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Nr. 24

Samstag den 28. Januar

1899

Amtliches.

^an ö&rew ^anau.

Bekanntmachurgen des Königlichen Landrathsamtes.

f5 Unter dem Viehbestände dir Viehhändler Abraham und

Moses Berberich und der Anton Bergmann Wittwe in 1899o; k V 111 °°« ^"-oen in mh mges des Karfers um iu*/, Uhr vegmnenne Ausfahrt ver Großkrotzenkurg ist die Maul- und Klauenseuche sestgestellt uordrschm LSndrrn begengen worden ist Ern milder und Prinzen und Prirressiunen deS königlichen HaoseS, der hier und insolgedtssin die OrtS- und Gemarlungssperre ^ '"*1°°" $2^, und deS deplemausche, CorpS rc.

Großkrotzenbura angeordnet worden ' ^ie Geschicke der von ihm beherrschten Völker in die Bahnen in Augenschein zu nehmen. Sämmtliche Staatsgebäude und

Das Durchireiben von Wiederkäuern und Schweinen ^er ruhigen, stetig fortschreitenden Entwicklung zu lenken, s zahlreiche Privathäuser tragen Flaggenschmuck. Um 8 Uhr ist verboten und die Aussühiung von Tbieren dieser Alten Deutschland bringt dem befreundeten Monarchen die aufrich- fand vom Schlöffe ausgehend bis zum Brandenburger Thor aus dem Seuchenort und dlssen Gemarkung nur auf Grund ü^n Glückwünsche dar für e ne fernere lange und gesegnete Wicken statt. Währenddem nahm die Geburtstagsfeier im eines Zeugnisses eines approbirten Thierarztes und rur zum ^"gieiurg. ! ^Isleu Kreise der Familie ihren Anfang. Von ihren sechs

------- - i In Fran kr ar ch nähert sich der jetzt gespielte Akt der Söhnen und der Tochter umgeben, überbrachte als erste die !Trepsustragödie semem Abschluß; in kurzem wird die ArbeitsKaiserin ihrem Saiten die Glücknünsche dar. Dann begann der Untersuchungskommission des Kossationshofes beendet sein, s die Auffahrt. Im Pseilersaale nahm der Kaiser die Glück- Leider läßt sich nicht sagen, wie viel weite'e Akte dann noch wünsche der erschienenen Fürstlichkeiten entgegen. Alsdann folgen werden. Inzwischen hat in der französischen Depu- fand in der Schloßkapelle ein Gottesdieust statt, und später tirtenkammer eine bemerkenswerlhe B'sprechung der auswärtigen im weißen Saale die Defilir Cour. Als der Reichskanzler Politik Frankreich?, insbesondere der englisch-sranzösischeu Be-s Fürst Hohenlohe sich dem Throne näherte, ging ihm der ziehungen stattgesundeu. Der Minister des Auswärtigen, s Kaiser entgegen und schüttelte ihm die Hand, was auch die Delcast«, suchte in längerer Darlegung das Verhalten der Kaiserin that. Auch dem italienischen Botschafter, Grafen sronzösischev Ctaatsleitung in der Faschode-Angklegenheit zu Lanza, reichte der Kaiser in freundlicher Weise die Hand. ; rechtfertigen. Er habe es für patriotisch gehalten, einen Kon- Während der Defilir-Cour trug daS Bläser-CorpS mehrere fl-kt zu vermeiden, der ein Unglück für die ganze Welt ge-! Stücke vor und die Leib-Batterie des J. Garde-Feld-Artillerie- ! wesen näre und Opfer gekostet haben würde, die außer Der- Regiments feuerte im Lustgarten den Königs-Salut ab. Hältniß zu dem Streitobjekt gestanden hatten. Tie Mehrzahl Unterdeffen entfaltete sich vvr und im Zeughause, wo um ^der Pariser Blätter hat ihrer Zustimmung zu der Rede des W/i Uhr die große Parole-Ausgabe stattfand, ein glänzen- Mivisters Ausdruck geliehen. _ des militärisch!s Schauspiel. Bei der Parole AsSgabe am-

Zwecke sofortiger Abschlcchlung nach eingeholter polizeilicher Erlaubniß gestattet.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes orts- üblich bekannt machen.

Hanau am 28. Januar 1899.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Politischer Wochenbericht.

Die Verhandlungen des Reichstages waren während der verflossenen Woche zum wesentlichen Theile der Sozial­politik gewidmet. Größte Genugthuung hat es allenthalben hervorgerufen, daß der Staatssekretär des Innern, Graf von Posadowsky, die Gelegenheit benutzte, um in entschiedener Weise Front zu machen gegen dennervösen Dilettantismus", der bei uns auf spezialpolitischem Gebiete seit längerer Zeit in gefahrdrohendem Maße sein Wesen treibt. Die deutsche Sozialpolitik wird nach der ausdrücklichen Versicherung des Staatssekretärs auch in Zukunft nicht stillftehen, aber der athemlosen Haft muß Einhalt geboten werden. Das Staats- ivteresfe verlangt, daß die Gesetzgebung nicht bloß auf einen einzelnen Stand zugeschnüten werde, und daß jeder Ge- setzesvorschlag eingehendster Prüfung unterliege, damit nan späterhin nicht mit der harten Rlalität der Dinge in Streit gerathe.

Auch im preußischen Abgeordnetenhause haben während der Etats debatten der letzten Woche die Vertreter der Regierung mehrfach bedeutsame Erklärungen: abgegeben. Freudig anerkannt werden muß vor allem hie; Wärme und Energie, mit welcher der Vizepiasikent des! Staatsmiuisteriums, Finanzminister von M qael, wieder gegen die polnische und dänische Agitation ausgetreten ist. Es ist j bedauerlicher Weise nur zu nothwendig, daß unsern Frei- finnigen gelegentlich so, wie es hier von leitender Stelle ge­schah, anempfohlen wird, sie möchten nationalen Sinn vom Auslande lernen und sich nicht vor letzterm bloßstellen, nicht

F«ritteto«

Hanau, 28. Jrnuar.

Die gestrige Festvorstellung zur Feier des Geburtstags unseres Kaisers im Stadttheater hatte einen des bedeutsamen Tages würdigen Verlauf. Das festlich beleuchtete Haus war in allen Räu­men gut besucht, urd kesondeis war es die Jugend, die sich zahlreich zu dieser festlichen Veranstaltung eingefunden hatte. Zur Aufführung gelangte Goethe's erhabenes Schauspiel .Jphigenie auf Tauris' und eS freut uns darum doppelt, die rege Antheilnahme der Jugend konstatiren zu können, da die Empfänglichkeit und der Sinn für die klassischen Werke unserer alten Meister auch hier in den letzten Jahren sich stark im Abnehmen zeigte. Die Darstellung der herrlichen Dichtung, in der spröden Vornehmheit deS Stoffes und der wnnder- samen Gewalt der Sprache, war eine in allen Theilen sorgfältige, wofür dem Regisseur, Herrn Linzen, die Anerkennung nicht vor­enthalten werden soll. Für die Jphigenie war in Frau Höcker- Behrens vom Hoftheater in Karlsruhe ein Gast gewonnen worden, welchem die arsorderlichen Eigenschaften für eine würdige Gestaltung der Rolle in hohem Maße zu Gebote stehen. In Haltung, Ton und Erscheinung wußte die Künstlerin gleichmäßig zu fesseln, und die Grundlinien eines echt künstlerischen Stils in ihrer Darstellung fest­zuhalten. Die Vornehmheit ihrer Darstellungsweise und ihr fem nüancirtes Spiel fanden die lebhafteste Anerkennung im Publikum, die sich in von Akt zu Akt steigerndem Beifall und in wiederholtem Her- vorruf kund gab. Der weitere Gast des Abends, Herr Joseph Krön vom Hoftheater in Darmstadt, spielte den Pvlades und sollte damit seine Befähigung für das Fach des jugendlichen Helden und Liebhabers für die kommende Saison an unserer Bühne beweisen. Der junge Darsteller steht unverkennbar noch im Anfang seiner Kunst, eine volle Würdigung seiner künstlerischen Fähigkeiten läßt die Rolle des Pylades auch nicht zu, und um seine Verwendbarkeit an erster Stelle in unserem künftigen Ensemble festzustellen, bedarf es weiterer Proben. Der junge Darsteller hatte recht schöne Momente, aber sein Spiel war noch unfertig und seine sprachlichen Mittel scheinen etwas spröde und wirkten wenig sympathisch. Eine schöne Leistung war der Orest des Herrn Stieler. Der junge Künstler konnte uns

'« feinen Gunsten in kleinlicher Politik daS eigene Vaterland PoMische und «Npolttische Nachrichten schädigen. I (Depefchen-Bureau .Herold'.)

Was nun rreiterh'n den Gong der Dinge außerhalb

Deutschlands anbelangt, so sei zunächst der Festesfreude ge- ein ungemein zahlreiches Publikum in die Nähe des Schlosses docht, mit welcher am 21. Januar der siebenzigste Geburts- und unter die Linden gelockt, um die anläßlich des Geburts­tag König Oskars II. von Schweden in den tagcs des Kaisers um 10*/i Uhr beginnende Auffahrt der

Wichtiger aber als elles, was sich während der ver- gargeven Woche in Europa zugeirogev, erscheinen einzelne außereuropäische Ereignisse. Zwischen England und dem K h e d i v e ist ein Vertrag abgeschlossen worden, der die Sudanfrage in alleiniger Berücksichtigung der englischen Interessen erledigt. Die dem Khedioen zugestandene Mit- Herrschast ist nichts als eine Schein-Souveräretät. In Wnbichkrit sollt alles Land, was am Nil und an seinen Queliflüfsen südlich vom 22. Grad nördlicher Breite liegt, den Engländern zu. Damit ist zugleich ein wichtiger Schritt gethan zur Verwirklichung des von England nachdrücklich versorgten Ziels, sich in allmählichem Vordringen einen Gürtel eigener Besitzungen zu schoffen vom Norden Afrikas hin bis zum Kap.

Endlich haben auf den Samoa-Jnseln im Anschluß an die Königswahl Unruhen stattgesunden, die in ihrem Ver­laufe zu Zwistigkeiten zwischen bm Vertretern, der an dem gemeinsamen Protektorate belheiligten Mächte, Deutschlands, Englands und Amerikas, Anlaß gaben. Doch ist mit Sicher­heit zu heffen, daß die entstandenen Schwierigkeiten ihre baldige diplomatische Regelung finden werden.

hier den vollen Beweis seiner hervorragenden Begabung bringen. Er fand für die Leidenschaft des jungen Griechen den mächtigen Aus­druck und sein tewperamentvolleS, warm empfundenes Spiel fand die volle Anerkennung und den mitunter stürmischen Beifall des Publikums. Sie hervoragendften Eigenschaften deS strebsamen Künstlers sind die Beseelung seiner künstlerischen Aufgabe und sein überströmendes Gefühl, welche ihn in der übernommenen Aufgabe ganz aufgehen lassen. Wenn seine Darstellung auch nicht in allen Momenten, so besonders im dritten Akte, unseren vollen Beifall finden konnte, so läßt uns diese hervorragende Probe seines Darstellungs- talevtes für die fernere Entwickelung seiner Kunst bei gleichem Vor­wärtsstreben für die Zukunft des jungen Künstlers Gutes erwarten. Eine gute Leistung war auch der ThoaS des Herrn Linzen, der diese markige Heldenfigur des Königs der Taurier sowohl äußerlich als auch durch ausdrucksvolles warmes Spiel zu ihrer Wirkung brächte. Herr He in ich als Arkas fügte sich dem guten Ensemble auf das Beste ein.

Zum Benefiz deS Herrn Sternberg war am letzten Mittwoch das fünfaklige Schauspiel «Am Altar' in dem Spielplane unserer Bühne wieder einmal ausgetaucht. Die Handlung des Stückes ist bekanntlich der gleichnamigen Gartenlaube-Erzählung von E. Werner entnommen. Auf künstlerische Wcrthschätzung wacht das rührsame Stück keinen Anspruch und wir können darüber hinweggehen. Dem Benefizianten brächte es ein gut besetztes Haus und damit war für ihn fein Zweck erfüllt. Das Stück enthält eine im Sinne des Schauspielers dankbare Rolle, den Pater Benedikt, die Herrn Stern­berg Gelegenheit gab, die Vorzüge seiner DarstellungSkunst in ben­galische Beleuchtung zu stellen. Die übrigen Darsteller zeigten für die Anforderungen ihrer Rollen wenig Neigung, denn manche hatten sich mit dem Text ihrer Rolle nicht einmal recht vertraut gemacht. Das Publikum zeichnete Herrn Sternberg an seinem Ehrenabend bei jeder sich darbietenden Gelegenheit aus.

t O 'Mus KuttUund Leben.

Mark Twains Tochter als Sängerin. Wie ein englisches Blatt zu berichten weiß, verbringt der bekannte amerikanische Humorist Samuel Clemens (Mark Twain) mit seiner Familie gegenwärtig den zweiten Winter in der öster­reichischen Kaiserstadt. Ein großer Liebling der Wiener Ge-

Die heutige Nummer umfaßt außer dewUnterhattuttgsblatt 12 Seiten.

Berlin, 27. Januar. Das schöne trockne Wetter hatte

des militärisch! s Schauspiel. Bei der Parole Ausgabe wm-

den die Auszeichnungen bekannt gegeben. Nach der Parole- Ausgabe nahm der Kaiser einen Parademarsch der Ehren- Compagnie ab und begab sich dann unter brausenden Hurrah- rufen des zahlreichen Publikums zu Fuß inS königliche Schloß zurück. Um l1/* Uhr fand beim Kaiserpaar ein Familien - Frühstück statt. Abends werden im Schlöffe Galarafel und später im Opernhanse Gala-Vorstellung anläßlich des Ge­burtstages des Kaisers stattfiuden. In der Universität, in der Akademie der Wissenschaften, in der Kunst-Akademie, in der technischen Hochschule und in sämmtlichen Schulen Ber­lins wurden Festakte abgehalten. Auch in den meisten Städten des Reiches wurde der Geburtstag des Kaisers nach vorliegenden Telegrammen festlich begangen. Die Deutschen im Auslande haben sich gleichfalls in vielen Städten versam­melt, um Kaisers Geburtstag zu feiern.

Berlin, 27. Januar. Das heute Mittag erschienene Militär-Wochenblatt veröffentlicht eine große Anzahl von Personal-Veränderungen in der Armee. Erwähnenswerth ist die Verleihung des Charakters eines General-MajorS an den Fürsten Herbert Bismarck, der bisher Oberst ä la suite der Armee war.

sellschaft ist ganz beionders die bildschöne Tochter deS belieb­ten Autors. Miß Clar« hat den schlagfertigen Witz ihreS Vaters geerbt und besitzt ebenso heften große Vorliebe für angenehme heitere Gesellschaft. AlS die Familie Clemens in Florenz weilte, kannte man Miß Clara, obwohl sie noch ein sehr junges schlankes Fräulein in kurzen Kleidern war, überall unter dem schmeichelhaften BeinamenLa bella Singnorin«*; fast in gleichem Maße wie ihr distivguirt aussehender Papa durfte ste sich als eine Berühmtheit der Stadt betrachten. Ncch weit mehr Bewunderung als an den Ufern des Arns zollt man der erwachsenen jungen Dame jetzt in der schönen Donaustadt. Im vergangenen Winter nahm Miß Clara bereits bei den hervorragendsten Meistern Gesangsunterricht, jedoch nur, um zu ihren vielen Fertigkeiten noch eine andere hinzufügen zu können. Augenblicklich aber widmet sie sich dem Studium der Musik mit allem Ernst und Eifer, deffen sie fäUg ist. Man hat nämlich die Entdeckung gemacht, daß sie eine Stimme von ungewöhnlicher Schönheit und Stärke besitzt; dieses Talent soll nun für die Konzeribühne ausge­bildet werden. Während die Tochter ihre Skalen und Sol- feggien übt, ist der Vater damit beschäftigt, ein Buch über Wien zs schreiben. Jedenfalls dürfte es nur wenige Aus­länder geben, die diese Stadt so vollkommen kennen gelernt haben, t^e Mark Twain, der die lustigen Wiener sehr in sein Herz geschloffen hat und nie müde wird, ihre LebenSgewohn- Hkiten und Sitten zu studire».

Quitt", ein sü,faltiges Vslksstück mit Gesang von F. Radler, wurde im Wiener Rai*«ud - Theater erstmalig mit Seifen gegeben. Der Autor beleuchtet in dem Stück die soziale Frage. Harmlose und kraffe Szenen solenn einander. Im Ganzen erntete das Werk durch den von Ratler immer richtig getroffenen Ton «armen gemüthlichen HumorS lebhaf­ten Beifall.