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Amtliches Organ für SisSt- unS Lanökreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Nr. 22
Donnerstag dcn 26. Januar
1899
Dienstnachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Köcher. Ein Zehnmarkstück.
Hanan am 26. Januar 1899.
tipe geboten scheinen, so zeigen sich a ch in der historischen Versicherung, daß man nichts wolle, als den konfessionellen i Beurrheiluni Nachwelt und Ausland zumeist gerechter als Frieden, nur daß dieler nach der Auffassung der Centrums- — i " r~ ' " partei und des vom Grafen Limburg-Stirum vertretenen
Theils d-r Konservativen durch die Ausschließung, nach der
Kaisers Geburtstag.
Morgen hat wieder unser Kaiser ein Jahr seiner irt ischen
Ein großer Hundemaulkorb. Mitwelt ur d Jnlan. Einzig und allem so kff n sich tue Ableh ung und das Miß Verständniß erklären, mit denen in! ^Deuiichlanh selbr das große, erhabene Wallen und seltene :Könn<n unse s Kaisers hier unb da noch zu kämpfen
haben.
Die überwältigende Mehrheit der Nation freilich weiß, was sie an ihrem Kaiser h it. Sie weiß, daß er jeden ihrer
Meinung der andern Seite, der sich eine Müzoerheit der Konservativen unter dem Grafen Roon anschließt, durch die Zulassung der Jesuiten gestört würde. Der sozialdewokratffche Redner, Abg. Blos, glaubte Schlüsse aus dem Umstände ziehen zu können, daß in der Begründung des AntragS seitens des Grafen H o m p e s ch sich diesmal keine Verwahrung gegen den Verdacht eines beabsichtigten Tauschgeschäfts fand. Dies gab dem AbgeordnetenLieber Ver- arlassung, zu erklären, daß die Centrumspartei nach ihrer Haltung in den letzten Jahren eine solche Verwahrung nicht mehr nöthig habe. Der Bundesrath war, wie gewöhnlich bei Verhandlungen über Initiativanträge, nur schwach vertreten. Der Centrumkredner stellte dies mit emphatischer Entrüstung fest.
Einige Nachklänge zu den Sozialdebatten brächte die
Laufbahn vollendet. Es war ein Jahr, reich an Arbeit, aber „
auch reich an Erfolgen, und verdoppelten A, laß hat das Lebenszwecke mit gleichem Verständniß und gleichem Eifer zu deutsche Volk diesmal, den Geburtstag deS Kaisers zugleich fördern bestrebt ist. Ein Monarch, der mit so herrlichen als nationalen Festtag, als Tag nationaler Freude und natio : Wort n seine christlich-religiöse Ueberzeugung zu bek-nven ver- nalen Dankes gegen Gott, den allweisen und allmächtigen mag, der, ein geborener Krieger, dennoch zugleich auch ein, ~ ! Fiietensfürst in des Wortes schönster Bedeutung ist, bet1
Im verflossenen' Jahre haben wir wieder so recht einmal all n Schul- und Erziehungs'ragen mit lebendiger Theilnahme । den Segen einer kraftvollen Monarchie verspürt. Beherr folgt und in seinen ei even Lehrern bei jeder Gelegmheit die^ schend und belebend steht die Persönlichkeit unseres Kaisers Geiammtheit des Lehrerstandes ehrt, der sich in der We th- im Mittelpunkt aller Ereigniffe, welche der zunächst hinter schätzung der modernen Technik pud ihrer Vertr-t r als duich- uns liegende Zeitabschnitt umschließt. Daß der Hobe ^zoll ri - aus mobermn Menschen bekundet und dabei gleichzeitig auch „ .
Aar jetzt auch im fernen Ostasien seine Schwingen wiegt, ist den ewiggültigen Scköuh its-Jdealen der Kunst mit inniger hierauf fortgesetzte B-rachung der auf die Gewerbe- an erster Stelle das Werk Kaiser Wilhelms II., und daß Wä me zugewandt ist, ein solcher Monarch muß das Herz gerichte bezüglichen Initiativanträge der Sozialdemokratin, unsere Marine in der Gewähr einer auf sicherer Grundlaze seines Volkes besitz n. Darum, Heil unserm Kaiser an des Centrums und der Nationalliberalen. Es sei aus der ruhenden Zukunft stolzer und hoffnungsfreudiger denn je feinem Geburtstage, Heil Kaiscx Wilhelm II.! Mögen ihm Diskussion nur die Erklärung des Abg. Singer hervor- zuvor auf ollen Meeren ihre Wimpel flattern lassen darf, ist noch zahlreiche Jah>e gleich dem v-rflossenen be'chieden sein, gehoben, daß man sich täusche, wenn man auf eine sogenannte wiederum des Kaisers eigenstes Werk. Man spricht so oft Jahre nationaler Freude und nationa en Siolzes, und möge, Mauserung der Sozialdemokratie rechne; jeder Einzelne in vnd mit vollem Rechte von dem eigenartigen Hineinsp-elen Neidern und Witeriachern zum Trotz-, die Einheit von Kai,er der Partei sehe in den sozialen Reformen nur ein Mittel, der Vorsehung in die Geschichte des Hohevzöllernhanses.! und Reich, von Fürst und Nation sich immer herrlicher und die Arbeiter energischer und widerstandsfähiger zu machen. „Immer der rechte Mann an der rechten Stelle" — das ist machtvoller offenbaren. Das wolle Gott! Die Resolution zu Gunsten der Bildung von Schiedsgerichten
Lenker der Geschicke, zu feiern.
„Immer der rechte Mann an der rechten Stelle" — das ist machtvoller offenbaren. Das wolle Gott! der Schlüssel und das kennzeichnende Merkmal du ser Ge! ' ~
schichte. Jede Zeit hat eigenthümliche Aufgaben, und eben Parlamentarisches
für das Handelsgewerbe wurde mit großer Mehrheit ange nommen, der Centtumsantrag im klebrigen an eine Kom
darauf kommt es an, daß diese Aufgaben von der zur Leitung Der Jesuiten an trag deS Centrums ist in der mtstron gewiesen; die sostaldemokratstcheu Anträge (Aus- - - ■ - ' - ^ - - - - - 2 • - - " dehnung u. A. auf das Gesinde, Wahlfähigkeit der Frauen,
der Dinge berufenen Persönlichkeit im vollsten Umfange be- gestrigen Sitzung des Reichstags wieder von derselben griffen und mit thatenfreudigem Muthe ihrer Lösung ent-Mehrheit, wie früher, zunächst in erster und zweiter Lesung, gegengeführt werden. Für die Gepenwart weist der Kompay angenommen worden. Dafür stimmten mit dem Centrum seewärts. Das Wort Wilhelms II. „Unsere Zukm st liegt die Sozialvemokraten, die Volksparteien und die Welsen, auf dem Meere" bringt den tiefsten Kern der Zeitideen zum Für die Aufhebung des zweiten Paragraphen des Jesuiten- Ausdruck und beweist zugleich, daß die Vorsehung uns auch gesetzes stimmten auch ein Theil der Konservativen und die
Herabsetzung der Altersgrenze) lehnte das Haus mit großer Mehrheit ab.
Heute wird die Berathung des Etats fortgesetzt.
in dem lebenden Träger der Hohenzollern Krone wieder den freist n^ge Vereinigung nebst- vereinzelte» Mitgliedern dr passenden Steuermann gegeben hat, der die Nation auf ifrem nationalliberal«n und der Reichspartei.
Die Debatte verlief diesmal etwas lebhafter, als vor zwei
Lebenswege den rechten KurS zu führen weih. • Die Debatte verlief diesmal etwas lebhafter, als vor zwei
Die andern Völker beneiden nns um unsern Kaiser. Jahren, was wohl darin [einen Grund hatte, daß die beiden
Kaum eine Woche vergeht, daß nicht hier oder dort im Aus- letztgenannten Parteien dem Centrum in den Abgg. Hieber lande wieder eine neue Schilderung der fesselnden Persönlich- und St ockmann parlamentarische Neulinge gegenüberstellten, keit Wilhelms II., seiner glänzenden Geistesgrben, seines die zwar die gegen die Aushebung des Gesetzes sprechenden hochgemutheten Sinnes, seines hingebenden Diensteifers und Gründe wirksam geltend machten, von denen aber wcnigsteus seiner eisernen Arbeitskraft an die O-ffentlichkeit tritt. Das der Erstere den gedämpften Ton nicht fand, in dem Kulturgeschichtliche Urtheil gleicht in mancher Hinsicht dem künstle- kampffragen heutigen Tags nach allgemeinem Uebereinkommen tischen Schauen. Wie für das letztere eine gewisse Entfer- D«rbanbelt zu werden pflegen. Der sachliche Inhalt der nung des Standorts und eine bestimmte Weite der Perimk- Debatte beschränkte sich im Wesentlichen auf die allseitige
Die in der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses verhandelte Interpellation wegen der Nordschleswigschen Ausweisungen gestaltete sich zu einer zerschmetternden Niederlage ihrer freisinnigen Einbringer. Schon der Begründer der Anfrage, Abg. Dr. Barth, machte den Eindruck, as beabsichtige er nicht sowohl der freisinnigen Auffassung zum Siege zu verhelfen, wie vielmehr seiner Partei einigermeßen den Rückzug auS der Sackgasse zu erleichtern, in welche sie sich verrannt hat. Er erging sich deßhalb mehr in allgemeinen, wenn auch mit dialektischer Gewandtheit vorgetraaenen Redewendungen als daß er sachlich beachtensverthe Argumente beigebracht hätte. — Obwohl der Minister des Innern F r h r. v. d. Recke, eS sich versagte,
feuUleten.
SüdermaM's neueste dramatische Schöpfung.
Berlin, 25. J.muar.
„D i e drei Reiherfedern" hatten am Samstag im „Deutschen Theater" in Berlin und auf den Hofbühnen in Stuttgart und Dresden zugleich ihre Erst- Arfführung triebt. Der Dichter der „Ehre" bat aber dies mal an allen drei Stellen eS nur zu einem Achtungserfolg gebracht, und die Meinung geht nur dahin auseinander, ob es ein „großer" oder nur bescheidener Achtungserfolg gewesen. Jedenfalls ist sowohl in Berlin wie in Stungart und Dresden starker Widerspruch in Form von Zischen zum Ausdruck gekommen, der dann allerdings am Ende durch den Beifall zum Schweigen gebracht worden ist. Viele wollen freilich den Beifall zumeist auf Rechnung der trefflichen Leistungen der an der Aufführung betheiligten Künstler setzen. In Berlin rief man be m Erscheinen deS Dichters nach Kainz; Suderznonn, schrell gefaßt, darckte im Namen der Kur stler, die bekanntlich im „Deutschen Theater" dem Hervorruf keine Folge geben hülfen.
& „Endirwaru'S „Drei Reiherfedern" ist ein dramatisches Gedicht in 5 Akten, über besten Aufführvng sich der Kritiker des „Berl. Lok. Arz." u. A. wie folgt ausläßt:
„Es fehlt dem neuen Stücke Sudermenu's die zwingende Kraft, die hinreißende Wirkung. Das dramatische Gedcht ist im Grunde ein Räthselspiel, und wenn es am Schlöffe für die grübelnden Zuschauer so eine Art ron Lösung gibt, so kommt sie zu spät, um jür all das Kopfzerbrechen während der fünf breiten Alte und der vier langen Pausen zu ent-
schäorgen. Ein mit normaler Behäbigkeit arbeitender Durch- Ichnillsoerstand liest aus den arg verschluugenen Fäden der Spieler wohl folgende Weisheit heraus: „Laß Dich nie von gtMeretze« Zuknvststräullltn verlocken, ziel- mnb planlos Phantomen nachzujagen, und wenn man Dir Stunden deS Glücks verbeißt, so glaube nicht daran. Erkenne zu rechter Zeit, was Dein Glück ist und halte es fest, stößt Du es in blinder Sucht, mehr und Besseres zu erlangen, von Dir, so wirst Da nach langem Kampf glück os zu Grunde gehen, beim Scheiden erst erkennend, was Du einst in Deinem Wahn verloren." Und ich glaube, daß man mit dem Erkennen dieser Weisheit, die sich freilich in allerlei Variationen klerdiN läßt, so ziemlich dem nahe kommt, was das Märchen von den drei Reiherfedern sagen will ... Prinz Witte, ein durch böse Ränke vom Königsthron verdrängter Jüngling, ist der Held der komplizirten Fabel des Stückes. Cr, der bthüt-t und beschützt von seinem treuen Knecht, die Lande durchirrt, das Glück zu suchen, zieht auf Geheiß der Begräb- nißsrau, einer höchst mysteriösen und unheimlichen Person, zu abenteuerlicher Fahrt auS, um deu Talisman zu bolm, der ihm las Glück erschließen soll. Drei Reiherfedern sind es, gerupft einem geheimnisvollen Thier, das irgendwo in irgend welchem Palast« haust. Der Prinz erbeutet den Talisman und kehrt voll heißer Erwartung heim zur Begräbniß- frau, um nun von der vielw-sstuden Dame das ausführliche Rezept zur richtigen Verwerthung zu erhalten. Und er er- hält'S. Die tiefsinnige Frau tünd-t ihm die Wunderkraft der Federn in einem mysteriösen Spruch, von dem ich nur daS Eine behalten habe, daß beim Verbrennen der zweiten Feder sich dem Aug' des Prinzen nachtwandelnd die edelste aller Frauen zeigen wird die er erringen will und die sein Glück bedeutet, und daß, sobald er die dritte Feder den Flaumen weiht, jene Frau steifen wird. . . Trotzdem die Alte sich ziemlich unklar und nicht fouderlich verheißungsvoll
ausdrückt, zr.hl Prinz Witte desel-gt und yoffnungssroh mit seinem Knecht davon, um die verheißenen Wunder zu suchen unb zu finden. Er kommt an den Königshof der Königin- Witchve von Lamland sernsteiu-Königin", allwo eine Schaar wilder und Herrschsüchteger Freier Fürstin, Thron und Land umdrängt, und die unbeschreiblich edle Königin mit ihrem kleinen Söhulein von den Nachstellungen jener gierigen Kavaliere daS Schlimmste fürchtet. Um endlich eine Klärung der unhaltbaren Verhältniste herbeizuführen, hatte sie be- schlosten, daß das Schwert entscheiden solle, wer ihr Gälte und mithin Herrscher des Landes werve. Voll süßer Ahnungen fordert sie auch den schönen Prinzen Witte auf, an diesem Kampf theilzunehmen. Aber Witte will nicht. Er hat in dem ihm zur Verfügung gestellten Nelrenbuhler den alten Feino erkannt, der ihn daheim vom Thron gedrängt und ihn ermorden lasten wollte. Doch forigeßetzte An- stachelungen helfen. Witte kämpst schließlich doch mit festem alten Widersacher, einem Raufbold und Wütherich schlimmster Sorte. Er unterliegt, aber sein treuer Knecht versteht es, flugs eine allgemeine Empörung anzuzrtteln, so baß der böse Raufbold aus dem Lande fliehen muß. Die edle Königin erklärt, daß der Zurückgebliebene als „Sieger" zu betrachten und sie entschlossen sei, ihm, dem Prinzen Witte, die Hand zu reichen. So wird der Reiherfeder-Jüngling König von. Samland. Und nun beginnt das Martyrium des ver-- blendeten GlücksucherS. Ihm blüht die Liebe der edelste«/ besten unb schönsten aller Frauen, aber das befriedigt ihn nicht, die Unterthanen achten und verehren ihn, aber das genügt ihm nicht, er, sehnt sich nach mehr, nach Besserem, sein Suchen und Sehmn ist in die Weite, in die Ferne gerichtet. Finster und verstimmt quält er sich, seine Frau und seine Umgebung., Verzweiflungsvoll erprobt er endlich den Werth seiner zweiten Feder; sie funktionirt mit großer Promptheit, aber der veblendete Jüngling vermag nicht zu deuten, was