M»*«eme«t».
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für Sladt- und Laud» kreis Hanau 10^Ht ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
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Die einzelne Nummer kostet 10 -A
Amtliches Organ für Htaöt- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 27 Mittwoch den 1. Februar 1899
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 7.
Amtliches. ^artö&rew ^anau.
Bekanntmachurgen des Königlichen Landrathsamtes.'
In Bingenheim, Kreis Büdingen, ist die Schweineseuche in einem Gehöft ausgebrochen und Gehöstsperre angeordnet worden.
In Dudenrod, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöstsperre angeordnet worden.
Hanau am 1. Februar 1899.
Der Königliche Landrath.
v. Schenck.
^taöt&reie ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung über die zur Rückzahlung gekündigten Ha nauer Stadtobligationen.
Ziehung am 30. September 1898.
Auszahlung am 31. März 1899.
I. Anleihe vom 30. September 1880.
(Privilegium vom 30. Juni 1880, I. Reihe), zu 4°/o (XVIII. Ziehung).
Lit. A. Nr. 115, 139, 158, 167 ä 1000 M.
„ *B. „ 12, 57, 74, 88, 189, 245 ä 500 M.
C. „ 46, 120, 241, 317, 337, 428, 452, 560, 613, 660, 736, 744, 757 ä 200 M.
Rückständig: Lit. A. Nr. 132 ä 1000 M.
II Anleihe vom 1. April 1888. (Privilegium vom 30. Juni 1880, II. Reihe), zu SW/o (IX. Ziehung).
Lit. A. Nr. 56, 65, 152 ä 1000 M.
„ B. „ 100, 143, 322, 323 ä 500 M.
„ C. „ 10, 49, 98, 214, 268, 287, 402, 774, 794 ä 200 M.
Rückständig: Lit. C. Nr. 116 ä 200 M.
III. Anleihe vom 1 Ottober 1889, II. Serie, zu 31/,°/, (IX. Ziehung).
Lit. A. Nr. 134, 190 ä 2000 M.
„ B. „ 212, 223, 273 ä 1000 M.
„ C. „ 231, 269, 287, 359 a 500 M.
„ D. „ 290, 373, 491, 493 ä 200 M.
Rückständig: Lit. C. Nr. 291 ä 500 M.
Fs«MoLsn.
Frauciilcien auf Samoa.
Von Paul Haake.
(«achdru« »erteten.)
Die Töchter Comoa'S sind von ben Einen als wahre Hvldirnen gefeiert, von Anderen erheblich ungünstiger geschildert worden. Diese Verschiedenheit der Urtheile erklärt sich leicht je nach dem Stcnlpurkie der Reiserden. Wer ncch europäischem Maßstcbe in den Samoanerinnev knuffe zu finden erwartet, mrß sich vollwertig enttäuscht finden. Avch die schönste Samoancrin, hat ein Reisender in diesem Sinne ganz tr-ffend gesagt, würde immer nur mit eirem hübschen deutschen Bauernmädchen verglichen werden können; und vorzugsweise ist es der wenig vergeistigte Gesichtsausdruck und die gewöhnlich grobe Bildung von Mund und Nase, die bei diesem Eindrücke ausschlaggebend sind. Dennoch fehlt es auch dem Gesichte der Samoamädchen keineswegs an Reizen. Wie frisch lachen hinter den geöffneten Lippen zwei Reihen tadelloser weißer Zähne hervor! Eine große Schönheit liegt ferner bei der Mehrzahl der Samoanerinnen in ihren Augen, diesen großen, schwarzen, fröhlichen, leuchtenden Augen, deren Glanz über so manchen Mangel leicht hinwegtäuscht und schon mehr als ein Europäerherz bestrickt hat. Die Hautfarbe der Samoanerinnen ist kaum dunkler, als die süd- europäischer Bäuerinnen, ihr Haar pflegen sie ganz kurz geschnitten zu tragen und durch Kalken zu bleichen; rnb es macht solch' ein dunkles Gesicht mit seinen leuchtenden Augen, umgeben von einem Kranze weißlicher Haare, einen pikanten' und keineswegs reizlosen Eindruck.
Die Hauptschönheit der Samoanerinnen aber besteht in ihrem Wüchse. Sie sind freilich nur von Mittelgröße, aber
IV. Anleihe vom 1. Oktober 1889, I. Serie,
zu 31/» •/0 (VII. Ziehung.)
Lit. A. Nr. 90 ä 2000 M.
„ B. „ 42, 95, 110 ä 1000 M.
„ C. „ 161, 165 ä 500 M.
„ D. „ 223 ä 200 M.
Rückständig: Lit. B. Nr. 98 ä 1000 M. und
„ C. „ 150 ä 500 M.
Hanau den 3. Oktober 1898.
Der Magistrat.
B 0 de. 58
H °M Anleihe der Stadt Hanau vom 31. Dezember 1836. Ziehung am 30. September 1898.
Auszahlung am 31. Dezember 1898.
Lit. A. Nr. 39, 65 ä 500 fl.
, B. „ 119, 130, 260, 313, 338, 487, 511, 758, 7 94, 833 ä 100 st.
Hanau den 3. Oktober 1898.
Der Magistrat.
Bode. 57
Dicustnachrichtm aus dem Kreise.
Gefunden: Eine gelbe Rohrpeitsche. Eine Herrenmanschette mit goldenem Knopf (sogenannter Kettenknops mit Knebel).
Verloren: Ein weißleinenes Taschentuch, gez. J. Gr.
Entflogen: Eine schwarze sranz. Kropftaube mit weißem Herz vor der Brust.
Entlaufen: Ein grauer Spitzhund m. Geschl.; gegen Belohnung abzugeben.
Hanau am 1. Februar 1899.
Ein neuer Kampf nm Kuba?
Es ist gemeldet worden, daß Gomez, der bewährte Führer der Kubaner in dem UnabhängigkeitSkampfe gegen die Spa- ■ nier, ein verschanztes Lager bezogen habe, mit der Erklärung, daß er die Ereignisse in der Hauptstadt der Insel abwarten wolle. Viele seiner früheren Freunde seien bereits zu ihm geeilt. Diese Haltung des Jnsurgentenführers kann nichts anderes bedeuten, als daß die Kubaner e3 sich vorbehalten, für den Fall, daß ihre „Befreier" sich zu Herren der Insel machen, das Kriegsglück gegen die Amerikaner zu versuchen.
Man weiß, daß das Verhältniß zwischen den amerikanischen Truppen und den Insurgenten schon während des gemeinsamen Kampfes gegen die Spanier ein sehr schlechtes
ihre Gestalt ist überaus ebenmäßig, geschmeidig und in allen Bewegungen anmuthig. Besonders bei den Häuptlingsfrauen verbindet sich damit eine tadellose Haltung und ein avffallend stattlicher Gang. Nicht eingezwängt in enge drückende Kleider, hat sich der Körper dieser Naturkinder ungeheuerm und frei entfalten und sich organisch und schön auswachsen können. Behält man dies im Auge, so wird man es leicht verstehen, daß so mancher Europäer mit hoher Ueberraschung und auf« richtigem Entzücken auf die jugendlich frische Gestalt blickte, die ihm mit blitzenden Augen und fröhlichem Lachen die frische Milch der Kokoknuß präsentirte. Dazu kommt der eigeu- thümliche Zauber der Kindlichkeit und Natürlichkeit, der allen Samoanerinnen nachgerühmt werten muß. In der Inselwelt der Südsee genießt denn lie Samoanerin auch einen großen Ruf um ihrer Schönheit willen. „Sie ist so schön wie eine Frau mn Monoro," rühmen die Tonga- und Fidschi- insulaner einem Mädchen noch, und ihre Häuptlingsf» mitten suchen für die Söhne vornehme Samoanerinnen «18 Gattinnen zu erlangen.
Auf diesen glücklichen Inseln, auf denen dem Menschen alles, was er zum Leben brar cht, ohne viel Dazuthun seinerseits gewissermaßen in den Mund wächst, ist die Frau nie zu dem Arbeiisthiere erniedrigt worden, als das wir sie bei so vielen anderen Natur»öllern antreffen. Vielmehr genießt sie hier einen hohen Grad von Freiheit und Selbständigkeit. Durch die Sitte gehütet, wandert sie allein weit durch das Land, geht, wohin sie mag und wagt sich ungescheut unter daS fremde Schiffsvolk. Wenig Arbeit wird von ihr verlangt. Sie begleitet die Männer auf dem Fischfänge, sie fährt mit ihnen aufs Meer hinaus und erleichtert ihnen die Sinter arbeit durch weichen Gesang, sie schmückt daS HauS deS Häuptlings, wenn er ein Gelage geben will, mit Laub und Blumen. Eigentliche Feldarbeit ist überhaupt wenig genug zu leisten, und euch das Hauswesen stellt nur geringe Anforderungen.
war. Es kam fortgesetzt zu Reibungen, und die Amerikaner ! erklärten die früher von ihnen bewunderten kubanischen Frei- ! heitskämpfer für feige, weil sie dem Kampfe um den Besitz von Santiago mehr als Zuschauer briwohnten, als daß sie ernsthaft sich daran betheiligt hätten.
Die amerikanische Austastung des Benehmens der Kubauer in jenem Kampfe ist wohl eine irrige gewesen. In richtiger Erkenntniß der Entwickelung, die die Dinge nach einem Siege der Amerikaner nehmen würden, hätte, die Kubaner damals es wohl am liebsten gesehen, we»n die beiden Löwen, die Amerikaner und die Spanier, sich gegenseitig „aufgezohren" hatten. Sie hatten also leinen Anlaß, den Amerikanern die Sache besonders leicht zu mache«, und es ging ihnen sicherlich gegen den Strich, daß die Spanier nach dem Kampfe um Santiago die Flinte ins Korn warfen und den Waffenstillstand mit den Amerikanern abschlosten. ES wäre den Insurgenten sicher viel lieber gewesen, wenn die Amerikaner sich bei dem Kampfe um Kuba etwas mehr verblutet hatten, während sie so mit verhältnißmäßig recht geringen Opfern davon- kamen. Daß die kubanischen Freiheitskämpfer nicht feige sind, haben sie in dem letzten UnabhängigkeitSkampfe von 1895— 1898 ebenso bewiesen, wie schon vorher in dem zehnjährigen Kriege von 1868—1878; wenn sich 20—30 000 Mann nahezu drei Jahre gegen eine zehnfache Uebermacht hielten, so will daS, auch wenn sie sich einiger Unterstützung zu erfreuen hatten, nicht wenig sagen.
Daß die kubanischen Insurgenten nicht feige sind, würden auch die Amerikaner empfinden, wenn es zu einem Kampf zwischen ihnen und dm Anhängern von Gomez käme. Trotzdem wäre die Sache der Insurgenten von vornherein eine «erkorene. Die Verhältnisse liegen hier für sie viel ungünstiger, alS in einem Kriege mit den Spaniern. Einmal kam im Kampfe mit den Spaniern den Kubanern die amerikanische Unterstützung faktisch und mehr noch moralisch zu Hülfe, während sie bei einem Kampfe mit den Amerikanern ganz auf sich allein angewiesen sein würden. Zweiten- verfügen die Vereinigten Staaten denn doch über ganz andere HülfS- quellen als Spanten und sie können von diesen Hülfsquellen einen viel wirksameren Gebrauch machen, als die Spanier, weil sie viel weniger weit von Kuta entfernt sind, als Spanien. Drittens können die Bewohner der amerikanischen Südstaaten, von Texas, Lousiana, Alabama u. s. w., und insbesondere die amerikanischen Negerregimenter, das kubanische Klima besser vertragen, als die Spanier. Schließlich würde Gomez bei einer Schilderhebung gegen die Amerikaner viel weniger Zulauf erhalten, als im Unabhängigkeitskriege gegen Spanien, weil die sichere Aussichtslosigkeit des Kampfes den Muth der Kubaner von vornherein lähme« müßte.
Unter diesen Umständen wäre ein neuer Kimpf, ganz abgesehen von dem wirtschaftlichen Elend, das dadurch über
Eines der Hauptgeschäfte der Frau im Hause ist die Bereitung des in Samoa so beliebten Nariovalgetränkes, der Kawa. Zu diesem Zwecke kauen sie die Stücke der Wurzel von piper methysticum, nachdem sie sich vorher den Mund ausgefpült haben, so lange, bis sie zu einem Brei geworden sind, de« sie dann in eine Schüssel ausspeien und unter Zusatz von Wasser längere Zeit kneten und schließlich durchsieben. Auch die Weberei der allgemein geschätzten Matten (Tapa) ist Frauen- werk, und manche Samoanerinnen lassen sich sogar dazu herab, die Wäsche der Fremden zu waschen, wobei sie dann den Ehrgeiz haben, sie so streif wiederzubringen, daß mau die einzelnen Stücke fest auf de» Boden stellen kann.
Bei so bequemen LebcnSanschauvngcn ist eine sorglose Heiterkeit ein Hauptzug der Samoanerinnen geworden. Von des Lebens dunklen Seiten sehen sie nur wenig. Zu Scherzen und Späßen sind sie immer aufgelegt. Als die Musiker unserer deutschen Korvette „Ariadne" eben auf den Schultern anderer Matrosen durch die seichte Brandung zum Boote getragen wurden, erfolgte ein allgemeiner Angriff der lustigen braunen Mädchen auf sie. Sie liefen ihnen ins Wasser nach, zwickten die Reiter in die Beine, theilten zarte Schläge aus und beschenkten die Verfolgten schließlich mit ihren Blumen. Ein anderes Mal, als der Kapitän deS deutschen Schiffes, B. von Werner, sich eben in der Herberge auf sein Nachtlager auSgestreckt hatte, flogen plötzlich alle Vorhänge deS Hauses in die Höhe, an die zwanzig Mädchen stürzten mit Fackeln hinein, durchkreuzten ihn „wie FeuerwerkSsiösche" — und waren im Nu wieder verschwunden. Mag dem Europäer manchmal ein derartiger Mädchenscherz ein wenig gewagt erscheinen, so muß man sich daran erinnern, daß das Wort „naturale non est turpe“ für die samoanische An- schauungSwelt im weitesten Umfange Geltung hat und die ausgelassenen Samoanerinnen voll der harmlosesten Naivetät sind. Dafür hat der erwähnte Sceosfizier ein überaus charak-