die Sozial- demokratie leide an Größenwahn. Nach dem Rezept des
Abg. Stöcker sei seit BismarckS Abgang g ehandelt worden. Und was sei die Folge davon? Die Sozialdemokratie sei auf mehr <18 2 Millionen Wähler gestiegen. DaS So- zialistengesetz sei nur auS versehen nicht erneuert worden. (Heiterkeit.) Wie schamlos die sozialdemokratische Preffe sei, zeige heute die Bemerkung » „Vorwärts", daß der Staatssekretär Podbielski, der bekanntlich an Gicht leidet, sich zu seiner gestrigen Rede wohl durch ein guteS Frühst ück gestärkt habe. Eine schamlose Insulte. (Beifall rechts, Gelächter bei den Sozialdemokrateu.) Die Debatte wird geschloffen. — Der Titel „Gehalt deS Staatssekretärs" wird genehmigt, desgleichen eine Reihe weiterer EtatStitel. — Ueber die beiden vorliegenden Resolutionen soll bei der 3. Lesung des Etat abgestimmt werden. — Nächste Sitzung Montag 1 U> Fortsetzung der Etatsberathung. — Schluß 51/» Uhr.