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Amtliches Argan für StaSi- unö LanKKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Nr. 18.
Samstag den 21- Januar
1899
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 5
Amtliches»
<^ari Öftrere ^banaxu
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Die aus Anlaß des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in dem Gehöft des Pachters Karl Hofmann in Niederdorfelden über Ort und Gemarkung Niederdorfelden verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben.
Für das Hofmann'sche Gehöft bleibt die Sperre bis aus Weiteres noch bestehen.
Hanau am 21. Januar 1899.
x Der Königliche Landrath.
V. 656
v. Schenck.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Spannkette. Ein blauer Arbeitskittel nebst einem Maurerhammer und einem weißen Taschentuch. Ein Kinderknopfstiefel (linker).
Verloren: Eine wasserdichte Pferdedecke. Ein Kranken- kafsenbuch der Hanauer Ortskrankenkasse, lautend aus den Namen David Rein.
Hanau am 21. Januar 1899.
SlctHMrkers ^attaxt.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Am Montag den 23. Januar 1899, nachmittags von 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Strei- tigteiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau den 20. Januar 1899.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Dr. Gebeschus.
1227
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 20. Januar.)
Eingegangen ist der Gesetzentwurf betreffind Revision des Jnvaliditäts-Gesetzes. Präsident Graf B a 11 e ft r e m erbittet und erhält die Ermächtigung, dem Kaiser zu seinem dem- nächstigen Geburtstage die Glückwünsche oes Hauses auszu- sprecken. Tagesordnung: Etat-Berathung.
Adg. Freiherr von Stumm (Rp.) wendet sich zunächst gegen einige Punkte der gestrigen Ausführungen des Abg. Rösicke. Redner verbreitet sich weiter über verschiedene Fälle von Terrorismus durch Arbeitwillize.
Abg. Zubeil (Soz.) belluchlet die übermäßige lange Arbeitszeit und das frühzeitige Hinsicchen der Ziegeleiarbuter, sowie der Bergleute und bespricht noch die sogenannte Zucht- Hausvorlage.
Staatssekretär P 0 s a d 0 w s ky: Bezüglich der Virhält- Nisse der Ziegeleiarbeiter würden weitere Maßnahmen erwogen.
Abg. Heyl von Herrnsheim (Natl.) sagt, ein Stillstand in der sozialpolitischen Gesetzgebung liege nicht vor.
. Abg. Hitze (Ctr.) führt aus, auch das Centrum habe seine Schlußfolgerungen aus den kaiserlichen Erlassen ge- -oaen, aber in ganz anderem Sinne, wie Herr von Stumm, P 3. B. mit dem Cemrumsantrage wegen der Arbeiter- kammern. Bezüglich der gefordert»« Zwongsgesitze sei das Centrum bereit zu gewissen schärferen Bestimmungen, wenn die Rechte den Arbeitern auch die von denselben gewünschten Organisationen zugestehe.
Abg. Singer (Soz.) wendet sich gegen verschiedene seiner Partei gemachten Vorwürfe und erwähnt in seinen weiteren Ausführungen die kaiserlichen Erlasse.
Abg. Zwick (frs. Vp.) hebt hervor, daß auch seine Partei mit der weiteren Entwickelung der Sozialpolitik einverstanden sei.
Abg. Staatssekreiär P 0 s ad owsky betont, zwischen den verbündeten Regierungen schwebten gegenwärtig Verhandlungen darüber, ob es zweckmäßig sei, die Kinderarbeit gän-lich zu verbieten. Anerkannt werde auch bei den rerbürdeten Regierungen, daß die übermäßige Kinderarbeit auch in ten Fa- unlicn, wo sie besonders schädlich wirke, beseitigt werden müsse.
Nächste Sitzung: Morgen 7 Uhr. Tagesordnung: Etat-Berathung.
PaMische und unpolitische Nachrichten. den früheren Minister des Aeußerv Hanotaux. Sodann beschäftigte sich der Kassationshof heute Nachmittag eigehend
(Depeschen-Bureau «Herold".)
Berlin, 20. Januar. Der Kaiser fuhr heute Mittag beim hiesig, n englischen Botschafter vor und hatte mit dem-
selben eine etwa einstündige Unterredung. Man wird nicht fehl gehen, dieselbe mit dem augenblicklichen Stande der eug- lisch-srau-östschen Beziehungen in Zusammenhang zu bringen. Ferner hat, wie aus London telegrafiert wird, Lord Salis- bury mit Mitgliedern seines Kabinets heute Nachmittag einen
mit dem Geheimen Dossier, über welches die genannten Zeugen verhört wurden. Esterhazy wird erst in der nächsten Woche verhört werden. Derselbe hat den Kriegsminister um die Erlaubniß gebeten, ihn vom Dienstgeheimniß zu entbinden,' da er sonst keine Aussage machen könne.
Paris, 20. Januar. In der Kammer kam heute Nach-
mittag die Interpellation des Abgeordneten Breton über das M^ni^errath abgehalien, der sich zweifellos mit der gleichen diplomatische Dossier zur Verhandlung. Breton beschuldigte Angelegenheit beschäftigen wird. den früheren Ministerpräsidenten Mercier, der verantwortliche
Berlin, 20. Januar. Die Budget-Kommission des Urheber ter ganzen Ungerechtigkeit gerne en zu sein, denn er Reichstages berieth heute den Etat des Reichs-Eisenbahn- sowohl als seine Kollegen hätten die Fälschungen Hemys ge- amtes und der preußischen Eisenbahnen. Minister Tdieleu sannt. Der frühere Minister Barthou protestirte gegen diese theilte auf eine Anfrage mit, daß die Betriebsverhältnisfe im Woite des Redners. Er behauptete, er habe von den
Jahre 1897 normal wären. Schwere Unfälle seien wenige Fälschungen Henrys nichts gewußt. Barthou lobt Briffon, vorqekommen. Die Reichseiscnbahven stellten sich bezüglich weil dieser dir Revision dts Drey'usProzesses eingeleitet habe, der Unfälle durchweg besser, als die übrigen deutschen Baknen. R-dner spricht alsdann über das diplomatische Get-eimdosster. Auch für 1898 sei das Verhältniß besser. Hinsichtlich des Er sagt, Dupuy habe in den Blättern den Beweis geführt, Wagenmangcls haben sich 1898 die Mißstände verringert, daß dieses Dossier wirklich vorhanden sei. In der letzt er- Wetlerhin erklärte Minister Thielen, es werde beabsichtigt, fchieneneu Note gesteht Dupuy das Vorhandensein des auch bei den Rsichseisendahnen die Bahnsteigsperre einzu- Dossiers auch zu, er sei aber nicht sicher, über das Vorführen. Unterstaatsiekretär Aschenborn erklärte, es seien Ge- Handensein der angeblichen Kaiserbriefe in diesem Dossier. Die Haltsausbesserungen der Effenbahnbeamten in Preußen und Untersuchung dauert fort.
im Reiche beschlossen. Nur für Stellenzulagen seien im
Chnrleroi, 20. Januar. In der Nähe von Charleroi preußischen Etat noch 2^2 Millionen Mark neu eingesetzt, sind intolge von Ueberschwemmungen und einer plötzlichen Betreffs der elektrischen Veteuchturg lasse sich noch nicht ein Bodensenkung die Kohlengruben unter Wasser gefitzt. Die abgeschloss nes Urtheil fällen. Die b äderigen Versuche seien Bergleute konnten sich nur durch schleunige Flucht retten, nicht ermuthigend. Acetplm verspräche gute Erfolge. Wahr-!Der Schaden ist ganz enorm. Die Betriebs-Direktoren er- scheinlich werve auch Preußen in großem Maßstabe mit dieser griffen die umfaffendsten Maßregeln, um dem Einsturz der
Beleuchtumsart Vorgehen. Ueber die Tarifreform schwebten Gallerten und den damit verbundenen Katastrophen vorru- Verhandlungen mit den Bundesstaaten. Für Kilometerhefie beugen.
schwärmte der Minister nicht. Schließlich wird das Ordi-
Petersburg, 20. Januar. Nach Meldungen aus
Ueber die einmaligen und Afghanistan ist im Falle des Ablebens des erkrankten Emirs außerordentlichen Ausgaben wird am nächsten Dienstag be- ein Bürgerkrieg unvermeidlich. Die Regierung verfügte des- rathen werden. halb militärische Vorkehrungen an der afghanischen Grenze.
narium unverändert bewilligt.
Berlin, 20. Januar. Zur gestrigen Frühstückstafel! beim Karserpaar waren u. A. die Königin von Württemberg, i der Fürst zu Wied, der Erbprinz zn Wied mit Gemahlin! und der württembergische Gesanrte geladen. Zur Abendtafel i war geloben der Statthalter von Eljaß-Lothringen, Fürst!
halb militärische Vorkehrungen an der afghanischen Grenze.
Hohmlohe- Langenburg.
Berlin, 20. Januar.
Ueber die Vorgänge auf Samoa
Aus Stadt- und Landkreis Hanau.
Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe «Han. ? u«" gestattet.
* Postalisches. Zur Verminderung und Erleichterung des Baargeldnmsatzes besteht bei der Reichspostverwaltung
„ seit dem Jahre 1883 die Einrichtung, daß die auf Postan-
erfätrt die „Nationalzeitung", daß noch hier eingetroffenen Weisungen auszuzahlenden Beträge den Empsängern nicht baar deutschen Nachrichten Eigenthum von Weißen nicht verletzt I gewallt sondern auf deren Girokonto bei der Reichkbank gut wurde und daß Mataafa von allen drei Konsuln als König geschrieben werden können. Diese Einrichtung erspart den anerkannt worden ist. i betheiligten Empfängern die Zeit und Mühe des Gcldzählens
Breslatt, 20. Januar. Von der Beschuldigung des für jede einzelne Zahlung, die Aufbewahrung des Geldes und Raubmordes, tegangen an der 15 Jahre alten Voigtstochter die Beförderung desselben zur Reichsbank; sie verhindert, was Pudich aus Lcuben, wurde am 11. Januar d. Js. der für die Abholer von Postanweisungen von besonderer Wich- Eänuer August Pohl cus Tschipkeil vom hüsigen Schwur- tigkeit ist, die Auszahlung der Beträge an Unberechtigte und gericht freigesprochen, während seine Mitangeklagte, das Dienst- vereinfacht das Verfahren insofern, als nicht über den Betrag v äbien Auguste Wolf zum Tode verurtheilt wurde. Jetzt jeder einzelnen Postanweisung, sondern über alle zur gleichen ist, wie der „Breelauer Gercralauzeiger" berichtet, der frei-!Zeit vom Briefträger überbrachtenPostanweisungen zusammen gesprochene Pohl in dem Augenblick wieder verhaftet worden, ein Anerkenntniß zu ertheilen ist. Außerdem werden durch als er seinen Wohnsitz verändern wollte. Man fand bei ihm daS Postanw.-Giroverfahren alle Gefahren und Weiterungen die bisher vergeblich gesuchten, der ermordeten VoigtStochter beseitigt, welche mit der Geldbeförderung von Stelle zu Stelle, geraubten beiden Hundertmarkscheine. Es dürfte sonach keinem mit der Zählung des GelteS und der Ausstellung vieler
Zweifel unterliegen, deß Pohl an dem Morde betheiligt Einzelquittungen verbunden sind. Die mit dem Verfahren
war.
verknüpften Dorthelle find von den betheiligten Kreisen im
Wien, 20. Januar. Der Kaiser empfing heute Vor- Laufe der Jahre immer mehr erkannt warben, sodaß die " ' ' ' c ' 3 neue Einrichtung von Jahr m Jahr einen erfreulichen Fort-
miltog die preußrche Deputaliin deS Kaiser Franzregiu euls
in Abschiedsaudienz.
Wien, 20. Jonrar. Polnischen Blättern zufolge herrscht im Pol.nklub große Verstimmung über die gegenwärtige innerpolitische Situation. Maßgebende Persönlichkeiten rathen entschieden ron Kompromißverhandlurgen mit der Opposition ab.
schritt genommen hat. Jndeffen ist das Verfahren noch einer erheblich weiteren Ausdehnung fähig. Hierzu werden besonders die mit dem 1. Februar in Kraft tretenden neuen Be-
sinn mengen über den Giroverkehr der Postanstalten mit der Reichsbank beiirsgen. Während bisher nur solche Girokunden der Reichsbank an der Einrichtung theilnehmen konnten, welche monatlich mindestens 1000 Mk. auf Postanweisungen
Prag, 20. Januar. Um die gep'anten tschechischen
Demonstrationen zu verhindern, wurde die Leiche des empfingen, ist künftig die Theina^me von einem Studentin Lienhard heute Vormittag in aller Stille nach solchen Mindestbetrag nicht mehr abhängig, dem Bahnhöfe gebracht und von dort in seine Heimath über-!Außerdem aber ist es vom 1. Februar ab zulässig, auch führt. |bie einzuzahlenden Postanweisungsbeträge —
Budapest, 20. Januar. Szilagyi wird heute Nach- ebenfalls ohne Beschränkung auf einen monatlichen Mindest- miltagBanffy die Antwort der Opposition aus die Regierungs- Umsatz — im Wege des Giroverfahrens zu be- vorschläge miltheilen. Dieselbe wird ablehnend lauter. gleichen. Das Versahren gestaltet sich wie folgt: der Ab- Lemberg, 20. Januar. Infolge böswillig verbreiteter ’ sender übergibt der RüchSbankanstalt einen rothen Check über Gerüchte herrscht hier seit heute früh ein Sturm auf die! den Gesammtbetrag der gleichzeitig abzusendenden Airo Post- Sparkßsse. Eine große Anzahl von Leuten aus der Stadr anweisungen,sowie in einem verschlossenengehörig bezeichneten und Umgegend verlangten ihre Einzahlurgen zurück. Die Umschlag die Postanweisungen selbst nebst einem Verzeichniß, Rückzahlungen wurden prompt geleistet. j zu dem die Postverwaltung die Formulare liefert. Das Ver-
Paris, 20. Januar. Der Kassationshof verhörte Leute zeichniß wird ihm demnächst, mit Quittung der Postannahme- die Generale Villot, Boisdeffre, Gonse und Berthier sowie stelle über die Postanweisungsbeträge versehen, durch den Brief-
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 12 Seiten