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jährlich 9 M.

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Nr. 26

Zugleich <5

Amtliches Organ für StaSi- unö LsnöKreis ^attan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Dienstag den 31. Januar

Einrücknng». gebühr

für Stadt- und Laub« kreis Hanau 10 ^ die 4gespatlenc Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30

1899

Amtliches.

LonöKvsis Karrerr».

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In dem Gehöfte des Weichenstellers Jgnaz Herzog in Kahl a/M., Kreis Alzenau, ist -die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden.

Hanau am 31. Januar 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 981 v. Schenck.

Dicnstnachrichtcn ans dem Kreise.

Gefunden: Ein blaues Knabenrädchen. Eine Kra- vattennadel, eine Fliege darstellend, mit 2 rothen,. 1 blauen und 1 grünen Stein.

Verloren: Ein Portemonnaie mit 15 M.

Entlaufen: Ein grauer Spitz m. Geschl. Ein schwarzer glatthaariger Bastard mit weißen Flecken vor der Brust und herabhängenden Ohren, m. Geschl.

Hanau am 31. Januar 1899.

Handelskammer Hanau.

Plenarsitzung der Handelskammer in Hanau am Mittwoch den 1. Februar 1899 im Sitzungssaale der Handelskammer (Stadtschloß).

Die Handelskammer.

C a n t h a l. 1643

Weltpolitik.

Daß der letzte Abschnitt des zur Neige gehenden Johr-s Hunderts unter rem Zeichen der Weltpolitik steht, und deß das kommende Jahrhundert noch in ganz onderm Maße unter dem nämlichen Zeichen stehen wird, ist eine Thatsache, die sich dem geschichtlichen Blicke mit Naturnothwendigkeit aufdrängt. Jedes Volk, des seine Machtstellung behaupten und seine nationale Zukunft sich sichern will, muß heutzutage Weltpolitik treiben. Das Eintreten für deutsche Weltpolitik ist daher in der Gegenwart geradezu als eine patriotische Pflicht zu bezeichnen.

In äußerst warmherziger und eindringlicher Weise wird diese Pflicht betont in einer soeben veröffentlichten kleinen Schrift von Richard Denver, die den Titel trägtBedeutung und Ziele deutscher W-lipolitit". Der Verfasser beginnt seine Ausführungen mit der Frage:Was ist Weltpolitik? Seine Antwort aber lautet:Weltpolitik hat die Bedeutung des Deutschtums in seiner Gesammtheit gegenüber den äußer- deutschen Völkern zum Gegenstände." Sie erstrebt greifbare Vortheile, sucht die Vermögens-Jnteresseu des Staates und Volkes zu wahren, verfolgt wirtschaftlichen Gewinn und Nutzen und besteht zumeist in einem herzhaften Zugreifeu.

Blicken wir aus die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrech- rung zurück, so begegnen wir schon damals allenthalben den Spuren germanischer Weltpoliiik, und nicht anders Verhaltes sich fast das ganze Mittelalter hindurch. Wie greß und glanzvoll erscheint nicht die Weltpoliiik der Hohenstousen I Deutsch wird in allen Staaten Mittel-Europas Trumpf, ja wir haben sogar die Ger ugthuung, das größte Wunderland der Welt, Palästina mit seinen heiligen Stauen, dem deutchen Reiche einverleibt zu sehen. Dann freilich, als der btzte Hohenstaufe welscher Untreue zum Opfer fiel, wurde der deuischcn Weltpolitik ein schwerer Schlag versetzt, an dem sie s Jahrhunderte hindurch zu leiden hatte.

Aber der Hohenzollern-Aar setzte sich im Norden fest und I führte mit staotsu ännischer Weisheit und Festigkeit eine neue Aera deutscher Weltpoliiik herauf. Als Losung für diese dürfen die ewig divkwürdigen Worte gelten, welche Kaiser Wilhelm II. bei der fünfmdzwanzig jährigen Erinrerungsfeier der Gründung des neuen deutschen Reiches am 18. Januar 1896 gesprochen hat:Aus dem deutschen Reise ist ein Weltreich geworden. Ueberall in fernen Ländern wohnen Tausende unserer Landsleute. Deutsche Güter, deutsches b Wissen, deutsche Betriebsamkeit gehen über den Ozean. Nach (Tausenden vou Million, n beziffern sich die Werthe, die Deutsch­land auf der See fahren hat."

Die Kaiserworte enthüllen uns auch den letzten, mit elementarer Natur-Gewalt wirkenden Grund deutscher Welt- politik. Unsere Volkskraft, die immer noch jugendlich recken- . haft erscheint und ein stetiges Wachsthum ausweist, bedarf des erweiterten Ellenbogenraumes, bedarf neuer Gebiete auf

denen sie sich zum Nutzen und Segen des Vaterlandes be­thätigen kann.

Auf welche Weise und durch welche Mittel aber vermögen Telcgrsphen-Kabels von Konstantinopel nach Conffauz. wir dre Ziele unserer Weltpolitik zu erreichen? Auch hierauf Die anatolische Bah« erhielt die Konzession zum Bau einer

ertheilt der Verfasser eine höchst zutreffende Antwort. Vor allem müssen wir unsere Wehrkraft zur See zu heben suchen. Reichsmacht bedeutet Seemacht. Sodann gehört zu den un- bedingt erforderlichen Voraussetzungen einer machtvollen und erfolgreichen Weltpolitik die wirthschaftliche Kräftigung des Volkes im Innern, und diese Kräftigung erlangen wir ledig­lich dadurch, daß wir die gesunde Lehre von der Jnteressen- Gemeinschaft aller produzirten Stände zu durchgreifender Geltung bringen. Endlich aber thut ein lebendiges National- gefühl noth.Seien wir alle eifrige Förderer deutscher Weltpolitik, schaaren wir uns zusammen unter dem Banner unsers Kaisers und lessen wir unS die Zuversicht,daß am deutschen Wesen wird dereinst die Welt genesen", nicht aus dem Herzen reißen!Im deutschen Namen Heil!"

Politische »«d »»politische Nachrichten.

(Dep eschen-Bureau .Herold".)

Berlin, 30. Jam-ar. DieNordd. Allg. Ztg/ schreibt: Seit einigen Wochen beschäftigt sich die Presse mit Gerüchten, wonach der Reichskanzstr se-nen Rücktritt ins Auge gefaßt haben soll. Einige Blätter wissen sogar den Tag des Rück­trittes anzugkben. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß auch diesmal die Gerüchte über einen Kanzlerwechsel völlig unbegründet sind.

Berlin, 30. Januar. Professor Otto Harnack ist aus i und eines Pionirbataillons vorläufig abgesehen wird und der Maison de Sun!« als genesen entlassen worden rnd hat! Jäger- und Pionirbataillon Nr. 11 beim 11. Armeekorps ~n" "2- ...... '1- bleiben.

am Samstag eine Reese nach Süd-Tirol angetreten, um als

dann feine Lehrthärißkeit an der technischen Hochschule zu Darmstadt wieder sufzunetzmen.

Braunschweig, 30. Januar. Beim Abtragen des so­genannten Bpselder^eS wurden, nie dieBraunschwei^er Neuesten Nachrichten" meldm, heute in Wolserbüttel drei Arbeiter durch heiabstüi.zcnde Erdmassen verschüttet. Als man die Verunglückten wieder zu Tage brochte, waren sie bereits todt.

Darmflodt, 30. Januar. Die erste Ständekammer wurde euf den 24. Februar einherafen.

Zürich, 30. Januar. Der Verlagskuchhändler Scha- bitz, bei dem fast alle in Deutschlcnd und Oesterreich ver­botenen Schriften erichienen, ist gestorben.

Wi-n, 30. Januar. Einer Deputation der Vor­steher der gesammtkN Buchdrucker Oesterreichs gab der Finanzminister die Erklärung ab, daß die Aufhebung des Zeitungs- und Kalender-Sleu pels in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei.

Paris, 30. Januar. In der heutigen Kammersitzung ergriff der Justizminister das Wort und erklärte, daß er be­auftragt sei, eiwr. Gesetzentwurf über Abänderung des Ar­tikels 445 des Kriminal-Gesetzbuches dem Hause zu unter­breiten. Er fordere die Ueberweifung dieses Gesetzentwurfes an die Kommission, welche bereits über ähnliche Vorschläge berathen hat. Der Justizminister wurde durch den Ruf: Verlesung" unterbrochen. Er fügte sich dieser Aufforderung und verlks die Begründung des Gesetzentwurfes, welche von der Kammer mit Stillschweigen angehört wurde. In der Begründung heißt ei: Der ganze Entwurf sei n'cht ein Ge­setz für den Augenblick, sondern als ein Gesitz, welches als

den, die Seehandlung und die Reichsbank mit ihren Zweig- nothwendig erachtet wurde, von der Regierung besch'off.n stellen werden selbstverständlich aI8 ZeichlmrtgsstelllN fungiren, worden, um die Rufe des Landes wieder herzustellen. (Im ----v "----

Centrum Beifall, auf der äuserstin Linken Protesirvfe.) Der

Justizminister erklärte nun, er hoffe, daß das Gesetz dem Lande die Ruhe wieder geben werde, und forderte die Kammer aus, den Gesetzentwurf einer Kommission zu überweiscu.

Patis, 30. Jaruar. Die Gruppe der Progressisten, und Radikalen hat heute Mittag in einer Versammlung be­schlossen, den Gesetzentwurf der Regierung betreffend Ueber- weiiurg des Urtheilrspruchs an die Vereinigten drei Straf­kammern des Kassatiorsloses mit großer Majorität anzu- nehmen. In einer andern Vereinigung der Gruppe der radi­kal, n Linken, der äußersten Linken urd der Sozialisten unter dem Vorsitz deS Abgeordneten Ricard ist der Beschluß gefaßt worden, gegin die sofortige Disknssicn des Gesetzentwurfes

Stellung zu nehrffen und die Regierung aufzufordern, den Gesetzentwurf der jetzt bestehenden Kommission zu überweisen. Schließlich wurde jedoch auf Vorschlag des Abg. Millerand entschieden, die Kammer aufzufordern, im Falle wo sie eine Spezial-Kommission ernennen wolle, die Veröffentlichung der ganzen Untersuchung des Zwischensolles Veaupaire Bard im Amtsblatt erscheinen zu lassen, bevor die Ueberwei ung an die Spezial-Kommission erfolgen soll.

Konftantinopel, 30. Januar. Eine deutsche Gesell­schaft erhielt die Konzession zum Bau und Betrieb eines

Lokalbahn nach Skutari sowie die Konzession zu Hafen- und Quai-Bauten in Haidar-Pascha.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau. Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe .Hau. ? »?/. gestattet.

* Beisetzung. Die Beisttzu g des verstorbene« Regie- rungsprästseulen Grase« Clairou d'Haussonville sinket am Mittwoch bex 1. Februar in Tarawa (Majorats­gut in Schleste») statt.

* Bom neuen Armeekorps. Die vo« 11. zum 18. Armekkorps übertretenden Jnfanterieregimeuter Nr. 80, 81, 87, 88, 166 und 168 werden nach derFr. Z." vom 1. Oktober ab blaue Achselklappen mit rother Regiments- vummer erhalten, während den vier alten großherzoglich hessischen Regimentern 115118 ihre traditionellen Regimevts- farben roth, weiß, blou und gelb in der Farbe der Achsel­klappen erhalten bleiben. Don der Kavallerie des 11. Armee­korps treten die beiden großherzoglich hessischen Dragoner­regimenter Nr. 23 und 24, die thüringischen Ulanen Nr, 6 und die hessischen Husaren Nr. 13 zum 18. Korps über, dem

außerdem das großherzoglich hessische Trainbataillon Nr. 25 zugetheilt wird, während von der Aufstellung eines Jäger-

* Lutherstistring. In einer kürzlich dahier fiattge- habten Versammlung von Geistlichen und Lehrern des Kreises ist für die hiesige Diözese ein Zwe'gverciu der deutschen Lutherstiftuvg gegründet worden. Nachdem der Einbcruser und Vorsitzende der Versammlung, Herr Superintendent Sopp, die Erschienenen begrüßt und über die zahlreiche Be­theiligung seiner Freude Ausdruck gegeben hatte, theilte er das Wichtigste aus der geschichtlichen Entwickelung deS Ber- eirs der Lutherstiftung mit, soweit es unser Hesieuland av- geht. Ein darauf der Versammlung zur Kenvtniß gegebener Stotuteventwurs für deu zu gründenden Zweigvereiu srnd nach einigen kleineren Abänderungen die Zustimmung der An- wesevdrn. Zum Schluß Ion nie der Herr Superintendent noch die freudige Thatsache mittdeilev, daß der Verein im Landkreis Hanau schon an 90 Mitglieder zähle und wohl bald durch den als sicher zu erwartenden Zutritt der Havarier L-chrerschuft einen recht erfreulichen Zuwachs erfahret! werde.

* 3%ige Preußische Konfols und Reichsan-, leihe. Die Uebernahme der M. 200 Millionen Konsols urd Reichsanleihe seitens der Deutschen Bank erfolgte zum Kurse von 91%%; dem Publikum werden beide Anleihen zu 92% angeboten werden. Von den im Mai v. I. an das sogenannte Preußen-Konsortium begebenen M. 34 Mill. KovsolS sind noch M. 28 Mill. urverkauft, diesen Betrag bat der Finanzminister zurückgenommen und dagegen 3%%ige Titres verabfolgt. Unter welchen Bedingungeu dieser Tousch erfolgte, ist bisher nicht bekannt geworden. Zweifellos wurde aber damit dem Konsortium ein Entgegenkommen bewiesen. Die Subskription wird gegen Mitte Februar anberaumt wer-

welche anderen Danken und Bankhäuser noch nominirt werden,

ist noch nicht bekannt. Die Deutsche Bank hat den Mit­gliedern des Preußen-KonsortirmS Betheiligungen und Zcich- nungsstellen angeboten, doch soll das Anerbieten bisher nur von einem Theil der Mitglieder acceptirt worden sein. Im Ausland werden keine offiziellen Zeichnungsstellen errichtet werden. Die früheren Emissionen erfolgen zu nachstehenden Preise»: 1890 zu 87%, 1891 zu 84,40%, 1892 zu 83,60%, 1893 zu 86,80%, 1894 zu 87,70%, nur später wurden bei der Begebung höhere Preise erzielt, 1896 etwa 96%%.

* NationaIlliberaler Wahlverein. Inder gestrigen Generviversamulung des Natioroviberalen Wahlvereirs wur­den die seitherigen Vorstandsmitglieder Panuot, Bode, Ransenberger, Dr. Noll und Fr. Frank wieder-

gewörlt.

* Die Reise M Kaisers ins heilige Land. Herr Pfaner Schlicht aus Rudow bei Berliv, der bkksvnt- lich die Ksiserreise nach Palästina mikgemacht hat, wird mor- 1 pm Abkvd im trangelischrn Vertinäharse dahier über die von . ihm bei dieser Gelegtvheit gcwevventv Eindrücke und Erleb- viffe einen Vertrag halten, worauf wir auch an dieser Stelle