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10

Amtliches Argan für NsSt- unö LanöKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 29

Freitag den 3. Februar

1899

Amtliches.

Lsnöttvois ^banau.

Bekanntmachungen des Königlichen Lavdrathsamtes.

In Seckbach ist die Maul- und Klauenseuche erloschen »nd sind die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.

Hanau am 3. Februar 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 1140 v. Schenck.

In Eckartshausen, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die ungeordneten Sperrmaß­regeln wieder aufgehoben worden.

Hanau am 2. Februar 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 1113 v. Schenck.

Dicnstnachrilhtcn aus dem Kreise.

Gefunden: Bier weiße Perle». Ein alter Mantel. Eine Anmeldungskarte für den Tagelöhner Andreas Weiß von der städtischen Arbeitsvermittelungsstelle zu Frankfurt a/M. Eine wollene Pferdedecke, braun mit rothen Streifen.

Entflogen: Zwei weiße Mönchen. Zwei blaue Stein- heimer Tauben.

Zugelaufen: Ein junger brauner Jagdhund w. Geschl.

Hanau am 3. Februar 1899.

Ein kaiserlicher Erlaß.

Berlin, 2. Febr. DerReichsanzeiger" veröffentlicht nachfolgenden kaiserlichen Erlaß:

Gefühle innigsten Dankes für Gottes gnädige Führung erfüllten mich an meinem diesjährigen Geburtstage. Wenn ich den Blick rückwärts lenke auf die hinter mir liegenden vier Jahrzehnte meines Lebens und das erste Jahrzehnt meiner Regierung, so sind mir im Wechsel der Zeiten auch tiefschmerzliche Ereignisse und Erfahrungen nicht erspart ge­blieben, aber ich habe doch in meinem Hause und Herrscher­berufe Gottes Gütte in reichem Maße erfahren. Eine be­sondere Gnade war mir in dem letzten Jahre dadurch be- schieden, daß der sehnliche Wunsch meiner Jugend durch den Besuch der heiligen Stätten, wo der Herr und Hei­land gewandelt und das Erlösungswerk vollbracht hat, erfüllt wurde und ich zugleich zur Förderung des deutschen Ansehens in jenen fernen Landen beitragen durfte, wo viele unserer Landsleute als Träger der deutschen Kultur und christlicher Nächstenliebe dem deutschen Namen Ehre machen. Die herz­liche' Antheilnahme an dem glücklichen Verlaufe der Palästina­fahrt ist mir auch in den überaus zahlreichen Kundgebungen entgegengetreten, durch welche mir beim Eintritt in ein neues Lebensjahr warme Glück- und Segenswünsche aus allen Kreisen der Bevölkerung schriftlich und telegraphisch zum Ausdruck gebracht worden sind. In den Grenzen des Vater­landes, wie in fernen Ländern und Erdtheilen, wo deutsche Patrioten weilen, habm festliche Vereinigungen und Veran­staltungen aller Art Zeugniß von dem Bewußtsein der engen Zusammengehörigkeit von Fürst und Volk abgelegt. Hochbe­glückt danke ich allen Betheiligten aufrichtig für die Aeuße­rungen treuer Liebe und Anhänglichkeit. Sie bestärken mich in dem Bestreben, meine volle Krast. auch ferner für daS Wohl und die Größe des Vaterlandes einzusetzen, um ihm die Grundlage einer gedeihlichen Weiterentwickelung, den Frieden, mit Gottes Hilfe zu erhalten. Ich ersuche Sie, diesen meinen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

Berlin, 1. Februar. Wilhelm I. R.

An den Reichskanzler.

Die Landwirthschaft im Abgeordneten­hause.

Die Berathung des Etats der landwirthschaftlichen Ver­waltung im preußischen Abgeordnetenhause bat gezeigt, wie sehr daS Verständniß für die Bedürfnisse der Landwirthschast in allen Parteien gewachst n ist. Die auf den Schutz der gesammten nationalen Arbeit gerichteten Bestrebungen dringen siegreich vor, der Freisinn, der die Dinge gehen lasten will, wie sie gehen, weicht Schritt um Schritt zurück. Ein ernst­hafter Angriff wurde von dieser Seite gegen die Landwirth­schaft nicht gewagt; die Rede des neugewählten Abgeordneten Goldschmidt von der freisinnigen Volkspartei, eine Samm­lung von freisinnigen Gemeirplätzen aus der Presse und aus Wahlreden, erntete nur Heiterkeit und einen ironischen Beifall.

Umis größere Beachtung verdienen die Versicherungen auf­richtigen Wohlwollens, die vom RegierungStische der Land« wir-hschaft entgeg'Ngebracht wurde». Neben dem Londwirth- schaflsminister, Frhrn. v. Hammerstein trat besonders Finanz­minister v. Miquel wieder warm für die berechtigten In­teressen der Landwirthschast ein. Seine Rede war eine außer­ordentlich eindrucksvolle Kundgebung.

Der an Alter, Weisheit und Erfahrung reiche Vize­präsident des preußischen Staatsministeriums wies zunächst daraus hin, wie sich in den letzten Jahren immer mehr auch in denjenigen Bevölkerungsklassen, die nicht unmittelbar mit der Landwirthschast Zusammenhängen, die Ueberzeugung ver­breitet habe, daß der Staat verpflichtet ist, für die Land- wirthschaft einzutreten, da an deren Gedeihen alle andern Zweige der nationalen Produktion stark betheiligt sind. Im Anschluß daran begegnete der Minister dem Vorwurf, daß andere deutsche Staaten mehr für die Landwirthschast thäten als Preußen, durch die Feststellung, daß die Zuschüsse des preußischen Staates für die Landwirthschaft in den letzten 9 Jahren um volle 100 Prozent gestiegen seien und daß nach dem prozentualen Verhältniß der Aufwendungen für die Land- wirthschaft zu den überhaupt verfügbaren Gesammtmitteln kein deutscher Bundesstaat in höherm Maße für die Landwirth- schaft eintrete, als gerade der preußische. Eine größere Für­sorge für die Landwirthschaft erklärte Herr v. Miquel für durchaus gerechtfertigt wegen der Gefahren, die ihr durch die auswärtige Konkurrenz drohen.

Goldene Worte waren es, mit denen Herr von Miquel am Schlüsse seiner Ausführungen die Jnteressen-Gemeinschaft zwischen Industrie und Landwirthschast beleuchtete und die schwere Schädigung der allgemeinen Wohlfahrt durch einen gänzlichen Ruin der Landwirthschast kennzeichnete.Vergessen Sie nicht," rief der Minister denen, die es angeht, warnend zu,daß zwischen Industrie und Landwirthschaft eine Harmonie der Interessen besteht. Es ist geradezu unverständlich, wenn die Industrie gewissermaßen noch neidisch ist auf die Fürsorge des Staates für die Landwirthschaft. Wenn Sie bedenken, daß der deutsche Exportz der industriellen Produkte zurück­gegangen ist infolge drr starken Nachfrage im Inland, so können Sie leicht ermessen, waS der inländische Markt be­deutet, der doch weit sicherer ist als der ausländische, über den nicht wir, sondern andere herrschen. Die Bedeutung des inländischen Marktes aber hängt sehr wesentlich von der Landwirthschaft ab, und deshalb hat die deutsche Industrie ein erhebliches Interesse daran, daß auch die deutsche Land- wirthschaft gedeiht. Ich wünsche, daß solche Anschauungen mehr und mehr durchbrechen und daß die geradezu widerliche fraktionelle Eigensucht endlich anfange, still zu stehen vor dem Gesammtinteresse. Würde die Landwirthschast dauernd in Verfall gerathen, so würden dabei die gesellschaftliche Ord­nung rnb monarchische Gesinnung mit in Gefahr sein, und daß das nicht geschieht, liegt im allgemeinen In­teresse."

Wenn sich die Landwirthschaft einer so einsichtsvollen Würdigung ihrer Bedeutung an maßgebender Stelle erfreut, so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Selbst die entschiedensten Vertreter des agrarischen Standpunktes darunter der erste Vorsitzende des Bundes der Landwirthe, Frhr. v. Wangen- beim erkannten denn auch an, daß sich die Lage der Land­wirthschaft erheblich gebessert hat. Von den Klagen über die Noth der Landwirthschaft war nicht mehr die Rede; auch die sogenannten grossen Mittel, die früher eine so hervorragende Rolle spielten, waren aus der Diskussion verschwunden. Jedenfalls wird sich jeder Freund der Landwirthschaft gern dem Dank anschließen, den deren Vertreter der Regierung für ihre kraft­volle und erfolgreiche Thätigkeit zur Förderung dieses BerufS- zweiges ausgesprochen hat, u^b das Vertrauen theilen, drß die leitenden Kreisen auch in Zukunft alles thun werden, was möglich ist, um die berechtigten Interessen unsers wichtigsten Produktivstandes zu schützen.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Dep eschen-Bureau .Herold*.)

Berlin, 2. Febr. Der Kaiser empfing heute Nach­mittag 12/< Uhr die Bischöfe von Fulda und Limburg.

Berlin, 2. Febr. Der König von Sachsen, der bei seiner Anwesenheit in Berlin anläßlich der Feier des Ge­burtstages des Kaisers den Staatssekretär Posadowsky in längerer Audienz empfangen hatte, hat diesem den goldenen Stein zum Großkreuz des Albrecht-Ordens persönlich überreicht.

Berlin, 2. Febr. Der Großherzog und die Großher- zogin von Baden gedenken heute Abend Berlin wieder zu? verlassen und nach Karlsruhe zurückzukehren.

Planen, 2. Febr. Wie demVsigllä' di ch'N Anzeiger" aus E^er mitgetheilt wird, ist der Beschluß des Strdrrathes zu Eger, 1000 Gu-den für ein in Eze-- zu errichtendes Vis- marck-Denkmal zu spenden, von der Bezirkshauptmannschaft zu Eger sistirt worden.

Wien, 2. Febr. Offiziös wird die Meldung, daß die Kronprinzessin Stefani aus dem Fahrrad einen Unfall er­litten habe, dementirt. Derselbe sei einer Hofdame prffirt.

London, 2. Febr. Der deutsche Botschafter in Washing­ton, von Holleben, hat einem Berichterstatter folgende Er­klärungen abgegeben: In die Annexionsfrage mische sich Deutschland nicht ein. Ameriki abe nichts gegen die Occu- pation Kiau Tschous eingementet, weshalb sollte Deutschland gegen die Annexion der Philippinen protefüren. Da Amerika, obwohl ba;u gedrängt, nicht geg*r unseren Einfluß in seine j kommerziellen Domänen in China protestirte, kann Deutsch- [ larb keinen höflicheren Alt begehen, als daß eS sich jeder Kritik des Vorgehens Amerikas eurhalte. Mit dem Auftreten Amerikas als souveräne Macht im Archipel schwinden dort alle unsere Besorgnisse. Wir haben dort nur kommerzielle Interessen und wissen, daß Amerika unsere Rechte garanliren wird. Deutschland habe nie daran gebaut, ein Gebiet im Ph livpine«-Archipel zu besetzen. Ich habe dies Mac Kiuley und dem Staatssekretär oft versichert und bin überzeugt, daß sie mir Glauben schenken.

London, 2. Febr. Nach Meldungen aus Samoa wer­den die Plünderungen fortgesetzt. In Vrililm wurde das Haus des verstorbenen Schriftstellers Stefenson vollständig geplündert. Auf Befehl Mataaf s wu den vor kurzem in Freiheit gesetzte Gefangene von neuem verhaftet. Die ver­bannten Häuptlinge der Malietoa-Partei landen n auf Pago- pago, wo sie von den Eingeborenen begrüßt wurden. Letztere versuchten dann, sich des an- Borb dc? Schooners befind­lichen Sohnes Mataafas zu bemächtigen. Der Kapitän ver­eitelte dies jedoch.

Paris, 2. Febr. Ministerpräsident Dupuy und Justiz- minister Lebret konferiren gegenwärtig mit der Revisions- Gesetzzebungs-Kommission. Beide Minister sind geneigt, in Aenderungen zu willigen, welche geeignet ^scheinen, die Affaire Dreyfus rasch zu erledigen.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe .Hau. Fn?." ;______ ___ ^gestattet. -

* Ausliahmetarif. Der im vorigen Jahre in Geltung gewesene Audushmetarif für Eis in »ollen Wagenladungen ist vom 1. Februar dieses Jahres ab bis zum Jahresschluß wieder in Kraft gesetzt werden.

* Bauernregeln für Februar. Wenus im Hor- nung (Februar) nicht sintert, so lewmt Kälte um Öfter». friert es nicht um Hornnng em, wirds ein schlechtes Kornjahr sein. Ein nasser Februar ür.ngt ein fruchtdar Jahr. Ist der Februar sehr warm, friert man zu Ostern sich de» Darm. Wenn im Februar spielen die Mücken, so gibts im Schafstall große Lücken. Scheint zu Lichtmeß die Sonue heiß, so kommet »och viel Schnee nur Eis. Lichtmeß im Klee, ist Ostern t« Schnee. Fällt am Licht- meßtage Schnee, fchneüs im Thal und auf der Höh'. Ist der Himmel hell und rein, fehlt auch kaum der Sonumschern. Ein Zimmer, das bei Ofens bar, heizt sich nicht gut im Februar. Wer seine» Pelz im Leihhaus hat, bekommt gar leicht den Winter- satt. Mattheis bricht'S EiS; hat er keins, so macht er eins.

* Kunstnotiz. Die erneuerte Februar-Ausstellung deS Kunst - Eaton Hermes- Frankfurt a. M. weist Sonder- Ausstellungen auf von Gustav Schöuleber -Karlsruhe, Dora Hitz-Berti», Richard Kaiser-München und Hans v. Volkmann Karlsruhe, neben auserlesenen Eiuzel»erktn von Gabr. Max, F. ,. Lenbach, J. F. Rasfaelli, E. Grützner, Desregger, H. Kaulbach, E. v. Gebhardt, F. Thaulow, S. Liniegra, >. Keller, HauS Thoma, Max Liebermanu, A. v. Werver, J. W. Schirmer u. a. *. Ferner sind ausgestellt eine Kollektion Bronzen von Coust. M e u n i e r - Brtffel, ein neues größeres Gemälde von Hugo Kauffmann (1899), eine Tänzerin von DegaS-PariS m> ein soeben vollendetes Doppetbildniß von Franz Stnck, den Meister nebst Gattin in griechischem Gewand darstellend.

* Kirchenkonzert in der Marienkirche. Infolge deS liebmSwürdige» Entgegenkommens der mitwirfenien Solisten ist eS ermüßlicht »ordn», bei für den 9. Februar in Aussicht genommene Kirchenkonzert auf den 16. Februar zu »erlege», wodurch ein Zusammentreffen mit dem Eys-pho- niekorzert im Staditheater vermieden wird. Unsere mustk-