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Amtliches Organ für SisSt- und Lanölireis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 17

Freitag den 20. Januar

1899

migt wurde die Errichtung einer einklassigen Schule für schwachsinnige Schulkinder. An Beihilfen zu Zeichenakademie- schulgeld wurden gewährt Mk. 2123..

Sodann theilt der Herr Vorsteher mit, daß die definitive Anstellung des Herrn R. Kleiß als Bureaubeamter für die Stadtverordnetenversammlung (3. Gehaltsklasse) erfolgt sei.

Der beantragten Nachverwilligung von M. 264 auf Titel V, 2 und von M. 300 auf V, 1 aus Titel IV, 2 Spezial-Etat Schlechthof für 1898/99 wird zugestimmt. Begründet wird die Sache damit, daß durch die im Laufe des Jahres nothwendig gewordenen Kesselrepara- turen sowie durch die nothwendige Beschaffung neuer Dampf- waffermiichapparate und von 100 m Reservedrahtseil für die Schlachthofwinden eine Etatsüberschreitung nicht zu umgehen gewesen sei. Auch seien dir Gebäude im Jnrern, besonder? im Anstrich durch die aussteigenden Wafserdämpfe der Hciß- wasseranlage starker Abnutzung ausgesetzt, sodaß die Erhaltung der Räume, besonders der Eisentheile, durch Neuanftrich größere Unkosten als vorgesehen verursachte.

Der Etat des städtischen Schlachthofs für 1899 wird in Einnahme und Ausgabe auf M. 37,700 festgestellt.

Bezüglich der im Stadtschloß erforderlichen Reparaturen wird bemerkt, daß die Fenster und Jalousieläden im Stadt- sckloß fast ausnahmslos in solch defektem Zustande seien, daß eine Instandsetzung derselben als unbedingt erforderlich erachtet werden müsse. Desgleichen sei Reparatur und Neu- anstrich der Einfriedigung nach der Marienstraße sowohl wie nach dem Park durchaus nothwendig. ES wird daher bean­tragt, alljährlich M. 2500 in den Haushaltsplan für außer- ordenttiche Herstellungen im Stadtschloß einzustellen, doch soll Einzelbewilligung vorbehalten bleiben, so daß die Mitwirkung der städtischen Körperschaften in jedem einzelnen Falle gewahrt erscheint. Findet Zustimmung.

Ein Theil des unteren Stockwerkes des Stallgebäudes in der Kanalthormühle ist für die Zwecke der Untersuchung eingeführten Fleisches und für die Freibank hergerichtet wor­den. Für die Einführung von Gas und Ausstattung mit den nothwendigen Utensilien wird eine Nachverwilligung! von M. 521.97 beantragt und von der Stadtverordnetenversamm­lung genehmigt.

Die Herstellung der ehemaligen Konditorei im Stadtschloß zum Wohnraum und deffin Vermiethung an Herrn Kehl jr. für jährlich M. 100 wird genehmigt, ebenso die Verlegung des Eingangs zu den Kellerräumen des Stadtschlosses in den Thorweg Für letzteren Zweck wird der Betrag von M. 300 nachverwilligt.

Der Antrag, betreffend Stodtgrabenüberbrückung am Mühlthore, wird zurückgewiesen. Der Antrag soll später, wenn thatsächlich der Ausbau der Straße stattfinden soll, nochmals zur Vorlage ksumeu.

Erwerbung des zur Oeffnung der Augustastraße nach dem Für Reparatur und Anstrich der Wilhelmsbrücke wird der Auheimerweg erforderlichen Geländes, Mk. 28 000. zurj Betrag von M. 1300 nachverwilligt.

Herstellung neuer Chausseedecken, Mk. 20 000. ä Conto Behufs Herstellung einer Verbindungsstraße zwischen des Ertraordinariums des Etats 1899 zur Beschaffung von Erbsengasse und Johanniskirchplatz hat der Magistrat mit Pflajrermaterial für die demnächst aufzuführende allgemnne den Ehelenten Peter Wrinig ein Abkommen getroffen, wonach Neuvstasteruna von Straßen, Mk. 5500 zur Befestigung dieselben das in die geplante Straßenlinie fallende Gelände

Dicilstimchrichten aus dem Kreise.

Gesunden: Eine hellblaue wasserdichte Pferdedecke, auf der Straße von Gronau nach Vilbel; Empiangnah« e bei dem Herrn Bürgermeister zu Gronau. Ein Brief mit der Adresse: Frau Kaufmann, Langenviebach, ohne Freimarke. Eine graue Tuchiasche mit verschiedenen Papier en und einer Gewerbeleartimstionskarte, ausgestellt am 21./7. 98 in München für Johann Bauer.

Verloren: Ein Normaldamenunterjäckchrn. Ein Plakat für das Ibsen-Theater in Lnpzig.

Hanau am 20. Januar 1899.

Aud Stadt- und Landkreis Hanan. Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit QuellenangabeHau. ^n-," gestattet.

Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 19. Januar 1899.

Anwesend die Herren: F. Cantbal, Vorsitzender; Baader, Bailly, Buy Brüning, Eberhard, Füll, Fritz, Glaser, Hock, Dr. Hercnus, Hoffmann, Joir, Jung Kehl jr., Koch, Küftner, Kreuter, Lucht, Müller, Obl, Ott, Roth, Schroeter, Schwabe, Settz, Spatz, Steinhmer, Treusch, Voltz, Weder uns Wörner.

Der Stadtverordneten-Vorsteher Herr Canthal theilt mit, daß er einen Bericht über daS 1. Geschäftsjahr der Stadtverordnetenversammlung erstattet habe, der leider durch ein Versehen der J. G. Kittsteiner'schen Buchdruckerei etwas zu früh, noch bevor er den Stadtverordneten zu gegangen, in die Oeffeulichkeit gekommen sei, was er sehr bedauere. Aus dem Bericht ist zu ersehen, daß von den Herren Stadt­verordneten Referate erstatteten die Herren Wörner 49, F. Juug 38, Ott und Weber je 23, Dr. Heraeus 22, Hoff­mann 18, Küftner 17, Seitz I. 12, Bier 11, Fritz 10, Brüning und Kehl je 6, Baader, König und Treusch je 5, Spatz und Steinheuer je 4, Bailly, Roth, Schroeter und Voltz je 3, Föll, Glaser, Jost und Körner je 2. Müller 1. Im Ganzen kamen 284 Gegenstände zur Erledigung. Hier­von entfallen auf Wahlen: 25. Als Beschlüsse von größerer Bedeutung sind hervorgehoben; Begebung der neuen 1500 000 Mk. Anleihe der Stadt Hanau zum Emissions- kurse von 98 78°/o, die Regulirung und Neuhrrstellung des MühlthorwegeL. Ferner folgende Bewilligungen: Mark 8000. für Anlegung des brachliegenden Parktheiles, Mark 4498.33 für Herstellung des oberen Rathdaussaales, Mark 90 000. zum Bau einer Kühlanlage, Mk. 10 000. zur Anlage eines elektrischen Uhrennetzes Mk. 5000. zur Her­stellung des F-stsaales im Stadtschloh, Mk. 5000. für äußere Herstellung des Altstädter Rathhauses seinem früheren Aussehen entsprechend in historischer Treue, Mark 30 000. aus den Ueberschüssen des Gaswerks pro 1897/98 zur Begründung eines Schulbaufonds, Mk. 18 090. zur

Neupflasterung von Straßen, Mk. 5500. zur Befestigung des Hochwasserdamms, Mk. 6950. für Ausbau der Wald­straße, Mk. 1054,53 für den Ausbau der Zufuhrstraße zum Nordbahnhof, Mk. 22 780. behufs Erbauung eines Sieles in der Leipzigerstraße bis zum neu errichteten Wasserwerk, Mk. 73800. für Einbauung der Siele in Sandeldamm, Mauldeerallee, Gartenstraße, Grüner Weg, Mühlthorweg und Rhönstraße, Mk. 8500. für 50 einzubauende Sinkkasten. Zur Einführung der Fäkalien in die städtischen Siele, nach vorhergehender mechanischer Klärung der gesummten Ab­wässer, wurde beschlossen, der MagistratSvorlage entsprechend, Erlaubniß bei der zuständigen Behörde einzuholen. Das Elektrizitätswerk hat am 24. November 1898 dem Betrieb über geben werden können, durch Vorlage der Beschlüsse der Elektrizitätswerks-Kommission war eS der St.-V.-V. ermög­licht, sich von dem Stande der Arbeiten fortgesetzt auf dem Laufenden zu halten. Hervorgehoben sei an dieser Stelle der zum Abschluß gekommene Vertrag mit der Eisenbahndirektion, auf Grund dessen der Anschluß des Ost- und Westb rhuhofes an das Werk erfolgen wird. Für daS Wafferwerk werden zur Errichtung einer zweiten Pumpstation an der Leipziger­straße Mk. 215 000. bewilligt. Es wurden genehmigt die

Baufluchtlinienpläne für das Gelände nördlich der Akademie- straße bis zur neuen Anlage, für den Wallweg, die Markt­straße, für daS Gelände zwischen Philippsruher Allee und Kinzig, für die Anlage zwischen der Grimmstraße und Bebraerbahnhofsstraße, für das Gelände zwischen Kinzig und Waldeselweg, Sandeleamm und Hanau-Friedberger Eisenbahn

Glöckner auf 3 Jahre wird mit einem näher bezeichneten Vor- (Heuser'sche Wiese), sowie für die Straße Nr.52. Geneh- behalt zugestimmt.

unentgeltlich, kosten-, lasten und hypothekenfrei an die Stadt abtreten, wogegen die Eheleute Wrinig von einem Kosten­beitrage für die von der Stadt herzustellende 12 m breite Straße zwischen Erbsengasse und Johanniskirchplatz befreit bleiben sollen. Die Stadt hat dabei den Vortheil, daß sie ihr Grundstück, worauf die gewerbliche Fortbildungsschule steht, vergrößert, so daß sie ein ganzes durch die Straße nicht getheiltes Grundstück erhält. Wird zugestimmt.

Eine Abänderung der Stromlieferungsbedingungen des Elektrizität? Werkes findet nach eingehender Debatte Geneh­migung. Darnach liegt es im Interesse des Elektrizitäts­werkes, daß zur Beleuchtung gut brennende Lampen verwendet werden, weßhalb das Elektrizitätswerk die Beschaffung der Lampen selbst übernommen und unter Zustimmung der Körper­schaften die Bestimmung getroffen hat, daß nur solche vom Elektrizitätswerk gegen entsprechende Bezahlung bezogene Lam­pen seitens der Konsumenten Verwendung find-n dürfen. Ausgenommen von dieser Vorschrift sind Lampen, welche nur Dekorationszwecken dienen und nur mittels Steckkontakt ange­schlossen werden können. Die in Gebrauch bkfindlichen Lam­pen müssen eine Mindeststärke von 80 pCt. anfweisen. Hat diese Lichtstärke nachgelassen, so geschieht der kostenlose Um­tausch beim Elektrizitätswerk.

Die formelle Genehmigung des Eiuquartirungsstatuts wird gegeben.

Der Vermiethung der Sandelmühle-Räume au Th. O.

Die Ordnung über die Erhebung einer Gemeindesteuer von Branntwein aller Art wird genehmigt, nachdem der Entwurf einige Umänderungen erfahren hat.

Der mit der Reinigung der Straßen und Plätze beauf­tragte Peter Läpp ersucht, die ihm gewährte Entschädigung von monatlich 154 Mark zu erhöhen, da er nicht in der Lage sei, für diesen Betrag fernerhin seinen Verpflichtungen nach- zukommen. Andernfalls müsse er seine Kündigung zum 1. April d. J. aufrecht erhallen. Die Vertragssumme soll vom 1. Drzbr. 1898 ab auf 2000 Mark pro Jahr erhöht werden, infolgedessen eine Mehrverwilligung vdn 50,67 Mk. erforderlich wird. Zustimmung erfolgt.

Die beantragte Errichtung eines WaarenhanseS für die Stadtgärtnerei wird auf ein Jahr zurück gestellt, die Erhöhung der Vergütung für Reinhaltung der beiden Aborte im Rath­hause genehmigt.

Die Resolution des Centralvereins für Hebung der deutschen Fluß- und Kanalschifffahrt hinsichtlich der Nothwendigkeit einer einheitlichen Organisation der Wafferwirthschaft wird unter Hinweis auf den Bericht der Handelskammer vom 14. Sep­tember v. J. zum Beschluß erhoben.

Für ein bei C'vnberg zu errichtendes Kaiser Friedrich- Denkmal wird ein Beitrag von 300 Mark bewilligt. Von Seiten des Magistrats ist mitgeth-ilt worden, daß im Früh­jahr die Veranstaltung einer Sammlung für diesen Zweck beabsichtigt sei.

Das Sparkassenstatut hat nunmehr endgiltige Genehmigung gefunden. Stadtverordneter Küftner berichtet, daß die Ver­handlungen der 6. Hauptversammlung des Sparkasseuverban- des des Reg.-Bez. Caffel vom 14. Oktober 1898, von welcher ein Druckexemplar bei den Herren Stadtverordneten in Circu- lation gesetzt worden sei, der Hauptsache nach innere Angelegen­heiten der Sparkassen selbst betreffen. Hervorzuheben sei Punkt 7 der Tagesordnung, welcher die Verwendung der Ueberschüffe der Kommunalsparkassen behandelt. Die Vertreter von Schlächtern und Fulda vertheidigten den Standpunkt, daß die Sparkassen zu den gewerblichen Unternehmung!!! des betr. ' Kommunalverbandes gehörten, ebenso wie die Gaswerke u. s. w., es müßten daher die sämmtlichen Ueberschüffe der Stadtkaffe zugeführt werden. Durch die Uebernahme der Garantie er­werbe die Stadt ein Recht auf die Ueberschüffe. Es wurde -diese Auffaffung von anderer Seite bestrüten und der soziale i Standpunkt der Sparkassen hervorgehoben. Ein Beschluß sei i nicht gefaßt worden, vielmehr beschrärtte sich die Verhandlung nur auf Debatten. Die Verh8ltniffe der hiesigen Sparkaffe seien durch das neue Statut geregelt und haben die einzelnen Punkte für die hiesigen Verhaltnisfe weiter kein Interesse.

Die Stadtverordnetenversammtung beschloß hierauf die Delegirung eines Vertreters zum preußischen Städtetag am 23. und 24. Januar in Berlin unn wählte hierfür den Vor­steher Herrn Canthal. Als Vertreter des Magistrats ; nimmt Herr Oberbürgermeister Dr. G c b e s ch u s, der zu­gleich Delegirter des hessischen Städtrtages ist, an den Ver­handlungen Theil.

Herr Professor Dr. S u ch i e r hat seine Münzsammlung der Stadt Hanau als Geschenk überwiesen, auS welchem An- ; laß der Magistrat ein Dankschreiben an den Spender richtete. Die Stadtverordnetenversammlung schließt sich dem Danke an und gibt dies noch durch Erheben von den Sitzen zu er­kennen. Einer Nachverwilligung Vertretungskosten an ! der Knaben-Mittelschule wird zugestimmt.

Für die Stadtschul-Deputation ist eine neue Dienstordnung : festgesetzt worden, welcher im Entwurf die Genehmigung der Königl. Regierung ertheilt worden ist. Während der Depu­tation früher 5 Mitglieder der Körperschaften, 2 Geistliche und 3 Fachmänner angehörten, setzt sich dieselbe nunmehr zu­sammen aus 2 Geistlichen, dem städtischen Schulinspektor, einem Rektor und 5 Mitgliedern der Körperschaften.

Ueber daS neue Stadtwappen referirt Herr Hoffmann, der ausführt, daß man sich schon seit 1896 mit der L-tadt- wappevfrage beschäftige. Die Ansichten gingen hierbei aus- ! einander und fei schließlich dem hiesigen GeschichtSverein die Angelegenheit zur Begutachtung überwiesen worden, welcher sich der Sache in dankenswerther Weise angenommen habe und sei es im besondere» den Bemühungen des Konservators Herrn Dr. Winkler zuzuschreiben, daß heute ein Entwurf vorliegt, welcher zur Ausführung empfohlen werden könne. ^Der Entwurf zeige den Schwan als Wappenzier über der ; Mauerkrone, ferner ein Hauptschild (Neuftadt) mit einem i Herzschild (Altstadt). Es wird gewünscht, den Schwan in etwas engeren Grenzen erscheinen zu lassen, sodaß der Raum um denselben etwas mehr in Erscheinung tritt. Die Er­ledigung der Wappenfrage wird sich jedoch noch etwas hin« auSziehen, da sich der Magistat zunächst durch Vermittelung