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Hanauer Anzeiger

3 Januar.

wiesenur K-nendranch? mueb Inanspruchnahme lange, Ziele seitens der Abmhmer empfindlich geschmälert wird, erlitt im Herbst eine noch größere Einbuße durch den theueren Geld- staad. Ferner erfuhren die Arbeitslöhne zum Theile eine weitere Steigerung, da auch in dieser Branche gute Arbeitr gesucht waren. Was die einzelnen Absatzgebiete <inbetnffv so zeigten Deutschland und Oesterreich-Ungarn Bedarf in gleichem Umfange, wie im Vorjahre; in Holland ring der Absatz etwas, in England aber wesentlich zurück. Für -= amerika lagen zeitweise größere Aufträge vor. Der Arbeiter­bestand erfuhr im Berichtsjahre im Allgemeinen keine Aenderung. Das Jahr 1898 war für die H a n a u e r Silberwaaren-Jndustrie im Ganzen befriedigend. Der Export ging freilich während des spanisch-amerikanischen Krieges etwas zurück, hob sich indeß wieoer, nachdem der Krieg beigelegt war. Auch wurde jener Ausfall schon durch größercu Absatz auf dem Kontinente eingebracht. Die In­dustrie verdankte diesen Erfolg wohl thcilweise einer Kredit­gewährung für längere Fristen, mehr aber gewiß dem nahe­zu allgemein guten Geschäftsgänge anderer Industriezweige und vor Allem auch der während des ganzen Jahres be­wahrten Stabilität des Silberpreises. Zum Nachtheile ve­rrichte ter Industrie anch in diesem Berichtsjahre der Miß­stand, daß die meisten Käufer mehr Werth auf die Billigkeit, als auf die GiUe der Waaren legen, waS noch dadurch ge­fördert wird, daß der größie Theil der Waaren nach Gewicht verkauft zu werden pflegt. Der wenig beträchtliche Gewinn erfuhr eine weitere Schmälerung dadurch, daß den besseren Arbeitern bei reger gewordener Fsbrikationsthätigkcit eine Lohnerböhung zugeUaurm werden mußte.

* Kreisfparkasie. In den Orten Bergen, Fechenheim, Großauheim, Kiltanstasien, Langens-lbold und Windecken sind für die Kreissparkasse N-benrendanturen errichtet und sind diese den Herren: Beigeordneten Mevtel in Bergen, Ge- meinderechner Kitzinger in Fechenheim, Gemeinderechner W et ß e n st ein in Kilianstädten, Gemeinderechner Seipel in Großauheim, Bürgermeister Bielefeld in Langenseldold und Beigeordneten Weider in Windecken übertragen worden. Durch diese Einrichtung ist den Kreiseingeseffenen Gelegenheit gegeben, falls sie es nicht vorziehen, mit der Hauptkaffe direkt zu verkehren, am Orte selbst oder bei den zunächst wohnenden Nebenreudanten Spareinlagen zinsbar anzulegen oder Dar- lehnSauträze anzubringen. Spareinlagen werden zu 3^L°/o verzinst.

* 18., 19. und 20 Sitzung der Elektrizitäts Werk-Kommission. Aus Den einzelnen vorstehend be­zeichneten Sitzungen wurde in der letzten Stadtverordneten­versammlung folgendes berichten; Es sei unter allen Umständen erforderlich gewesen, das Landkrankenhaus bis zum 15. Oktober mit elektr. Energie zu versehen und hätte man bereits Versorge zur Ausstellung eines leihweise von der Firma Schlickert & Co. erhältlichen Gasmotors getroffen. Im Verlauf der Debatte hierüber habe nun Herr Dr. Heraeus in dankenswerther Weise angeboten, mit der Elek­trizität seiner Fabrikanlage auszuhelfen, bis die Stadt selbst in der Lage sei, Strom liefern zu können. Durch das Ent­gegenkommen fei die Anlage eines Provisoriums erübrigt worden und haben die Kosten hierfür erspart werden können. Die für die Anfeuerung erforderlichen Kohlen seien ausge­schrieben und an den Mindestforvernden vergeben worden, die Werkstätte sei mit den erforderlichen Wertzeugen ausge­stattet. Auf Einladung derVereinigung der Elektriziläls- werke", welche die Anstellung von berufenen Technikern als Prüfunzs- oder Auskunftsbeamte in allen für Starckstrom- anlagen auftauchenden Fragen anstrebt, sei der Beitritt zu diesem Verband beschlossen worden. Ferner wird berichtet, daß bei Anlage der Rohrleitungen im Elektrizitätswerks- gebäude darauf Rücksicht genommen sei, bei eventueller späterer Beschaffung einer automatischen Waage dieselbe unge= hindert auffteSen zu können. Den von verschiedenen Seiten erhobenen Beschwerden über Verunstaltung der Zimmer durch die zum Schutz der Leituugsdrähte dienenden sogenannten Bergmannrohre sei durch Aenderung der betreffenden Be­stimmungen Rechnung getragen worden, auch sei die Ab­stellung der infolge der Jnstallationsvorschriften hier und da eingetretenen Mißstände bei Anbringung der Elektrizitätszähler herbeigeführt worden. Was die vereinzelt laut gewordenen Klagen über die Verwendung verschiedener Elektrizilätsmesser für Glüh- und Bogenlampen betreffe, so müsse es hierbei vor der Hand sein Bewenden behalten, da nach Aussage des Herrn Dr. May die Messung der beiden sehr verschieden starken Ströme durch einen und denselben Zähler mit der erforderlichen Genauigkeit nicht erfolgen könne. Auf Antrag einiger Industrieller erklärte sich die Kommission im Prinzip mit dem Anschluß von Prioatanlagen, welche nur zuweilen b. h. im Bedarfsfall Strom entnehmen auL dem städtischen Werk sein werden, einverstanden. Zur Bequemlichkeit deS Publikums seien 5 Rinnen mit dem Umtausch von Glüh­lampen gegen eine Vergütung von 5 Pfg. pro Lampe beauf­tragt. Der mit der Eisenbahnverwaltung abschließende Ver­trag habe bis auf einige Aenderungen formeller Natur die Zustimmung des Ministers gefunden, infolgedessen wurde die sofortige Inangriffnahme der Errichtung des Reservoirs für die Rückkühlanlage brschloffen. Ferner sei beschlossen worden, die Versicherung der Werks gegen Feuersgefahr auszuschreiben. Die zur Erweiterung des Werks bei Anschluß der Eisenbahn erforderliche Beschaffung einer 3. Maschine sei in Aussicht genommen. Bei der im Anschluß an dieses Referat eröffneten Dtskupron bemerkte Herr Schwabe, daß die Anwendung 0R 2 Elektrizität-zählern für 2 verschieden starke Ströme chren Grund in dem Mangel des Schuckert'schen Systems finde, da eS auch Systeme gebe, die für die Messung beider Stromsorten unbeschadet der Genauigkeit sich eignen und stellt

anheim, einen Versuch «nzufteuen. seitens wirD die Prüfung Dieser Angelegenheit zugesagt.

** Gew-rrbegericht (Sitzung oom 2. Januar.) Der Betrieb der Lithozrapfiichen Kunstanstalt uns Steinb.ueferei ' Dauoen u. Co. hat infolge der Festnahme des Besitzers D. in llutersuchllUgShaft eingestellt werden müssen. Dieser Um­stand hat eine Reihe von Klagen seitens des Personals gegen die Firma gezeitigt, die heute zum Austrag »gelangte. Es ! klagt zuerst ein als Werkführer von D. persönlich in Harlem jin Holland enzagirter Lithograph. Demselben wurde, nach­dem D. in Untersuchungshaft genommen war, am 15. Drzbr. ! von de " Kompagnon desselben mit 14rägiger Frist gekündigt. : Der Klä;er macht für sich auf Grund der Bestimmungen des § 133 der G.-O. eine vierteljährige Kündigungsfrist geltend , nnd verlangt deshalb eine bis Enve März b. I. dauernde - Entschädigung von 35 Mk. pro Woche to. Wievereinsielluug in die Arbeit, ferner die angeblich bei dem Engagement mit D. persönlich verabredete Enischävigung der Reise- und Um- zugstosten des Klägers und Familie von Hartem bis hierher. Letzteres wird von der Beklagten bestritten und es wird des­halb beschlossen, den Posten bezüglich der Reifeenlschädiguug auszasetzen, bis dir von D. eingeforserte Erklärung einge­troffen ist, im Uebrigen wird die beklagte Firma verurtheilt, den Kläger bis Ende März b. I. weiter zu beschäftigen, ev. demselben eine bis dahin währende Entschädigung von 35 M. pro Woche auszuzahlen. Es fragen ferner 4 vsa der gtma seither beschäftigte Steinsrucker auf Htügige Lohnentschäviguug von insgesammt 182 Mk. wegen küueigungsloser Entlastung. Den vier Klägern wurde am 15. Dezember mit 14tägiger Frist gekündigt und wäre dieselbe sonach an 28. Dezember abgelaufen gewesen. Die Kläger wurden jedoch am 31. Dezember noch beschäftigt und behaupten dieselben, damit in ein neues Arbeitrv.-rhältniß getreten zu sein und erneuten An­spruch auf Kündigunzszeit, bis zum 13. Februar während, zu besitzen. Es wird die Verhandlung bis zum Ablauf dieser Frist ueitagt und dem als Vertreter der Firma erschienenen Kompagnon des D. anheimqezeben, die Kläger bis dahin zu beschäftigen, was derselbe für unmöglich erklärt, da der Be­trieb eingestellt ist. Der Hilfsarbeiter D. klagt gegen die Firma Sch. u. E. auf 14tägige Lohnentschädigung von 36 M. wegen kündiguugsloser Entlassung. Kläger war Anfang November v. I. bei der Firma gegen einen Lohn von 25 Pfg. pro Stunde in Arbeit getreten und wurde angeblich am 30. November ohne Einhaltung der gesetzlichen Kündigungs­frist entlasten. Die Beklagte macht gegen den Klazeanspruch eine Reihe von Einwendungen geltend und eS wird deshalb zwecks weiterer Beweiserhebung die Sache auf den 9. Januar vertagt. Der Fuhrmann Jak. Kurz klagt für sich und seinen minderjährigen Sohn Wilhelm eine Forderung von insgesammt 70 Mk. gegen den Fuhrunternehmer R. ein. Beklagter ist nicht erschienen und ergeht deshalb gegen den­selben Versäumnißartheil, wonach er zur Zahlung des ringe: klagten Betrags verurtheilt wird. Der Taglöhuer Friedrich A. fragt gegen die Firma I. u. R. auf eine Entschädigung von 3,28 Mk. Die Parteien einigen sich durch Vergleich, wonach dem Kläger der Betrag von 2,50 Mk. geia^lt wird. Ebenso endet durch Vergleich die Klagesache des Steinmetzen Joh. R. gegen dieselbe Firma. Beklagte erkennt dm Klage­anspruch des Klägers von 5,05 Mk. an und verpflichtet sich zur alSbaldigen Zahlung desselben.

D Straftammer I. (Sitzung vom 2. Januar.) Diebstahl. Auf dem Baumwieser Hof bei Langmselbsld war im November v. I. einem dortigen Knecht aus einem verschlossenen Koffer ein Portemonnaie mit 40 Mk. gestohlen weroen. Der Verdacht lenkte sich auf einen Mitarbeiter des Bestohlenen, den Taglöhner G. an8 Äleßnitza in Polen, der den Schlüss-l, den er zu dem Ocffnen des Koffers verwendet hatte, einem Dienstmädchen ebenfalls gestohlen haben sollte, die That aber entschieden in Abrede stellt. Der Bestohlene befindet sich zur Zeit in Russisch-Polen und da von ihm keine bestimmte Aussage vorliegt, eine Ermittelung desselben auch auistchtslos erscheint, so wird der Angeklagte mangelnden Beweises halber freigesprochen. Im Trunk. Schwan­kenden Schrittes infolge totaler Trunkenheit betritt der Fabrik­arbeiter Friedrich L. von Rückingen den Gerichtssaal, nachdem er zuvor auf dem Gang mit seinem in demselben Zustand befindlichen Bruder eine Auseinandersetzung gepflogen, die infolge der vorzüglichen Stimmmittel der Leiden in dem ent­ferntesten Winkel des Gerichtsgebäudes nicht ungehört verhallt ist. Sie haben sich ihrer unvergänglichen Freundschaft und brüderlichen Liebe in der beschriebenen Weise versichert, bevor der der gefährlichen Körperverletzung beschuldigte Friedrich auf einige Zeit hi«ter den Gefängnißmauern verschwindet.Sie sind betrunken?" fragt der Präsident;nein!" brummt der Angeklagte in gedehntem Ton.Das wird sich Herausstellen!" meint der Präsident.Mag sich rauSstelle oder dreinbleibe!" grollt her Angeklagte. Nach einem energischen Verweis wer­den ihm seine Vorstrafen verlesen, deren erkleckliche Anzahl, alles im Trunke verübte Gewaltthätigkeiten und Beleidigungen, ihm etwas viel vorkommt. Nach nochmaligem Verlesenge? vehmigt" er einige von ihnen. Er saß am Abend des 11. September v. J. vor der Thür der L.'schen Wirthschaft zu Rückingen, aus der er wegen seiner Trunkenheit hinausgewiesen war. Nach ihm ging der Arbeiter H. auS der Wirthschaft und alS dieser den L. auf der Treppe sitzen sah, forderte er ihn auf nach Hause zu gehen. Als Antwort darauf faßte ihn L. an der Hose und riß an dieser, und als ihn H. von sich abzuschültelu suchte, sprang L. auf und versetzte ihm mit dem Messer einen Stich in den Arm, versuchte daffelbe noch­mals, wurde aber überwältigt und entwaffnet. Der Staats­anwalt beantragt 6 Monate Gefängniß wegen der Körper­verletzung und wegen ungebührlichm Benehmens vor Gericht 48 Stunden Hast. Die Strafe ist ihm zwar zu hoch, er ist

aber doch bereit, sierunlerzuvachen", da er solches schon mehr !fertig gebracht hat. AIs der Präsident das Urtheil kntspnchmd dem Antrag des SiötatSanwalts und die sofortige V rhaftung verkündet, hat er sich eines andern besonnen und nrU gegen das Urtheil sofortBerufung" einlegen, was aber naiürlich nicht hindert, daß ihm der GerichtSdiener freund­liches Geleit gewährt und der Obhut des Gefängniß-Inspek­tors übe>gibt. Eine dritte Strafsache wird auf Donners­tag vertagt.

* StÄdtthester. Der Spielplan der laufenden Woche ist folgender: Mittwoch:Im weißen Rößl", Freitag: Das Erbe", Sonntag:Fedora".

f. 80. Geburtstag. Das in weiten Kreisen bekannte uns sietsuch geschätzte Fräul. Therese Uns feiert heute ihren 80. Geburtstag und werden sicherlich ihre zahlreiche Freunde^ und Gönner nicht ermangeln diese würdige Greisin zu er­freuen. Möge es ihr gegönnt sein, noch lange Jahre einen angenehmen L-bensabeno in bisheriger Rüstigkeit zu vrr- dringen.

-r. Carnevaliftisches. Die Erste Hanauer Carneoal- gesellschaft oeranstaltete vorgestern ihre diesjährige erste große Damensttzung. Der Saal war lange vor Beginn bis auf den letzten Platz mit Beschlag belegt, gewiß das sicherste Zeichen, wie nöthig man eS empfand, sich wieoer einmal nach Herzeurlust auslachen zu sonnen. Die Räume deSDeut­schen Hauses" zeigten reichste D-krration, die, vom Mitglied Friedr. Zahn entworfen, von den weiteren Mitgliedern Schwellenberg, Rienhard, Fischer und Hack aus­geführt worden war und deaselben alle E)re mähte. Sicher­lich hatten diese Herren das MäichmbuchTausend und Eine Nacht" studirt, um Diese chinesischen Spitzfindigkeiten in allen Decors widergeben zu kor-nen. Dabei müssen wir der Mitwirkung unseres Meisters W. Schultz gedenken, wobei wir zu der Ueberzeugung gelangen, daß hier ohne dessen Hanc-anlegung irgend eine Festlichkeit mit künstlerischem i Anstrich zur Unmöglichkeit geworden ist. Wenn wir schließ­lich bemerken, daß im Gürzenich zu Köln, in der Stadthalle zu Mainz und bei carnevalistischen Veranstaltungen in Frank- fart eine derartige geschmackvolle Dekoration von uns nicht gesehen wurde, ss rechtfertigen sich auch die diesbezüglichen Aussprachen der anwesenden Mitglieder des Verbandes aus Frankfurt, Sachsenhausen, Darmstadt rc. Nach dem Eröff- nungsmarsch der Ulanenkapelle folgte die Szene dasEr­wachen des Prinzen Carneval Heinrich des I." (Herrn H. Weiße« st ein); hieran schloß sich der Einzug des Mini­steriums, Begrüßungsrede des Präsisenten W. Bein, Ein­zug der verschiedenen fremden Elferkomitees aus Frankfurt, Sachsenhausen, Darmstadt u. s. w., Begrüßung durch den Präsidenten Erwiderung. Zuerst sprach Herr Forckel, Präses des 1. alten Carneoal-Vereins Sachsenhausen; er war erstaunt über den großartigen Besuch, der bis auf den l-tzten Platz besetzten Säle und bemerkte dabei, indem^M^ einen großen Krug des besten Stoffes Sachsenhäuser Aepfel- weins dem Ministerium überreichte, daß der süddeutiche Carneval-Verband daS Geld sparen könne, um zu demselben Zwecke an den Rhein zu fahren, in Hanau hätte man eS besser und billiger. Er brächte noch den Gruß der Carneoal- gelellschaft Westend und znn Schluß sein Hoch den schö- en Hanauer Damen. Dann stieg der Präsident der Weindesschen Carnevalgesellschaft Sachsenhausen S ch e e r e r in die Bütt, der der Hanauer Männer vor 50 Jahren gedachte, dann unserer Stadt selbst sein Lob spendete, deren Goldschmied - Industrie dem Fürst m Bismarck die Feder zum Friedens- vertrag in Frankfurt geliefert habe. Ihm wurde auch ent­sprechender Apvlaus zu Theil. Dann kam Herr Gold­schmidt von Frankfurt, der selbstverständlich nicht zurück- stand. Wir haben den Ehrengästen Genüge geleistet, nun zu uns selbst. Das Protokoll des Kanzlers Narr C. S ö h n l e i n war eine Geißelung des Ministeriums wie auch der lokalen Verhältnisse u. s. w. und kann als das Beste des Abends bezeichnet werden. Die verschiedenen Vorträge der anderen Mitglieder, so der Herren Loßberger, Engelhard, W e i s e n st e i n, A l b a ch, das Melodram des Narren W. Rohde (einfach großartig), der Lachhannes des Narren Oberländer wurden sämmtlich mit groß­artigem Applaus entgegengenommen. Streng genommen wäre es eine Rücksichtslosigkeit, zu guterletzt erst der Damen zu gedenken, welche sich auch in den Dienst der frohen Laune beheben und mit ihren Vorträgen das gesammte Narreuthum entzückten, aber wir haben uns das Beste aufgehoben. Ein Duett zweier Künstlerinnen stand im Programm Nr. 10 be­zeichnet. Wir haben alS Novize in der Carnevalsgesellschaft Frau Gottfried Herbst kennen gelernt, ihr Spiel sowie auch der Gesang zeigten von seltener Fertigkeit. Frau Haas- Germershausen, eine Sängerin comme il faut, ent­zückte nicht allein mit ihrer frisch-fröhlich klangvollen Stimme in diesem Duett, sondern auch in dem weiteren Duett mit Herrn I o st. Wenn wir uns noch des Präsidenten Herrn W. Bein erinnern, der in stimmungsfreudigen Reden die Orden an die Jeweiligen (die Verdienten oder Unverdienten) überreichte, gedenken wir auch unserer undekorirten Rockrasers, die noch immer harren, aber soffen und Harren, macht eben die Carnevalsgesellschaft. Die Ulanenkapelle that auch ihr Bestes zum Gelingen des Abends, der reich an Genüssen aller Art war.

W. SttttM. Wenn auch Falb fürj den gestrigen ersten Wrrktag im neuen Jihre keinen kritischen Tag in AuSsicht stellte, zeigte derselbe bei abnorm tiefem Barometerstand doch ein recht finstere- Gesicht und gestaltete sich, nammtlich für unsere Laternenanzünder, zu einem kritischen Aoend erster Ordnung, weil sie, insbesondere in der Außen- stadt bei dem herrschenden Sturme mitunter die doppelte und dreifache Arbeit eines normalen Abends verrichten mußten;