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Amtliches Organ für Stadt- und LanöKreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Montag den 9. Januar
1899
Amtliches
^taöt& trete» ^anau.
Der frühere Dienstmann Asam Lind dahier hat Rückgabe der von ihm hinterlegten Kaution gebeten.
Die in Hovkong weilenden Vertreter der Regtzrung der laud asftreten uns den Gedanken einer Aussöhnung mit dem Filipinos «klären, an der gegenwärtigen schweren Krisis Deutschen Reiche ganz ernsthaft diskutiren. Den neueren trage die unbillige Behandlung der Aufständischen durch die Grund zu den franzöüschen Besorgniffen hat daS englische
um Amerikaner allein die Schuld. General Otis erhielt den Be- Blaubuch über Madagaskar gegeben, das die Franzosen fehl, sämmtliche Philippireninseln in Besitz zu nehmen. Er
Interessenten werden aufgefordert, etwaige Ansprüche färbte vor fünf Tagen Truppen und Kriegsschiffe nach den binnen 14 Tagen im Polizeisekretariat — Zimmer 12 des südlichen VisayaS-Inseln. Die Filipinos sind aber ent- Kgl. Landrathsamtes — anzumelden, widrigenfalls die Kau- schloffen, die Amerikaner an der Landung in Jlo-Jlo zu
tion zur Auszahlung gelangt. Hanau am 5. Januar 1899.
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Königliche Polizeidirektion, v. Schenck.
hindern und zerstören vielleicht, als letzte Zuflucht und auS strategischen Gründen, diese Stadt. Der Abbruch der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Nationalregierung der
kräftig vornimmt, wozu noch kommt, daß die maßgebende Londoner Preffe ihrer Regierung so energisch sekundirt. Daher herrscht beinahe wieder die alte Faschora-Stimmung. — Der offiziöse Pariser Temps erklärt mit Bezug auf das Blaubuch, die Publikation scheine wenigstens in der Form ein Abzeichen dafür zu bilden, daß die englischen Staatsmänner die Absicht hegten, die Mißhelligkeiten, welche seit mehreren
Filipinos und den amerikanischen Behörden steht bevor. Da- Monaten nur allzu sehr die französisch-englischen Beziehungen
^tanö&rew ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In dem Gehöste des Konrad Amberg in Kälber au, Bezirksamt Alzenau, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden.
Hanau am 9. Januar 1899.
— mit werden wahrscheinlich die Feindseligkeiten beginnen. Die
V. 218
Der Königliche Landrath, v. Schenck.
Diknstmchiichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Stück Eisenrohr, ca. 3 Meter lang. Ein Stück gehäkelte Cremespitze. Ein Herrenregenschirm und ein kleiner Holzkasten, im Schalterraum deS hiesigen Postamts stehen geblieben. Ein Damenregenschirm und ein gelbes
i Filipinos erklären, sie würden den Bruch tief bedauern, aber ihn hinuehmeu, wenn er ohne ihre Schuld unvermeidlich geworden sei. Sie wenden sich an das amerikanische Volk mit der Bitte, dir Menschenrechte aufrecht zu erhalten und Blutvergießen durch eine vollkommen freundschaftliche Beilegung mittels Einsetzung eines unparteiischen Untersuchungsausschusses zu verweben.
Aguinaldo ist noch Präsident der Republik der Filipinos. Die Mehrheit des neuen Kabinets derselben gehört der Kriegspartei an. Das Eingeborenenblatt „Jndependenzia" sagt, die Lage sei sehr ernst und lasse nur zwei Möglichkeiten zu: entweder Verzicht der Amerikaner auf die Ein- verleibungSpolitik oder einen langdauernden blutigen Krieg. Die ein getroffenen kalifornischen Freiwilligen warten an Bord des Transportschiffes die weiteren Befehle ab.
Die Instruktionen, welche Präsident M«c Kinley dem
Körbchen, in einem Laden stehen geblieben. Drei neue General Otis am 1. Januar nach Manila telegraphirt hat, Taschentücher, gez. E. B. sind heute veröffentlicht worden. Das betreffende Dokument
Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 9 M. Inhalt, enthält zunächst eine Anordnung, betreffend die provisorische
Zwei kleine und zwei große Schlüsseln und ein Rezept von Herrn Dr. Siebert. Ein Portemonnaie mit w. 2 M. Inhalt.
V om Wasenmeister eingesangen: Ein weißer Pudel und ein schwarzer Spitz, beide m. Geschl.
Hanau am 9. Januar 1899.
Errichtung einer amerikanischen Militärverwaltung über den gesammten Archipel, und weist sodann Otis an, bekannt zu machen, daß Recht und Eigenthum aller Bewohner des
trüben, noch zu verschlimmern. Das Blatt klagt sodann bitter über dir Haltung der englischen Preffe in den Schanghai- und Siam-Angelezenheiten. All das verrathe eine Gemüths- verfoffung, welche unheilvoll werden könnte.
Die Russen in Ästen. Mit großen Plänen tragen sich die Russen in Asien, und zwar besonders in jenen Distrikten, die au das englisch indische Reich stoßen. Die Entsendung Carzons als Vizekönig von Indien hat, wie aus Petersburg gemeldet wird, in den russischen militärischen Kreisen doch einen weit tieferen Eindruck gemacht, als man anfangs annahm. ES verlautet jetzt, im Großen General- stab sei ein Plan in Ausarbeitung, nach welchem die russischen Stteitttätte am Pamir und an der britisch-irdischen Gr.nze eine völlig neue Organisation und eine wesentliche Verstärkung erhalten sollten. Auch beabsichtige der Zar, die dortigen Gebiete zn einem großen Generalgouvernement zusammenzulegen, in welchem ein Großfürst als Statthalter des Zaren mit möglichst ausgedehnter Machtvollkommenheit und ünßerem Glatze residiien solle. Es würde damit dem britischen Vice- könig ein russischer Vieezar ei:tgegengejtellt werden, was offenbar auf die dortigen Voltsstämme einen großen Eindruck machen werde.
Aus China. Nach zuoerläfsigen Rachri<ten aus
^taöt&rei# j^artaxu
Bekanntmachungen des Oberbürgumeisteramtes.
Bekanntmachung.
Der Schlußsatz des 8 89 der Laupottzeiordnuvg vorn 1. Juli 1885 schreibt zum Zweck des gründlichen Austrocknens des Mauerwerks vor, daß mit dem Abputz bet inneren Wände in der Regel richt früher alt 6 Wochen nach Abnahme des Rohbaues ke-onnen werden darf.|
Da fast unausgesetzt dieser Vorschrift zuwidergehandelt wird, so wird für die Folge neben der verwirkten Strafe die Beseitigung des vorzeitigen Verputzes event, zwangsweise
diesseits veranlaßt werden.
Hanau den 30. Dezember 1898.
Städtische Polizeiverwaltung.
Der Oberbürgermeister. Dr. Gebeschus.
499
Bekanntmachung.
Freitag den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr,
werden im Hofe der Kanalmüdle
25 Haufen Brennholz, ferner alte Thüren, Pumpen, Fenster, altes Eisen rc.
öffentlich meistbietend versteigert. Hanau den 9. Januar 1899.
Stadtkämmerei.
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Der zweite Philippinenkrieg.
Des Sieges ungemischte Freude wird den Amerikanern nicht zutheil. Dem maßlos gefeierten Dewey fiel es leicht,i die spanischen Holzkästen vor Cavite zu zertrümmern; Manila! zu «obern, fiel ihm bereits recht schwer; wenn aber die Be- sieger der spanischen Armado wähnten, mit Cavite und Manila den gesammten Jvselbereich zu besitzen, der mit! souveränem Federstrich wider Erwarten dem hilflosen Gegner- entrissen wurde, so bereitete ihnen der nationale Faktor der Tagalen eine schlimme Ueberraschung. Die Filipinos erklären heute, daß sie der amerikanischen Herrschaft entbehren wollen und erwidern die unverblümte Kriegsandrohung der Union ; mit gleichen Worten. In Jlo-Jlo, der Hauptstadt auf j Panay, weht, von 20 000 Bewaffneten beschützt, die Fahne der mug «gründeten Tagalen- Repullik, die voraus sichtlich, die unvermeidliche Unterwerfung erst nach einem heißen Waffen- gang knirschend zugestehen wird. !
ArckipelS geachtet würden und die amerikanische Autorität durchgeführt werde, wenn nöthig, mittels Gewalt. Die be-: katholischen Missionars durch Angeborene in China vorgestehenden zivilen und munizipalen Obrigkeiten und die Ge-i kommen. Derselbe Pater Stenr, der bei dem Ueberfall im richtshöfe würden, so weit als irgend thunlich, im Amte be-! November 1897 zugegen und ihm nur mit Mühe entronnen lcsstn werden. DeS weiteren wird Otis angewiesen, alle war, ist in Tjetou, 300 Li von Tsintau entfernt, abermals schon im Besitze der Vereintsten Staaten befindlichen Häfen Überfällen und schwer mißhandelt worden. Nur mit Mühe gegen Zahlung von Abgaben dem Handel aller Nationen zu gelang es ihm, sich zu retten. Anfang Dezember war er noch öffnen, und schließlich aufgefordert, Alles in seinen Kräften im Lazarett von Tstutau. Wie wir erfahren, hat der deutsche stehende zu thun, um den Bewohnern der Inseln zu zeigen, Gesandte in Peking auf Weisung aus Berlin sofort Genug- doß die Misston der Vereinigten Staaten eine Mission wohl- thuung verlangt. Die chinesische Regierung beeilte sich auch, wollender Assimilirung sei, daß die Amerikaner aber mit! durch ihren Vertreter in Berlin um Ent chuldigung zu bitten starkem Arme und ihrer ganzen Autorität alle Hindernisse be- und die gestellten Forderungen zu bewilligen, nämlich: amt- zwingen würden, welche sich der Errichtung einer gesicherten liche Wiedereinführung des Missionar> in den Bezirk, in dem Regierung unter der Flagge der Vereinigten Staaten ent- er überfallen und auS dem er vertrieben worden war, Unter- gegenstellen würden. ' ■ stützung bei Errichtung einer Missionsstation am Orte der
Ueber die bevorstehende kriegerische Aktion berichtet die That und strenge Bestrafung der Uebelthäter. Außerdem hat „World" aus zuverlässiger Wachingtoncr Quelle, General sich der Vorstand der deutschen katholischen Mission wegen Miller soll Instruktionen erhalten hab<n, in Jlc-Jlo zu Zahlung von Eutschädigun«en direkt mit der chinesischen Pro- landeu und den Platz zu besetzen. Dewey telegraphirt«, er
Kiautschou sind kürzlich neue Mißhandlungen eines deutschen
habe die Kanonenboote „Concord" und „Petrel" nach Jlo- Jlo entsandt. — Die spanische Garnison, die sich nicht veranlaßt sah, den Amerikanern einen Freundschaftsdienst zu er weisen, hatte sich noch zeitig vor Ankunft der Unionstruppen beeilt, vor den Insurgenten zu kapituliren, und schmunzelnd schaut man heute in Madrid, wo sie gestern leidlos das Kolonialministerium abschofften, nach den verwegenen Streitern auf den Philippinen.
Tagesschau.
Die englisch französische „Freundschaft", die nach tem Zwischenfall von Faschoda nur nothdürflig geflickt wurde, hat schon wieder ein Loch bekommen. In Frankreich fürchtete man augenscheinlich, wie auS Aeußerungen angesehener Pariser Blättrr zu entnehmen ist, daß die Engländer nur nach einem Vorwande suchen, um den Franzosen den Krieg zu erklären, da eS sie gelüste, dem amerikanischen Beispiel in Bezug auf Spanien nachzueiferv. Amerika hätte auf eine so leichte Weise von den Spaniern werthvolle Kolonieen erobert, daß mehrere französischen Journale fest überzeugt sind, England werde das nachzuahmen suchen, demnächst auch einen Raubkrieg gegen Frankreich unternehmen und ihm seine sämmtlichen Kolonieen wegnehmen. Da der Krieg nur zu Wasser geführt werden könne, sei die Ueberlegenheit der französischen Armee bedeutungslos, die Engländer könnten Frankreichs Flotte in Grund und Boden schießen und seine Kolonieen einstecken. Die Franzosen sind in der Furcht vor solchen englischen Plänen offenbar etwas nervös geworden, und so kommt es auch, daß sie freundlicher als jemals gegen Deutsch-
vwzial-Bchörde geeinigt. Der Ueberfall im November 1897, dem zwei Kollegen des Pater Stenz zum Opfer fielen, war bekanntlich der Aulaß zur Besetzung der Bucht von Kiautschou. In ausländischen Blättern wurde damals das Vorgehen Deutschlands als schroff hingestellt und behauptet, die Sühne, die China auferlegt worden sei, stehe in gar keinem Verhältniß zu der Geringfügizkeit der Unthat, zumal sich China sofort zu jeder Genugthuung bereit erklärt hätte. Jetzt sieht man, daß selbst die Uebergabe von Kiautschou kaum Strafe genug war, da sich nach kurzer Frist schon wieder eine Mißhandlung abgetragen hat. Wir können natürlich nicht für jeden Ausbruch des Fremdenhasses gegen Deutsche einen Hafen
nehmen. Aber wenn der vorliegende Zwischenfall, wie es scheint, schon erledigt war, als die ersten Nachrichten in die Preffe kamen, so danken wir das der Energie, mit der im vorigen Jahre militärisch und jetzt sofort diplomatisch eingeschritten wurde.
Politische und unpolitische Nachrichten.
(Depeschen-Bureau .Herold'.)
Berlin, 8. Jenuar. Entgegen anderweitigen Meldungen berichtet die „National-Zeitung", daß bei dem BundeSraths- beschlvß in der Lippr'scheu Angelegenheit die Minderheit aus Bayern mit 6 Stimmen und Mecklenburg-Strehlitz, Mei- ningen, Reuß ältere Linie und Lippe-Detmold mit je einer Stimme zusamsen 10 Stimmen bestand.
Berlin, 8. Januar. Aus angeblich zuverlässiger Münchener Quelle erfährt das „Kleine Journal", Bayern habe die von Kaiser Wilhelm sympathisch begrüßte Errichtung eines Gerichtshofes für Fürsten als besondere Instanz für die